Frage von Karpardor, 15

Sozialdienst und Altersheim?

Ich weiß nicht was ich tun muss und wie das nun weiter gehen soll. Meinen Großeltern ist etwas zugestoßen und im Krankenhaus meinte man, sie könnten nicht zurück nach Hause ein Altenheim wäre besser. Leider ist keiner Erreichbar der mir helfen kann... alle sind im Urlaub.

Ich habe soetwas noch nie gemacht und weiß nicht wie ich mich verhalten soll. Meine Großeltern hören auch nicht auf mich, egal was ich sage. Sie wollen eigentlich nicht in ein Altenheim, deswegen weiß ich auch nicht, ob ich das entscheiden kann in der Funktion als Enkelkind. Heute kommt der Sozialdienst in das Krankenhaus und bewertet die Situation. Natürlich erhoffe ich mir, das ich mir diesen schnappen und alles klären kann. Trotzdem erhoffe ich mir einen Rat... was ich denn jetzt tun muss?

Ich wüßte ein Pflegeheim wo ich meine Großeltern gerne sehen würde, es ist auch bei mir in der Nähe (sie wohnen sehr weit von mir sonst entfernt).

Antwort
von Tasha, 4

Bitte lass unbedingt noch mal prüfen, ob die Oma wirklich dement ist!!!

Das wird manchmal auch nur so gesagt, weil sie alt ist! Meine Oma kam ins Krankenhaus und wurde sofort als dement behandelt - man ging über sie hinweg, nahm sie nicht ernst etc. - und dann sagte der Arzt ein paar Tage später, dass sie aufgrund massiven Wassermangels (hatte sich "das Trinken abgewöhnt") verwirrt wäre, was normal war. Als der Wassermangel ausgeglichen war, ging es ihr besser, aber immer noch wurde einfach an ihrem Bett über sie hinweggeredet. Sie hatte eine partielle Gesichtslähmung und konnte daher nur undeutlicher als andere reden und das wurde dann als "Quatsch brabbeln" interpretiert und sie wurde einfach nicht ernst genommen. Krasses Beispiel: Es kam ein Pastor, weil im Raum stand, dass sie evtl. nicht mehr lange lebt. Sie hatte sich das Bein gebrochen. Sie fragte "Kann ich denn dann wieder laufen? Wie früher?" und der Pastor sagte laut wie zu einem Kleinkind "Wohin möchten Sie denn laufen?" woraufhin sie meinte "Wie früher, weitere Strecken", was er völlig missverstand und wieder betont fragte, "wie sieht es denn auf der anderen Seite aus?" :o

Also mein Tipp an dich:

Alternativen ausschließen, z.B. betreutes Wohnen,

Pflegeheim GENAU ansehen, auch mit anderen Bewohnern reden (die sind normalerweise nicht alle dement), es gibt immer noch Heime, in denen die Bewohner nichts zu melden haben!

Mit verschiedenen Leuten (auch außerhalb des Krankenhauses: Menschen, die mit Älteren/ Pflegebedürftigen Erfahrung haben, Foren etc.!) über Alternativen reden. Allgemeine und konkrete in deiner Umgebung. Wie könnte man so einen Umzug z.B. graduell gestalten? Wie redet man mit dem Großeltern? Stelle dir vor, jemand würde dir sagen, so, morgen geht's ab ins Pflegeheim - du wärest entsetzt, man würde dir deine Eingeständigkeit entziehen.

Ich habe das leider im Krankenhaus auch erlebt: Eine Zimmernachbarin meiner Oma wurde einfach so informiert, dass sie jetzt ins Pflegeheim käme und nicht mehr nach Hause dürfe! Sie war ganz allein und völlig verzweifelt.

Käme eine Kurzzeitpflege, Betreuung zu Hause durch Pflegedienst, betreutes Wohnen (da gibt es m.W. verschiedene Formen/ "Stufen der Eigenständigkeit"), Umzug in deine direkte Nachbarschaft etc. in Frage?

Und unbedingt vorher das Gespräch mit einem Profi absprechen, um es so schonend wie möglich zu machen, ohne dass sie und Dein Opa Angst bekommen, jetzt entmündigt zu werden und nicht mehr ernst genommen zu werden!

Überlege sehr sorgfältig, ob sie wirklich dement ist oder ob es Gründe für ihr Verhalten geben könnte, wie "aus der Welt sein" (z.B. sich mit bestimmten Dingen nicht auskennen und daher "Unsinn" darüber reden), viel Stress haben, undeutlich reden oder eben schwerhörig sein, Leute reden zu schnell und sie traut sich nicht, mehrfach nachzufragen, Wassermangel usw.

