Frage von HanzeeDent, 39

Spannende Berufe mit Informatik- oder Mathematikstudium?

Ich habe mich bisher fast ausschließlich damit auseinandergesetzt, was ich nach der Schule studieren möchte, aber nicht so sehr damit, was mir das am Ende helfen mag.

Ich würde ungern einen Standard-Bürojob haben, irgendeinen Wert muss ja dieses Studium haben, nachdem man sonst auch eine Ausbildung als Bürokaufmann machen könnte.

Leider fällt es mir schwer mir die Möglichkeiten vor Augen zu führen. Gut ich könnte in die Softwareentwicklung gehen, das würde mir auch Spaß machen, nehme ich an. Neue Systeme zu entwerfen und zu verwalten. Aber das ist für mich gerade eine etwas abstrakte Vorstellung.

Welche Positionen kann ich in einer Firma mit diesen Studiengängen vertreten?
Ist das in der Regel mit eigenem Büro, oder im Großraum? (Einkommen/Wohlstand?)
In welchen Bereichen, an die man im ersten Moment vielleicht gar nicht denkt, sind Devs tätig?

Außerdem:
Ich habe gehört, dass Mathematiker auch in die IT gehen können.
Was sind die Unterschiede zum Informatikstudium?
Was kann man sonst als Mathematiker machen?

Und bezüglich Master: Lohnt sich eine Spezialisierung, oder soll man den Standardstudiengang fortsetzen? (Pro/Contra)

Hilfreichste Antwort - ausgezeichnet vom Fragesteller
von grtgrt, 14

Bitte lies https://www.gutefrage.net/frage/informatik-im-mathestudium#answer-218335123 .

Für die Büros, in denen man als Informatiker, IT-Berater oder Programmierer arbeitet, gilt: Je größer die Firma, desto eher wird man gezwungen sein, dort ausschließlich in Großraumbüros zu arbeiten.

In manchen großen IT-Firmen geht das so weit, dass - wer Pech hat - alle paar Tage an einem anderen Schreibtisch arbeitet: All diese Arbeitsplätze sind mit völlig gleich konfigurierten Computern ausgestattet, und all deine Daten werden auf so einem PCs nur sein, während du eingelogged bist (ansonsten sind sie auf zentralen Servern).

Kommentar von grtgrt ,

Besonders spannend und abwechslungsreich ist der Beruf eines Informatikers, wenn er in einem Software- oder Systemhaus arbeitet: Mit jedem neuen größeren Projekt hat man dann i.A. mit Dingen zu tun, von denen man - wenigstens aus anwendungstechnischer Sicht, oft aber auch aus IT-technischer Sicht - vorher noch nie befasst war.

Gerade deswegen ist es so wichtig, als Informatiker hohes Abstraktionsvermögen mitzubringen. Am ehesten haben das Leute, die Mathematik studiert haben. 

Leute mit Hochschulabschluß werden nur selten mehr als einige wenige Jahre wirklich programmieren. Später werden sie - je nach Talent - eher mit Projektleitung, Aquise oder anderen Managementaufgaben zu tun haben.

Wer als IT-Berater tätig ist, arbeitet heutzutage meist vor Ort in Büros seiner Kunden. Der damit verbundene ständige Wechsel des tatsächlichen Arbeitsortes kann recht belasten. Befasst ist man dann vor allem mit konzeptueller Arbeit (z.B. Anforderungsanalyse, Anwendungsentwurf, Projektmanagement, in weniger gut bezahlten Jobs auch mit Programmierung oder Test). Die Bereitschaft, viel zu reisen und viele Nächte in Hotels zu verbringen, wird hier schon notwendig sein. 

