Frage von AkaXain, 57

Sollten Politiker moralisch handeln? oder Sollte Moral teil von Politik sein?

Ich finde eine sehr interessante Frage, bei der ich mich sehr über ein paar Argumente freuen würde. Wichtig ist hier natürlich der Begriff der Moral. Hier ist er zu verstehen als: Für richtig angesehenen ethischen Maximen zu folgen.

Antwort
von Quastroo, 33
Ja

Ja, aber mit gewissen Grenzen. Die Moralvorstellung sind von Gesellschaft zu Gesellschaft unterschiedlich. Die Vielfalt der Meinungen auf der Welt setzt dem ganzen einen Strich durch die Rechnung, sodass es keine allgemeine Lösung gibt. Den wirtschaftlichen Teil eines Aktes sollte aber auch nicht außer acht gelassen werden, denn sonst wird es irgendwann keine Moral mehr geben, wenn Krieg, Staatsbankrott und Gefahr von Anarchie an der Tagesordnung stehen..

Antwort
von Nijori, 34

Richtig, ethisch, moralisch, das ist alles subjektiv und jeder handelt nach seiner eigenen Idee von Moral, egal ob Politiker oder sonstwer, ob jeder nach eben der Art von Moral handeln sollte die grade für die breiten Massen richtig ist, na ich weiß nicht.
Die breite Masse kann eigentlich nur diese Meinung zu Moral haben, weil viele sich nur rein theoretisch mit Moral auseinandersetzen müssen und nur sehr selten in Situationen kommen wo sie ihnen pseudomoralischen Worten auch echte Taten folgen lassen müssten.

Moral ist nichts das eine gemeinsame Richtung hat demnach kann man auch nicht sagen jmd soll sich moralisch verhalten, er tut es nämlich schon längst nach seiner eigenen Moral.
Man kann nur sagen er soll seine Moral der eigenen anpassen und wenn wir anfangen anderen eine bestimmte Moal aufzudrücken wars das mit der Meinungsfreiheit, oder?

Meiner Meinung nach sollten viele Politiker mehr auf das Gemeinwohl hin handeln als in das eigene Portmonie. ;)

Kommentar von AkaXain ,

Aber trotzdem gibt es auch Werte, wie einige christlich Grundsätze die alle "gut" bewerten/finden.

Man kann doch auch, obwohl man weiß es ist eigentlich falsch etwas trotzdem tun. So wie dein letzter Wunsch ja letzten endlich auch nur ein Wunsch ist nach mehr "Moral" in der Politik.

Kommentar von Nijori ,

Was hat das ganze jetzt mit christlichen Werten zu tun?

Es braucht in jeder Gesellschaft Richtwerte, die die meisten einhalten, damit besagte Gesellschaft funktioniert und ja daran sollten sich Politiker wie auch alle anderen Mächtigen die sich nur allzugern von soetwas freikaufen halten.

Was man aber Moral nennt geht mehr in die Feinheiten von "richtig" und "falsch" die sind nunmal subjektiv.

Menschen tun in der Regel nur etwas gegen ihre moralischen Grundsätze weil man sie zwingt oder es mit diesen Grundsätzen dann doch nicht so ernst war sobald es unangenehm wird ihnen zu folgen.
Wenn man wirklich fest zu seinen Prinzipien steht, tut man nichts was ihnen entgegen handelt oder man hat eben andere Prioritäten.

Kommentar von AkaXain ,

Es gibt auch über Richtwerte, wie du es formulierst, ich denke damit ist in Richtung Gesetzte gedacht, hinaus Werte, Grundsätze oder Normen in einer Gesellschaft die von ihr als verbindlich akzeptiert sind. Ganz simples Beispiel es wird allgemein positiv Bewertet, wenn du einer alten Frau den Einkauf nach Hause trägst. Solche Werte/Normen/Grundsätze, die von der Allgemeinheit akzeptiert werden, sind oft auch christliche Werte, wie zum Beispiel eines der Gebote, seine Eltern zu ehren.

