Frage von Indamouth, 145

Sozialsysteme aufrecherhalten?

Hallo zusammen, ich frage mich wie man in Zukunft die Sozialsysteme in Deutschland aufrecht erhalten kann, um so bsw. Renten in der Zukunft bezahlen zu können?

Antwort
von Interesierter, 41

Wir werden die Sozialsysteme, wie wir sie heute kennen, nicht aufrecht erhalten können. Der demografische Wandel und die steigende Lebenserwartung werden uns hier zum Umdenken zwingen. Auch ein BGE wird daran nichts ändern.

Die Menschen in Deutschland werden heute im Schnitt mehr als 80 Jahre alt. Als im Jahr 1957 die Rentenreform durchgeführt wurde, lag die Lebenserwartung noch unter 72 Jahren.

Unterm Strich bekommen die Rentner heute doppelt so lange Rente wie 1957. Tendenz steigend. Das kann nicht funktionieren. Die Rentenformel geht schlicht und ergreifend nicht mehr auf.

Schauen wir uns die Ausgaben der gesetzlichen Krankenversicherung an. Dort werden mehr als 50% der Ausgaben für Medikamente und Heilbehandlungen von den über 65-jährigen beansprucht. Ebenfalls Tendenz steigend. Auch hier wird der Kostenrahmen gesprengt.

Diese Rundumversorgung werden wir uns künftig nicht mehr leisten können. Wir werden nicht umhin kommen, länger zu arbeiten. Wir werden auch nicht umhin kommen, die gesetzliche Krankenversicherung zu reformieren.

Als eines der Hauptprobleme sehe ich unser Anspruchsdenken. Wir sind der Meinung, die Rente müsse alle Lebenslagen voll abdecken und ein angenehmes Leben garantieren. Nur, wer soll das bezahlen, wenn wir selbst zu wenige Kinder und damit zu wenige Beitragszahler in die Welt gesetzt haben.

Wir sind der Meinung, sämtliche Leistungen um die Gesundheit wären kostenlos. Natürlich glauben das die Leute, wenn sie einfach nur ihr Kärtchen durchziehen. Nur, kostenlos ist das nicht. Der Arzt schreibt eine Rechnung. Diese bezahlt die Kasse und letztlich zahlt der Versicherte die Rechnung doch. Hier gehört mehr Kostenbewusstsein her.

Bei der Rente sieht das ähnlich aus. Auch hier sehen wir heute schon eine 2-Klassengesellschaft. auf der einen Seite sehe ich gut situierte Rentner, die in den eigenen 4 Wänden leben, mit 65 eine ordentliche Lebensversicherung ausgezahlt bekommen und auch sonst sich einiges zur Seite gelegt haben. Auf der anderen Seite sehe ich die, die von ihrer Rente noch Miete zahlen müssen, die keine Lebensversicherung bespart und auch sonst nichts zur Seite gelegt haben. Diese Menschen machen im Alter keine großen Sprünge mehr.

Antwort
von Lennister, 45

Ich denke, man kann hier drei Kategorien von Maßnahmen unterscheiden: Maßnahmen, um den demografischen Wandel zu verlangsamen, Maßnahmen, um das Sozialsystem demografiefester zu machen und Maßnahmen, um die Gesamtwirtschaft demografiefest zu machen.

Um den demografischen Wandel zu verlangsamen, könnte man erstens versuchen, die Fertilitätsrate in Deutschland zu erhöhen. Dafür wären Maßnahmen nötig, die die Vereinbarkeit von Beruf und Familie verbessern, vor allem eine bessere Betreuungsinfrastruktur. Mit Blick auf wissenschaftliche Studien(u.a. Bundesfamilienministerium) und andere Länder dürfte das der erfolgsversprechendste Weg sein.

Finanzielle Anreize, um Kinder zu bekommen, sind dagegen übrigens wenig effektiv.

