Frage von harry1212, 59

Sozialamt zieht Miete von mein Gehalt ab?

Hallo zusammen, ich hoffe jemand kann mir bei mein Problem helfen. Ich bin zurzeit Teilzeit angestellter in einer Firma wo ich c.a 700,- Netto verdiene ich wohne noch bei meine Eltern, und die kriegen für die Wohnung Beihilfe und seit ich angefangen habe zu arbeiten zahlen sie keine 600 Euro mehr, ich muss das von meinen Geld zahlen. Bin dadurch jetzt unmotiviert weil ich nur noch 100 behalten kann für mich, ich habe vorgehabt denn Führerschein zu machen und für eine eigene Mietwohnung zu sparen, ist das eigentlich erlaubt? Habe jetzt schlechte gewissen, weil ich meine Zukunft aufbauen wollte mit meiner Freundin Geld zusammen sparen usw.. Kann man was dagegen machen?

Antwort
von isomatte, 8

JA,ausziehen !

Das ist schon korrekt so,durch dein Einkommen verringert sich deiner Bedarf,dir steht auf dein Bruttoeinkommen zunächst ein Grundfreibetrag von 100 € zu.

Ab 100 € - 1000 € Brutto 20 % und von 1000 € - 1200 € Brutto noch mal 10 % Freibetrag,dann werden diese Freibeträge theoretisch von deinem Nettoeinkommen abgezogen,dass ergibt dann dein anrechenbares Einkommen und das wird dann auf deinen Bedarf / Leistungen angerechnet.

Bei ca. 700 € Netto hast du angenommen 900 € Brutto,darauf stünden dir dann erst mal diese 100 € Grundfreibetrag zu und von den übersteigenden 800 € stehen dir noch mal 20 % Freibetrag zu,also kämen noch mal 160 € dazu.

Dein Freibetrag läge dann bei ca. 260 € und zieht man diese dann von deinen ca. 700 € Netto ab,blieben hier ca. 440 € anrechenbares Einkommen.

Davon wird dann vorrangig erst mal dein Regelsatz für den Lebensunterhalt abgezogen,von 18 - 24 würde der derzeit bei 324 € liegen und ein evtl.Überschuss würde dann auf deinen Kopfanteil der KDU - Kosten der Unterkunft und Heizung ( Warmmiete ) angerechnet.

Bei 600 € KDU - und 3 Personen im Haushalt stünde dann jedem ein KDU - Kopfanteil von 200 € zu,deine Eltern müssten demnach noch einen Teil für deinen Mietanteil bekommen,denn dir blieben als Überschuss ggf.nur etwa 116 € und der Kopfanteil liegt aber bei 200 €,demnach würden dann noch ca. 84 € fehlen und die müssten deine Eltern noch bekommen.

Das würde dann für dich bedeutet,du zahlst ihnen dann von deinen ca. 700 € Netto noch den Differenzbetrag und dazu noch deinen Kopfanteil für den Haushaltsstrom,also vom monatlichen Abschlag 1/3.

Dann gibst du ggf.noch etwas für das reinigen deiner Kleidung und wenn du dich nicht selber versorgen möchtest noch Kostgeld und der Rest ist dann deine.

Antwort
von Blindi56, 35

Es ist nun mal so, wenn in einer Bedarfsgemeinschaft von Sozialhilfeempfängern einer Geld verdient, wird das angerechnet, es gibt dann weniger Geld vom Amt.


Aber es gibt doch den "Selbstbehalt", und da scheint mir 100 EUR sehr wenig? Was anderes wäre, wenn Du eine Ausbildung machen würdest, das Geld ist meines Wissens "sicher".

Du müsstest ausziehen (zur Freundin?), dann könntest Du das gesamte Geld behalten und für die Zukunft sparen.


Kommentar von Blindi56 ,

Oder bekommen die nur "Wohngeldzuschuß"? Wie teuer ist dann die Miete....Da fiele dann bei höherem Einkommen (durch Dich) der Anspruch auch weg. Und wenn Du ausziehst, wäre vermutlich die Wohnung dann für sie zu groß und sie hätten auch keinen mehr.... Müsstest Du also mit Deinen Eltern klären... ich verstehe das jetzt so,  dass die stillschweigend erwarten, dass Du das zahlst, nicht das Sozialamt?

