Frage von taniavenue, 144

Sozial Phobie o.ä?

Ich habe seit Monaten teilweise richtig Angst mich in der Schule mündlich zu beteiligen. Wenn es um Referate geht habe ich Tage zu vor Panikattacken, weil ich riesige Angst habe vor der Klasse zu stehen. Wenn ich es dann halte ist es meistens gut(1-2) aber ich zittere auch dann und hab teilweise das Gefühl keine Luft mehr zu bekommen. Das mit den Referaten ist schon länger aber das mit dem melden erst seit meiner schwierigen privaten Situation(siehe andere fragen)
Könnte das eine soziale Phobie sein?
Könnten die privat sehr schwierige Situation die Ursache dafür sein?

Hilfreichste Antwort - ausgezeichnet vom Fragesteller
von BaluDerTanzbaer, 51

Hallo taniaavenue,

ich habe gerade Deine vergangenen Fragen angeschaut, um das ein bisschen besser zu verstehen und will Dich wirklich mal loben, wie stark Du mit 14 Jahren schon damit umgehst. Ich gebe Dir hier mal eine bisschen ausführlichere Antwort, die nicht nur zu dieser Frage sondern zu Deiner ganzen Situation ein paar Vorschläge beinhaltet.

Ganz vorne weg: Ja, natürlich hängen Deine sozialen Ängste sehr stark mit Deinen privaten Problemen zusammen. Letztendlich stehst ja auch DU vor der Klasse und DU hast die Probleme, es ist immer DEIN eigenes Auftreten.

Wenn ein Mensch mit Bezugspersonen aufwächst, die ihm stetig das Gefühl vermitteln, nicht genug zu sein, immer alles besser machen zu können, nicht liebenswert zu sein dafür, dass er einfach selbst ist.. bilden sich dabei unterbewusst von ganz alleine negative Denkstrukturen, die einen stetig selbst überfordern. Man bewertet dann mit diesen Kriterien sich und andere Menschen: "Ich bin nicht liebenswert, wenn ich nicht gut im Sport bin.", "Ich muss aufpassen, dass die anderen nicht sehen, wie schwer mir manche Sachen fallen, sonst erkennen sie meine Schwäche und sie werden mich nicht mehr mögen und respektieren." oder auch nach dem letzten Referat: "Puh, das ging gerade nochmal gut. Zum Glück hat niemand gemerkt, dass ich es fast nicht ausgehalten habe. Hätten sie das mitbekommen, hätten mich alles ausgelacht."

Das heißt, am Ende macht man sich unglaublich viel Druck, weil man eben so erzogen wurde, negative Bemerkungen zu kommen - dagegen kann man sich kaum wehren. Und dann setzt man sich für alles sehr hohe Messlatten, alles wird schwieriger als es ist, immer hat man Angst zu scheitern, während man Erreichtes nicht mehr richtig sehen und genießen kann.

An dieser Stelle auch einmal ein großes Lob an Dich: Das kostet viel Kraft und Du bist eine sehr starke Person ;)

Dass sich dabei irgendwann soziale Ängste und eventuell auch eine Depression und SVV entwickeln kann, ist selbstverständlich und nur naheliegend, denn letztendlich bröckelt das Selbstbewusstsein einfach. Man hat ständig Angst, fühlt sich überfordert und oft alleine gelassen.

Das mal als "Antwort" auf Deine Frage.

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Und jetzt noch eine Richtigstellung und ein Ratschlag, wie Du diese Situation vielleicht ein wenig verbessern kannst:

Gegensteuern! Du bist nicht der Mensch, als der Dich Deine Eltern darstellen! Du bist viel mehr, viel wertvoller, viel liebenswerter! Stell Dir mal die Frage, wofür Du Menschen magst, die Dich gerne haben. Das sind nie irgendwelche Leistung, kein Lebenslauf, keine Sportlichkeit.. das ist einfach ihr Wesen. Das sind einfach schöne Augenblicke und Verbundenheit. Genauso sehen Dich auch andere Menschen. Wenn Du auf Deine Freunde zugehst und sie in den Arm nimmst, ist ihnen unendlich egal, ob Du in Deinem Referat gestottert hast oder ob Du es ein bisschen vermasselt hast. Es ist nicht wichtig.

Geh raus, erschaffe Dir Dein eigenes Leben ohne Deine Eltern. Hol Spaß in Dein Leben! Mach alles! In so einer Zeit ist es sehr wichtig, Freunde um sich zu scharren.. nicht um mit ihnen über die Probleme zu reden und Lösungen zu suchen.. sondern um zu lachen, um Dinge zu erleben und das Leben von hinten bis vorne zu genießen. Denn das hast Du verdient und gerade mit 14 solltest Du das auskosten.

Probier neue Dinge aus, geh tanzen, such Dir viele neue Freunde.. Wenn Du nach einem Tag voller Leben nach Hause kommst und Deine Eltern wieder nörgeln, wirst Du erst wirklich verstehen, wie traurig ihr Leben eigentlich ist und wie wenig wahr es ist, was sie über Dich sagen.. und wie es Dir den Buckel runterrutschen kann.

Zieh so früh aus, wie es geht, such Dir gute Freunde mit denen Du lachen kannst und versuche, diese verbitterten, verletzenden Worte Deiner unglücklichen Eltern an Deinem eigenen, wertvollen Leben abprallen zu lassen.

Dann wird sich auch bald die Angst legen, dass Du nicht reichst, denn das tust Du schon von ganz alleine. Dann wird sich die Angst legen, bei einem Referat zu versagen.. Ein Referat kann man auch superverplant und mit ein paar Lachern halten und trotzdem noch eine 2 oder 3 bekommen.. das ist alles nicht so wichtig. Und Deine Freunde werden Dich immer für das lieben, was Du bist.. Und die Dich hoffentlich auch.

Ganz liebe Grüße und viel Freude in Deinem Leben,
Balu

Expertenantwort
von bodyguardOO7, Community-Experte für Arzt & Medizin, 55

Klar - durch Angst und in schwierigen Situationen werden Stresshormone ausgeschüttet und führen zu innerer Anspannung - aber einen wirksamen Tipp dagegen findest Du hier.

http://www.wasser-und-salz.org/blog/magnesium-das-salz-der-inneren-ruhe/

Antwort
von Meiky125, 84

du bist ei hikikomori wilkommen im klup habe aber es ein bischen anders ich hasse sozialen komtakt außer auf pc oder handy habe aber auch angst von klasse zu reden

Kommentar von taniavenue ,

Ich kann mittlerweile nicht einmal mehr Sport mitmachen...:(

Kommentar von Meiky125 ,

das gefühl kenn ich das ist schlimm du must extrem an was anderes denken das hilft aber nur kurz

Antwort
von mxxnlxght, 62

Nein. Da hat man eher einen Hass auf Menschen und redet kein Wort mehr mit irgend einem von ihnen.

Lampenfieber, Schüchternheit würde ich sagen.

Kommentar von Meiky125 ,

das habe ich auch nur nicht so stark ich hasse es eher

Kommentar von lollollollollol ,

Du hast in deiner Frage aber genau Lampenfieber beschrieben. Wenn du Angst hast, vor Menschen zu sprechen, nennt man das Lampenfieber :D. Daraus kann sich natürlich eine Art "hass" bilden :p. Aber sozialphobie halte ich für ein wenig weit gegriffen.

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