Frage von Fiedler1207, 51

Sollten Vermögen und Erbschaften stärker versteuert werden?

Expertenantwort
von wfwbinder, Community-Experte für Steuern, 36

Vermögensteuer:

Die ist schlecht, weil nicht jedes Vermögen Einkünfte erbringt. Es ist keine gute Idee Vermögen zu besteuern, weil Vermögen ncihts über Einkünfte aussagt und unterschiedliche Vermögensarten sich oft schwer vergleichen lassen. Das ist übrigens der Grund, warum die Vermögensteuer zur Zeit in Deutschland nicht erhoben wird.

Erbschaftsteuer:

Die ist grundsätzlich nicht schlecht, denn es fließt Jemandem Geld zu, der dies erhält, ohne etwas dafür getan zu haben. Nur die derzeitige Art der Erhebung ist Schwachsinn. Über 85 % der ERbfälle udn somit der abgegebenen Erklärungen führen zu Steuer 0,- Euro. Die Erhebung der Steuer kostet fast 50 % der Einnahmen aus dieser Steuer. Würde man die gleiche Menge an Finanzamtsmitarbeiter dafür einsetzen sich um z. B. Betriebsprüfungen zu kümmern, würde vermutlich erheblich mehr Geld dabei rauskommen. 

Antwort
von Interesierter, 44

Vermögen und Erbschaften wurden bereits als Einkommen versteuert. 

Hier geht es doch nicht um Gerechtigkeit sondern ausschließlich um das Abschöpfen von Vermögen. Dass sich hierfür eine breite Mehrheit findet, ist normal, da die überwiegende Mehrheit der Bevölkerung nichts oder nur in geringem Umfang Vermögen hat oder erben wird.

Diese Diskussion ist eine klassische Neiddebatte.

Weiter muss jeder, der Vermögen besteuert damit rechnen, dass dieses Vermögen in Länder abfließt, in denen es nicht besteuert wird.

Kommentar von borriquito ,

Ah, es geht nicht um Gerechtigkeit... Da die abzuschöpfenden Vermögen durch Ungerechtigkeit entstand sind (ich erspare uns jetzt mal die ökonomischen Details), geht es bei der Abschöpfung natürlich um Gerechtigkeit. Und das peinliche Etikett "Neid-Debatte" ist leider nicht mehr als ein hilfloser Kampfbegriff (legitim, natürlich - aber halt schwach und dumm). Meine Forderung nach einem Schließen der Schere zwischen Arm und Reich beruht auf Erkenntnissen, die mittlerweile bis zum IWF oder OECD durchgedrungen sind: Ungleichzeit in diesem Ausmaß macht krank, pervertiert das Prinzip der ökonomischen Leistungsgerechtigkeit, sorgt für Wirschafts- und Finanzkrisen (Bankenkrise, Schuldenkrisen -- Krisen des Kapitalismus) und ist schlicht undemokratisch. Denn wenn "Geld die Welt regiert" (so weiß es der Volksmund), dann existiert Demokratie logischerweise nur, wenn das Geld gleichmäßig verteilt ist.

Kommentar von Interesierter ,

Wie gesagt: Das ist eine reine Neiddebatte nach dem Motto: "Du hast mehr, ich will etwas davon abhaben!" Dies ist kein Etikett sondern Realität.

Das Problem an unseren Wirtschafts- und Finanzkrisen ist doch ein ganz anderes. Durch staatliche Stützungen werden Banken vor der fälligen Insolvenz bewahrt. Durch Steuergelder werden marode Banken gestützt, um die Guthaben zu sichern.

Jeder, der Geld auf die Bank trägt, gibt dieser einen Kredit. Geht die Bank pleite, ist selbstverständlich auch der Kredit hinüber. Dieses Ventil nimmt überschüssiges Geld aus dem Markt und bewahrt die Kaufkraft. Verlieren kann dabei immer nur der, der etwas hat. Und wer viel hat, verliert dabei auch viel. Was daran undemokratisch sein soll, musst du mir mal erklären.

Antwort
von rotreginak02, 45

Nein, für beides zahlt man ohnehin schon genug Steuern. 

Der Staat sollte vielmehr dort die Steuern eintreiben, wo sie mithilfe der Schlupflöcher quasi legal hinterzogen werden. Große Unternehmen, die hier Subventionen einkassieren, hier produzieren etc.  und geschickt den Firmensitz in Steuerparadise verlagert haben, sollten hier auch angemessen Steuern bezahlen.

Antwort
von whabifan, 51

Ich finde Erbschaften zu versteuern grundsätzlich falsch, da es bereits versteuertes Geld ist. Ausserdem geht die Schere zwischen arm und reich durch hohe Erbschaftssteuern weiter auseinander. Ein Millionär hat die Möglichkeit bei einer Erbschaft sich steuerlich zu optimieren, die Steuern zu umgehen und dafür zu sorgen dass er am Ende des Tages vielleicht noch 1 % Steuern auf das Erbe zahlt. 

