Frage von Banana69, 83

Spanisch lernen in Spanien - aber wo?

Gerne möchte ich im Sommer für einige Wochen nach Spanien, um die Sprache zu lernen. Leider kenne ich das Land überhaupt nicht, was das Problem aufwirft, dass ich nicht weiss, wo man gut spanisch lernen kann. Da eine Sprachschule immer viel Geld kostet, habe ich folgende Kriterien: - Schule: möchte so gut es geht deutschsprachige Leute meiden - Ort: entweder Berge oder Meer -

Vielleicht könnt Ihr mir einen super Ort vorschlagen, an dem das Spanisch-lernen Spass macht? Und vielleicht habt Ihr mir Tipps, wie ihr am besten Spanisch gelernt habt abgesehen von einer Schule? Wie man mit Leuten aus der Gegend in Kontakt kommt?

Ich danke euch im Voraus für Eure Hilfe.

Liebe Grüsse

P.s. ich bevorzuge den Norden dem Süden.

Antwort
von mambero, 26

Hallo, hab weiter unten gelesen, dass dies in den Sommerferien sein soll. Hierzu: es sollte auf jeden Fall am Meer sein, sonst zergehst du im glühend heißen Landesinneren.

Du ziehst den Norden dem Süden vor? Am Meer hast du da z.B. Vigo (bzw. Pontevedra) oder San Sebastian als Sprachschulstädte. Allerdings spricht man in Vigo Galicisch, in San Sebastian Baskisch. Von daher (wie es z.B. auch in Barcelona aufgrund des Katalanischen der Fall wäre) ist der Alltag also nicht typisch Spanisch und die meisten Menschen sprechen eben Spanisch "nebenbei", aus politischen Gründen.

Von daher würde ich persönlich den Süden empfehlen. Klar: in Salamanca oder Castilien überhaupt hättest du mehrere Sprachschulen. Aber im Hochsommer?

Die beliebtesten Sprachschulen Spaniens findest du in Andalusien. Granada, Málaga und Sevilla, wobei auch hier nur Málaga am Meer liegt. Es gibt auch noch Sprachschulen in Cádiz (glaube auch Tarifa und Conil), also an der andalusichen Atlantikküste.

Málaga ist das Sprachschulzentrum für Spansichunterricht überhaupt. Klar, hier hast du teilweise(!) andalusischen Dialekt im Alltag, im Unterricht reinstes Spanisch, im Alltag reinste Grammatik und Andalusier können auch "normal" Spanisch. Siehe hierzu die hohe Anzahl an Sängern/innen, Schauspielern und TV-Moderatoren aus Andalusien und insbesondere Málaga (u.a. Antonio Banderas).

Eine weitere Spanisch-Hochburg ist Alicante (aufgrund der günstigen Direktflüge; kürzere Distanz). Allerdings auch hier (wie in Valencia): Regionalsprache, d.h. Straßenschilder, Alltagssprache, Radio usw. usf. meist auf Valenciano.

Mein Tipp ist Málaga. Eine der brummensten Städte Spaniens, 3000 Jahre alt, viel Geschichte, viele Monumente, subtropisches Klima und Ambiente, ein phantastisches andalsisches Hinterland (Pueblos Blancos), von Gebirgen eingerahmt, Naturparks (Schluchten, der gefährlichste Wanderweg der Welt, Karststeingebirge, Flamingo-Lagune) in der Nähe und idealer Ausgangspunkt, um in einer Autostunde in Marbella oder Granada zu sein, in 1,5 Stunden in Sevilla, auf der Fähre nach Marokko (gibt's aber auch direkt ab Málaga) oder an der südspanischen Atlantikküste.

Málaga ist dazu noch eine sehr offene Stadt. Auf der Feria z.B. ist überall jeder willkommen (nicht wie in Sevilla, wo du ohne ausdrückliche Einladung in keine Caseta kommst). Am Meer kann man es den Sommer gut aushalten, wenn es natürlich auch sehr heiß werden kann (meist jedoch stabil bei 30-35ºC im Sommer; teilweise - selten, bei Wüstenwind aber auch mal über 40ºC), hast du immer noch das Meer vor der Haustüre und gute Busverbindungen überallhin. Kein Vergleich mit Sevilla, Córdoba, Madrid usw. wo es im Hochsommer gut 45ºC heiß wird.

Kommentar von Banana69 ,

Wow, danke vielmals, dass Du Dir die Zeit für einen solch langen Kommentar genommen hast. Habe so Einiges gelernt während des Durchlesens ;-)

Der Grund, weswegen ich in den Norden wollte, waren unter Anderem die Freizeitaktivitäten (surfen) und Temperaturen: Da ich in der Regel schon bei 27°C vergehe, hätte ich bei 35° C schon bald Angst um mein Leben. Deswegen wäre mir zuvor gar nicht in den Sinn gekommen, in den Süden zu reisen.

