strick4a am 23.05.2008 um 23:14 Uhr
Ist dieser Begriff in seiner ursprünglichen Form noch aktuell in der heutigen wirtschaftlich/sozialen Situation...?

In seiner ursprünglichen Form sicher, ja.
Was heute los ist, nein, nicht ganz. Sicher, es muss keiner verhungern, wenn er weiß, wo er Essen bekommt (Kinder leiden am meisten).
Andererseits gibt es leider immernoch zu viele Menschen, die den Sozialstaat ausnutzen, darunter müssen Andere leiden.
Solange Deutschland schreit: "Kommt alle her, wir versorge euch." wird sich das auch nicht ändern.
Solange Schüler nicht wissen, dass sie für sich lernen und nicht für Andere, auch nicht.
Solange junge Menschen keine Ausbildung finden, weil sie zu faul waren das 1x1 zu lernen, auch nicht.
Solange ich mir anhören muss, auf meine Frage, was willst Du denn mal werden:" Schwanger oder Hartz4-Empfänger." auch nicht.
Solange wir unmotivierte Lehrer haben, die in den Schulen nur ihre Zeit absitzen, auch nicht.
Ich bin ich, ich will leben, ich will auch Spaß haben aber den gibt es nicht umsonst. Solange das nicht in unsere Köpfe geht (von nichts kommt nichts), geht es auch nicht weiter aufwärts.
Die Regierung haben wir gewählt, es heißt:" Im Namen des Volkes." Aber wo spricht das Volk? Solange wir uns auf unserer SAT1-Couch wohlfühlen und das abendliche Bier genießen, geht es und doch gut, oder?
Bevor ich mich jetzt reinrede. LG schurke
wenn es nicht so wäre, dann sähe es aber bei weitem anders aus...
wo würden denn die leben, die jetzt ihre wohnung vom staat bezahlt bekommen und ihren regelsatz?
es gibt immer noch ein gesundheitssystem, kinergeld und betreuung der alten.
die qualität im ganzen mag etwas nachgelassen haben, aber immer noch gibt es diese grundversorgung, die in anderen ländern nicht so gestaltet ist.
schurke am 23. Mai 2008 23:59 Du sagst es Ixi. DH

Wir sind wieder an der ursprünglichen Form des Sozialstaates angelangt: Das blanke Überleben ist sichergestellt. Aber vieles, das darüber hinausgeht, gibt es nicht mehr. Das war der Sozialstaat in seiner weiterentwickelten Form.
Die ursprüngliche Form ist also sehr aktuell.
In Deutschland gibt es noch einen Sozialstaat, auch wenn er in der letzten Zeit insgesamt gesehen eher abgebaut worden ist. Eine gewisse Grundsicherung ist vorhanden, ein Vergleich mit einigen anderen Staaten mit anderen Lebensverhältnissen kann dies deutlich machen.
Das Prinzip ist auch in einer etwas unbestimmten Art im Grundgesetz verankert (Artikel 20): "Die Bundesrepublik Deutschland ist ein demokratischer und sozialer Bundesstaat." Darin steckt ein ideeller Anspruch, auf den sich Menschen berufen können.
Über den Sozialstaat (Krise? Um- oder Abbau? Stärkung durch Schaffung neuer Grundlagen?) gibt es Diskussionen. Auch wenn sich eine Sache in keinem guten Zustand befindet, kann der Begriff durchaus aktuell sein.
strick4a am 23. Mai 2008 23:52 Der ideelle Anspruch als solcher ist nicht festgelegt, es besteht ein realer Anspruch, und dieser ist sehr aktuell....
Der Staat hat damit ein Prinzip aufgestellt und an dieser Idee kann seine Wirklichkeit gemessen werden. Reale Ansprüche (rechtliche und/oder moralische) haben Menschen.

Nur bedingt. Die Ausgaben übersteigen die Einnahmen.
Die Bedürftigkeit, und die Selbstverständlichkeit sich vom Staat unterstützen zu lassen, wachsen.
strick4a am 23. Mai 2008 23:35 ..den Begriff "Selbstverständlichkeit" betrachte ich bei 5 Millionen Selbstverständlicher als Absurd, und das die Ausgaben die Einnahmen übersteigen, ist meines Erachtens ein Armutszeugnis für die selbst ernannten Verwalter unserer Finanzen.....
Shira am 23. Mai 2008 23:40 Traurig aber wahr!

...wir trotz allem noch eine Grundabsicherung für unsere Bürger gewährleisten können.
strick4a am 23. Mai 2008 23:47 das ist Richtig, mit bitterem Beigeschmack.....

Auch wenn es dem Einzelnen nicht hilft und Viele es nicht wissen wollen, im Vergleich zu vielen anderen Ländern geht es uns relativ gut.
mischok am 23. Mai 2008 23:45 sogar sehr gut, die leute sind nur unglücklich weil sie sich mit reicheren vergleichen die ein auto oder ein haus haben, wenn mans selbst nicht hat, fühlt man sich arm.. und jeder klagt über die steuern! hey leute, ihr seit alle versichert und ihr habt dach und essen.... die meisten haben sogar arbeit!!! unser lebensstandart ist sehr hoch!!

auch wenn es vielen Menschen schlecht geht, werden sie doch immer noch von einem großen, sozialen Netz aufgefangen und getragen. Sieh dich mal in anderen europäischen und vor allem außereuropäischen Ländern um
strick4a am 23. Mai 2008 23:25 hmmm, ja, es wird hier wohl keiner verhungern....

