Frage von sanne172,

Sollten behinderte Jugendliche wirklich alles über die Euthanasie im dritten Reich erfahren?

Unser jüngster Sohn ist 16 und hat eine leichte geistige Behinderung.

Zur Zeit beschäftigt sich seine Klasse mit dem Nationalsozialismus.
Auf dem letzten Elternabend fragte der Klassenlehrer, ob wir Eltern etwas einzuwenden hätten, wenn er mit der Klasse einen Ausflug zu einer Behinderteneinrichtung macht, die unter anderem dadurch zu trauriger Berühmtheit gelangte, weil die Nazis dort Behinderte hinschafften und als „unwertes Leben“ töteten.

Es gibt dort einen Friedhof für die Opfer zu sehen.

Mir ist bei dieser Vorstellung ganz anders geworden, aber ich war ganz allein auf weiter Flur.

Der Vorschlag wurde sehr wohlwollend aufgenommen, kein Elternteil hatte Bedenken (und es befinden sich gleich 2 Psychologen und 2 Pädagogen in der Elternschaft).

Das irritiert wiederum mich, die ich die Vorstellung einfach nur grausam finde.
Die Jugendlichen sind in einem Alter, indem sie für sich selbst mit der Tatsache behindert zu sein, fertig werden müssen – müssen sie so brutal darauf gestoßen werden, dass es Zeiten gab, in denen es richtig erschien, Menschen/ Kinder mit Behinderung zu töten?

Bin ich zu empfindlich? Gibt es wirklich gute Argumente dafür?

(Für alle gesunden Jugendlichen sind solche Besichtigungen richtig und wichtig, das steht außer Frage)

Antwort von Draschomat,
103 Mitglieder fanden diese Antwort hilfreich

Grundsätzlich ist man sich hoffentlich einig, dass es keine Tabuthemen geben darf, schon gar nicht welche, die ein solches geschichtliches Ausmaß haben. Es ist wichtig, Grundkenntnisse darüber zu besitzen (in dem Fall vor allem als abschreckendes Beispiel). Je mehr man sich übrigens mit solchen historischen Gegebenheiten beschäftigt, umso mehr ist man erschüttert - zumindest geht es mir so.

Viele Themen der Geschichtswissenschaften sind brutal und nichts für schwache Gemüter - vor allem, wenn man sich viel damit auseinandersetzt und anfängt, sich in betroffene Menschen hineinzuversetzen.

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Genau das ist der Knackpunkt: Es bedarf einer bestimmten Reife, um sich mit solchen Sachverhalten sinnvoll beschäftigen zu können. Es würde auch keinen Sinn machen, im Lateinunterricht voreilig philosophische Texte zu behandeln, wenn der Großteil der Schüler noch nicht bereit dazu ist (im G8 werden solche Texte übrigens ein Jahr nach vorne verschoben - ein Kritikpunkt am G8, weil nicht nur arbeitstechnische, sondern wohl auch geistige Überforderung eintritt).

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Dieser Zusammenhang kommt auch bei deinem Sohn zum Tragen - aber noch extremer als bei irgendwelchen lateinischen Texten von Philosophen. Wenn er das "Gemüt eines Achtjährigen" hat, sind komplexe Themen, die er nicht/schwer verarbeiten kann, durchaus problematisch. Nationalsozialismus ist nicht umsonst erst in der gymnasialen Oberstufe ein intensives Thema.

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Mich würde noch interessieren:

Sind seine Mitschüler ähnlich eingeschränkt? Ein bisschen? Völlig anders? Auch auf dem Niveau eines Achtjährigen?

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Sind die Mitschüler weniger eingeschränkt bzw. weiter entwickelt, würde ich von einer Teilnahme deines Sohnes abraten. Sind sie ähnlich eingeschränkt, könnte ein Besuch in einer gleichermaßen betroffenen Gruppe gewinnbringend sein - wobei da der Pädagoge einen wichtigen Part übernehmen müsste.

Letztlich müssen die beteiligten Personen das richtige Gespür haben und feststellen, ob die Gruppe homogen genug für einen solchen Besuch ist und ob sie (jeder einzelne!) einen Nutzen daraus ziehen kann.

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Achja: Wie man eine Beeinträchtigung bezeichnet, ist unerheblich. Egal, ob gehandicapt, behindert oder eingeschränkt - das spielt keine Rolle. Nur weil manche Menschen "behindert" als Attribut zu einem Schimpfwort verwenden, heißt es nicht, dass man es sachlich nicht mehr verwenden darf. Außerdem ändert das nichts an der Lage.

Es gibt ein hier ein Wort, das mir deutlich mehr missfällt: Euthanasie! Es stammt aus dem Altgriechischen und heißt übersetzt "schöner Tod" oder "gut sterben", ist also eine üble Beschönigung (genau wie "Endlösung").

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Mit Überempfindlichkeit hat das übrigens nichts zu tun, sondern eher mit der Kunst, sich in andere Personen hineinversetzen zu können - eine Eigenschaft, die (leider) nicht viele Menschen/Eltern haben. Du hast Sorgen, die existieren und berechtigt sind, aber von den meisten gar nicht (mehr) wahrgenommen werden (können). Das ist eine Sache der Einstellung und des Einfühlungsvermögens - da würde auch kein Pädagogik- oder Psychologiestudium helfen.

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Alles Gute! :-)

Kommentar von Entdeckung,

Deiner Antwort kann ich nur aus ganzem Herzen zustimmen.

Besonders hilfreich in diesem Fall finde ich - und daher habe ich Dich zitierend folgendes kopiert:

"Sind die Mitschüler weniger eingeschränkt bzw. weiter entwickelt, würde ich von einer Teilnahme deines Sohnes abraten. Sind sie ähnlich eingeschränkt, könnte ein Besuch in einer gleichermaßen betroffenen Gruppe gewinnbringend sein - wobei da der Pädagoge einen wichtigen Part übernehmen müsste."

e

Kommentar von Draschomat,

Dankeschön. Ich glaube, dass mich bisher keine GF-Frage so beschäftigt hat wie diese. Hab auch erst heute geantwortet, obwohl ich die Frage schon seit zwei Tagen kenne.