Der einfache Mann nicht, deshalb wird es immer schwieriger dass eine kleine Familie sich über mehrere Generationen etwas aufbaut, weil Pappa Staat permanent dazwischengrätscht und sich ordentlich was unter die Kralle reist. 

Kommentar von wfwbinder ,
Ein Millionär hat die Möglichkeit bei einer Erbschaft sich steuerlich zu optimieren, die Steuern zu umgehen und dafür zu sorgen dass er am Ende des Tages vielleicht noch 1 % Steuern auf das Erbe zahlt. 

Das ist nicht richtig. Gerade kleine Vermögen werden durch die Freibeträge völlig geschützt.

Reiche sind reich und da lässt sich auch ncihts wegdiskutieren und wenn ein in Deutschland lebender Millionär ein Haus auf Mallorca an einen Menschen vererbt/verschenkt, der nciht in Deutschland lebt, wird in Deutschland trotzdem Erbschafts-/Schenkungssteuer fällig.

Kommentar von borriquito ,

Das ist vollkommener Blödsinn. Wir reden bei der Forderung nach Einkommens- und Erbschaftssteuer immer über eine zusätzliche Belastung von Reichen und Superreichen. - Alle anderen Menschen würden dann davon profitieren.

Antwort
von lesterb42, 11

Als die Vermögensteuer 1996 ausgelaufen ist, wurde als Ausgleich die Grunderwerbsteuer von 2 % auf 3,5 % angehoben und damit fast verdoppelt!! Zwischenzeitlicih liegt sie in einigen Bundesländern bei 6,5 %.

Und nun noch wieder Vermögensteuer einführen ??

Antwort
von borriquito, 17

Große Vermögen und Große Erbschaften sollten stärker besteuert werden, ja. Sonst geht die Schere zwischen Arm und Reich noch weiter auseinander - mit all den negativen Folgen, die wir schon jetzt deutlich spüren (Finanz- und Schuldenkrise, Ungerechtigkeit, fehlende Investitionen in die gesellschaftliche Infrastruktur, zunehmende soziale Spannungen bis hin zur Kriminalität, fehlende ökonomische Perspektiven für ein Drittel der Bevölkerung, fehlende soziale Durchlässigkeit, Ent-Demokratisierung durch Entstehung von Geldadel etc.)

Kurz: Ohne eine drastische Kappung der Vermögen der Reichen und Superreichen (keine Sorge, trifft wohl kaum einen der hier Lesenden und Schreibenden), kommen wir einer freien, gerechten und friedlichen Gesellschaft nicht näher, sondern entfernen uns immer weiter.

Antwort
von DerSchokokeks64, 48

Ja, denke schon. Aber bei Erbschaften sollte das kleine Familienhandwerksgeschäft bevorzugt werden vor Menschen, die einfach "nur" Reichtum erben. Wenn wir die Steuer z.B. ab 5 Millionen Vermögen erhöhen würden, hätte eine Reiche Person halt nur 1 Boot statt 2. währe das schlimm?

Kommentar von Interesierter ,

Ja, das wäre schlimm. Die meisten Menschen, die reich sind, investieren das Geld in sinnvollere Dinge und schaffen bzw sichern dadurch Arbeitsplätze.

Diene Ansicht ist das Ergebnis einer klassischen Neiddebatte.

Kommentar von DerSchokokeks64 ,

Das ist ja meiner Meinung nicht das Problem. Reiche Menschen wie zum Beispiel Bill Gates, die eine Stiftung haben und den Großteil ihres Geldes spenden. Andererseits gibt es ja auch noch die andere Sorte Reicher, die zum Beispiel andere Menschen abzocken, um sich selbst zu bereichern. Das hat nichts mit Neid zu tun, sondern mit Fairness. Wer es verdient hat, soll reich sein, aber nicht übermäßig reich. Und wer eben nur geerbt hat,oder z.B. als Bankmanager 10 Millionen Abfindung bekommen hat, damit er keinen Mist mehr baut, sollte eben einen Großteil abgeben. Die Reichen Menschen die Investieren, tun das, um noch reicher zu werden. nicht aus Wohltätigkeit.

Antwort
von peterwuschel, 46

Wenn es Dein Vermögen und Erbschaften angeht ...na freilich...

pw

Kommentar von whabifan ,

Warum bist du so scharf darauf mehr Steuern zu zahlen?

Kommentar von peterwuschel ,

Du Frage ... ich Antwort....

Das Thema ist sowas von ausgelutscht....pw

Kommentar von whabifan ,

Okay.

Antwort
von Realito, 7

http://www.spiegel.de/thema/vermoegensverteilung_deutschland/  ...Dort  kann man sehen wie der Hase läuft!

Antwort
von Ranzino, 36

Nein, weils den Staat nix angeht, was mit bereits versteuertem Geld passiert.

Antwort
von railan, 33

Alle die nichts haben, werden dem zustimmen... 

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