smile am 21.11.2007 um 19:05 Uhr
Wie wir alle wissen, sind die Wartelisten auf eine Organspende ewig lang und viele Menschen sterben, ohne je die Chance auf ein Spenderorgan zu bekommen. In den Diskussionen über die Organspende habe ich die Meinung gehört, dass nur Menschen, die bereit sind, nach ihrem Tod Organe zu spenden, auch das Recht haben sollten, im Bedarfsfall welche zu bekommen. Wenn das auch hart klingt, ich finde das gerecht. Ich verlange auch in anderen Bereichen nur etwas von Leuten, was ich auch selbst zu geben oder zu tun bereit bin. Natürlich habe ich einen Organspendeausweis. Es ist doch schön, wenn man nach seinem Tod eventuell noch jemandem helfen kann. Wie denkt ihr darüber?

Menschen, die Bedenken haben Organspender zu werden, sollten dafür nicht bestraft werden. Viel sinnvoller ist es, die Leute gründlich über Organspenden zu informieren - was ja sowieso immer wieder gemacht wird, leider aber nicht jeden erreicht.

Wie soll das gehen? Es gibt Menschen, die sind so krank, dass ihre Organe nicht verwendet werden könnten. Mithin fallen sie als Organspender aus. Vielleicht brauchen aber genau solche kranken Menschen Organe, die sie dann nicht bekämen, weil sie kein Organspender sind?

Auch wenn ich dafür bin und selbst einen Ausweis habe, manche Menschen haben aber dennoch einen Grund sich nicht dafür zu entscheiden, sei es aus Krankheitsgründen, ethischen oder moralischen Gründen. Dennoch darf man einem solchen Menschen bei akuter Not nicht einfach liegen und sterben lassen.

Man sollte vielleicht auch das System, Spender zu werden, vereinfachen. Was Luise schreibt finde ich gut. Viele Menschen wollen spenden, denken aber beim Arztbesuch gar nicht daran, das zu besprechen.
bitmap am 21. November 2007 20:33 Wenn man das will, braucht man nicht erst zum Arzt und das besprechen http://kuerzer.de/0MVaoVfO3

Es sollte mehr Überzeugungsarbeit geleistet werden und die Angst genommen werden,die Ärzte würden sich z.B. bei Reanimationen weniger bemühen,wenn man Organspender ist.Aber grundsätzlich sollte Jeder,der eine Organspende braucht,sie auch bekommen.

Man kann doch bereits aus ethischen Gründen keinen Menschen sterben lassen, weil er nicht so denkt und handelt, wie man selbst gerne möchte. Wo soll das enden?

Ich finde jeder sollte das Recht haben Organe gespendet zu bekommen. Aus Schaden wird man klug und denkt vielleicht dann anders. Wenn ich meine Organe nicht mehr brauche, dann kann sie jeder bekommen, für den sie selber dringend medizinisch notwendig sind. Bin Organspender, war aber lange keiner, weil ich einfach nie gegangen bin und mir diesen Zettel besorgt habe.
Luise am 21. November 2007 19:38 Übrigens finde ich es toll, wie das mit der Organspende hier im State Washington geregelt ist: man wird beim Führerschein-Ausstellen gefragt, Organspender? Auf ein einfaches Ja oder Nein wird dann ein kleines rotes Herz auf den Führerschein mit aufgedruckt. Der Führerschein ist zugleich der Personalausweis, die Meldebestätigung und er wird alle 5 Jahre oder bei Änderungen wie Umzug, Namenswechsel durch Ehe erneuert. Oder falls man sich das mit der Organspende anders überlegt. Also wird jeder selber völlig unkompliziert gefragt und sagt ja oder nein. So geht das.

ich würde hier an dieser Stelle nicht von einem Recht sprechen wollen..in erster Linie hat jeder Mensch das Recht auf sein Leben und das Recht auf seinen Körper..man kann vielleicht die Argumentation hinsichtlich weiterer Spenderbereitschaft verändern , aber man kann doch keine Abhängigkeit daraus ziehen unter dem Motto: "Wenn Du nicht willst, dann wollen wir auch nicht". sowas nennt man Erpressung und ist strafbar, unmoralisch und menschenunwürdig.
Jeder hat das Recht weiterleben zu dürfen und sollte dabei die gleichen Chance nutzen können, egal ob Spender oder nicht.
Das Recht auf Menschenwürde, Leben und körperliche Unversehrtheit gebieten es, jedem Menschen die gleiche Chance auf lebensrettende Maßnahmen zu geben. Egal ob es sich um gute oder schlechte Menschen, Organspender, Straftäter, Rentner, Ausländer, Sozialdemokraten oder Hartz-IV-Empfänger handelt (Aufzählung unvollständig).

