Frage von CrayzConJonas, 64

Sony A58K oder Nikon D3300?

Ist für einen Anfänger in Sachen Spiegelreflexkameras eine Nikon D3300 oder eine Sony A58K besser? Mir geht es um schnellen AF, wenig Bildrauschen bei Video- und Fotoaufnahmen bei wenig Licht und relativ realitätsnahe Farben.

Antwort
von Airbus380, 29

Etwas allgemeiner:

Zunaechst mal ist der Markt der Digitalkameras nahezu unueberschaubar
und fast taeglich gibt es neue Modelle; die Vorgaenger sind noch lange
in den Regalen.

Um etwas "Ordnung in das Angebot" zu bringen sollte man sich zunaechst mal kritisch selbst fragen, was man ueberhaupt will und erwartet und wie viel man bereit ist zu schleppen und an Geld auszugeben..

Die ganz einfachen Kameras (50-200€) werden mehr und mehr von den eingebauten Smartphonekameras verdraengt.

Preislich im Anschluss (200-700€) kommen dann:

1.die Bridge- oder Superzoomkameras (mit kleinem Sensor)

2.hoeherwertige Kompaktkameras (mit kleinem, mittlerem oder auch APS-C-großem Sensor)

Vorteil der Bridge sind:

•der oft enorme Zoombereich,

•der Sucher

•die ueberschaubaren Kosten

•oft sehr ordentliche Makrotauglichkeit

Die Nachteile der Bridgekameras sind:

•bei wenig Licht sehr deutlich schlechtere Bildqualitaet als Kameras mit großem Sensor

•der Autofokus ist nicht sporttauglich

•schoene Hintergrundunschaerfe ist fast nur im Makrobereich oder mit Tricks und Koennen machbar

Ob man die Groeße eher als Vor- oder als Nachteil sieht ist Geschmacksache.

Kompaktkameras kauft man deshalb, weil man nicht viel schleppen will
oder darf, oder weil man unauffaellig fotografieren will. Gute
Kompaktkameras wie z.B. die Ricoh GR kosten nicht nur so viel wie eine
Systemkamera, sondern liefern auch erstklassige Bildqualitaet.
Schließlich haben sie Bildsensoren, wie sie auch in Systemkameras
verwendet werden. Weitere herrausragende Kompaktkameras kommen von
Olympus, Fuji und Sigma. Nachteile sind:

•oft kein (oder nur teurer Zubehoer-) Sucher

•nur eine Brennweite, die auch kaum erweiterbar ist

Dazwischen gibt es noch Kameras, die deutlich kompakter sind als eine
Bridge, aber auch deutlich groeßer als eine kleine Kompaktkamera.
Populaerer Vertreter ist die Canon Powershot G15. Zoombereich und
Sensorgroeße liegen ebenso wie die Gehaesegroeße im Mittelfeld mit allen
Vor- und Nachteilen.

Kommen wir jetzt zu den Systemkameras. Auch die gibt es vereinzelt
mit winzigen Sensoren (Pentax Q und Nikon 1). Normalerweise sind aber
Sensoren verbaut, die die Groeße von mindestens 1 Daumennagel (mikroFT
und FT), 1,5 Daumennaegeln (APS-C) 3 Daumennaeglen (Kleinbild oder
Vollformat) oder 5 und mehr Daumennaegeln (Mittelformat) haben. Ein
Schaubild gibt es hier:

https://de.wikipedia.org/wiki/Bildsensor#mediaviewer/Datei

Kostenmaeßig kann sich das Hobby Fotografie als ein "Fass ohne Boden"
entpuppen, wenn man sich fuer eine Systemkamera entscheidet. Dafuer
bleibt dann auch kaum eine Aufgabenstellung unloesbar, wenn man
genuegend Wissen und Geld hat. Allerdings kann man auch gut unter 1000
Euro bleiben und gluecklich werden. Lichtstarke Objektive gehen aber bei
jedem System ins Geld (und ins Gewicht). Außerdem wachsen die zu
schleppenden Kilos proportional zur Groeße des Sensorformats. Dabei
stellen die passenden Objektive den Loewenanteil des Gesamtgewichtes.

Benutzer der "alten" Systeme wie Canon, Nikon, Pentax und Sony
(Minolta) koennen nicht nur auf ein großes (Pentax und Sony) bis
riesiges (Canon und Nikon) Neusortiment, sondern auch auf einen riesigen
Gebrauchtmarkt zugreifen. Doch auch die neuen Systeme (Sony NEX,
Olympus und Panasonic mFT, Fuji X) bieten fuer die allermeisten
ernsthaften Fotografen genuegend "Arbeitmaterial".