Wir hatten bspw. in der Familie folgenden Fall: Person A fährt mit Oma oft raus, erzählt auf der Landstraße, dies sei seine "Rennstrecke", weil man das Auto richtig "ausfahren" kann. Person B fährt mit Oma raus, Oma fragt, ob das hier die Rennstrecke sei, Person B fängt an zu zetern, dass hier weit und breit keine Rennstrecke sei und Oma wohl nicht mehr wisse, wo sie sei!

Das kann übrigens bei Älteren auch passieren, wenn sie etwas weiter weg gebracht werden, als sie normalerweise fahren können (z.B. mit dem Auto statt mit dem Zug etc.) und die Umgebung einfach nicht kennen, dann nicht wissen, wo das Krankenhaus ist usw.

Kommentar von Karpardor ,

Mein Opa ist köperlich sehr beeinträchtig (nur ein Bein), aber geistig extrem fit. Da sagt auch keiner etwas. Meine Oma... ja ich weiß nicht. Sie wiederholt Sachen ziemlich oft. Zu anfang hat sie noch viel nachgefragt - deswegen dachten wir ja auch sie ist schwerhörig. Einen Schock und dehydrierung hat sie aber nun erlitten durch den Überfall. Da war auch mein Opa sehr verwirrt. Trotzdem meiten die nur bei Oma das sie schwerhörig sei und wohl dement. ... ich fühle mich in allem mit der ganzen Situation überfordert. Da auch niemand da ist. Für meine Großeltern bin ich halt auch nur das "Enkelkind". Die sollen auch schon entlassen werden am Wochenende. Mein Opa hat Angst wegen den einbrechern. Da weiß ich auch nicht wie ich das händeln soll...

Antwort
von eni70, 9

Nun ohne Vollmacht kannst du gar nichts entscheiden. Versuch sofort deine Eltern Tanten/Onkel zu erreichen, dürfte doch kein Problem sein. Wieso ist denn keiner zurückgekommen, wenn beide Eltern im KH sind-merkwürdig?

Der Sozialdienst kann ein Verfahren anstreben, woe notariell geklärt wird, ob eine Betreuung notwendig ist und bestellt wird. Das geht nur, wenn beide dement und uneinsichtig sind........so mal eben ins Heim stecken geht nicht.

Es ist toll, dass du dich so kümmerst, geh zum Sozialdienst......eventuell geht es per Pflegestufe, die sofort eingeleitet werden kann durchs KH ja nochmal zurück isn Haus, dann lässt sich alles in Ruhe klären.

Kommentar von Karpardor ,

Mein Onkel hat sein Ladekabel vergessen und ist seit dem nicht mehr erreichbar. Soetwas wie einen Emailaccount hat er nicht. Er besitzt auch keinen Computer, Fernseher, oder ähnliches. Meine Eltern sind geschieden, ich weiß nicht wie ich da jemanden erreichen kann. Die Polizei meinte sie kam durch, aber gehört habe ich auch vom Krankenhaus noch nichts.

Meine Oma ist wohl dement, wir dachten eigentlich schwerhörig, aber naja. Mein Opa ist sehr fit und geistig fitter als andere. Allerdings bedürft er selber Pflege. Denke meine Oma wird das mit Demenz nicht machen können und wie gesagt, wohnt bei ihnen niemand in der Nähe - es wäre wohl besser wenn sie zu uns kommen. Nur, ob sie das wollen - bisher eigentlich überhaupt nicht.

Ich fahre heute eh noch einmal ins KHS. Kann ich dort den Sozialdienst erreichen, oder muss ich da zur Stadt?

Kommentar von Tasha ,

Welche Möglichkeiten gibt es denn bzgl. Pflegedienst, Pflege zu Hause usw.?

Kommentar von Karpardor ,

Wir hatten ja schon Essen auf Rädern usw. bestellt. die haben meine Großeltern eigenständig bis auf den Gärtner wieder abbestellt wie sich herausstellt :-/

Ich weiß auch nicht genau wieviel Hilfe die beiden nun wirklich brauchen. Das Haus ist sauber und ordentlich. Aber wenn sie nun hinfallen können beide nicht mehr selbstständig aufstehen und das passiert jetzt öfters. Ich hoffe da ja auf eine gute Einschätzung seitens des Krankenhauses.

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