Besonders langweilig kann der Beruf werden für Leute, die bei einem großen Endanwender arbeiten und dort über sehr lange Zeit hinweg ein einziges großes Anwendungssystem zu pflegen haben (z.B. eine umfangreiche, noch in COBOL oder PL/1 geschriebene, nur schwer ersetzbare, fürs Unternehmen aber unverzichtbare Anwendung). Es kann gut sein, dass jemand, der sich direkt nach dem Studium an so eine Altanwendung gebunden hat, schon nach 15 Jahren als jemand gilt, der zu nichts anderem mehr zu gebrauchen ist. 

Kommentar von grtgrt ,

Ein Master-Studium lohnt sich auf jeden Fall.

Vor einer allzu deutlichen Spezialisierung schon im Bachelor-Studium würde ich warnen: Gerade in der IT sind eher Generalisten gefragt. Doch Ausnahmen bestätigen die Regel: Wer sich auf IT-Sicherheit spezialisiert, wird dadurch kaum in einer Sackgasse landen. 

Von jemand, der ein Masterstudium in Informatik oder Mathematk absolviert oder gar noch promoviert hat, wird man erwarten können, dass er sich auch später im Berufsleben problemlos bei Bedarf in jede nur denkbare IT-Richtung spezialisieren kann.

Wo solche Spezialisierung schon durch die Wahl des Studienganges erfolgt ist, hat man sich - meiner Meinung nach - viele andere Möglichkeiten eher schon verbaut.

Ein typischer Beruf, in dem man als Mathematiker auch wirklich vor allem mit Mathematik zu tun haben wird, ist der Beruf des Versicherungsmathematikers.

Antwort
von rotreginak02, 21

Das sind aber sehr viele Fragen auf einmal. Das Meiste davon kannst du schnell und selbständig unter den entsprechenden Berufsbildern selbst herausfinden 

Sinnvoll ist auch immer die "Umkehrsuche"....das bedeutet, dass du auf den üblichen Jobbörsen wie indeed, stepstone usw. nach Stellenangeboten in den Bereichen suchst....und dann siehst du, was (häufig) gesucht wird und welche Fachspez. Kenntnisse du benötigst 

Zu Mathematikern und möglichen Berufen fällt mir spontan das Risk oder Treasory Management ein...gut bezahlt übrigens

Kommentar von HanzeeDent ,

Ja, viel mit Statistik.

Antwort
von GedankenGruetze, 23

Ach da sind überall so pauschale Aussagen, die man machen kann.

Wenn du später keinen Bürojob haben willst, dann ist es zwar nicht ausgeschlossen, aber wohl eher nicht wahrscheinlich, dass du nach einem Infostudium nicht drum herum kommst. Was die Positionen im Unternehmen angeht, so ist alles vom Sklaven auf unterster Ebene bis hin zum Chef von Microsoft möglich. Auch was das Einkommen angeht, gibt es da unterschiede.

Entgegen der Behauptung, es gäbe da einen Fachkräftemangel in der Informatik, sehe ich das eher so, dass viele Informatiker später gewöhnliche Programmierer werden, was nicht schlimm ist und sicherlich auch das Ziel vieler Informatiker, aber dennoch nicht unbedingt die wissenschaftliche Tätigkeit, die man fürs Studium anstrebt.

Und ja. Mathematiker sind später auch im IT Bereich unterwegs, was daran liegt, dass Mathe und IT sehr eng miteinander verflochten sind. Kann sein, muss aber nicht.

Wenn du dann mal den Bachelor hast, wirst du dir da auch selber beantworten können, ob und welchen Master du brauchst. Kurz: Informatik sinnvoll und überlegenswert, aber geht auch oft ohne. Mathematik: Master unbedingt notwendig. Mit einem Mathematik-Bachelor hast du nicht unbedingt viel.

Kommentar von HanzeeDent ,

Ein Bürojob ist in Ordnung, aber bitte grundsätzlich mit kognitiver Herausforderung.

Ich frage mich, was man sonst als Mathematiker machen kann. Immerhin schaffen dieses Studium nicht viele, die es anfangen.

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