Ein Verzicht des Besuches kann aber auch Probleme mit sich bringen, z.B. wenn die anderen Schüler nachträglich darüber reden, wie Lilly2643 richtigerweise kommentiert hat. Es scheint keine optimale Lösung zu geben, also muss man Vor- und Nachteile abwägen. Ein Thema zum Kopfzerbrechen...

Kommentar von sanne172,

Ich danke Dir sehr für Deine Antwort. Es hat sich gelohnt, darauf zu warten :-)
Zu Deiner Frage:

Es gibt in dieser Klasse alle Formen - so stark Beeinträchtigte, die einfach nur mitgehen würden, ohne auch nur im Entferntesten Sinn und Zweck zu verstehen, aber auch Jugendliche, denen man auf den ersten Blick ihre Behinderung gar nicht anmerkt.

Mein Sohn gehört von den intellektuellen Fähigkeiten her zu den Besten, ist aber emotional ein Kind geblieben. Andere können nicht lesen oder schreiben, benehmen sich aber sonst eher altersgemäß.
Es ist eine kunterbunte Mischung - Du kannst nicht einen mit dem anderen vergleichen.
Das finde ich richtig schön - aber in diesem speziellen Fall liegt auch darin die Schwierigkeit, wie Du schon sagst.
Ich freue mich sehr, dass sich hier so viele User Gedanken über mein Problem machen und mir immer neue Gesichtspunkte zeigen.

Vielen Dank für die Mühe :-))

Kommentar von Draschomat,

Immer gerne. :-)

Bei einer solchen "kunterbunten Mischung" ist der Nutzen eines solchen Ausfluges wirklich in Frage zu stellen. Bin gespannt, was sich demnächst auf den Elternabenden herausstellt.

Kommentar von auchmama,

@sanne172...aus Deiner Fragestellung konnte ich nicht entnehmen, dass es sich bei der Klasse Deine Sohnes um keine Integrationsklasse handelt! Das habe ich erst aus Deinem Kommentar hier erfahren. Darum schließe ich mich den Ausführungen von rivabella an. Sinn und Nutzen eines solchen Besuches, kann ich dann auch nicht erkennen!!!

Kommentar von sanne172,

Ja, ich weiß - ursprünglich gehörte diese Information in den Text, aber ich musste ihn kürzen, er war zu lang.
Danke für Deine Antwort :-)

Antwort von rubicon66,
56 Mitglieder fanden diese Antwort hilfreich

...noch nie hat mich eine frage hier auf gf derartig beschäftigt, wie diese hier. ich habe mir alle antworten und kommentare bisher hier durchgelesen und bekomme einen schauer, der mir eiskalt den rücken runterläuft, nicht wegen der antworten und kommentaren sondern wegen dieser problematik, die sich da auftuet, in der du steckst !! ich traue mich nicht eine antwort zu geben, ohne,dass ich mit deinem sohn gesprochen hätte, und das nicht nur mit einem gespräch. Und je länger ich darüber nachdenke,komme ich immer mehr zu dem schluss, eine notlüge aufzubauen und deinen sohn NICHT daran teilnehmen zu lassen. das muss nicht sein und man kann mit sicherheit in späteren möglichkeiten deinem kind die notwendigen informationen geben. das argument,was hier über die judenkinder erwägt wurde, kann ich so nicht gelten lassen....ja, je mehr ich drüber schreibe, ich würde eine andere möglichkeit abwarten, und nicht daran teilnehmen....kinder können auch ganz schön grausam sein, und das würde bei deinem sohn viel schwerwiegerder sein....

Kommentar von rivabella,

Da sind wir ja mal ausnahmsweise einer Meinung !!!

Kommentar von rubicon66,

...och riva, das stimmt doch so nicht so ganz, der??? aber hier stehen wir mit unsere meinung unter ferner liefen!!!

Kommentar von sanne172,

Aber Ihr sprecht mir aus der Seele.
Ich danke Euch beiden sehr.

Kommentar von aurata,

@Rubicon: ich schließe mich Rivabella und dir an. Das sehe ich genau so.

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@Sanne: ich kann dich sehr gut verstehen und hätte die gleichen Bedenken und würde alles tun und DAS zu verhindern, dass mein Sohn diese unnötige Bürde trägt.

Kommentar von sanne172,

Liebe aurata, ich danke Dir für Deine Meinung.

Sehr.:-)

Kommentar von Lilly2643,

Auch ich möchte mich dem anschließen, ohne jetzt die anderen Antworten gelesen zu haben.

Mein erster Gedanke war, als ich die Frage las, das muss doch nicht sein.

Okay, dazu gibt es wohl einiges zu sagen und ich werde mir die anderen Antworten hier noch durchlesen.

Aber dass die anderen Eltern nicht mal diskutiert haben, verstehe ich gar nicht.

Kommentar von franz3,

Rubicon. Ein einfühlsamer und zu tiefst menschlicher Kommentar. Danke, ich bin stolz auf Dich!!!

Kommentar von AllesKnower,

@rubicon66, ich bin nun auch schon eine Zeit dabei und stimme, Dir zu, das ist bisher die beste Frage die hier in dieser Zeit gestellt wurde, einfach schon deswegen, weil man sie im Grunde nicht mit einem gewissen Anspruch auf Sicherheit beantworten kann !

Kommentar von rubicon66,

@allesknower, eigentlich hat sanne gar keine frage gestellt, sie hat ihre problematik mit ihrem kind dargestellt, und findet diesen "ausflug" , irgendwie,na, sage ich mal,nicht angebracht.sie ist irritiert, weil alle diesen "ausflug" für ok halten. meines erachtens, geht es in ihrer schilderung , zusätzlich und indirekt um die, ebenfalls nicht gestellte frage,ob wir deutsche diese "eutanasie" aus dieser unrühmlichen zeit der deutschen,richtig aufbereitet hätten? und darin sehe ich das zusätzlich für mich belastende drin, und ich glaube dass es vielen so ergeht!...hab mich schwer getan, hier die richtigen worte, nebst formulierungen zu finden...