Jedoch, gemäss Deines Kommentars würde es sich lohnen, Málaga zu besuchen. Die Berge, das Meer, das Städteleben und die Natur sind tatsächlich sehr verlockend. Ich werde mich demnach sicherlich über Schulen in dieser Stadt informieren.

Und wo ich doch gerade auf einen Spanien-Profi gestossen bin: was hälst Du von Bilbao? Mir ist bewusst, dass dort auch eine andere Sprache gesprochen wird (Baskisch, so weit ich weiss), jedoch habe ich gehört, dass ein Grossteil, aufgrund der Schwierigkeit der baskischen Sprache, doch Castellano spricht, ist das korrekt? Und vielleicht könntest Du mir auch sagen, wie die Leute sind? Eher offen oder ein wenig verschlossen?

Zur Zeit sind diese beiden Orte in der näheren Auswahl: Bilbao und Málaga.

Danke für Deine Hilfe und ganz liebe Grüsse

Kommentar von mambero ,

Wenn es dir ums Surfen geht, dann wäre Tarifa oder Conil de la Frontera (beide Costa de la Luz; andalusische Atlantikküste) die beste Lösung. Es geht dort viel Wind, vor allem in Tarifa, wo Atlantik und Mittelmeer zusammentreffen, und Afrika und Europa sich in absoluter Sichtweite gegenüberstehen. Da es auf beiden Seiten Berge gibt (sowohl vor Tarifa als auch das Rif-Gebirge Marokkos), wirkt das wie eine Düse, was Wind praktisch garantiert.

Dort gibt es vereinzelt Windsurfer, aber vor allem Kitesurfer und Wellenreiter. Zum Tauchen ist diese Zone aufgrund ihrer Strömungen mit Vorsicht zu genießen. Aber es ist das Surf-El-Dorado des spanischen Festlandes.

Ein paar Kilometer weiter nördlich lässt der Wind mehr und mehr nach. Es ist aber trotzdem Atlantik. Auch in Conil de la Frontera gibt es eine oder zwei Sprachschulen. Dort hast du einen 16km langen Atlantikstrand. Conil selbst ist ein weißes Dorf, traumhaft schön, im Sommer jedoch sehr besucht, aber es gibt auch viel Platz. Es ist beliebt bei Ausländern (die hauptsächlich wegen der Wassersportmöglichkeiten herkommen) und Spaniern beidermaßen.

Der Strand ist unendlich breit. Bis man von der Strandpromenade zum Wasser läuft vergehen mehrere Minuten. Es gibt meist Wind. Manchmal auch zu stark. Dafür kann man dann am Ortsende in das Cabo Roche gehen, eine Steilküste mit kleinen, nach allen Himmelsrichtungen ausgerichteten Badebuchten. So findet man immer etwas Windstilleres. Im Süden geht der Strand am Leuchtturm von Trafalgar (geschichtl. wg. der Seeschlacht bekannt, an der die spanische Armada unterging) in Dünen über. Es beginnt das ehemalige Hippie-Dörfchen Caños de Mecca, was ein Anziehungspunkt für viele Aussteiger und alternative Leute ist.

Zwischen Conil und Caños de Mecca liegt ein fast wenig bebautes Landstück, welches El Palmeral heißt. Dort gibt es Wassersportmöglichkeiten bzw. sind dort oft Surf- und Tauchschulen tätig. Ggf. muss man die aber in Conil selbst erstmal anmieten. Infos gibt's bestimmt im Internet bzw. in jedem Hotel dort.

Was das Baskenland selbst betrifft, ist es so, dass man dort zwar auch Spanisch spricht, es aber teilweise eben nicht erwünscht ist. Z.B. kenne ich einige Arbeitskollegen, die mal dort arbeiteten und ohne baskisch praktisch gemobbt wurden. Ebenso ist dort eine teilweise aufgeheizte Stimmung allem Spanischen gegenüber. Das kann man mehr oder weniger stark empfinden und beurteilen, aber für einen Spanisch-Sprachkurs finde ich solche Elemente gelinde gesagt störend.