Kommentar von harry1212 ,

Die miete macht 1200,- im Monat die ziehen von jeden etwas ab, z.B von meiner Schwester die die Ausbildung macht 300 Euro von meinen Bruder 400 der ist Arsbeitslos und von mir 600, je mehr Geld desto weniger vom Amt. Aber das wird dann immer so weiter gehen, und ich habe keine Zukunft das macht mich fertig ich fühle mich zurzeit so das ich das Gefühl habe auf ewig zuhause leben zu müssen.

Kommentar von isomatte ,

Und genau so ist das ganze System auch gedacht,um so mehr Einkommen erzielt wird um so weniger Leistungen gibt es dann vom Jobcenter !

Wenn dein anrechenbares Einkommen deinen Bedarf vollständig deckt,dann bist du auf jeden Fall raus aus der BG - ( Bedarfsgemeinschaft ) und dann bekommen deine Eltern gar nichts mehr für dich.

Du musst aber dann zumindest dein Mietanteil usw.an deine Eltern zahlen,wenn du ausziehen würdest könntest du auch nicht kostenlos wohnen und müsstest Miete und weitere Unkosten zahlen.

Kommentar von isomatte ,

Auch die Azubi Vergütung ist nicht sicher,auch darauf stehen dem Azubi nur die Freibeträge auf Erwerbseinkommen nach § 11 b SGB - ll zu !

Antwort
von 1234swen, 31

Nein, da kannst du nichts machen. Du wohnst doch da in der Wohnung, und findest es ungerecht, dass wir alle zusammen nicht für deine Miete bezahlen?

Ich mach dir nen Gegenvorschlag: wie wäre es, wenn du mir meine Wohnung zahlst? 700€ im Monat. Die hast du ja.

Kommentar von harry1212 ,

Es ist aber ungerecht, ich meine überleg mal. Wie sol das jetzt weiter gehen? Soll ich jetzt für immer bei meine Eltern wohnen. Wie soll ich denn Führerschein machen bzw für die Wohnung sparen hab nicht einmal genug für die Kaution. Es gibt da kein weiter für mich, die müssen ja ein stück Verständnis haben das ich schon 20 bin und noch Zukunft habe. Mein Vater lebt nicht mehr mit uns und mein Mutter hat rücken Probleme und kann dadurch nicht mehr arbeiten, nur leichte Jobs wie z.B Büro aber keiner nimmt sie weil sie keine Erfahrung hat und die Miete ist eigentlich 1200, von meiner kleiner Schwester die die ausbildung macht nimmt sie auch 300 und sie kann nur 100 behalten und von meinen Bruder sein Arbeitslosengeld 400 euro c.a ich meine ich kann gleich kündigen und wieder 800 von AMS kassieren, system ist ja voll am arsch,

Kommentar von 1234swen ,

Du kannst ausziehen, dann kriegen deine Eltern wieder die Sozialhilfe. Vielleicht aber auch weniger, weil du ja kein Zimmer mehr brauchst und somit eine kleinere Wohnung reicht.

Du meinst also, weil du 20 bist und dein Leben vor dir hast, sollen wir dir deinen Start ins Leben finanzieren? Sorry, so läuft das eben nicht. Du hast 4 Wände und ein Dach, hast 100€ Taschengeld und ihr könnt euch ernähren. Für weiteren Luxus musst du eben auch mehr tun. Du bist 20 und Arbeitest in einem Teilzeitjob. Wie wäre es, wenn du dir nen zweiten Job suchst, bis du Vollzeit arbeitest? Dann hast du was zum Sparen.

Antwort
von supersuni96, 26

Natürlich kannst du dagegen etwas machen: AUSZIEHEN, und zwar sofort. Dann kannst du dein Geld auch für dich ganz alleine ausgeben.  

Kommentar von harry1212 ,

Ich hab nichtmal genug Geld für die Kaution, deswegen kann ich nicht einmal anfangen sparen.

