Frage von hyperbumblebee, 67

Sorgen um Freundin, wie helf ich ihr am Ehesten?

Ein Mädchen aus meiner Klasse, dass ich schon seit 10 Jahren kenne zeigt sehr deutliche Anzeichen auf Magersucht... Wir sind befreundet, sie ist aber zugegeben nicht einer meiner besten Freundinnen, aber wir verstehen uns immer schon sehr gut. Schon vor ca drei Jahren hat sie sich mal selbst am Arm verletzt und wir haben mit ihr gesprochen und daraufhin hat sie glücklicherweise aufgehört. Mit ihr zu sprechen ist aber leider alles andere als einfach, da sie sehr verschlossen ist und abblockt. Außerdem hat sie sehr wenig selbstvertrauen und hat immer Angst nicht "dazuzugehören".... Letztes Jahr, als wir zum Schularzt gingen, hat sie mich gebeten niemandem ihr Gewicht zu verraten, da sie so dick ist... (ist sie aber nicht, sie hat ein recht durchschnittliches Körpergewicht) Dabei dachte ich mir ja schon ein bisschen was, da bereits eine andre gute Freundin von mir Magersüchtig war (darüber findet ihr in meinem Profil eine andere Frage wers genauer wissen will, es geht darin um eine mögliche Schwangerschaft bei ihr). Ich habe das damals aber alles als nichtig abgetan und redete mir ein, es hätte nichts zu bedeuten.. Nun seit einem Monat ca, fälllt mir auf, dass sie etwas abgenommen hat. Nicht gravierend viel, aber da ich sie schon so lang kenne fiel es mir schon auf. Hinzu kommt, dass sie ziemlich oft blaue Flecken hat und letzte Woche sogar ein blaues Auge. Ich und ein paar Freundinnen haben überlegt, woher das kommen könnte, sind aber auf keine Lösung gekommen. Ich kenne ihre Familie und die sind alle recht nett, auch im Freundeskreis gibt sie sich, soweit ich weiß, nicht mit gewalttätigen Leuten ab... Ich konnte mir keinen Reim drauf machen und sie hat auch niemandem was gesagt, weshalb ich es leider wieder abgetan und nicht mehr angseprochen habe... So, letzte Woche fing es dann richtig an... Sie hat sich in der Turnstunde angeblich den Finger in den Hals gesteckt und erbrochen.... Das hat mir eine Freundin von ihr nachher gesagt... Da war ich mir schon ziemlich sicher, dass sie Gefahr läuft Magersüchtig zu werden, oder es schon ist. Ich habe mir seitdem zwar riesige Sorgen gemacht, mich aber nicht getraut sie drauf anzusprechen :/ Die nächsten Tage fiel uns allen auf, dass sie nie isst & heute in der Pause ist sie fast umgekippt & musste zum Schularzt. Soweit die ganze Geschichte... Ich weiß, das wird eine verdammt lange Frage, also herzlichen Dank, an alle die es überhaupt lesen.... Ein paar Dinge zu uns: wir sind beide 16, gehen ins Gymnasium & ihre Noten sind leider nicht so gut, aber sie hat keine 5 soweit ich weiß. Ich habe ihr heute geschrieben ob alles okay ist und dass sie mit mir reden kann, wenn was ist... Sie sagt natürlich, dass es ihr gut geht... Ich hatte das bei meiner anderen Freundin mitangesehen, wie die Magersucht begann und schlimmer wurde & obwohl ich es diesmal schon so früh bemerkt habe, hab ich nichts gesagt, weil ich nicht wusste, wie. Was soll ich tun, wie soll ich mich verhalten, wie kann ich ihr helfen?

Antwort
von moopel, 28

Hallo. Dass du dir schon Gedanken machst, dass ist schon mal sehr gut. Das ist der richtige Schritt zum Helfen.

Also, dass mit dem blauen Auge, dass kann überall her kommen, auch von der Familie. Sowas kann von heute auf morgen kippen. Als meine Oma gestorben ist, wurde mein Vater auch sehr aggressiv und manchmal war er auch betrunken. Geschlagen hat er zum Glück nicht. Aber das ist nur ein schmaler Grad. Es kann also sein, dass sie Probleme hat, die sie sehr belasten und daher den Appetit klauen und sie daraufhin abnimmt. Es muss nicht zwangsläufig eine Essstörung sein.