Mit welchem System man letztendlich gluecklich wird, kann hier
(oder in anderen Foren) niemand entscheiden außer dem Kaeufer selbst.
Der muss entscheiden, wie viel er schleppen, wie viel er ausgeben will,
welche Geraetschaften sich in seiner Hand am ertraeglichsten anfuehlen,
welches Menue er am besten versteht, mit welchem Sucher er am ehesten
klarkommt. Man muss die Geraete gerne in die Haende nehmen. Nur dann
nimmt man sie gerne mit und die Bedienung gibt nicht jedesmal neue
Raetsel auf. Die erzielbaren Bildergebnisse liegen gar nicht so weit
auseinander und sind mehr abhaengig vom Koennen des Fotografen, dem
Licht und der Qualitaet des Objektivs als von der Wahl der Kamera
.

Der Gang in einen gut sortierten Laden oder zu einem Fotostammtisch
oder zu einem Fotoclub/VHS ist unabdingbar. Nicht um sich von
Verkaeufern oder Usern einlullen zu lassen, sondern um mal ein paar
Geraetschaften auszuprobieren und den persoenlichen Favoriten zu finden.
Kameras sind etwas sehr individuelles, aber letztlich nur ein Werkzeug.

Eigenschaften wie Sucher, Haptik, Bedienlogik, Geraeusche,
Wetterfestigkeit sollten wichtige Auswahlkriterien sein; nicht nur
Zubehoerauswahl, Image, Preis, Empfehlungen oder gar Testberichte
. Auch die Notwendigkeit von WiFi, Klappdisplay, GPS, Touchscreen usw. wird vollkommen unterschiedlich bewertet.

Wer Hallensport oder Wildlife (insbesondere kleine Voegel)
fotografieren will, hat natuerlich ganz andere Anforderungen an die
Ausruestung, sollte sich dann aber auch ueber die Kosten im Klaren sein.

Antwort
von Airbus380, 24

etwas spezieller:

die A58 ist gar keine Spiegelreflexkamera, weil sie keinen optischen Sucher mehr hat. Sie bietet nur noch das A-Bajonett aus der DSLR-Zeit von Minolta, spaeter Sony.

Moderner und zukunftsicherer waere das E-Bajonett der spiegellosen Sonys.

Du solltest aber Canon und Pentax nicht "außen vor" lassen. Gerade bedienungsmaeßig "passen" sie vielen Nutzern viel besser. Aber das musst du ausprobieren.

Auch musst du entscheiden, ob es ueberhaupt eine DSLR sein muss. Fuer die Bildqualitaet ist das naemlich nicht entscheidend, in Sachen Volumen und Gewicht schon! 

Expertenantwort
von nextreme, Community-Experte für Kamera, 14

Die Alpha dürfte beim Fokus vorn liegen die Nikon beim Bildrauschen. Bei der Farbe haben alle Hersteller ihre eigene Definition von realitätsnah.

Weiterer Vorzug der Nikon ist der das man sie nicht mit dem Kitobjektiv kaufen muss, sondern auch gleich mit einem Tamron oder Sigma 17-50f2,8 erhält und auf die Lichtstärke des Objektivs (hier durchgehend 2,8) kommt es bei wenig Licht an - ebenso auch bei der Erzeugung von Unschärfeeffekten.

Ich würde allerdings auch über Systemkameras wie eine A6000 nachdenken, die hat zwar keinen Spiegel ist aber absolut schnell mit dem Fokus, da sie den DSLR-üblichen Phasen AF direkt auf dem Sensor hat und sie kommt sehr gut mit wenig Licht klar. Allerdings sind hier die Objektive teurer. Hier kommt es dann darauf an, ob Du auch manuelle Objektivenutzen willst oder kannst. Unüblich ist das nicht beim Filmen.

Antwort
von engolmaster, 24

Die Sony. Habe die mir vor 1 Woche gekauft, super. Das simple Objektiv was dabei ist, reicht für Anfänger aus, stößt aber bald an seine Grenzen. Aber die Cam schafft mit dem "Kein Blitz" Modus, dunkle Räume Rauschfrei zu fotografieren. Ebenfalls, wenn du Nachts draußen fotografierst, wenig bis kein Rauschen.

Mit freundlichen Grüßen

Antwort
von alphonso, 25

Sony soll nicht schlecht sein - aber für mich hat Nikon ganz klar die Foto-Kompetenz, weshalb ich auch Nikon habe.

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