Antwort von rivabella,
47 Mitglieder fanden diese Antwort hilfreich

>Und ich es grausam finde, ihnen zu sagen, dass sie zu einer anderen Zeit ermordet worden wären, weil sie unnütz und lästig waren.<

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Ich antworte Dir ganz intuitiv und aus dem Bauch heraus:

Wenn ich an Deiner Stelle wäre und meinem leicht geistig behindertem Sohn zugemutet werden sollte, sich mit so einer schwierigen und besonders für ihn entsetzlichen Problematik auseinander zu setzen, würde ich das mit allen Mitteln zu verhindern wissen.

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Jugendliche Kinder im Alter von 16 Jahren sind auf der Suche nach sich selbst, sie sind in sich noch nicht so gefestigt, dass man sie „erwachsen“ nennen könnte. Deshalb und gerade wegen der Behinderung würde ich mein Kind (be)schützen vor allem, was mit der Judenvernichtung und mit dem 3. Reich zu tun hat.

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In zwei oder 3 Jahren kann man überlegen, ob seine geistige Reife es zulässt, darüber mehr zu erfahren, vorher auf gar keinen Fall.

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Auch wenn ich mit meiner Meinung ganz allein auf weiter Flur stehe: An dem Tag wäre mein Kind "offiziell krank" und ich würde mit ihm einen wunderschönen Ausflug in den Tierpark oder sonst einem angenehmen Ort machen!

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Vergangenheit hin - Vergangenheit her: Ich würde es auf keinen Fall zulassen, dass mein Sohn mit seiner

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>Klasse einen Ausflug zu einer Behinderteneinrichtung macht, die unter anderem dadurch zu trauriger Berühmtheit gelangte, weil die Nazis dort Behinderte hinschafften und als „unwertes Leben“ töteten.<

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Niemals !!! Dafür ist später, viel später noch genügend Zeit !!!

Kommentar von sanne172,

Ich danke Dir so sehr :-)
Ich hatte mich schon fast davon überzeugen lassen, dass es meine eigene Empfindlichkeit ist, die mich dabei so bedrückt.

Kommentar von rivabella,

Liebe Sanne!

Ich kann Deine Zweifel und Bedenken so gut verstehen. Auch ich würde nach der ersten Aufregung das Für und Wider gegeneinander abwägen. Hier aber überwiegen die Gegenargumente. Niemals ließe ich es zu, dass die zarte Seele meines Kindes so verletzt würde, seine Selbstzweifel, sein Selbstbewusstsein so in Mitleidenschaft gezogen würde wie bei einem Besuch einer solchen Gedenkstätte mit allem, was damit verbunden ist.

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Das hat mit Aufklärung nichts zu tun, zumindest nicht in diesem speziellen Fall. Du hast das Recht - und bitte nimm Dir das auch heraus - Dein Kind vor jeglichem Unbill zu schützen. Du würdest Dich ja auch vor ihm werfen, wenn ihm jemand körperlichen Schmerz zufügen würde! Und seelischer Schmerz wiegt mehr, seelische Wunden heilen nicht so schnell. Hör auf Dein Gefühl und lass Dir nicht einreden, dass dadurch das Vertrauen Deines Kindes in Dich erschüttert wird, wenn er dann mal später „die Wahrheit“ erfährt. Nein, dem ist nicht so. Später wird er es besser verstehen und verarbeiten und dankbar sein, so eine verständnisvolle Mutter zu haben. Das wird sein Selbstbewusstsein eher stärken und sein Vertrauen in Dich festigen.

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Hab den Mut NEIN zu sagen !!!

Kommentar von Lilly2643,

Ich stimme dir da voll zu.

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Meine Sorge wäre aber auch, was ist, wenn er ein/zwei Tage später wieder zur Schule geht und die anderen über diesen Ausflug sprechen?

Kommentar von Nachtflug,

@Lilly2643: Ja, das ist ein ganz wichtiger Punkt, denn dann ist das betroffene Kind erst recht anders als die anderen, wiel es keine Ahnung hat, wovon sie alle reden.

Antwort von MojitoTom,
27 Mitglieder fanden diese Antwort hilfreich

Liebe sanne, diese Frage ist nicht nur sehr bewegend sondern auch sehr schwer zu beantworten.
Damit eine Antwort nicht zu oberflächlich ausfällt, wäre im Grunde wichtig, Deinen Sohn näher zu kennen.
Du hast diesen Vorteil. Du kennst seinen Charakter und seine Fähigkeit mit seiner Behinderung umzugehen.
Du weißt, wie er auf äußere Eindrücke und Probleme reagiert.


Ich finde es jedoch von immenser Bedeutung, dass sich die Klasse mit dem Thema Nationalsozialismus beschäftigt. Das geht jedoch nur, in dem die Auswirkungen ebenfalls besprochen werden.
Wenn der Lehrer es schafft, das Thema Euthanasie mit Fingerspitzengefühl zu vermitteln und gleichzeitig den Bogen zur heutigen Gesellschaft und damit die Integration von behinderten Menschen in diese Gesellschaft deutlich zu machen, können die Jugendlichen mit einem positiven Eindruck dieses Thema verarbeiten.
So wie ich die Frage lese, ist Dein Sohn in einer Gruppe geistig behinderter Jugendlicher und damit nicht allein.
Die gesamte Klasse beschäftigt sich also damit.
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Um Dir also abschließend einen Rat zu geben:
Wenn ich zu der Überzeugung gelangen würde, dass mein Sohn stark genug für dieses Thema ist, dann würde ich diesen Besuch zulassen.
Diese Behinderteneinrichtung hat heute eine ganz andere Bedeutung. Mit entsprechender Vorbereitung, und diese finde ich äußerst wichtig, könnte Dein Sohn die Unterschiede erkennen, verstehen und auch verarbeiten.
Deine persönliche Einschätzung, eine gute Vorbereitung und Nachbereitung halte ich jedoch für entscheidend.
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Grundsätzlich halte ich schonungslose Auseinandersetzung mit dem Nationalsozialismus und deren Folgen für wichtig, sofern die betroffenen Personen geistig in der Lage sind, dies auch zu verarbeiten.
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Abschließend möchte ich noch erwähnen, dass es hier ja wohl um eine Einrichtung geht, in der heute behinderte Menschen betreut werden.
Das ist aus meiner Sicht etwas anderes, als würde man ein Konzentrationslager besuchen.