Zweitens könnte man versuchen, eine dauerhaft hohe Zuwanderung zu erzielen. Zuwanderer-die in der Regel jung sind- würden Deutschland verjüngen und damit den demografischen Wandel bremsen.

Dann könnte man auch die Sozialsysteme demografiefester gestalten. Hierzu wäre z.B. mehr Steuerfinanzierung geeignet: Das Problem ist, dass das deutsche Sozialsystem gegenwärtig sehr stark über Lohnnebenkosten finanziert wird. Dadurch verteuert es Arbeit, außerdem werden dadurch z.B. Einkommen aus anderen Quellen als Arbeit(Vermögen etc.), Einkommen von Selbstständigen oder Einkommen oberhalb der Beitragsbemessungsgrenze nicht in die Finanzierung miteinbezogen.

Steuern haben den Vorteil, Arbeit nicht zu verteuern und machen es außerdem möglich, das Sozialsystem auf eine breitere Finanzierungsbasis zu stellen. Damit wäre es demografiefester.

Und zuletzt dann die Maßnahmen, um die Wirtschaft an sich demografiefest zu bekommen. Hier besteht das Problem darin, dass eben die Verteuerung von Arbeit und die Erhöhung der Steuern und Abgaben kompensiert werden muss.

Möglich wäre das durch eine Verringerung der Sparquote z.B. durch niedrigere Zinsen, Beseitigung von Anreizen zum Sparen und Schaffung von Konsumanreizen. Dadurch würde das geringere Nettoeinkommen durch höhere Steuern und Abgaben kompensiert werden. Die Binnennachfrage würde dann nicht sinken.

Die Verteuerung von Arbeit könnte man durch Anhebung des Qualifikationsniveaus der Bevölkerung und durch allgemein günstige Bedingungen für Unternehmer kompensieren: Für ein qualitativ höherwertiges Produkt(hier: eine qualifiziertere Arbeitskraft) ist man auch bereit, etwas mehr auszugeben.

Und Unternehmern investieren mehr, wenn sie sich wohlfühlen. Dafür braucht es allgemein gute Bedingungen für Unternehmen, z.B. durch Eigentumsschutz, einen nicht zu hohen Grad an Regulierung und gute Technologie.

Bei den ersten beiden Maßnahmenbündeln hat Deutschland noch deutlichen Nachholfbedarf, insbesondere bei der Demografiefestigkeit des Sozialsystems.

In der dritten Kategorie dagegen steht Deutschland recht gut da: Diverse Rankings(u.a. Index of Economic Freedom) belegen, dass die Bedingungen für Unternehmer in Deutschland sehr gut sind. Und seit den ersten Messungen in den 90er Jahren hat sich das Qualifikationsniveau der Arbeitskräfte in Deutschland stetig verbessert. Erkennbar u.a. daran, dass Deutschland in internationalen Studien(z.B. Pisa) mit der Zeit immer besser abschneidet und auch die Akademikerquote immer weiter steigt.

Aber auch hier können wir uns deutlich verbessern: Gerade die sozial schwächeren Schichten liegen beim Qualifikationsniveau weit zurück(es braucht mehr Chancengleichheit), auch bei der Akademikerquote ist noch viel Luft nach oben.

Kommentar von deKlaus ,

"Finanzielle Anreize, um Kinder zu bekommen, sind dagegen übrigens wenig effektiv."

warum "ist" das "wenig effektiv"?

Kommentar von Lennister ,

Weil es kaum zu einer Erhöhung der Fertilitätsrate führt.

Kommentar von Abahatchi ,

Weil objektiv weder Kindergeld noch sonst was diesbezüglich etwas gebracht hat. In Slams bekommen die Frauen trotz Armut wesentlich mehr Kinder als Frauen bei uns, die Kindergeld bekommen und im Falle des Falles sogar über SGB II versorgt wären, und keine Angst haben müszten, die Miete nicht zahlen zu können oder ohne Heizung im Winter rum zu sitzen. 

