Frage von Tina02star, 37

South Park 20.Staffel. Neuer Eric/ Neuer Kyle..Veränderungen:/?

Hallo(; Wenn ihr South Park mögt, dann guckt ihr bestimmt auch donnerstags immer die neuen Folgen. Mir persönlich gefällt die 20.Staffel sehr gut, aber mir ist aufgefallen, dass Kyle und Cartman sich verändert haben. Ich habe 3 Lieblingscharaktere: Eric, Kyle und PC Principal und der einzige der so geblieben ist, wie er war ist PC Principal :D Naja ich mag Kyle und Cartman immer noch mega. Sie gehören immer noch zu meinen Lieblingscharakteren. Aber Cartman ist auf einmal so mega nett. Ich mag zwar den Neuen Eric auch aber ich vermisse den Alten. Wie findet ihr den Neuen? Und Kyle ist auch noch korrekt, aber mir fällt auf, dass er was schlimmes getan hat, aber keine Gewissensbisse dafür hat, obwohl er jedes Mal wenn er was schlimmes tut Gewissenbisse hat und nicht schlafen kann. Ich mag die neue Staffel mega, bin aber verwirrt. In der 2, Folge "Skank Hunt" hat Kyle wegen Cartman geweint, aber in der Folge "Die Verdammten", die am Donnerstag kam, da hatte Kyle sich nicht mies gefühlt, für was er getan hat. Seine Freunde und er wollten einfach nur nicht auffliegen. Ich bin irgendwie mega verwirrt. Und auch irgendwie enttäuscht von den Jungs. Und weil Kyle zu meinen Lieblingscharakteren gehört, bin ich von ihm am meisten enttäuscht. Was sagt ihr dazu? Und naja ich als Kyman-Shipper, möchte auch eine Kyman-Folge. Aber so eine Folge kann's nur geben, wenn Kyle rauskriegt, dass Cartman mit Heidi befreundet ist und dann eifersüchtig wird.. Was meint ihr?(: LG Tina(:

Antwort
von uncledolan, 23

Hallo,

South Park ist an vielen Stellen eine Parodie auf die (vor allem amerikanische) Gesellschaft und Politik. Die gesamte Staffel 19 war schon sehr stark durchzogen von Metaphern und dem Aufarbeiten von aktuellen Ereignissen (IS-Terrorismus, Präsidentschaftswahlen, PC-Principal als Parodie auf formale Political Correctness, Transsexuelle und der Streit darum in den USA etc.).

Die bisher veröffentlichen drei ersten Folgen der Staffel 20 sind Teil einer großen Gesamtgeschichte, eine metaphorische Aufarbeitung der derzeitigen medialen Hysterie rund um Wahlen, Terror, Kriege und die Probleme, die das Internet mit sich bringt (Cyber-Mobbing etc).

Die erste Folge "Member Berries" greift die Geschichte des "Turd Sandwich" gegen den "Giant Douche" (die es in vorherigen South-Park-Staffeln zu früheren US-Wahlen schon gab) auf. Diese parodieren Hillary Clinton (Turd Sandwich -> nach außen guter Eindruck aber innerlich sche*ße) und Donald Trump (Giant Douche -> offensichtlich ein Riesen-Ars*hloch und niemand stört sich dran). Die Geschichte mit "skankhunt42" (die sich über mehrere Folgen zieht) parodiert, wie sich alle über Grenzüberschreitungen im Internet aufregen, diesem Thema aber permanent eine übertriebene Aufmerksamkeit zukommen lassen und auf jede neue Grenzüberschreitung hysterisch reagieren. Die ganze Sache mit den "Member Berries" (Gedankenbeeren, also süße Gedanken(-snacks)) soll vermutlich die häufig unrealistischen und weltfremden Ansichten sowie die emotionale Überladung der Konservativen und dem Wunsch nach den "Guten alten Zeit, wo alles besser und einfacher war", parodieren.

In der zweiten Folge "Skank Hunt" (vulgärer Slang, etwa "Schlampenjagd") geht es um Cyber-Mobbing und wieder um die übertriebene Aufmerksamkeit, die man Internet-Trollen zukommen lässt und damit ihre Arbeit noch belohnt. Dass ausgerechnet Cartman als "Unschuldiger" von der Rache der Jungen getroffen wird und an ihm das Thema Vorverurteiling dargestellt wird, hat mich auch ziemlich verwirrt, aber da steckt mit Sicherheit noch mehr hinter. Am Ende der Folge wird (völlig überdramatisiert) das Drama dargestellt, dass der Internet-Troll ausgelöst hat und dass dafür alle Jungen kollektiv bestraft werden. Ich finde die gesamte Folge ziemlich verwirrend, mit Sicherheit wird auf irgendeinen Film oder eine Geschichte angespielt, die ich nicht (er-)kenne.

In der dritten Folge "The Damned" ("die Verdammten"/"die Ausgestoßenen", das bezieht sich auf diejenigen, die keine sozialen Netzwerke benutzen) wird parodiert, dass Menschen, die keine sozialen Netzwerke bzw. Internet benutzen, (gefühlt) kaum noch am gesellschaftlichen Leben teilhaben und nur noch im Park "herumgeistern". Außerdem wird die (erste) US-Präsidentschaftsdebatte parodiert, denn Giant Douche (aka Donald Trump) ist ein offensichtlich schlechter und ungeeigneter Kandidat, aber je mehr andere das sagen und er selber das bestätigt (in überspitzter Form sagt er offen, dass er alle nur verarscht hat), desto gleichzeitig unsympathischer kommt Turd Sandwich (Hillary Clinton) rüber, weil sie nicht in der Lage ist, auch mal für nur eine Minute keine unsympathische und die Menschen verunsichernde Person zu sein. Dadurch kontrastieren sich mehr und mehr "der, der ehrlich sagt, was er denkt" und "die, die unsympathisch und falsch ist". Je mehr die Medien (und er selbst) sagen, dass er ein ungeeigneter Kandidat ist, desto mehr Menschen wollen ihn wählen, weil sie in ihm einen wirklichen Außenseiter sehen, am Ende sogar der vorher so entschlossene Randy.

Und zu der Sache mit Kyle, ich glaube, das läuft noch auf einen aufklärenden finalen Showdown hinaus, schließlich ist ja sein Vater in Wahrheit der Troll, und er hat zunächst seinen "Erzfeind" Eric verdächtigt und sogar dessen verfrühte Bestrafung organisiert, da gibt es mit Sicherheit noch einen Moment der Einsicht oder moralischen Lektion, wie man es von Kyle kennt.

Ich glaube, an den etwas "komischen" Stil, den Southpark seit einigen Staffeln hat (also noch mehr Symbolik, weniger Humor und mehr Drama etc), muss man sich gewöhnen, die Serie ist halt "erwachsen geworden". ;)

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