Was Málaga betrifft: hier wirst du natürlich auf mehr als 27ºC antreffen, auch nachts. Der Atlantik ist (auch in Andalusien) deutlich frischer als das Mittelmeer. Es bläst immer eine Brise. Dadurch ist der Himmel auch klarer, was auf der anderen Seite bedeutet, dass die Sonne mehr durchsticht. Aber meist gibt es abends eine frische Brise, die Nächte sind kühler als am Mittelmeer, besonders als an der Costa del Sol, wo die Temperaturen Tag und Nacht im Hochsommer fast gleich sind, weil tagsüber viel Luftfeuchtigkeit herrscht, was die Sonne etwas mildert. Wenn du nicht hitzebeständig bist, ist Málaga im Hochsommer nichts.

Obwohl man landschaftlich sagen muss, dass es um Málaga im Hochsommer interesanntere Sachen gibt, weil z.B. das Hinterland der Costa de la Luz ziemlich flach ist und im Sommer verbrannt/ausgedörrt. In den Bergen und Stauseen um Málaga findet man dagegen immer wieder Oasen und in der Stadt selbst gibt es viele Gärten und Grünzonen, die das ganze Jahr über jeweils eine andere Blütenpracht hervorbringen (im tiefsten Winter Orangen, im Hochsommer Bananen).

Antwort
von Marusaa, 34

Also wenn du eine Sprache lernen willst, solltest du meiner Meinung nach in eine Schule. Ich war mit EF in Paris und in den USA. Kann diese Vermittlung nur empfehlen. 

Auch meine Tendenz war sowenig Landsleute oder Deutschsprechende wie möglich zu haben. 

Aber das lässt sich nicht ganz vermeiden, ausserdem war es manchmal ganz praktisch und bequem. 

Zu der Vemittlung: ich habe EF ausgewählt, weil das eine weltweite Vermittlug ist. In meiner Klasse waren Leute von Arabien, Deutschland, USA, Spanien, Argentinien, Schweiz, Ecuador usw. 

Einige meiner Kolleginnen waren mit Vermittlungen unterwegs und waren dann in einer Klasse mit nur Schweizern (ich bin aus der Schweiz)

Daher meine Empfehlung such dir die Vermittlung zuerst aus. Dann den Standort der ist von den Schulen dann ja schon vorgegeben. Eventuell können sie auch eine Empfehlung geben. 

Alles gute

Kommentar von Banana69 ,

Sehr hilfreiche Antwort, herzlichen Dank.

Ich werde sicherlich auf der Hompegae der EF mal vorbeischauen. =)

Ist immer gut, Tipps zu kriegen. Danke nochmals.

Liebe Grüsse

Kommentar von Marusaa ,

Gerne, falls du nur noch mehr Fagen hast😃.


Ach bei Ef gibt es dann auch die Möglichkeit bei einer Gastfamilie zu leben. Schon hast du Spanisch rund um die Uhr. 


das war eine unvergessliche Zeit, man lernt sehr viel über sich. 


Wie lange willst du den bleiben?

Kommentar von Banana69 ,

Sehr nett, danke. Würde mich bei anderen Fragen melden. Zuerst muss ich jedoch einen Standort auswählen =)

Ziel wäre es zwischen 6 - 7 Woch zu bleiben und davon ungefähr 4 oder 5 Wochen eine Sprachschule zu machen.

Wie siehts bei Dir aus? Wie viele Wochen warst Du jeweils in einer Sprachschule?

Kommentar von Marusaa ,

Ich war jeweils 3 Monate in den Ländern. 

Und in den USA bin ich dann noch etwas herumgereist. 

Bei EF gab es übrigens öfters "ältere" Leute, die die Sprachschule besucht haben. 

Kommentar von Banana69 ,

Tut mir leid für meine späte Antwort.

Danke nochmals für Deine Mühe. Drei Monate klingen gut und ich denke, hätte ich die Zeit, würde ich auch eine ähnliche Zeitdauer wählen um sich wirklich eine gute Sprach-Basis antrainieren zu können. Aber bin schon mit 6 Wochen zufrieden. :-)

Achso, gut zu wissen. Danke für die Info.

Noch einen angenehmen Tag wünsche ich Dir.

Expertenantwort
von Bswss, Community-Experte für Schule, 29

Spanisch-Experten sagen häufig, dass man , um ("spanisches") Spanisch zu lernen, nach SALAMANCA  fahren muss.

Kommentar von Banana69 ,

Werde ich mir noch anschauen, danke für Deinen Tipp!

Antwort
von Dermythe, 44

Es gibt austausch schulen und da sind dann auch Spanier und die sprechen spanisch und voila - da hast du deine Praxis ;)

Kommentar von Banana69 ,

Danke für Deine Antwort.

Ich bin kein Schüler mehr und ich denke, während den Sommerferien ist es etwas schwerer, einen Schüleraustausch zu machen. ;-)

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