Frage von Say9009, 26

Soziales Leben-komme nicht klar, was tun?

Abend,

1.Problem In der Schule hab ich Schwierigkeiten, denn ich kann mich nicht konzentrieren. Immer wieder drifte ich ab (was auch in meinen Grundschul Zeugnissen steht) und "vergnüge" mich in meinen Fantasiewelten. Es geht soweit, das ich auf einen Gegenstand (völlig abwesend) starre, und der sich plötzlich in was verwandelt. Das passierte letzte Woche, hab mich total erschrocken. Oft, wenn wir Filme schauen in denen man z.B. Auto fährt, hab ich plötzlich das Gefühl das alles 'schneller" wird und ich iwo total schnell runter Falle. Es fährt mir sogar richtig in den Bauch rein und ich muss die Augen schließen und weg schauen, dabei schlinge ich die Arme um mich. Beim reiten war das auch oft so, da hab ich mir ungewollt vorstellte, das das Pferd immer schneller und schneller wird - zu schnell. Das war sehr gefährlich, bin nämlich auch da zsm gezuckt als es mir in den Bauch gefahren ist.

Ich kann einfach nicht aufmerksam sein, verlege ständig Sachen - lege meinen Hausschuh ins Regal, anstatt mein Buch. Meine Eltern vermuteten immer das ich Autist bin. Ich weiß es nicht, kommt das vielleicht davon, das ich früher keine richtige Familie hatte und viel für mich allein war und stundenlang mit Figürchen gespielt hab. Da meine Mutter so gut wie nichts von mir wissen wollte und mein Vater nur Abends Zuhause war. So verbrachte ich auch viel Zeit mit meiner Oma, den ganzen Mittag bis mein Vater von der Arbeit kam. Deshalb hab ich mir schon von kleinauf eine eigene Traumwelt erschaffen, die mich von meiner (Stief+) Mutter wegbrachte.

2.Pro Bin seitdem eine ziemlich gleichgültige und emotionslose Einzelgängerin. Was ein Problem ist, im sozialen Leben/Alltag finde ich mich überhaupt nicht zurecht. Meide den Kontakt mit anderen, hasse Gefühle bzw. Wenn jemand so "Ich liebe dich" zu mir sagt-das kann ich gar nicht ab. Oder zugeben wenn ich mir sorgen um jemand mach, das widert mich an. Das Praktikum war daher der blanke Horror, da ich unheimliche Angst davor habe, Fehler zu machen und angeschnauzt zu werden. Das vertrage ich nicht, da würd ich am liebsten heulend zsmbrechen. (Ich wurde früher bei jedem kleinen Fehler von meiner mom geschlagen. Z.B. Zu laut geschluckt;Gabel fallen gelassen;wenn ich was nicht gleich verstanden hab usw. Dann in der Realschulzeit wurde ich bestraft von meiner Stiefmom bei schlechten Noten, kein Internet, Tv, Handy usw. Wurde meist in mein Zimmer isoliert- sie hasste mich einfach. Jetzt lebe ich seit 6 Monaten bei meiner Oma, da werde ich wenigstens gemocht und "ertragen") Und diese Sachen haben mich wohl geprägt, so sehr, das ich mit dem "Leben" hier nicht zurecht komme und keinen Rat weis.

Sollte ich zu einem Psychologen oder kann der mir auch nicht weiterhelfen? Ich komme mit andern Menschen echt nicht zurecht und bin viel lieber allein. Zudem lebe ich immer mehr in meiner Traumwelt, die jetzt sogar in die Realität übergreift, in dem ich mir Sachen einbilde, die gar nicht da sind. Bitte um Rat

Antwort
von Schlauchmayer, 21

Deine Probleme werden sich sicher nicht von heute auf morgen lösen lassen und du wirst dich auf einiges Neue einlassen müssen.

Der größte Teil der Lösung steckt in dem allgemeinen Rat, der da neudeutsch lautet:

"Leave your comfort zone"

Das heißt auf Deutsch: Lass das Vertraute, das dir nicht mehr gefällt, hinter dir und begib dich in neue, unbekannte, aber auch unsichere Gefilde.

Als ersten Schritt solltest du deine Gedanken unter Kontrolle bringen. Dazu brauchst du deine Fantasiewelten nicht verlassen, sondern du solltest sie nur in deinem Sinne gestalten. Deinen Beispielen ist zu entnehmen, dass deine Fantasien viel mit Kontrollverlust zu tun haben.

Stell dir doch stattdessen vor, wie du die Dinge unter Kontrolle kriegst und wie du die Dinge unter Kontrolle hast.

Dazu brauchst du aber konkrete Vorstellungen davon. Was auch deine Antwort auf meine Frage auszeichnet ist wiederum nur eine Beschreibung deines jetzigen Zustandes und weniger ein Formulieren deiner Wünsche. Du wünscht nur, dass es anders wird.  Du wärst gerne aufmerksamer, weißt aber nicht, wie das gehen sollte.
Du wünscht,  andere nicht als nervend zu empfinden. Damit negierst du aber nur wieder deinen jetzigen Zustand, ohne auszusagen, wie du deine Umwelt stattdessen wahrnehmen willst. Andere Menschen können inspirieren, motivieren, unterhalten, sie können dich schätzen und dir Mut machen. Und das möchte ich dir als erstes: Den Mut machen, dir die Welt voller Menschen vorzustellen, die dich unterhalten, inspirieren, motivieren, begeistern können oder die dir das geben, was du brauchen kannst.

Das ist zunächst nur ein Traum, und die Welt ist nicht ausschließlich so. Dadurch lernst du jedoch, nach den Dingen in den Menschen zu suchen, die du nötig hast, und die dich vorwärts bringen und die dein Interesse an deiner Umwelt belohnen. 

Du merkst, du solltest deine Aufmerksamkeit auf den Horizont richten und dort ein Ziel suchen, das du erreichen willst, eine Vorstellung davon zu kriegen. Weil wenn du erst einmal so ein Ziel hast, wird es dir leicht fallen, den Haufen Probleme, um den deine Gedanken kreisen, hinter dir zu lassen.

Also, schreib doch mal hier auf, welches Leben du dir konkret erträumen willst, trau dich!


Antwort
von Schlauchmayer, 18

Ich habe deinen Eintrag hier schon einmal gelesen und wusste keinen Rat zu geben und hab es grad wieder durchgelesen und weiß noch immer keinen Rat für dich. Das liegt vor allem daran, dass du deine Situation beschreibst und ich mit dir einer Meinung bin, dass das alles unbefriedigend und nicht das Wahre ist.

Um dir aber helfen zu können, brauche ich einen Ansatzpunkt, was du eigentlich willst, was du ändern willst, wohin du willst. Willst du konzentrierter sein und aufmerksamer? Oder geht es dir darum, besser mit Gefühlen umgehen zu können oder willst du deine soziale Isolation überwinden?

Also, was stellst du dir vor?

Kommentar von Say9009 ,

Danke für die Antwort.

Naja, würde schon gern aufmerksamer sein - weis aber nicht wie das funktionieren soll. Was aber noch mehr im Vordergrund  steht, ist das sozial Leben. Ja, ich möchte besser mit Gefühlen umgehen können - so, das ich andere Leute nicht mehr als nervend empfinde.

Allgemein bin ich bei allem Neutral - egal was. Manchmal  fühl ich mich wie ein teilnahmsloses Wesen das die anderen nur beim leben beobachtet, selbst aber gar nicht zum leben geeignet ist. ~ ich wünschte es wäre anders

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