Kommentar von sanne172,

Lieber MojitoTom,

meinen herzlichsten Dank für Deine Antwort. :-)

Sie ist (wie immer) ausgewogen, verständnisvoll und klug.
Aber trotzdem:

<<Grundsätzlich halte ich schonungslose Auseinandersetzung mit dem Nationalsozialismus und deren Folgen für wichtig >> Da sind wir einer Meinung :-)
Nur frage ich mich, worin der "Nutzen" dieser Aufklärung für behinderte Jugendliche liegt.
Denn warum müssen gerade sie darüber so genau aufgeklärt werden?

Sie werden nicht an den gesellschaftlichen Entwicklungen mitwirken - sie können nichts bewirken und nichts verändern.
Warum also erspart man ihnen das nicht?

Kommentar von MojitoTom,

Behinderte Jugendliche sind ein Teil unserer Gesellschaft.
Und ich denke schon, dass "leicht geistig behinderte" Jugendliche (wie Dein Sohn) sehr wohl ihre Position in der Gesellschaft einnehmen und sie mit gestalten können.
Ich halte den Besuch dieser Einrichtung nicht für besonders wichtig, denke jedoch, dass man es mit einer entsprechenden Vorbereitung machen kann.
Wenn Du also der Meinung bist, Dein Sohn könnte die Erlebnisse verstehen und verarbeiten, dann kann aus meiner Sicht dieser Besuch sinnvoll sein.
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Wenn Du jedoch von vornherein Zweifel hast, dann liegen diese Zweifel vermutlich genau darin begründet, dass Dein Sohn dies vermutlich nicht kann.
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Dann würde ich von so einem Besuch abraten.

Kommentar von sanne172,

Ich kann überhaupt nicht einschätzen mit welchem Eindruck mein Sohn von diesem Ausflug zurückkommt.
Das ist wahrscheinlich mein Problem.
Ich weiß einfach nicht, was er danach denken wird - über sich, über Behinderte, über seinen Stellenwert in der Gesellschaft.

Antwort von till32,
26 Mitglieder fanden diese Antwort hilfreich

Liebe Sanne172, liebe momo1965,

ich habe sehr interessiert Euer Gespräch verfolgt und möchte etwas dazu beitragen, wenn ich kann. Ich denke, wir sollten unterscheiden: Die von Dir, sanne172 allegemein gestellte Frage "sollen behinderte Jugendliche..." möchte ich klar mit einem "Ja" beantworten. Ich möchte dieses "Ja" aber einschränken dahingehend, dass es auf den einzelnen Jugendlichen ganz individuell ankommt. Musst Du Bedenken haben, dass Dein Sohn die Konfrontation mit diesen schrecklichen Ereignissen der Vergangenheit NICHT wird verarbeiten können, so sollte er mit diesem Thema auch nicht konfrontiert werden.

Grundsätzlich also sollte man auch behinderte Jugendliche mit diesem Thema konfrontieren, aber eben dann doch nicht, wenn man Angst haben muss, dass sie damit nicht zurecht kommen. Das wiederum musst Du für Deinen Sohn entscheiden. Und wenn Du da Bedenken hast, würde ich an Deiner Stelle ihn auch nicht mit hin schicken, sondern an diesem Tag zu Hause lassen - egal was die Schule darüber denkt.

Entsprechend das Beispiel von Momo1965 betreffend die fürchterlichen Ereignisse des Holocaust. Die allermeisten Menschen, nicht nur die Juden, setzen sich damit aktiv auseinander, was ich auch für sehr wichtig erachte. Wenn nun ein einzelner, aus welchen Gründen auch immer, diese Auseinandersetzung fürchtet, sollte sie ihm auch nicht aufgezwungen werden. Wobei ich hier keineswegs den "Aufarbeitungsverweigerern" das Wort reden möchte.

Ich glaube, ihr habt beide genau den richtigen Ansatz und hoffe, etwas ergänzend beigetragen zu haben.

Kommentar von sanne172,

Danke Dir sehr für Deine Antwort :-)

Kommentar von Momo1965,

Mein lieber Till, da hattest Du wohl den richtigen "Riecher". Nach den entsprechenden, nachträglichen Hinweisen von Sanne unter meiner Antwort teile ich Deine Ansicht zu 100 %.

Mein Däumchen hast Du... oder auch alle beide?! ;-)

Antwort von froschvleder,
20 Mitglieder fanden diese Antwort hilfreich

Warum nicht?

Ich denke, es ist wichtig, dass diese Themen angesprochen werden.

Gerade in und durch die Schulinstanz ist es gewährleistet, dass aufkommende Probleme mit dem Thema pädagogisch aufgearbeitet werden. Im Klassenverbund.

Stell dir mal vor, er würde uninformiert in der Öffentlichkeit damit konfrontiert.

Er stände alleine da.!

Kommentar von sanne172,

Das ist tatsächlich ein Argument dafür.
Herzlichen Dank :-)

Antwort von Angelic,
19 Mitglieder fanden diese Antwort hilfreich

Das ist wirklich ein zweischneidiges Schwert.

Einerseits sollte man alles versuchen, um seinem Kind ein möglichst normales Aufwachsen zu ermöglichen, dazu gehören auch, ihm oder ihr keinerlei Informationen zu verwähren, meiner Meinung nach.

Allerdings verstehe ich gerade hier auch Ihre Bedenken. In dem Fall würde ich mich auf jeden Fall einmal mit der Lehrkraft in Verbindung setzen bzw mit einem Pädagogen, was sich ja bei Ihnen anbietet.

Auf alle Fälle würde ich Ihnen aber empfehlen, im Falle einer "Genehmigung" ihrerseits, mit Ihrem Kind über die Sachverhalte schon vorher zu sprechen, ihm Zeit zu geben, Fragen zu stellen und darauf achten, wie er das ganze aufnimmt. Dann kann man auch mit gutem Gewissen den nächsten Schritt wagen.