Mir scheint es allerdings mittlerweile zwei Sozialstaaten nebeneinander zu geben: Die "Armen", die nur im Miteinander noch einigermassen leben können, und die "Reichen", die sich bewusst von den "Armen" abzugrenzen versuchen.
strick4a am 25. Mai 2008 00:26 "kurz", aber sehr treffend.......DH...

Hm, im Vergleich zu anderen geht es uns noch gut, weil.... Im Vergleich zu wieder anderen geht es uns schlecht, weil.... Egal, mit wem oder was wir uns vergleichen, egal, wie wir uns benennen, wir müssen durch... Und das geht nur dann in positiver Weise, wenn jeder einzelne für sich Verantwortung übernimmt.

So|zi|al|staat [m. 12] demokratischer Staat, der das Ziel einer sozial gerecht gestalteten Gesellschaft durch zahlreiche sozialpolitische Maßnahmen zu erreichen sucht
(Bertelsmann Online-Wörterbuch)
Kinder- und Altersarmut, Bildungsnotstand, Zusammenbruch des Gesundheitssystems, falsche Infrastrukturmassnahmen (Bsp. ÖPNV) usw. sind das Ergebnis von
"Mobilität, Flexibilität, Anpassungsfähigkeit: Jahrelang haben Wirtschaftsinstitute und Wirtschaftspolitiker dies als Rezept für die neue Arbeitsgesellschaft gepredigt. Man hat so getan, als sei ein Mensch, der keine Arbeit hat und keine kriegt, nicht ausreichend mobil, flexibel und anpassungsfähig. Die globalisierte Gesellschaft verlange eben, so heißt es, den Menschen, der über seine Grenzen hinauswächst." (Heribert Prantl | SZ)
strick4a am 23. Mai 2008 23:59 Du hast es perfekt geschildert, das Resultat ist traurig....

siehe antwort "Eastside" bin ganz deiner meinung...

Welche Worte aus der Steinzeit gebrauchst Du noch? Sozialstaat und Demokratie sind doch inzwischen Fremdworte geworden, mit denen sonst nur noch Politiker um sich schmeißen.
strick4a am 23. Mai 2008 23:24 ...leider bin ich Deiner Meinung...

Weil viele soziale Leistungen nur noch Alibistatus haben. Vieles muss man eh schon selbst zahlen und es wird ständig mehr! Und dazu kommen noch die Beiträge für den "Sozialstaat"! Zunehmend wird es unsozial!
strick4a am 25. Mai 2008 00:28 Hmmmm..., Du scheinst da was erkannt zu haben.....
DH.....

Vom Grundgedanken schon, aber von der Umsetzung her, ist mehr als einiges im Argen.

