Kennt ihr spannende Evolutionsthemen?

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8 Antworten

Wenn du weiter keine Eingrenzungen hast, steht dir im Prinzip die gesamte Biologie offen, da sich jedes biologische Phänomen unter dem Aspekt der Evolution betrachten lässt, und mir fällt kein Bereich der Evolutionswissenschaften ein, der nicht spannend wäre.

Du könntest es den anderen gleichmachen und dich auf die Entwicklungsschritte konzentrieren, die für die Entstehung der wichtigsten taxonomischen Gruppen nötig waren, z.B. Eukaryoten, Fluginsekten, Gefäß-, Samen- oder Blütenpflanzen, Wirbeltiere, Kiefermäuler, Landwirbeltiere, Amnioten, Säugetiere, Vögel, Wale, Wiederkäuer, Fledermäuse oder Menschen, bzw. auf die Evolution von hochspezialisierten Arten wie Maulbrüterfröschen oder Plattfischen. Auch ausgestorben Gruppen wie Ammoniten lassen sich so betrachten. Viren sind zwar keine Lebewesen, aber ebenfalls der Evolution ausgesetzt und außerdem überaus interessante Erscheinungen.

Genauso gut kannst du über die Evolution bestimmter Meilensteine schreiben, wie die Photosynthese bei Prokaryoten, die Sexualität, die Geißel von Bakterien, die Muskulatur, der Schlaf, das Gift usw.

Die bereits erwähnten Massensterben wären ebenfalls ein gutes Thema, ebenso wie allgemein Einflüsse der unbelebten Natur auf die Evolution auf der Erde, du könntest ja die Auswirkungen von Gebirgsbildungen und -abtragungen oder Landbrücken auf Isolation und Migration beschreiben.

Oder du arbeitest Mechanismen der Evolution heraus. Da könntest du über Koevolution schreiben, und dich dabei auf Fremdbestäubung oder Parasiten beziehen, oder über Präadaptation, oder über Verwandtenselektion, und dabei z.B. die Evolution von staatenbildenden Insekten etwas näher beleuchten.

Eine weitere Möglichkeit wäre, auf den Zusammenhang zwischen menschlichem Wirken und der Evolution einzugehen. Da könntest du die Auswirkungen der Evolutionsbiologie auf die Gesellschaft darstellen, zu Zeiten Darwins und des dritten Reichs, den Konflikt zwischen Lamarckismus und Darwinismus, der zu Toten geführt hat etc. Die Domestikation von Hunden oder anderen Tieren durch den Menschen wäre ebenfalls eine Möglichkeit, außerdem ist es auch möglich, soziologische Phänomene vom Standpunkt der Evolution zu betrachten, um auf die evolutionären Wurzeln von Chauvinismus, Moral oder Liebe zu schließen.

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Die Evolution der Vögel wurde bereits vorgeschlagen, Mist... Das wäre auch mein Lieblingsthema gewesen. :)

Aber es gibt ja zum Glück einen ganzen Haufen Tiergruppen. Auch Spannend ist das Thema des Aussterbens, insbesondere des Massenaussterbens. Es gab nämlich nachweislich nicht nur das Massenaussterben am Ende der Kreidezeit, als die Dinosaurier verschwanden, sondern viele solcher gravierender Einschnitte, nach denen die Evolution jedesmal einen Schnellgang eingelegt hat. Ohne Massenaussterben wäre die Artenvielfalt, wie wir sie heute kennen, eine grundlegend andere. Nützliche Einsteigerinformationen findest du hier:

https://de.wikipedia.org/wiki/Massenaussterben

https://www.mineralienatlas.de/lexikon/index.php/Pal%E4ontologisches%20Portrait/Massenaussterben?redirectfrom=Massenaussterben&memberid=

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Eines der interessantesten Themen ist der wissenschaftliche Konflikt zwischen Darwinismus und Lamarckismus. Die Diskussion dieses Gegensatzes lehrt mehr über die Evolution als lange Aufeinanderfolgen von Beispielen und Lehrsätzen. Darwin erkannte, daß neue Arten durch Mutation, Isolation und Selektion entstehen, Lamarck vertrat die These, erworbene Eigenschaften würden vererbt und auf diese Weise würde zuletzt eine neue Art entstehen.

