Sozialhilfe Wohngeld Unterhalt!?

... komplette Frage anzeigen

5 Antworten

Wenn ihr dem Grunde nach Anspruch auf Bafög - ( Freundin ) und BAB - ( du ) habt,dann besteht kein Anspruch auf Wohngeld !

Deine Freundin muss ihren Unterhaltsanspruch dann bei ihren Eltern selber geltend machen ( ab 18 ),ihr steht dann zumindest erst mal ihr Kindergeld zu,solange sie in Ausbildung / Studium ist und noch keine 25.

Sie hätte als Azubi / Student in eigener Wohnung / WG - laut Düsseldorfer Tabelle einen Unterhaltsanspruch von 670 € pro Monat.

Davon würde das volle Kindergeld von 188 € abgezogen und wenn sie noch zusätzlich 450 € im Monat verdient,dann können die Eltern einen Teil auf den Unterhaltsanspruch anrechnen.

Da sie als Studentin keiner Erwerbstätigkeit nachgehen muss,kann sie erst mal eine Pauschale von 60 € - 90 € für Aufwendungen abziehen,die ihr durch die Beschäftigung ( wie Fahrgeld ) entstehen könnten und vom Rest bleiben noch mal 50 % ohne Anrechnung,die anderen 50 % können die Eltern dann abziehen.

Sie sollte aber auf jeden Fall einen Antrag auf Bafög - stellen,auch wenn dieser dann ggf.abgelehnt würde,aber dann müssen die Eltern Angaben über ihr Einkommen machen und sie wird dann auf der Ablehnung sehen was sie zahlen müssten und davon dann das Kindergeld und das anrechenbare Einkommen abgezogen,dann hat sie einen Anhaltspunkt was sie von den Eltern ggf.noch fordern kann.

Du solltest dann auch einen Antrag auf BAB - stellen,wenn du noch keine abgeschlossene Ausbildung hast,wenn doch,dann stelle trotzdem einen,damit du dann auch eine Ablehnung bekommst.

Bei 920 € Bruttoeinkommen hast du ca. 730 € Netto und damit liegst du unter deinem Selbstbehalt ( 1080 € Netto ) und müsstest gar keinen Unterhalt zahlen,weil du nicht leistungsfähig bist,es sei denn es besteht ein Titel oder der Betrag wurde bei einem Notar festgelegt.

Aber wenn du diesen dann so zusagen freiwillig zahlst,wird da auch nichts berücksichtigt werden können,selbst wenn ein Leistungsanspruch bestehen würde,was aber in der Regel für Azubis / Studenten nach § 7 Abs. 5 SGB - ll ausgeschlossen ist,wenn nicht eine Ausnahme des § 7 Abs. 6 SGB - ll gelten würde.

Bei 485 € Warmmiete würde euch jeweils ein Kopfanteil der KDU - Kosten der Unterkunft und Heizung ( Warmmiete ) von 242,50 € zustehen und wenn ihr schon länger als 1 Jahr zusammen wohnt bzw.euch freiwillig wirtschaftlich wie finanziell unterstützen wollt,dann käme hier jeweils noch ein Regelsatz von derzeit 360 € dazu.

Somit würde dein Bedarf bei min.602,50 € liegen,könnte auch bei min.641,50 € liegen,wenn ihr noch kein Jahr zusammen wohnt und euch nicht freiwillig unterstützen wollt,denn dann dürfte das Einkommen nicht gegenseitig angerechnet werden,sondern nur auf den eigenen Bedarf,dann läge der Regelsatz bei derzeit 399 €.

Dann könnte auf dein Bruttoeinkommen von 920 € deine Freibeträge auf Erwerbseinkommen nach § 11 b SGB - ll theoretisch abgezogen werden,dass würden hier 264 €.

Diese würden dann wie gesagt theoretisch von deinen ca. 730 € Netto abgezogen und würden ein anrechenbares Einkommen von ca. 466 € ergeben,davon gingen dann angenommen deine 399 € Regelsatz ab,es blieben noch ca. 67 € für dein Kopfanteil der KDU - übrig,es würden dir also noch ca. 175,50 € als Mietzuschuss zu deinen ungedeckten KDU - als Aufstockung vom Jobcenter zustehen.

Dein Unterhalt und weitere Aufwendungen für diesen werden dann wohl keine Berücksichtigung finden,weil ich davon ausgehe das du gar nicht leistungsfähig bist und auch keinen Leistungsanspruch hast,außer ggf.diesen Mietzuschuss,der aber keine ALG - 2 Leistung ist.

Antwort bewerten Vielen Dank für Deine Bewertung
Kommentar von crafti2
03.11.2015, 19:55

Danke für diese ausführliche Antwort. 

Zum Thema Unterhalt , habe ich eine Urkunde über die Verpflichtung zum Unterhalt.  Ändert sich da was zum Thema Anspruch ?

Gibt es irgendeine Anlaufstelle wo wir uns mal Infos holen können ? Oder sollten wir einfach Anträge holen und es versuchen ?

LG crafti2

0

Wenn deine Freundin noch studiert und auch noch keine Berufsausbildung hat, sind die Eltern in der Pflicht. Wenn die Eltern nicht genug verdienen, steht deiner Freundin Bafög zu, sonst müssen die Eltern ihr Unterhalt zahlen.

Antwort bewerten Vielen Dank für Deine Bewertung

Auf Haushalte dessen Mitglieder ausschließlich aus Personen bestehen, die einen grundsätzlichen Anspruch auf Ausbildungsförderung (BAföG/BAB) haben, ist das Wohngeldgesetz nicht anzuwenden (siehe §20 Abs. 2 WoGG), d. h. ihr habt beide keinen Anspruch auf Wohngeld.

Antwort bewerten Vielen Dank für Deine Bewertung

Für beide Partner in einer Ausbildung gibt es die Möglichkeit im SGB II,

§ 27 Leistungen für Auszubildende zu beantragen beim Jobcenter.

Für alle anderen Sozialleistungen nach dem SGB II siehe die Ausschlusskriterien für Auszubildende in § 7 Absatz 5 und 6.

Vorrangig bei einer beruflichen Ausbildung wären aber Leistungen nach dem BAB, dem Berufsausbildungsgesetz, von der Agentur für Arbeit.

Vorrangig bei allen Ausbildungen, auch bei einer studentischen, sind in der Regel die Ansprüche auf Unterhalt - hier gegenüber den Elternteilen. Ein Argument wie "Ich mag nicht klagen gegen Mama und Papa" wird selten akzeptiert von deutschen Gerichten ;-).

Gruß aus Berlin, Gerd

Antwort bewerten Vielen Dank für Deine Bewertung

Wenn die Eltern Deiner Freundin zu viel verdienen, Deine Freundin somit kein BafÖG erhält sind die Eltern Deiner Freundin in der Pflicht sie zu unterstützen.

Das ist leider die einzige Möglichkeit um an zusätzliches Geld zu kommen.

Liebe Grüße

Antwort bewerten Vielen Dank für Deine Bewertung