Eine deutsche Frau bekommt im Schnitt 1,3 Kinder. Dabei gibt es etwas mehr Jungs als Mädchen. Damit die Population nicht ausstirbt, bedürfte es 2,1 Kinder pro Frau, wenn man noch vorherige Todesfälle einrechnet. 

Damit mit nur 1,3 Kinder pro Frau das funktioniert, müszten von 5 Kinder mindesten 4 weiblich sein. Ist aber nicht und so würde jeder Zoodirektor wissen, dasz diese Population früher oder später ausstirbt, wenn pro "Weibchen" nur 1,3 Junge nachkommen.

Antwort
von warehouse14, 17

Strukturieren wir einfach mal unsere weltweite Gesellschaft um.

Grundbedürfnisse wie Nahrung, Kleidung, Wohnraum (Eigentum, nicht gemietet!) und Medizin sollten völlig abgekoppelt sein vom Geldsystem.

Jeder Mensch (auch bis zu einem gewissen Behinderungsgrad...) ist ab einem gewissen Alter in der Lage, bei der Herstellung dieser Dinge mitzuwirken. Als Erntehelfer, Bauhelfer, Hobby-Handwerker und sogar als Pflegehelfer. Für einfache Arbeiten in diesen Bereichen braucht man keine langjährige Ausbildung, sondern es reicht, wenn man gezeigt bekommt, was man wie zu machen hat. Solche Hilfsarbeiten sollten grundsätzlich von jedem geleistet werden. Der Vorteil ist: wenn wirklich jeder sich daran beteiligt reduziert sich die Arbeitszeit für jeden auf ein erträgliches Maß.

Wer selbst das nicht bringen will, soll eben einfach mal hungern. Das bekehrt auch den faulsten  Faulpelz oder erlöst die Gesellschaft von ihm.

Wer jedoch nach höherem strebt, kann ja eine Ausbildung zur Fachkraft machen und dann auch mit seiner Arbeit Geld verdienen, wodurch er sich eben mehr Luxus leisten kann als die breite Masse. Die schwierigen Berufe befreien ab einem gewissen Bedarf auch von der Grundbedarf-Mitwirkungspflicht. Ein Arzt wird also nicht zum Erntehelfer "degradiert"... Er hat genug zu tun mit seinem Job, so daß die anderen ihn locker mit durchfüttern können. Aber er darf sich natürlich an der ernte beteiligen, wenn ihm langweilig ist. ;)

Die Bereitschaft, eine Ausbildung zu machen, wird nur in der Anfangszeit nicht so recht vorhanden sein. Die Menschheit braucht sicher  'ne Weile, das alte System hinter sich zu lassen. Es gibt aber immer Menschen, die gerne arbeiten. Heutzutage machen die ja meist ehrenamtliche Tätigkeiten. ;)

Das Grundeinkommen finanziert sich auf diese Weise also völlig geldfrei durch die reine Arbeitskraft der Menschen. Lebenslang.

Renten oder Arbeitslosengeld braucht man dann nicht mehr. Höchstens einen einfachen Sozialausgleich für diejenigen, die garnichts mehr leisten können. Zu alte und/oder zu kranke Menschen also.

Und den "finanziert" man als noch aktives Mitglied der Gesellschaft locker einfach mal durch "eine halbe Ernteration" mehr als nur das, was man selber benötigt. Freiwillige Mehrleistung nenne ich das.

warehouse14

Antwort
von Schnurri08, 62

Der Generationenvertrag wird nicht mehr aufgehen. Das liegt an der Entwicklung der Bevölkerung (mehr alte, weniger Kinder etc.).

Es wird vielleicht dazu kommen das der Renteneintritt erhöht wird, das heißt aber auch das wir mehr altersgerechte Arbeitsplätze brauchen. Andersweitig könnte man auch eine Einheitsrente einführen (für alle der gleiche Rentenbetrag).

Der Staat muss vielleicht weitere Anreize für junge Menschen schaffen Familien zu gründen, damit die Geburtenrate steigt.

