Frage von nrwgirl86, 23

Sorgerechtübertragung und Umgangsrecht?

Hallo zusammen, ein Familienmitglied (KV weiterhin genannt), erhielt vor kurzem ein Schreiben vom JA zur VA (Vaterschaftsanerkennung). Bislang hatte er weder von einer SS noch von einer Geburt , von der KM ( Kindesmutter) gehört. Das Kind ist mitlerweile 9 Monate alt. KV und KM haben sich nun getroffen und ausgesprochen und darauf geeinigt, dass sie ein Vaterschafsttest machen wollen. Das Kind lebt jedoch wohl jetzt seit 5 Monaten bei einer Pflegefamilie. ( Mutter soll das Kind vernachlässigt haben in einem Mutter- Kindprojekt) JA war schon immer für KM zuständig, da früher auch Schwererziehbar usw. Die KM hat das SR und das JA das ABR. Die KM hat in 1 Woche Besuchskontakt und wollte den KV mitnehmen, dies erlaubt das JA jedoch nicht. ( JA kennt den KV nicht) An dem Tag wollten die drei auch eigentlich den Test machen, jedoch meinte das JA nein nicht an dem Tag, vllt am nächsten Besuchskontakt ( welches in 1-2 Mont. ist) da die Aufsichsperon nicht eingeweiht ist. Nun die Frage: Kann die KM dem Vater einfach das geteilte sorgerecht zusprechen bei der Anerkennung, ohne das vorher mit dem JA gesprochen werden muss? Kann der KV dagegen vorgehen, dass das Kind in einer Pflegefamilie ist? ( Gerne würde er das Kind bei sich oder der Mutter haben, damit sich alle drum kümmern können und die Familie das Kind regelmäßig sieht.) Das JA hörte sich so an, als ob das Kind in einer Pflegefamilie bleiben soll und der KV dürfte dann dass Kind auch nur sporadisch sehen, da es ja dann in ihrem Lebensmittelpunkt ist. Warum hat man nicht früher schon den KV informiert? dann wären Test und annerkennung vllt schon lange durch und das Kind hätte nie in eine Pflegefamilie gemusst. Was stehen dem KV alles für Möglichkeiten offen?

Vielen dank schon mal.

Antwort
von Menuett, 13

Zuerst kann er die Vaterschaft anerkennen.

Wenn die Mutter volljährig ist und das alleinige Sorgerecht hat, dann können sie und der Vater beim Jugendamt Sorgererklärungen abgeben und dann hat der Vater die gemeinsame Sorge.

Sollte das Jugendamt nicht zustimmen, geht es vor Gericht und der Richter wird dem Jugendamt etwas husten.

Der Vater hat mit oder ohne Sorgerecht ein Anrecht auf Umgang mit dem Kind.

Da wird halt mit dem Jugendamt zu klären sein, wie oft der Umgang stattfindet, gerade im Bezug auf den Umzug des Kindes zum Vater. Das muß natürlich kindgerecht geschehen.

Aber beim Jugendamt kann man gar keinen Vaterschaftstest machen. Das verwirrt mich etwas. Um den Test können sich Mutter und Vater selbst kümmern oder ein Gericht anrufen.

Die Firma, die diesen Test macht, muß natürlich gerichtlich zugelassene Tests anbieten.

Kostet halt.

Kommentar von nrwgirl86 ,

Die Forensik ist Gerichtlich zugelassen. Wobei es eigentlich nur um das Gewissen für den KV geht. Aber damit es auch vor Gericht verwertbar wäre, muss z.b. jemand vom Jugendamt die Abnahme erfolgen, mit Unterschreiben und dann bei der Post einwerfen etc. Oder halt jemand anderes außenstehender. Den Test haben wir ja bei der Forensik angefordert und der potentielle KV zahlt diesen auch, damit es nicht erst vor Gericht gehen muss und dann viel teuer wird, denn da kommt man dann nicht unter 1000 euro weg. Das Problem ist einfach nur, dass man ja dadurch, dass das Kind in einer Pflegefamilie ist, garnicht so einfach ist. Denn dafür müsste das JA ja den besuch o.ä. erlauben oder eben halt selbst den Abstrich ausführen, dieses wollen die aber jetzt noch nicht machen, vielleicht beim nächsten Besuchskontakt der Mutter in evtl 1-2 Monaten.  das ist das fiese. Um so länger das Kind ja da ist, um so schwieriger wird es ja :-(

