Frage von Kajawizu, 45

Soziale Ausgrenzung ohne Mobiltelefon mit Internet. Was tun?

Heutzutage ist das "Handy" schon ein neues Organ vieler Menschen. Die jenigen die keins aktiv benutzen sind sozial benachteiligt und werden in der virtuellen Interaktion; Kommunikation der immer schnelleren Gesellschaft ausgegrenzt. Wie seht ihr dies?

Antwort
von PolluxHH, 15

In welcher Hinsicht wird die Gesellschaft schneller? Kommunikativ auf jeden Fall nicht, wenn man es inhaltlich auf privater Ebene (von der beruflichen Ebene spreche ich bewußt nicht) bemißt, denn hier findet eher eine Verarmung unter Schaffung von Substituten statt. Die WhatsApp- und SMS-Kommunikation wie auch FB reduziert sich nicht selten auf alltägliches in einer zudem stark banalisierten Form. Nein, es interessiert mich NICHT, ob jemand gerade bei McDo oder BK einen ... was auch immer ißt, interessant wird es erst für mich, wenn ich einen Notarzt rufen soll, weil man dort gegessen hat.

Alleine die Fragestellungen hier sind schon recht signifikant für das kommunikative Vermögen der Smartphone-Generation. Ganze Sätze bilden wäre da schon die erste Hürde, aber wirklich markant ist ein offensichtlicher Mangel dazu, eine Frage so zu strukturieren, daß sie auch verständlich UND beantwortbar ist. Schon das Vermögen scheint regelmäßig abhanden gekommen zu sein, was für minimale Informationen notwendig wären. Das macht Kommunikation nicht wirklich schneller.

Sozial benachteiligt ist dabei auch eine Frage der Definition. Ich war nie jemand und bin es auch heute nicht, der "Likes" sammelt, seinen sozialen Status an der Quantität an "Freunden" mißt oder es toll findet, wenn in 15 Minuten über 1.000 User ein Video von mir ansehen, wie ich auf der Toilette sitze (sowas nennt sich dann "Fame"). Für mich zählte immer die Qualität der Kontakte und es hat sich mir immer wieder gezeigt, daß selbst im Smartphone-Zeitalter der soziale Status sich nicht über Quantität, sondern über Qualität ergibt.

Der Wettlauf um Anerkennung, der hier mit angesprochen sein dürfte, ist nichts Neues, nur die Möglichkeiten sind neu und es wird massiv ausgelebt, führt, und dies ist durch Studien recht gut belegt, zu Suchtverhalten.

Nein, alle 5 Minuten zu lesen/hören, was jemand gerade macht, fände ich total nervig und DAS wäre für mich reine Zeitverschwendung. Sozial benachteiligt finde ich mich dadurch aber auch nicht, nicht an diesem Zirkus teilzunehmen. Letztlich ist es eine Frage der Selbstverständlichkeit, mit der man sich dem entzieht, und was man allenfalls abschreckte wären die, welche sich dem Gruppenverhalten unterordnen und dies auch von anderen erwarten, da sie sich sonst genötigt sehen könnten, ihr eigenes Verhalten in Frage zu stellen, doch ehrlich gesagt legte ich auf diese Kategorie noch nie gesteigerten Wert.

Antwort
von GanMar, 21

Die jenigen die keins aktiv benutzen sind sozial benachteiligt

Ich benutze kein Smartphone und fühle mich deswegen keineswegs benachteiligt. Ich sehe nur Vorteile. Einer davon ist der, daß ich mir meine Freizeit einteilen kann, wie ich es will. Da kann mir niemand reinquatschen oder mich zur Kommunikation zwingen, wenn ich keine Lust dazu habe.

Kommentar von meinlein ,

Und nervt es nicht total wenn andere mitten im Gespräch ihr Handy zücken?😩

Kommentar von GanMar ,

Nur ganz kurz. Dann dreh ich mich um und lasse sie einfach stehen, wo sie sind.

Kommentar von meinlein ,

Also hast Du nur kurze Nachteile?

Kommentar von GanMar ,

Ja. Aber nur Sekundenbruchteile. Also die Zeit, die nötig ist, mich umzudrehen und mich den ersten Schritt zu entfernen. Und das sehe ich noch nicht einmal als Nachteil. Ich muß mir keine Ausrede überlegen, warum ich mit dem Langweiler nicht länger reden möchte. Er hat das Gespräch von sich aus beendet, weil ihm irgend etwas anderes wichtiger ist. Mir ist das wichtigste, daß ich selbst so weit wie möglich der Herr über meine Zeit bin. Und wenn er auf sein Smartphone starrt - dann bin ich das. Ich gehe einfach weg und mache, wozu ich Lust habe. Und insgeheim hoffe ich, daß mein Ex-Gesprächspartner sich lange genug mit seinem Spielzeug beschäftigt, daß ich weit genug weg bin, bis er merkt, daß ich nicht mehr da bin ;)

Kommentar von meinlein ,

👍Gute Einstellung. Dann drücke ich ganz doll die Daumen dass Du genug Leute kennst oder kennenlernst, von denen Du Dich nicht oft entfernen musst.

LG

Kommentar von GanMar ,

Die hab ich bereits. Es sind nicht viele Menschen, sondern eher ein sehr überschaubarer Kreis. Diese jedoch sind mir wichtig. Es ist meine Familie und eine Handvoll weiterer Personen, die ich meine Freunde nennen darf.

Vielen lieben Dank für Deinen freundlichen Wunsch, den ich gern erwidern möchte :)

Antwort
von xxeroxx4, 22

Ich persönlich bin zwar auch ein Handy Nutzer mit über Blabla aber ich fand es damals deutlich besser das man mehr miteinander interagieren musste um sich zu verabreden etc. darüber hinaus finde ich es sowieso schrecklich wenn alle in u Bahn Bus, beim Auto fahren oder beim laufen nur am Handy hängen 😒

Antwort
von verwirrtesmausi, 4

ist mir egal, ob ich da ausgegrenzt bin, weil mir andere Sachen wichtiger sind. Ich brauche keine FB-Daumen-Hochs, ich freu mich, wenn ich Zeit für mich habe oder meine beste Freundin mit mir was trinken geht oder mein Schatz mich umarmt...

Antwort
von beangato, 16

werden in der virtuellen Interaktion; Kommunikation der immer schnelleren Gesellschaft ausgegrenzt.

Nicht wirklich.

Wer im wirklichen Leben richtige Freunde hat, muss das nicht befürchten.

Antwort
von gottesanbeterin, 3

Ich seh´mich weder ausgegrenzt, noch benachteiligt.

Antwort
von Googleblitz, 13

Ich empfinde es eher als Vor-denn als Nachteil,mich nicht an diesem Hype zu beteiligen.

Das Leben ist ohne Smartphone möglich,erträglich und sogar ruhiger....man muss es nur wollen.

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