Weiterhin sollte es gelingen Einwanderer schneller in die Arbeitswelt zu integrieren. Auch die Bekämpfung der Arbeitslosigkeit und eine Einschränkung von Hartz 4 ist möglich.

Aber auch all das würde den Bevölkerungsrückgang nur schwächen, aber nicht aufheben.

Weiteres hier: http://www.bpb.de/politik/innenpolitik/demografischer-wandel/75997/soziale-auswi...

Antwort
von Andretta, 59

Indem man z.B. das System neu denkt, Einkommen ein Stück weit von Arbeit entkoppelt und ein bedingungsloses Grundeinkommen einführt.

Geld ist mehr als genug da, momentan ist es nur ein bisschen blöd verteilt.

Und wenn man das System schon neu denkt, könnte man sich auch gleich überlegen, wie man die von uns allen geschaffene Wertschöpfung wirklich gerecht verteilt.

Bestimmt jedenfalls nicht durch einen Mindestlohn von gerade mal 8,50 €, der noch nicht einmal ausreicht, eine grundständige Rente zu erlangen.

Kommentar von Indamouth ,

Doch wer bezahlt das Grundeinkommen? 

Bei 67 mio. Menschen über 20 und 1500€, von denen sagen wir mal 300 € versteuert werden, bleiben also 1200€, kostet es 968 Mrd.€ im Jahr.

Das über steigt sogar den gesamten Staatshaushalt.

Kommentar von Andretta ,

Umverteilung durch Umbau des Systems. Gerechtere Partizipation der Reichen und Superreichen an der zu tragenden Steuerlast. Besteuerung von Finanztransaktionen. Regulieren der Finanzmärkte. Gegensteuern bei dem Auseinanderklaffen der Einkommenschere. Es gibt der Instrumente viele.

Du kannst viele schlaue Ansätze in etlichen Büchern zum Thema nachlesen.

Kommentar von Unsinkable2 ,

bedingungsloses Grundeinkommen

BGE erhöhen die Abhängigkeit von Politik und Wirtschaft.

Schaue dir doch nur Hartz IV an! Erst jüngst hat man es erhöht. Um ganze 5 Euro. Nach über zwei Jahren, in denen die Inflation diese Erhöhung längst aufgefressen hat. Sie verfehlte also die NOTWENDIGE Untergrenze.

Oder schaue dir den Mindestlohn an! Jeder weiß, dass heute 10,50 Euro benötigt würden, um zu verhindern, dass Niedriglöhner in die Altersarmut rutschen. Trotzdem stieg der Mindestlohn nach zäher Debatte von 8,50 auf 8,84 Euro, also um sagenhafte 34 Cent pro Stunde, verfehlte also die NOTWENDIGE Untergrenze weit.

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Auch ein BGE müsste auf dem gleichen politischem Wege und im Diskurs mit der Wirtschaft beschlossen werden. Nicht nur die Einführung (das wäre relativ leicht). Sondern die Durchsetzung auf einem "unabhängigen Niveau".

Schon 1, 2, spätestens aber 3 Jahre nach der Einführung würde das BGE zur gleichen Falle werden: Hochgradige Abhängigkeit gerade jener, denen eigentlich mit dem BGE geholfen werden soll: die untersten Schichten und die lohnabhängig Beschäftigten, für die das BGE ein "nennenswertes Zubrot" wäre.

Doch mehr noch: Da ein BGE auch Einfluss auf die Lohnentwicklung der Erwerbstätigen hätte, würde hier die "wirtschafts-politische Kandare" bis in die Mittelschicht reichen: Statt Unabhängigkeit bekommt auch sie die Zügel der politisch-wirtschaftlichen Klüngel direkt zu spüren...