Kommentar von scharrvogel ,

dann muss der kv das beim gericht anfordern. wer bist du denn überhaupt? etwa die km?

Kommentar von Menuett ,

Ich sage nicht, dass das einfach ist. Der Vater muß in die Hufe kommen. In der Tat, je länger das dauert, desto schlechter stehen die Chancen.

Antwort
von scharrvogel, 7

der vater hat noch garkeine rechte, da er kein eingetragener vater ist. er sollte also zügig handeln und seine forderungen stellen.

zuerst wäre die vaterschaft in angriff zu nehmen. hier sollte er dem jugendamt vorstellig werden und einen test verlangen. wenn sb nicht zustimmt oder schwammigen unsinn erzählt, dann sollte kv einen anwalt für familienrecht ins spiel bringen und den fachbereichsleiter des jugendamtes involvieren. immer im hinblick auf unterhalt, auf umgangsrecht und sorgerecht welches kv zusteht.

weiter wäre zu klären, wie der vater so er es ist, sich die sache danach vorstellt? soll das kind bei der pflegefamilie groß werden oder will er das kind bei sich haben? das muss er erstmal für sich klären, sonst braucht er sich über sorgerecht keine gedanken machen.

es gibt zwei wege: entweder wird über vaterschaftstest, die vaterschaft zeitnah im jugendamt erklärt oder der vater muss klagen auf vaterschaftsfeststellung.

dann muss er wissen was er will. wenn er platz, zeit und genügend vorstellungskraft hat, wäre der sinnvollste weg, das kind aus der pflegefamilie rauszuholen und nach hause zu holen in väterliche obhut und umgebung. mit dem jugendamt kann man dann gemeinsam klären, wie die umgangskontakte einmal im monat unter aufsicht geklärt werden und in welcher einrichtung. er muss dann nur darauf achten, dass sie sich fernhält den rest der zeit.

was also will denn vati eigentlich?

dumm wäre zu glauben die km könnte sich das kind holen über die vaterschaft des kv. die km muss erwachsen werden, sich therapien holen und lernen das sie ein kind nicht erziehen und versorgen kann. hier geht es nur darum was das beste für das kind ist. das ist derzeit nicht die mutter. es könnte aber der vater und dessen familie sein.

Antwort
von huldave, 10

Das ABR wurde vom Familiengericht entzogen, auch sonst ist das rechtlich kein einfacher Fall.
Der KV sollte daher einen guten Anwalt in diesem Fachgebiet aufsuchen.

Kommentar von scharrvogel ,

der fall kann einfach werden.

1. er muss die vaterschaft anfordern und einen vaterschaftstest einfordern. wenn das jugendamt sich dumm stellt wie hier beschrieben, dann muss er das im eilverfahren einklagen

2. das sorgerecht mit allen bestandteilen steht ihm als vater zu. wenn das jugendamt der erklärung nicht zustimmen will, dann muss er auch hier wieder im eilverfahren klagen

3. er wäre mit pkt 1 u 2 vater eines minderjährigen kindes, hat gemeinsames sorgerecht und abr. dazu müsste er einfordern das kind aus der pflegefamilie entlassen wird in seinen haushalt. wenn jugendamt wieder ausflüchte findet, dann muss er auch hier sein recht als vater einklagen.

 - ist so schwierig nicht und dazu gehört einfach nur standfestigkeit und einen etwas guten und findigen anwalt.

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