Kommentar von supersuni96 ,

Sparen??? Bei 700 Euro netto? Da kann man nicht sparen. Wenn du sparen willst, musst du MEHR arbeiten. Du zahlst jetzt an deine Eltern Miete und deinen Anteil an den Lebenshaltungkosten. Dafür kommt nicht die Gemeinschaft der Steuerzahler auf, sondern du ganz alleine. Ob du bei deinen Eltern wohnst oder in einer eigenen Wohnung. Überall kostet dein Leben Geld. Es gibt nichts umsonst. Das wirst du jetzt hoffentlich gelernt haben. 

Antwort
von Kolon, 22

Wenn du bei der IG Metall bist , hast du automatisch Rechtsschutz.Nach 4 Monaten Mitgliedschaft.

Was hat das Sozialamt mit deinen Eltern zutun ? .Meine Meinung nach völlig verboten , da du für das Geld arbeiten gehst.Frag am besten mal bei einem Anwalt Forum zum Schwerpunkt Sozialrecht.

Meiner Meinung nach ist das verboten,was das Sozialamt macht.

Wie alt bist du ? .

Kommentar von harry1212 ,

Bin 20 und das meine ich ja, wie soll das mit meiner Zukunft weiter gehen? Wenn ich das ganze Geld an die Familie miete zahlen muss, da gibt es ja kein weiter mehr für mich. ich will auf eigenen Füßen stehen und anfangen sparen und das geht jetzt überhaupt nicht.

Kommentar von Kolon ,

Hab mich jetzt mal informiert.

Das hab ich gefunden , müsste eigentlich deine Situation sein.

Da deine Eltern verheiratet zusammenleben, bilden sie eine
Bedarfsgemeinschaft - d.h. das anrechenbare Einkommen deiner Mutter wird
nach der Bedarfsanteilsmethode auf ihre Bedarfsgemeinschaft verteilt.
Insofern bezieht nicht nur dein Vater ALG2, sondern auch deine Mutter ;)
Unter 25 gehörst du grundsätzlich noch zur Bedarfsgemeinschaft
deiner Eltern und wirst in ihrem Bescheid mit aufgeführt.  Dein
anrechenbares (!) Einkommen (abzgl. Freibeträgen) wird aber nur auf
deinen eigenen Bedarf (= auf deinen Regelsatz + deine
kopfanteiligen Unterkunftskosten) angerechnet... nicht auf die Bedarfe
deiner Eltern, da du ihnen gegenüber im SGB II nicht unterhaltspflichtig
bist. Du musst dann deinen eigenen Lebensbedarf und deine
kopfanteiligen Unterkunftskosten mit deinem anrechenbaren Einkommen
bestreiten; falls dein Bedarf nicht gedeckt ist, stockt die ARGE auf.

Deckst du deinen eigenen Bedarf komplett durch eigenes anrechenbares
Einkommen plus Wohngeldanspruch (was bei dir der Fall sein wird), dann
fällst du aus der Bedarfsgemeinschaft der Eltern. Ihr lebt dann als
Haushaltsgemeinschaft zusammen, du hast mit der ARGE nichts zu tun,
trägst deinen Bedarf u. deine kopfanteiligen Unterkunftskosten selber 
und benötigst kein ergänzendes ALG2 .

Über 25 gehörst du
automatisch nicht zur Bedarfsgemeinschaft deiner Eltern, sondern lebst
mit ihnen in Haushaltsgemeinschaft. Du musst dich selbst versorgen und 
deine kopfanteiligen Unterkunftskosten übernehmen (sofern Ihr die
Kostenverteilung nicht durch eine Kostenbeteiligungsvereinbarung oder
einen Untermietvertrag anders regelt; Musterbeispiele z.B. hier: http://hartz.info/index.php?board=9.0  ). Deine Eltern müssen dem Jobcenter deinen Einzug nachweislich
per Veränderungsmitteilung bekanntgeben; sie erhalten dann entsprechend
weniger Unterkunftskosten, da dein Anteil berücksichtigt wird. Wenn das
Jobcenter sie anschreibt wegen deines Einkommen etc.,  kannst du der
gesetzlich eintretenden "Unterhaltsvermutung zwischen Verwandten"
einfach widersprechen durch eine schriftliche Erklärung , dass du deine
Eltern wirtschaftlich/ finanziell nicht unterstützt  und daher mangels
Rechtsgrundlage auch keine Auskünfte zu deinem Einkommen erteilst.  

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