Antwort
von voayager, 61

Das Bismarcksche Modell der paritätischen Einzahlung funktioniert in Krisenzeiten nicht. Erst recht funktioniert er nicht, wenn die Beitragsbemessungsgrenze nicht maßgeblich angehoben wird und zudem Privatvwersicherungen existieren, ein Teil der Bevölkerung wie Beamte und Selbständige nicht in die Sozialkassen einzahlen. Entweder wird da reformiert, oder es wird das angelsächsisch-skandinavische Modell übernommen. Bwei diesem erfolgt die Finanzierung über die Steuern.

Kommentar von turnmami ,

Was sollen jetzt Beamte und Selbständige ändern? Es zahlen zwar mehr ein, aber es gibt auch mehr Empfänger. Das ist doch ein Nullsummenspiel.

Genauso die Aufhebung der BBG. Das bringt kurzfristig mehr Beiträge, dafür aber später dann viel höhere Rentenbeträge. So kann man das System bestimmt nicht reformieren.

Kommentar von voayager ,

Falsch, wer einzahlt nimmt deshalb noch lang nicht groß Leistungen in Anspruch.

Bei der Renteneinzahlung ähnlich, etliche Menschen werden im Rentenalter eben nicht steinalt.

Antwort
von luibrand, 13

Die Frage war nach dem (gesamten) Sozialsystem gerichtet, nicht explizit auf das Rentensystem. Zu Lennister: http://www.lehrerverband.de/aktuell_Dossier_Bertelsmannstudien_Dez_12.htmll

Antwort
von MehrPSproLiter, 55

Mit Flüchtlingen! Sie füllen die Lücken auf, die durch die schrumpfende Bevölkerung entstanden sind!

Kommentar von Indamouth ,

Aber reicht die Anzahl an Flüchtlingen denn überhaupt aus?

Kommentar von MehrPSproLiter ,

Sie reicht nicht unbedingt komplett, reduziert die Probleme aber deutlich :)

Kommentar von Indamouth ,

Guter Einwand!

Kommentar von Indamouth ,

Doch was ist wenn die Flüchtlinge, die jetzt kommen in Rente gehen?

Kommentar von BTyker99 ,

Hallo Indamouth, ich möchte darauf hinweisen, dass MehrSProLiter das eher ironisch gemeint haben düfte. Jeder "Flüchtling" kostet Deutschland schon heute mindestens 10.000 Euro pro Jahr, und sie werden zum großen Teil auch nie in das Sozialsystem einzahlen, da sie zum großen Teil ungebildet, viele auch Analphabeten sind. Selbst was die jungen Flüchtlinge angeht hat sich mitlerweile herausgestellt, dass weit mehr als die Hälfte begonnene Ausbildungen schnell wieder abbricht. Da solltest du dir keine großen Hoffnungen machen ;-)

PS: Oder meint ihr das beide ironisch?! Jetzt bin ich irgendwie verwirrt :-D

Kommentar von MehrPSproLiter ,

wenn heute wenige arbeiten, wird es auch wenige Rentner geben. Arbeiten so viele, wie auch vor 40 Jahren, bleibt auch die Zahl der Rentner konstant. So müssen etwa gleich viele Rentner versorgt werden. Und wer sagt, dass die Flüchtlinge nicht wieder in ihr Land zurück wollen, wenn sie können?

Kommentar von MehrPSproLiter ,

Nein, ich meine das Ernst! Klar, es gibt Analphabeten, aber das sind nicht alle!

Kommentar von luibrand ,

Klar gibt es Analphabeten unter den Migranten, aber es werden schon Menschen als Analphabeten bezeichnet, wenn sie zwar lesen und schreiben können, aber nicht unser Schriftsystem kennen, das in Europa geläufig ist. Desweiteren schaffen es die Ärmsten der Armen aus den bekannten Exodus-Ländern garnicht nach Europa. Die Mehrheit der Migranten verfügt über einen relativ hohen Bildungsstand, der aber in den meisten EU-Staaten nicht adäquat anerkannt wird.