Wie gut man das als sechzehnjähriger verkraftet, hängt wohl auch stark von der einzelnen Person ab. Ganz liebe Grüße.

Kommentar von sanne172,

Danke für diese Antwort :-)

Antwort von Nachtflug,
19 Mitglieder fanden diese Antwort hilfreich

Das ist wirklich schwierig! Möglicherweise könnte Dein Kind dadurch schwer verletzt werden, dass sein Leben damals als "unwert" angesehen wurde. Ich würde diese geschichtlichen Informationen nicht zu früh geben. Aber wenn die Psychologen und Pädagogen das auffangen können, sehe ich da nicht so große Probleme.

Kommentar von sanne172,

Das ist genau der Punkt.
Die Frage ist natürlich, ob es den richtigen Zeitpunkt jemals gibt - geistig völlig erwachsen werden die Jugendlichen nicht.

Kommentar von Nachtflug,

Bedenke, dass das Kind ohnehin schon weiß, dass es manchmal nicht "dazugehört", weil es anders ist. Und diese Idee, dass man Menschen unwerten Lebens auf grausamste Art vernichten muss, kann zu scheußlichen Verletzungen führen. Ich glaube, ich würde mein Kind davor schützen wollen.

Kommentar von sanne172,

Das ist mein Gedanke gewesen. Aber wahrscheinlich kann ich es nicht davor schützen.:-(

Antwort von Momo1965,
15 Mitglieder fanden diese Antwort hilfreich

Um die Wahrnehmung der heranwachsenden Generation für die Geschehnisse der Vergangenheit zu schärfen, halte ich es für unumgänglich, sie auch mit den wirklich brutalen und grausamen Ereignissen zu konfrontieren. Nur so entsteht das Bewusstsein für begangenes Unrecht und die Chance, das zukünftig nicht mehr erleben zu müssen.

Ich mache dabei überhaupt keinen Unterschied, WELCHER Personenkreis auf die von dem Lehrer geplante Weise an dieses Thema herangeführt wird.

Führe Dir bitte folgendes vor Augen: Auch behinderte Menschen sind vollwertige Mitglieder unserer Gesellschaft und wollen auch ebenso behandelt werden. Ich halte es für sehr bedenklich, wenn Du durch Deine Haltung die "Anderartigkeit" Deines Sohnes hervorhebst und für ihn (und alle anderen behinderten Menschen) eine andere Behandlung dieses Themas forderst, denn genau DAS wünscht sich KEIN behinderter Mensch.

Ein anderes Beispiel: Würdest Du es - in logischer Folge zu Deinen hier geäußerten Bedenken - ebenfalls begrüßen, wenn jüdische Schüler/innen von DEM Teil des Geschichtsunterrichts ausgeschlossen wären, wo es um die Judenverfolgung ging?

Die Juden wollen DAS ganz sicher nicht! Ganz im Gegenteil: Sie gehen sogar ziemlich offensiv mit diesem Thema um. Beispiel: Das Yad Vashem in Jerusalem, eine Ausstellung zur Geschichte des Holocaust. Man bekommt regelrechte Beklemmungen, wenn man sich DAS ansieht.

Ergo: Die Vergangenheit ist wie sie ist! Und ausnahmslos JEDER sollte damit vertraut sein, damit diese Dinge niemals wieder geschehen.

Kommentar von sanne172,

Ich halte es für sehr bedenklich, wenn Du durch Deine Haltung die "Anderartigkeit" Deines Sohnes hervorhebst und für ihn (und alle anderen behinderten Menschen) eine andere Behandlung dieses Themas forderst, denn genau DAS wünscht sich KEIN behinderter Mensch
Das ist nicht fair.
Seine "Sonderrolle" bekommt er doch nicht dadurch, dass ich mir Gedanken darüber mache. Für mich sind Menschen mit Behinderung so vollwertig und wichtig wie jeder andere. Meine Frage ist, ob man diesen Jugendlichen alles zumuten muss.

Glaube mir, mein größter Wunsch ist, dass sie als vollwertige Mitglieder der Gesellschaft gesehen werden und daran arbeite ich täglich.
Ich packe meinen Sohn nicht in Watte und die Tatsache, dass er behindert ist, schützt ihn nicht davor sein Zimmer aufräumen zu müssen und vor anderen unliebsamen Dingen.

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Der Vergleich mit jüdischen Jugendlichen hinkt in meinen Augen. Für sie ist dieser Teil der Geschichte auch furchtbar, aber sie haben ihr ganzes Volk, ihre Religion und das Wissen darüber, welches entsetzliche Unrecht ihnen geschehen ist.
Für sie ist es richtig und wichtig, dass es wirklich jeder auf der Welt erfährt.

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Aber wem hilft es, wenn diese Jugendlichen erfahren, dass sie als „unwertes“ Leben gesehen wurden? Werden sie sich sicher sein können, dass heute niemand mehr solche Gedanken hegt?

Die Realität sieht anders aus. (Da muss man sich nur einmal das Abtreibungsgesetz im Fall einer Behinderung beim Ungeborenen ansehen………)

Nur darum geht es mir.
Die Vergangenheit wird sich sicher nicht wiederholen, nur weil man diesen Teil der Geschichte mit den Betroffenen nicht ganz so ausführlich erörtert.
Oder glaubst Du das?

Kommentar von Momo1965,

Liebe Sanne, zunächst einmal das Wichtigste vorweg: Ich wollte Dir in keinster Weise zu nahe treten oder unfair "rüberkommen". Sollte dieser Eindruck entstanden sein, dann entschuldige ich mich in aller Form für meine missglückte Formulierung.

Ich hatte nur die Befürchtung, dass sie Deine Gedankengänge bezogen auf dieses Schul-Projekt auch in Deinem Verhalten gegenüber Deinem Sohn widerspiegeln könnte. Und DAS wäre in der Tat sehr fatal.

Du versicherst mir mehr als glaubhaft, dass dem nicht so ist. Und das ist auch gut so!