Ich glaube genau hier setzt die Frage, unteranderem, an, wenn Politiker sich nicht mehr "moralisch" verhalten, aus welchen Gründen auch immer. Ob das ok ist und oder ob sie sich prinzipiell denn an verbindlich akzeptierte Werte/Normen/Grundsätze halten sollten.

Kommentar von Nijori ,

Die Grundregeln was die Gebote im Christentum ja nur sind, sind für jedes Gesellschaftssystem ob religiös oder nicht in etwa die selben, man findet sie in den Basisschriften der meisten Religionen und in Gesetzesverordnungen der ältesten Staaten, denn ohne wenigstens diese Grundregeln können Menschen nicht zusammenleben.
Das ist nichts was das Christentum für sich beanspruchen könnte, alles baut auf den meisten dieser Regeln auf und erfunden hat weder das Christentum, noch das Judentum aus dem es hervorging, die Grundsätze zum zusammenleben von Menschen.

Dein Beispiel ist z.B. keine als allgemein normal und gut anerkannte Norm, sonst würden alte Menschen nicht in den meisten Fällen in Altersheime abgeschoben werden sobald sie Hilfe brauchen.
Das moralisch richtige "man hilft alten Menschen" ist zu einem Relikt geworden aus einer Zeit in der man das tatsächlich tat, heute ist es doch ehr "Oma kann nicht mehr so wie früher, soll sich jmd anders um sie kümmern"
Heute ist es ja in mancher Gegend schon so das man froh sein kann wenn eine alte Frau die langsam den Zebrastreifen überquert nicht angebrüllt wird, das sie schneller machen soll.

Wie gesagt selbst die Grundsätze verändern sich mit der Zeit und den Menschen, je nach Generation und Umfeld liegen moralische Prioritäten ganz verschieden.
Nehmen wir das allzu gern gehörte Menschenleben sind das wichtigste wir müssen "unterstützen" wo wir nur können, mal ganz abgesehen davon das das meistens eine leere Phrase ist um andere Motive zu kaschieren, bin ich z.B. der Ansicht das es weit wichtigeres gibt als Menschenleben und würde z.B. zugunsten von Naturschutz einige Tode in Kauf nehmen.

Antwort
von AkaXain, 8

Hier ist meine Antwort:

Essenziel für diese Frage ist, was moralisch handeln bedeutet.

Der Duden bestimmt die Moral in erster Linie als: „Gesamtheit von ethisch-sittlichen Normen, Grundsätzen, Werten, die das zwischenmenschliche Verhalten einer Gesellschaft regulieren, die von ihr als verbindlich akzeptiert werden“ aber auch als: „sittliches Empfinden, Verhalten eines Einzelnen, einer Gruppe“. Es wird aber auch, gerade in der Philosophie, als Lehre vom sittlichen Verhalten genutzt. Das heißt für diese Frage betrachten wir moralisch handeln, als Handeln nach, als richtig angesehenen, ethischen Maximen.

Für Machiavelli war ein sicherer Staat nicht mit einem „moralischen“ Souverän nicht zu denken. Kant hingegen sagt es bräuchte „moralische“ Politiker, ohne sie könne zum Beispiel kein Völkerbund existieren.

So kommt man gleich zu Gegenargument/Fragen die sich aufwerfen.

Nach welchen Werten/Grundsätzen/Normen soll ein Politiker entscheiden, nach den Werten eines Landes, der Europäischen Union oder gar welchen, die auf der gesamten Welt akzeptiert werden? Wie bestimmt man was als richtig angesehen wird? Gibt es überhaupt Werte, Grundsätze und Normen die von allen als „richtig“ angesehen werden und wer ist dann alle? Oder auch: Handelt nicht jeder von sich aus bereits moralisch, wenn man davon ausgeht, dass schließlich alle der gleichen Auffassung leben?

Ob wir etwas als richtig oder falsch betrachten ist subjektiv.