Aber wenn du sagst, dass sie sich mal geritzt hat , sich schon zu schwer beim Schularzt fühlte und sie sehr verschlossen ist, deutet das für mich schon auf ein tieferes Problem hin. Das kenne ich von mir selbst. 

Wenn dann auch die Story mit dem Erbrechen stimmt... bei manchen Quellen muss man halt vorsichtig sein... dann deutet alles auf eine Essstörung hin. Das kann Magersucht mit bulimischen Phasen zb sein.

Wenn Sie nicht mit euch reden will, dann bringt das auch nichts. Irgendwann macht man dicht und traut niemanden mehr. Oder man hat Angst, dass keiner mehr einen mag. Wenn sie nicht mit euch redet, dann akzeptiert das. Bedrängt sie nicht und redet nicht auf sie ein. Behandelt sie dann normal, geht da nicht drauf ein und seit nicht übertrieben freundlich. Essen anbieten oder so ist auch schlecht. Das macht das meiste nur schlechter.

Da sie schon beim Schularzt wart, könnt ihr mal mit dem reden. Fragt nicht was sie hat, dass darf er euch nicht sagen. Sondern richtet eure Sorgen aus, dass was du hier geschrieben hast. Er wird dann die nächsten Schritte einleiten und die Eltern hoffentlich informieren. Oder ihr könnt auch mit einem Vertrauenslehrer sprechen mit der Bitte sich mit eurer Freundin und den Eltern auseinander zu setzten. Die Eltern sind jetzt die nächsten die helfen können. Oftmals nehmen diese eine Veränderung nicht wahr und brauchen einen kleinen Anstupser.

Ich drücke euch und ihr die Daumen, dass alles gut wird!

Kommentar von hyperbumblebee ,

vielen Dank! Das hilft mir sehr :)

Antwort
von Shyvana, 19

Erst einmal: Hut ab! Vieles würde nicht so schlimm enden, wenn mehr Menschen so aufmerksam und vor allem so hilfsbereit wären wie du.

Wäre es möglich, mit ihrer Mutter bzw. ihren Eltern zu sprechen oder schätzt du diese eher so ein, dass sie nicht so viel darauf geben?

Habt ihr so etwas wie einen Schulpsychologen an der Schule?

Wenn es nicht möglich ist, mit einem erwachsenen Menschen über ihr Problem zu reden, wäre es das Beste, wenn du nochmal persönlich das Gespräch mit ihr suchst und ihr erklärst, dass sie sich selbst komplett anders (und falsch) wahrnimmt als sie in Wirklichkeit ist und es da einen Weg raus gibt, der einfacher zu gehen ist, solange sie da nicht noch tiefer drinsteckt. Dieser führt über eine Therapie, die ihr eine neue Lebensqualität ermöglicht und sie, im schlimmsten Fall, vor mit Magersucht verbundenen Krankheiten oder gar dem Tod bewahrt.

Nimm es nicht persönlich, wenn sie grantig reagiert. Es wird der Tag kommen, an dem sie dir dankbar dafür ist, aber das wird sie erst verstehen, wenn sich ihre gestörte Selbstwahrnehmung bessert.

Kommentar von hyperbumblebee ,

ich hoffe, dass der schularzt das schon kapiert hat und was macht, ansonsten werd ich mir das mit dem schulpsychologen überlegen, vielen Dank!

Antwort
von Allfkdkdbyk, 22

Du solltest sie dringend davon überzeugen, sich bei einem Psychater in Behandlung zu begeben! Magersucht ist eine sehr ernst zu nehmende psychische Erkrankung und kann auch zum Tod führen!

Kommentar von hyperbumblebee ,

na das weiß ich doch, wie gesagt ich hab das schon bei einer anderen guten Freundin gesehen wohin das füren kann... seitdem hab ich mich auch darüber informiert, aber wie gesagt sie blockt immer ab, wenn man mit ihr sprechen will... ich hoffe lehrer und schularzt handeln, ich kann sie davon niemals überzeugen...

Kommentar von Allfkdkdbyk ,

Du solltest mit ihren Eltern reden, die können sie nötigenfalls zwingen zum Psychater zu gehen. Aber versuch erstmal weiter mit ihr zu reden.

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