Du fragst, wem es hilft, wenn behinderte Jugendliche erfahren, dass sie früher mal als "unwertes" Leben gesehen wurden. Gleichzeitig sagst Du, dass die Realität HEUTE (z.B. Abtreibungsgesetz) auch ihre Schatten wirft.

Ja, leider ist es so. Sicher kann man sich nie sein, dass "Randgruppen" (schreckliches Wort, aber mir fällt kein besseres ein) nicht ihre Beeinträchtigungen zu spüren bekommen.

Aber, ich denke, dass Du eben DIESE Realität nicht vor Deinem Sohn verbergen solltest / kannst. Entscheidend ist doch, WIE er damit konfrontiert wird, denn erfahren wird er es - früher oder später - ganz von alleine.

Und, auch wenn es diese negative Realität gibt, so gibt es aber auch genügend positive Dinge, die er (hoffentlich) Tag für Tag erlebt.

Ich weiß nicht, in welchem Maße Dein Sohn behindert ist, aber glaubst Du nicht, dass er das ganze Thema mit 16 Jahren schon ein bisschen differenzierter betrachten kann?

Kommentar von sanne172,

Alles gut :-)

Wahrscheinlich hätte ich die Frage doch lieber ganz allgemein stellen sollen.
Und hätte besser meine eigene Betroffenheit dabei außen vorgelassen.

So entsteht bei Euch der Eindruck, ich glucke um mein Kind herum und versuche es vor der Realität zu beschützen.

Mein Sohn hat mit seinem 16 Jahren das Gemüt eines Achtjährigen.
Daran wird sich auch in Zukunft nicht mehr viel ändern.
Wann ist er demnach alt genug, es etwas differenzierter zu betrachten?

Kommentar von Momo1965,

Dann vermutlich nie, liebe "Sanne"! Unter diesen Umständen würde ich mir ganz sicher die selben Gedanken machen, wie Du, und auch davon Abstand nehmen, ihn an diesem Ausflug teilnehmen zu lassen.

Die Frage auf Deinen Sohn bezogen zu stellen, finde ich schon richtig. Es wäre nur hilfreich gewesen, wenn wir den Grad seiner Behinderung schon VOR Beantwortung Deiner Frage gewusst hätten.

MEINE Antwort wäre dann ganz sicher anders ausgefallen.

Kommentar von sanne172,

Es ist unheimlich schwierig den Grad der Behinderung zu beschreiben.
"Offiziell" gilt er als leicht behindert, denn er kann lesen, schreiben und (mit Abstrichen) rechnen.
Seinem Wesen nach ist und bleibt er aber ein Kind.
Ich verstehe gut, dass das zu Schwierigkeiten bei der Einschätzung führt - das hatte ich vorher nicht richtig bedacht. Sorry.

Kommentar von Momo1965,

Ja, das ist richtig! Es IST für Außenstehende schwer einzuschätzen. Selbst dann, wenn Du direkt von Anfang an einen entsprechenden Hinweis gegeben hättest. Und, entschuldigen musst DU Dich ganz sicher nicht! Schön, dass wir meinen gedanklichen Fehler aufklären konnten.

Also, noch einmal ganz von vorne! :-)

Niemand kennt Dein Kind so gut wie Du. Wenn Du jetzt, im Vorfeld, bereits ein so ungutes Gefühl dabei hast, dann solltest Du das Gespräch mit dem Lehrer suchen und ihm Deine Bedenken schildern.

Sind denn alle Kinder in der Klasse Deines Sohnes im gleichen Maße beeindträchtigt (ich mag das Wort "behindert" nicht!)? Und bestimmt handelt es sich auch nicht um eine Regelschule, zumindest aber eine integrative Schule, oder? Sonderpädagogen werden doch ganz sicher sehr viel empfänglicher für derartige elterliche Bedenken sein, als es an einer Regelschule der Fall wäre. Du solltest es zumindest versuchen.

Möglicherweise kann der Lehrer auch auf Erfahrungsschätze mit anderen, gleichaltrigen Schülern zurückgreifen, und Dir auf diesem Wege u.U. ein wenig Sorge nehmen.

Im Übrigen, wenn alle Stricke reißen: Kinder dürfen nur an Ausflügen teilnehmen, wenn die Eltern das ausdrücklich erlaubt haben. Du hast die Zügel also selbst in der Hand!

Kommentar von sanne172,

Danke Dir für diese Antwort :-)
Weißt Du, was ich eben gemacht habe?
Ich habe ein paar von den anderen Eltern angerufen und dabei festgestellt, dass es denen ganz ähnlich geht.
Manche haben einfach nur länger darüber nachdenken müssen :-)
Wir werden das Thema auf die Agenda des nächsten Elternabends setzen.
(Es ist eine private Heilpädagogische Förderschule - wir haben alle naselang Elternabende! ;-))
Und dann noch mal ganz in Ruhe dem Lehrer unsere Bedenken schildern. Und dann einfach mal hören.

Und danach entscheidet vielleicht jeder für sein Kind.
Die Jugendlichen in der Klasse sind ganz unterschiedlich.
Mein Sohn gehört mit seinen Fähigkeiten zu den fittesten, dafür gibt es Mädchen, die nicht Lesen oder Schreiben können, sich sonst aber altersgemäß verhalten.
Man kann keins mit dem anderen vergleichen.
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Puh, jetzt geht es mir wirklich besser :-D

Kommentar von Momo1965,

Viele Wege führen nach Rom... und manchmal sind sie steinig!

Glaub mir, es freut mich wirklich sehr, dass Du einer Lösung näher gekommen bist. Ich weiß aus eigener Erfahrung, wie schwer man sich manchmal mit der ein oder anderen Entscheidung tut!

Und viel Erfolg für den Elternabend! Das Ergebnis würde mich sehr interessieren!