Auch Lamarck (und Haeckel, sowie frühe andere Wegbereiter der Entwicklungslehre) waren große Forscher. Damals waren die Thesen von Lamarck durchaus wissenschaftlich, auch wenn sie später eindeutig falsifiziert wurden.

Wichtig wurden die Thesen von Lamarck durch zwei Fakten. Einerseits sind sie anschaulich und intuitiv plausibel. Etwa, daß die langen Hälse der Giraffen dadurch sich entwickelten und, daß sie sich immer nach Futter recken mußten, bis zuletzt eine neue Art entstand. Das andauernde Ausstrecken des Halses hätte also ein Gen für einen langen Hals erzeugt.

Zweitens wurden die Thesen Lamarcks wichtig, weil der deutsche Feuergeist Karl Marx sie in seine Theorien eingebaut hat. Systeme und Staaten, die den Marxismus dogmatisch als Grundlage gewählt haben, haben sehr nachdrücklich auch den Lamarckismus vertreten, etwa die Sowjetunion und die DDR.

Dies führte zu grotesken Begebenheiten, die heutzutage völlig undenkbar sind, wo jedem Gymnasiasten die Grundlagen der Entwicklungslehre klar sind. Genetiker hatten es sehr schwer in der SU. Sie mußten ihre Ergebnisse entweder verfälschen oder so tun, als wären sie ohnehin irgendwie mit dem Lamarckismus vereinbar.

Dies rief Scharlatane auf den Plan, die den Lamarckismus zu "beweisen" suchten. Bekannt wurde der vielgeehrte LYSSENKO, der als beamteter und privilegierter "Forscher" vielfach Ergebnisse fälschte oder verfälschte.

Ein anderer war Jarow. Er griff eine Entdeckung eines deutschen Forschers auf und interpretierte sie (fälschlich) als Beweis für den Lamarckismus. Getreide-Saatgut, das einer speziellen Kältebehandlung unterzogen wird, kann bereits im Herbst ausgesät werden. Im Frühjahr keimt es zum frühest möglichen Zeitpunkt und reift auch in kürzeren Sommern. Dadurch kann solches Getreide um etliche hundert km weiter nördlich ausgesät werden, was für die SU von besonderem Interesse war. Jarow argumentierte, daß die Kältebehandlung das Saatgut fit für Kaltgebiete gemacht habe, also Vererbung einer erworbenen Eigenschaft. Dabei ließ er geflissentlich außer acht, daß das Saatgut jedes Jahr von neuem "jarowisiert" werden mußte. Die Eigenschaft ging also keineswegs ins Erbgut ein.

Analog versuchten SED-Kader in der DDR, durch Kältebehandlung ein kälteresistentes Rind zu züchten. ihre Methode ar die "Offenstallhaltung", die Dächer der Ställe wurden auf Befehl der Partei entfernt. Aber die Rinder entwickelten keine erbliche Kälteresistenz: sie gingen einfach ein.

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Die Entdeckung der Archaeopteryx lithographica im Sonhofener Plattenkalk fiel zeitlich etwa mit der Veröffentlichung von Darwins "Entstehung der Arten" zusammen. Das ist ein spannendes Thema, sowohl was die Entdeckungsgeschichte des Fossils wie auch die Einzelheiten des Fossils selber und dessen Bedeutung für die Evolutionstheorie angeht.

Du könntest diskutieren, ob dieses Tier mehr ein Vogel oder mehr ein Reptil ist.

Und dass die Vögel die Nachfolger der Dinosaurier sind, ist doch irgendwie eine prickelnde Vorstellung, oder?

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Ein paar Vorschläge:

Die Evolution des Bewegungsapparats: Von der Flosse zur Hand

Die Evolution der Wale

Koevolution

Die Entstehung des Menschen

Homologien zwischen Tierarten (an diversen Beispielen) 

Die Red-Queen-Hypothese

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Wie wäre es mit der Evolution der menschlichen Geschlechtsmerkmale?

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Die Sprache wäre ein gutes Thema. Wie sich die Vorraussetzungen bildeten und den Vergleich zu anderen Tieren. Zu diesem Thema findest du auch sehr viele Materialien!

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