Kommentar von MehrPSproLiter ,

ganz genau

Antwort
von BTyker99, 42

Es wird darüber nachgedacht, dass auch (Industrie-)Roboter in die Kassen einzahlen sollen, da sie möglicherweise viele Jobs übernehmen werden. Vor allem, falls es irgendwann mal eine künstliche Intelligenz geben sollte könnte ich mir vorstellen, dass fast keine menschlichen Arbeitskräfte mehr gebraucht werden würden, dann wäre eine solche Abgabe dringend nötig.

Kurzfristiger gedacht müsste man die Grenzen schließen und die illegalen Einwanderer nach Hause schicken, da diese überproportional viel aus den Sozial-Kassen schöpfen. Aber der Zug ist vermutlich abgefahren, daher denke ich nicht, dass das Sozialsystem aufrechterhalten werden wird und wir innerhalb von 1-2 Jahrzehnten ein System wie in den USA oder in Afrika haben werden.

Kommentar von Lennister ,

Kurzfristiger gedacht müsste man die Grenzen schließen und die illegalen
Einwanderer nach Hause schicken, da diese überproportional viel aus den
Sozial-Kassen schöpfen

Diese Maßnahme würde praktisch nichts bringen. Schau dir einfach mal an, worauf sich die Sozialausgaben- 2015 888,2 Milliarden Euro-verteilen. Die mit Abstand größten Posten sind die Rentenversicherung(282,4 Milliarden) und die Krankenversicherung(211,9 Milliarden).

Aus beiden werden Nichtmigranten stark überproportional bedient. Die Kosten für Flüchtlinge sind im Vergleich zu den Kosten für Alte und Kranke minimal: 94 Milliarden bis 2020, d.h. 23,5 bzw. 18,8 Milliarden pro Jahr. Das ist ziemlich wenig.

Und was andere Einwanderer angeht: Von diesen profitiert der Sozialstaat netto sogar. Hat er gar nicht allzu langer Zeit die Bertelsmann-Stiftung vorgerechnet.

Kommentar von BTyker99 ,

Wenn die Bertelsmann-Stiftung das sagt, muss es ja stimmen. Nein im Ernst, das erkenne ich nicht als seriöse Quelle an. Bei den Kosten für "Flüchtlinge" sind auch bestimmt nicht alle tatsächliche entstehenden Kosten mit eingerechnet. Mir fällt z.B. spontan ein, dass bei uns in der Stadt etliche Ehrenamtler und Spender die "Flüchtlinge" unterstützen, deren Arbeitskraft gesamtgesellschaftlich dann an anderer Stelle fehlt und meiner Meinung nach eingerechnet werden sollte. Auch die erhöhten Sicherheitskosten, die z.T auch privat getragen werden und somit nicht in der Statistik auftauchen, z.B. für Pfeffersprays, Waffenscheine...

Was ist mit den Wertminderungen von Gebäuden, die mitlerweile neben Flüchtlingswohnheimen stehen; mit den Umzugskosten, die Mieter zahlen, um vor den Flüchtlingszentren zu "fliehen", oder die verringerten Steuereinnahmen, aufgrund von wegen den "Flüchtlingen" ausgewanderten, teuer ausgebildeten Deutschen?

Kommentar von Lennister ,

Nein im Ernst, das erkenne ich nicht als seriöse Quelle an

Dann braucht man dich nicht ernst zu nehmen.

Bei den Kosten für "Flüchtlinge" sind auch bestimmt nicht alle tatsächliche entstehenden Kosten mit eingerechnet

Die Stiftung bezieht sich explizit nicht auf Flüchtlinge, sondern auf reguläre Zuwanderer. Und in die 94 Milliarden sind alle Kosten eingerechnet, die dem Staat aufgrund der Flüchtlinge entstehen.

Mir fällt z.B. spontan ein, dass bei uns in der Stadt etliche Ehrenamtler und Spender die "Flüchtlinge" unterstützen, deren Arbeitskraft gesamtgesellschaftlich dann an anderer Stelle fehlt und meiner Meinung nach eingerechnet werden sollte

Erstens kann man das schwer berechnen, und zweitens entstehen diese Kosten nicht aufgrund der Flüchtlinge, sondern, weil es tatsächlich Menschen gibt, die über Moral verfügen und Flüchtlingen helfen.