Kommentar von sanne172,

:-)

Kommentar von sanne172,

@ alle, die es heute noch interessiert :-)

Dieses Thema wurde ausführlich auf einem Sonderelternabend erläutert - hin- und herdiskutiert und von allen Seiten beleuchtet.
Tatsächlich hatten sich die meisten Eltern im Vorfeld keine Gedanken darüber gemacht.
Am Ende wurde abgestimmt und eine knappe Mehrheit war gegen den "Ausflug".
Das Thema war ja theoretisch im Unterricht schon durchgesprochen worden.
Es ging letztendlich "nur" noch um das Begreifen vor Ort.
Und das ist den Jugendlichen erspart geblieben.
Ich muss sagen - ich bin froh darüber.

Ich kann leider kein Sternchen vergeben - zu viele haben sich Gedanken gemacht und eine Unmenge an nachdenkenswerten Antworten gegeben.
Ich danke Euch allen, dass Ihr hier an dieser Stelle die vielgescholtene Qualität von GF hochgehalten habt.
Merci :-)

Kommentar von Momo1965,

Hallo Sanne, vielen Dank für diesen Nachtrag, der mich auf jeden Fall interessiert hat. :-)

Schön, dass sich dieses Problem in Deinem Sinne hat lösen lassen.

Dass Du kein Sternchen vergeben kannst, kann ich nur allzu gut nachvollziehen. Mit einer Auswahl aus den hier gegebenen Antworten wäre ich auch hoffnungslos überfordert! ;-)

Kommentar von Harlekin1906,

Das gilt Momo1965! Ich finde deine Antwort einfühlsam und dennoch sehr klar! Bravo! Dafür auch von mir ein herzliches DH!

Kommentar von Momo1965,

Vielen Dank! :-)

Kommentar von Lilly2643,

Ja, ich schließe mich dem an. Von mir jetzt auch ein DH.

Antwort von FeldKobold,
15 Mitglieder fanden diese Antwort hilfreich

Der Wert den der Besuch eines solchen Ortes hat, hängt immer ganz besonders von der Vermittlung ab.

An sich spricht für mich aber nichts dagegen. Natürlich ist das in dem fall besonders schwierig, aber zum einen denke ich, dass der Lehrer das in dem fall schon ganz gut einschätzen kann (er macht das wahrscheinlich auch nicht zum ersten Mal, oder?). Die kinder werden, wie das bei Besuchen solcher Orte meistens ist, ja auch nicht ganz ohne Vorwissen dort hingehen. Sie werden wissen, was sie erwartet.

Aber ich kann auch deine Bedenken verstehen. Ich kenne deinen Sohn und seine Wahrnehmung nicht, aber man sollte Kinder da nie unterschätzen.

Antwort von ParisKills616,
15 Mitglieder fanden diese Antwort hilfreich

die entscheidung sollte denke ich deinem sohn überlassen werden. er wird am besten wissen, was er sehen möchte und was nicht.

Kommentar von Sweetninafragt,

Eigentlich die beste Antwort finde ich, DH ;)

Kommentar von belladonnata,

Da sollte man den Grad der Behinderung mit berücksichtigen.

Ob es die beste Antwort ist, entscheiden die Eltern.

Kommentar von Schreiberlilli,

Ich denke auch, dass es auf den Grad der Behinderung ankommt. Aber in dem Moment, wenn man speziell diese eine Kind anbietet, daran teilzunehmen oder nicht, macht es dann auch wieder zum Außenseiter. Schließlich werden die Anderen nicht gefragt.

Antwort von erniekeks,
14 Mitglieder fanden diese Antwort hilfreich

Schwierige Frage. Aber ich sehe es so: 1. Es war so -als Teil der Geschichte. Und das gemeinsam gesagt/gezeigt zu bekommen ist besser, als wenn es die Jugentlichen irgendwann einfach so erfahren und damit evtl. überfordert sind. So hat man es wenigstens unter Kontrolle und kann unterstützen. 2. Wie sie schon sagten müssen die Kids selbst damit leben behindert zu sein. Da kann es auch helfen zu erfahren, dass man heute im Gegensatz zu anderen Zeiten Hilfe, Zuwendung und Ünterstützung bekommt und Aussichten auf ein relativ normales Leben hat.

Kommentar von sanne172,

Du hast durchaus recht damit, dass es wohl besser ist, wenn sie nicht alleine sind, wenn sie es erfahren.

Auch mit dem zweiten Punkt hast Du recht.
Danke schön :-)

Antwort von Bobolina,
11 Mitglieder fanden diese Antwort hilfreich

Ich halte es für wichtig, dass Ihr Sohn mitgeht, denn der Nationalsozialismus steht in allen Schulen auf dem Lehrplan. Wenn er nicht mitgehen würde, wäre er wieder Aussenseiter. Ich denke, er wird im Anschluss an den Besuch stolz darauf sein, mitreden zu können.

Antwort von Jothebest,
11 Mitglieder fanden diese Antwort hilfreich

es wird ja gesagt, dass das ein schrekliches denken war. meine schwester ist auch leicht bgehindert und die haben sich in der schule 3 jahre damit beschäftigt! sie ist immer noch "normal"...

Antwort von Sanja2,
10 Mitglieder fanden diese Antwort hilfreich

warum ist ein Jugendlicher mit Behinderung hier anders zu betrachten als andere? In jeder Klasse wird jemand sein, der Homosexuell veranlagt ist und die gehen auch zu solchen Ausflügen, jede Klasse hat ausländische Schüler, vielleicht auch Juden. Ich denke jeder Mensch sollte diesen Teil der Geschichte kennen. Nur weil damals jemand auch selbst betroffen gewesen wäre sollte man ihn meiner Meinung nach nicht von den Informationen fern halten. Natürlich hast du recht, dass es sein könnte, dass die behinderten Jugendlichen dann eine gute Begleitung brauchen, weil sie sich Fragen stellen könnten die sie selbst betreffen. Aber die brauchen auch Juden die das im Unterreicht durchnehmen.

Kommentar von sanne172,

Wahrscheinlich liegt es daran, dass diese Jugendlichen im Geiste Kinder bleiben.

Und ich es grausam finde, ihnen zu sagen, dass sie zu einer anderen Zeit ermordet worden wären, weil sie unnütz und lästig waren.

Wie kommt das bei ihnen an?