Weil wir immer noch mehr soziale Errungenschaften in unserem Land als sonstwo auf der Erde.
Man kann die Länder zählen, in denen es eine gesetzliche Altersvorsorge und ein Gesundheitssystem gibt.
Wir haben 6 Wochen Lohnfortzahlung, Krankengeld, Kindergeld, Elterngeld, Schulgeldfreiheit, BaFög, ALG 1, ALG 2, Grundsicherung, Zulagen zur Altersvorsorge (Riester , Rürup, betriebliche Altersvorsorge), Sparbeiträge bei den vermögenswirksamen Leistungen, verminderte Steuersätze bei Eltern mit Kindern, Frauenhäuser, Methadonsubstitution, Drogenberatung, Wohngeld.
Das kostet alles sehr viel Geld. Das nicht alles so läuft, wie wir es manchmal wollen, wird es nie geben. Wir leben nicht alleine auf dieser Erde. Auch andere Länder wollen Leben und Wohlstand. Wir müssen uns mit ihnen messen. Globalisierung ist dabei ein Thema.
Wir können in Deutschland noch sehr zufrieden sein mit dem wie es uns hier geht. Ich kenne sehr viele Länder dort würden sich die Menschen wünschen in Deutschland leben zu dürfen.
strick4a am 24. Mai 2008 01:32 Lieber Edgar, der globale Aspekt ist bezüglich meiner Frage nicht relevant, obwohl dieser natürlich auch wichtig ist, aber im Vordergrund stehen die Verhältnisse in unserem Staat. Jeder steuerzahlende Bürger steht in einem Vertragsverhältnis, welches aber nach Bedarf einseitig geändert werden kann, was in juristischem Sinne völlig Absurd ist......
Die "Zufriedenheit" in Deutschland betrifft doch wohl nur die dünne Schicht der "Besserverdienenden", der Rest, der laut Statistik unter Armut fällt, finanziert überwiegend den Lebensstandart der oberen Schicht......
Niklaus am 24. Mai 2008 11:54 Wir können doch nicht die Augen verschließen und meinen wir könnten in Deutschland eine Insel der Glückseligkeit bauen, während um uns herum, die Globalisierung tobt. Das ist ein sehr enge Betrachtungsweise.
Außerdem ändert das nichts an meiner Grundaussage, dass es uns hier in Deutschland immer noch sehr gut geht. Nur sind wir weltweit die einzigen mit der Gabe der Jammerei. Dabei jammern wir auf hohem Niveau. Ich will nicht abstreiten, dass es in Deutschland Menschen gibt , denen es nicht so gut geht. Menschen die arm sind und jeden Euro zweimal rum drehen müssen bevor sie in ausgeben. Das wird es immer geben. Die Gründe warum das so ist, sind sehr vielschichtig. Aber ich behaupte trotzdem, dass es uns hier immer noch sehr gut geht.
Wo kommen den die hohen Zulassungszahlen bei den Autos her, wieso ist Deutschland immer noch Urlaubsweltmeister, wieso sind die Autobahnen jedes Wochenende ein einziger Stau und das trotz der hohen Treibstoffkosten.
Deutschland ein Jammerland.
strick4a am 25. Mai 2008 00:25 Lieber Edgar, ich gebe Dir Recht im Ansatz Deiner Aussage, aber die Statistik ist damit nicht so einverstanden.....die Zahl von fast 5 Millionen Arbeitslosen und der Überschuldung jedes 3. Haushaltes lassen eine andere Meinung zu....
LG....strick
Niklaus am 25. Mai 2008 17:16 Du glaubst einer Statistik. Dann musst du doch wissen, das diese nie stimmt. Das geht schon mit dem statistischen Warenkorb los. Ich habe einen anderen Warenkorb als du - oder. Die Verschuldung ist auch keine verlässliche Zahl. Es betrifft auch viele junge Menschen, die mit ihrem Geld nicht umgehen können. die ständig telefonieren und sich dann über die Handyrechnung beschweren. Oder die die jedes zweite Jahr ein neues Auto brauchen oder die, die sich ein Eigenheim kaufen ohne genügend Eigenkapital und Geld für die Erwerbssicherung zu haben. Solche Beispiele könnte ich dir noch in großer Zahl aufzeigen. Sicherlich gibt es viel arme Menschen in Deutschland. Ein großer Teil ist aber auch zum Teil selbst schuld und trotzdem werden sie genau wie die Schuldlosen von unserem Sozialsystem aufgefangen.
Regiert sein heisst unter polizeilicher Überwachung stehen, inspiziert, spioniert, dirigiert, mit Gesetzen überschüttet, reglementiert, eingepfercht, belehrt, bepredigt, kontrolliert, eingeschätzt, abgeschätzt, zensiert, kommandiert zu werden durch Leute, die weder das Recht, noch das Wissen, noch die Tugend dazu haben…Regiert sein heisst, bei jeder Handlung, bei jedem Geschäft, bei jeder Bewegung versteuert, patentiert, notiert, registriert, erfasst, taxiert, gestempelt, vermessen, bewertet, lizenziert, autorisiert, befürwortet, ermahnt, behindert, reformiert, ausgerichtet, bestraft zu werden. Es heisst, unter dem Vorwand der öffentlichen Nützlichkeit und im Namen des Allgemeininteresses ausgenutzt, verwaltet, geprellt, ausgebeutet, monopolisiert, hintergangen, ausgepresst, getäuscht, bestohlen zu werden; schliesslich bei dem geringsten Widerstand, beim ersten Wort der Klage unterdrückt, bestraft, heruntergemacht, beleidigt, verfolgt, misshandelt, zu Boden geschlagen, entwaffnet, geknebelt, eingesperrt, füsiliert, beschossen, verurteilt, verdammt, deportiert, geopfert, verkauft, verraten und obendrein verhöhnt, gehänselt, beschimpft und entehrt zu werden. Das ist die Regierung, das ist ihre Gerechtigkeit, das ist ihre Moral........ DAS SAGT ALLES und dieser Spruch stammt von 1899.
strick4a am 23. Mai 2008 23:55 ...ich bin Sprachlos.....
das war ich auch, als ich diesen artikel fand. wahrhaftig zutreffend.
wenn man sich die lebensituation anguckt dann wird man festellen, dass einige zu wenig zum leben habe n. auch aus sichten der wirtschaft. die lebensmittel preise sind so gestiegen, dass nahrung bald zum luxus wird.
strick4a am 23. Mai 2008 23:43 ...DH...

der staat ist total pleite und wir kleinen leute leiden darunter

dieser Staat immer unsozialer wird.
Kinderarmut in einem sooo reichem Staat nicht sozial ist. Die Liste ist unerträglich lang. L.G.
strick4a am 23. Mai 2008 23:26 ...das war der Anlaß meiner Frage.....
weil es unsere Eltern so gewollt haben!
red ruhig weiter, du hast nämlich absolut recht! DH
Ja aber Schurke, es reicht doch, wenn mein Abend versaut ist.......DH