Auch die erhöhten Sicherheitskosten, die z.T auch privat getragen werden und somit nicht in der Statistik auftauchen, z.B. für Pfeffersprays, Waffenscheine...

Sind nicht den Flüchtlingen anzurechnen, sondern in erster Linie den Hetzern. Wenn diese den Leuten nicht Angst gemacht hätten, gäbe es kaum erhöhte Sicherheitskosten. Und die Parolen dieser Leute sind mittlerweile auch widerlegt worden; z.B. eine Untersuchung des BKA hat ergeben, dass Flüchtlinge nicht krimineller als die Restbevölkerung sind.

Was ist mit den Wertminderungen von Gebäuden, die mitlerweile neben Flüchtlingswohnheimen stehen; mit den Umzugskosten, die Mieter zahlen, um vor den Flüchtlingszentren zu "fliehen

Erstens sind auch das keine Kosten, die der Staat zu tragen hat, und zweitens ist auch hier die Schuld den Hetzern zu geben.

oder die verringerten Steuereinnahmen, aufgrund von wegen den "Flüchtlingen" ausgewanderten, teuer ausgebildeten Deutschen?

Erstens ist das die Schuld der Hetzer, und zweitens sind von Ressentiments gegen Flüchtlinge vor allem die Ungebildeten und Dummen betroffen. D.h. die entgangenen Steuereinnahmen dürften überschaubar sein. 

Kommentar von BTyker99 ,

Die Kosten, die der Staat auf die Schultern der Bevölkerung verteilt, sind für mich genauso relevant, wie die, die direkt von den Steuergeldern finanziert werden. Dass "Flüchtlinge" nicht krimineller sind, kannst du gerne den Opfern vom Kölner Hauptbahnhof erzählen, aber nicht mir. Der Zug ist abgefahren.

Zum letzten Punkt: Ich bin mir fast sicher, dass sich die ungebildeten es sich nicht leisten können, auszuwandern, weil andere Länder strenge Vorschriften haben, wen sie reinlassen. Dazu braucht man entweder eine sehr gute Bildung, oder große finanzielle Mittel. In meinem Bekanntenkreis denken vor allem diejenigen darüber nach, die fest auf der Karriereleiter stehen.

In Bezug zur Bertelsmann-Stiftung hoffe ich, dass du dich bisher nicht darüber informiert hast. Anderfalls könnte ich das Eingangs-Kompliment zurückgeben.

https://de.wikipedia.org/wiki/Bertelsmann_Stiftung#Kritik

https://lobbypedia.de/wiki/Bertelsmann_Stiftung

Kommentar von Lennister ,

Dass "Flüchtlinge" nicht krimineller sind, kannst du gerne den Opfern vom Kölner Hauptbahnhof erzählen, aber nicht mir. Der Zug ist abgefahren.

http://www.zeit.de/gesellschaft/zeitgeschehen/2016-06/bundeskriminalamt-statisti...

Tja. Jetzt hast du genau zwei Möglichkeiten: Entweder du gibst zu, dass ich Recht hatte und du nicht. Dann bist du ein vernünftiger aufgeklärter Mensch.

Oder du beharrst weiter auf deiner widerlegten Position. Dann bist du ein für rationale Argumente unzugänglicher Aluhutträger.

Ich bin mir fast sicher, dass sich die ungebildeten es sich nicht leisten können, auszuwandern, weil andere Länder strenge Vorschriften haben, wen sie reinlassen

Auch da wäre es nützlich, wenn du dich mal informieren würdest: Hauptziel dieser Auswanderer ist Ungarn, ein EU-Land.

In meinem Bekanntenkreis denken vor allem diejenigen darüber nach, die fest auf der Karriereleiter stehen.