Es kann immer jemanden geben, der nicht der gleichen Meinung ist. Dennoch gibt es Ansichten, zu verschiedensten Werten/Grundsätzen/Normen, die Mensch teilen. Betrachtet man nun immer mehr Menschen steigt jedoch die Wahrscheinlichkeit, dass einer diese nicht teilt. Je mehr Menschen man mit einbezieht, desto kleiner wird die Anzahl der Werte, denen jeder zustimmt. Daher ist es einfacher die akzeptierten Werte einer homogenen Gemeinschaft als Maxime auszulegen, da sie spezifischer sind.

Da nun Politiker in der Regel gewählt werden und dies von einer Gemeinschaft, die so weit homogen ist, dass sie sich als ein Volk sieht, ist es logisch die Werte, die von dieser Gesellschaft verbindlich akzeptiert werden als Basis zu wählen.Aber auch in dieser Gesellschaft wird es Menschen geben, die nicht der Meinung sind, der die Mehrheit ist. Nimmt man nun Werte, die wirklich von absolut jedem verbindlich akzeptiert werden oder „ignoriert“ man Minderheiten? Aber wann ist eine Minderheit so unbedeutend, dass man sie ignorieren dürfte? Eine objektive Antwort habe ich nicht gefunden.

Auf die nächste Frage kann nicht mit wissenschaftlichen Prinzipien oder mathematisches Verfahren antworten. Es verhält sich wie die Naturrechte, die auch nicht direkt formuliert sind aber dennoch von jedem akzeptiert werden. Hier spielt auch die Antwort der ersten Frage mit rein.

Die letzte Frage ist leicht zu beantworten, denn das Menschen auch gegen ihre eigene/die allgemeine Vorstellung vom moralischen Handeln agieren, kommt durchaus oft vor.

Das eigentlich grundsätzliche Pro-Argument ist simpel. Jeder Mensch hat eine Pflicht zum moralischen Handeln. Der Grund hierfür liegt schon im Unterschied den wir Menschen zu anderen Lebewesen ziehen, dass wir über Begriffe wie die Moral nachdenken. Es ist weiterhin für den Frieden in einer Gesellschaft notwendig, das hat auch Machiavelli erkannt. Deshalb ist es nur logisch, dass eine solche Pflicht auch für Politiker gelten. Ja gerade für Politiker, so könnte man argumentieren, da sie als „Staatsführende“ auch eine Vorbildfunktion haben.

Nietzsche wirft allerdings ein, dass ein Mensch der durchgehend "moralisch" handelt, wird leicht/schnell von anderen Menschen benutzt. Wenn nun also alle Politiker moralisch handeln würden, würde der Staat aufgrund der Mentalität der Menschen, auf seinen eigenen Vorteil bedacht zu sein, zerfallen.
So kommt man letzten endlich zu einem Kompromiss. Auf der einen Seite steht die Pflicht der Menschen sich moralisch zu Verhalten. Auf der anderen Seite ist man auf den Erhalt des Staates und gegebenenfalls auf ein Gemeinwohl bedacht. So komme ich auf das Urteil: Ja allgemein sollten sich Politiker moralisch Verhalten aber nur in den Grenzen des Erhalts/Wohl des Staates und immer vor dem Hintergrund der Gesetzte, denn von diesen weiß er, dass sie legitim sind.

Antwort
von voayager, 13

Stellt sich die Frage welche Moral denn ein Politiker befolgen soll, schließlich gibt es da recht unterscheidliche Arten mit unterschiedlichen Inhalten.

Kommentar von AkaXain ,

Ja die Subjektivität steht dem ganzen im Weg aber trotzdem gibt es Moralvorstellungen denen so viele eines Staat zustimmen, das man sagen kann sie wären allgemein von der Bevölkerung als "gut"/richtig anerkannt.

Kommentar von voayager ,

ja stimmt, aber all das ist im Fluß. Denk an den Bibelspruch: "heute schreien sie Hossiana, morgen kreuzigt ihn".

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