du darfst bei aller sympathie für das organspenden nicht vergessen das manche menschen aus tiefen religiösen gründen nicht spenden sie kämen dann in einen gewissenskonflikt das muß man respektieren ich habe auch schon lange einen spenderausweis trotzdem bin ich nicht für deine forderung
krauthexe am 21. November 2007 19:18 Ich möchte Dir nicht zu nahe treten,aber Satzzeichen wären schon was Tolles.Es liest sich einfach besser.:-)
vollimleben am 21. November 2007 19:24 ist ja gut bin noch in der anfangsphase werde mich bessern schönen abend noch
naja wenn jemand in Gewissenkonflikt gerät wenn er ein Organ spenden soll, gerät er auch in welche wenn er welche empfangen soll. Denjenigen betrifft diese Frage ja sowieso nicht
Gerechtigkeit ist vielleicht ein Argument, aber das grenzt ja schon an Erpressung. Klingt wie wenn sich meine Kinder streiten: "Wenn du mir nichts von den Gummibärchen gibst, bekommst du von mir keine Schokolade. Mir ist zwar schon schlecht, aber gerecht ist gerecht." Wollen wir wirklich so miteinander umgehen? Spenderorgane kontingentieren und nur nach "Bewährung" zuteilen? Der Anfang von was ist das denn?

Ein derartiges Prinzip - konsequent zuende gedacht - ließe sich dann natürlich auch noch sehr phantasievoll erweitern, verfeinern und verkomplizieren. Wenn schon, denn schon. Nur Nchtraucher also bekommen eine nikotinfreie Lunge, nur aktive Sportler das starke kräftige Herz eines jungen Unfallopfers, nur bekennende Nichttrinker eine anständige Leber usw. Absurd!

Die Leute, die sowas befürworten, sollten sich lieber mal mit der Problematik befassen. Liest sich als ob dahinter die [falsche] Einstellung steht, dass jedes Organ in jeden Empfänger "passt".
Samml am 21. November 2007 21:46 Hat doch noch keiner befürwortet!
bitmap am 21. November 2007 22:08 Ich meinte gar nicht die gfler, sondern die hier erwähnten Leute -> "In den Diskussionen über die Organspende habe ich die Meinung gehört, dass nur Menschen, die bereit sind, nach ihrem Tod Organe zu spenden, auch das Recht haben sollten, im Bedarfsfall welche zu bekommen."
Eine Verweigerung wäre eine menschenunwürdige Behandlung. Dies würde das Recht auf Leben untergraben und der Grundlage der medizinischen Ethik, zur Hilfe für alle bereit zu sein, widersprechen. Ein Zwang durch eine anderenfalls drohende Ablehnung, obwohl Menschen dies für Leben und Wohlergehen brauchen, wäre eine Verletzung des Selbstbestimmungsrechtes. Vielleicht denken die Betroffenen in der Folge anders.
Die zu einer Organspende Bereiten sehen die Sache vermutlich meistens auch als Hilfe für alle anderen, nicht als einfaches Tauschgeschäft. Wer grundsätzlich dagegegen ist, selbst Organe zu spenden, kann freiwillig verzichten. Rechtlich erzwungen werden sollte so etwas aber nicht.

Ein Mörder wird ja auch nicht hingerichtet, obwohl er es Besser wissen sollte was seine Tat bewirkt. Ich habe 20 Jahre Blut gespendet, habe jetzt u.A. Diabetis und kann nicht mehr als Spender verwendet werden - also habe ich doch auch das Recht auf ein Spendeorgan verwirkt da ich ja nicht mehr selber Spenden kann. Das System aus Östereich- jeder Spender , wenn keine Ablehnung sollte wieder eingeführt werden. Ich schreibe wieder, weil in DDR war es so.
Wer Organe braucht, soll sie bekommen, wenn die Werte stimmen. Das kann und darf man nicht von der eigenen Bereitschaft, zu spenden, abhängig machen. Es gibt teils triftige Gründe, die Spende zu verweigern.