Zwar hochgradig unwahrscheinlich, da Ressentiments gegen Flüchtlinge vor allem bei Geringqualifzierten und Abgehängten verbreitet sind, aber dass du es mit Dingen wie "Wahrheit" oder "Fakten" nicht so genau nimmst, beweist du ja laufend.

In Bezug zur Bertelsmann-Stiftung hoffe ich, dass du dich bisher nicht darüber informiert hast

Doch, im Gegensatz zu dir schon. Deshalb weiß ich auch, dass das, was du-wohl ungelesen- als Kritik verlinkt hast, praktisch ausschließlich Ad-Hominem-Argumente sind. Sprich: Sie sagen nichts über die Korrektheit der Studien aus. 

Kommentar von BTyker99 ,

Diese Art von Statistik wird sicherlich von "ausländerspezifischen Delikten" bereinigt und anschließend wegen der unterschiedlichen strukturellen Zusammensetzung der verglichenen Gruppen noch einmal korrigiert - und am Ende hat man das gewünschte Ergebnis als Zeit-Überschrift.

In der Polizei-Statistik finden sich einige Hinweise, auf die Art und Weise, wie man in der Regel solche Vergleiche optimiert:

https://www.polizei.bayern.de/content/6/4/9/pks\_pressebericht\_2015.pdf

Ein Fazit daraus lautet:

"Dennoch ist die Kriminalitätsbelastung der nichtdeutschen Bevölkerung deutlich höher als die der deutschen Bevölkerung." - also nachdem man die "ausländerspezifischen Delikte" (wie illegaler Grenzübertritt) herausgerechnet hat.



Ein Auswandern innerhalb der EU ist für mich kein echtes Auswandern, sondern eher mit einem Umzug innerhalb Deutschlands vergleichbar. Um nach Ungarn umzuziehen braucht man selbstverständlich keine besonderen Voraussetzungen. Die genannten Ressentiments beziehen sich im übrigen zum großen Teil auch gegen unsere Regierung und nicht nur gegen die "Flüchtlinge". Mir ist natürlich klar, dass ich in deren Situation auch versuchen würde, nach Deutschland zu kommen, unklar ist hingegen, wieso "wir" dagegen in Ohnmacht verfallen.

Der Begriff "Aluhutträger" ist heutzutage (spätestens seit Snowden) übrigens kein negativer mehr, daher bedanke ich mich dafür!



Antwort
von 1988Ritter, 78

Dies geht nur indem man den Generationenvertrag strickt einhält.

Dabei muss unbedingt beachtet werden, dass Nebenleistungen, oder gar konstruierte Leistungen nicht den jeweiligen Töpfen angelastet werden.

Informiere Dich hierzu unter dem Stichwort "Fremdleistungen".

Zudem muss beachtet werden, dass lediglich Beitragszahler auch Versicherungsansprüche geniessen können. Menschen die keine Beiträge gezahlt haben, sind dann ein Fall für die Sozialkassen. Dies betrifft unter anderem besonders die Krankenkassen.

Kommentar von Indamouth ,

Wobei die Fremdleistungen bei der Rentenversicherung doch letztendlich auch an den Bürger ausbezahlt werden, welcher sich im Besonderen Maße an der Gesellschaft beteligt haben, ohne dabei viel Geld zu erwirschaften. So beispielsweise die Rente nach Mindesteinkommen, welche Frauen finanziert, die Kinder großgezogen, den Haushalt geführt haben und so nicht arbeiten konnen.  Des Weiteren werden ja auch Leute Subventioniert die 45 Jahre lang eingezahlt, oder einen Ehegatten verloren haben.

Außerdem: wie willst die den Generationen Vertrag in betracht auf den demografischen Wandel aufrechterhalten, wenn auf einmal nur 1,5 anstatt 3-4 Zahler auf einen Rentner kommen?

Antwort
von marylinjackson, 28

Solange es Beamte und Pensionäre gibt, solange wird es Rentenbezieher aus dem gleichen deutschen Sozialsystem geben. Keine Sorge!

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