Das macht es für mich den Unterschied zu anderen Verfolgten.

Kommentar von Sanja2,

Ich kann dein Gefühl schon irgendwie verstehen, aber warum sollen wir behinderte Jugendliche vor den schlechten Dingen im Leben bewahren. Sie müssen auch irgendwann in dieser Welt zurecht kommen und da sollten sie auch die schlechten Seiten kennen. Lieber erfahren sie von so etwas im geschützten Rahmen in dem ihnen auf ihre Fragen Antworten gegeben werden können. In dem auch ihre Unsicherheit aufgefangen wird oder die Betroffenheit. Ich fände es blöder wenn so ein Jugendlicher mal zufällig einen Film sieht und dann völlig vor den Kopf gestoßen wird.

Kommentar von sanne172,

Ja, das ist inzwischen das einzige Argument, das mich überzeugt :-)

Antwort von teddybaeruj,
9 Mitglieder fanden diese Antwort hilfreich

Liebe Sanne,

ich habe diese Frage und die Antworten immer wieder gelesen und mir unter verschiedenen Aspekten Gedanken darüber gemacht.

Da es hier sehr viele ausgezeichnete Antworten gibt, kann ich mich kurz fassen:

Kein Gedanke, den sich eine Mutter um ihr Kind macht ist überflüssig. Auch wenn es hin und wieder nützlich ist, sich selbst zu hinterfragen, empfinde ich das keinesfalls als "empfindlich". Es ist eher eine Empfindsamkeit, die ich überaus schätze.

Es gibt dazu kein richtig und kein falsch, und nur du und die Menschen, denen du vertraust, also auch die Pädagogen und Psychologen, die die Klasse deines Sohnes begleiten, entscheiden, was in diesem Falle zumutbar ist, und was nicht.

Eine Thematik zu begreifen, die derartige geschichtliche und menschliche Auswirkungen hat, ist unabdingbar.

Inwieweit ein Mensch mit Einschränkungen etwas begreifen kann, was selbst ich, wenn ich mich in diese Thematik einfühle, kaum verstehen kann, bedarf einer sehr großen Portion Verantwortung und Fingerspitzengefühl.

Und das allerwichtigste für mich: Manchmal ist es am wichtigsten, dass man eine solche Frage stellt, denn darin und in der multiplen Betrachtung liegt schon der größte Teil der Antwort.

Und das ist eine Frage, die mehr als jede andere eine gute Frage ist!

Kommentar von ursula39,

@teddybaeruj..1000 DH für Dich !

Kommentar von sanne172,

Ich danke Dir.
Das Gefühl verstanden zu werden, ist schon unglaublich hilfreich :-)

Antwort von Merzherian,
9 Mitglieder fanden diese Antwort hilfreich

Interessant, das ihr immerhin etwas darüber erfahrt. Euthanasie ist ein Kapitel welche unter einem ähm gewissen Tabu leidet und gelitten hat. Zu meiner zeit wurde es nicht erwähnt, und ich hatte immer hin LK Geschichte. mein Wissen mußte ich mir Stückchen für Stückchen aus Büchern holen. Genauso wie die medizinischen Versuche und die Zwangsterilisationen. Bei meinen Kindern im Unerricht war es nicht anders. Eine Schande ist das. immer noch werden dinge totgeschwiegen.

So zu deinem Thema. Nein, nicht verheimlich3n, vor nichts und niemanden. Genauso normal wie es heute sein sollte, aber auch nicht ist, das behinderte und nicht behinderte gemeinsam an Schule und Leben teilnehmen, so normal sollte es auch sein gescichtliche Themen gmeinsam durchzugehen. Siehst du denn ständig die Behinderung des Menschen als Besonderheit vor dir, mir fällt sowas nicht mehr auf. Bei Klassenfahrten muß man für einen Rolli etwas andere Unterkünfte suchen, für Allergiker anders kochen, für Diabeitker Mittel dabei haben genau so wie für Adtmathiker. Aber im Kopf, im denken, sind wir alle gleich.

Ihr macht euch doch auch nicht über die jahrhundertelange diskriminierung der Frauen einen Hals. Gut, also seid körperlich und geistig Behinderten gegenüber so normal wie möglich. Normalität kann erst durch völlige Akzeptanz der Behinderung, der Andersartigkeit, also duch unverkrampftes Benehmen und keine falsche Rücksichtnahme möglich werden.

Kommentar von Merzherian,

Aber alle Abwägungen hängen auch vom Entwicklungsgrad der gesamten Klasse und dem Einfühlungsvermögen der Padagogen ab.

Kommentar von sanne172,

<<Siehst du denn ständig die Behinderung des Menschen als Besonderheit vor dir, mir fällt sowas nicht mehr auf.>>

Nein, ganz sicher nicht.
Für mich gehört der Umgang mit Behinderungen seit 16 Jahren zum Alltag.
Aber das macht mich nicht blind für Schwierigkeiten, die plötzlich auftreten können.

Natürlich bin ich für die Gleichbehandlung von Behinderten/Nichtbehinderten- aber manchmal möchte ich auch einen Unterschied machen.
Und zwar zugunsten der Menschen mit Behinderung.
Gleichbehandlung ist auch oft genug der Deckmantel für Gleichgültigkeit - nach dem Motto:Ihr wollt es ja so!

Und dann wird nicht mehr weiter gedacht.

Und den Vergleich mit diskriminierten Frauen, den verstehe ich nicht, sorry.

@Drascho - Danke für Deinen letzten Satz. Genau das ist der Punkt um den es mir geht. :-)

Kommentar von Draschomat,

Ich weiß - und hoffentlich wissen es bald alle. :-))

Kommentar von Draschomat,

In der Schule wird der Lehrplan eben vorgegeben, d.h. manche Themen werden bewusst (nicht) behandelt. Allerdings gibt es so viele Greueltaten, dass man sich gar nicht mit allen beschäftigen kann - das wäre auch nicht sinnvoll, gerade für Heranwachsende. An einer Universität sieht es schon anders aus, da wird ohne große Einschränkungen geforscht.

Ich bin auch für eine absolute offene Herangehensweise, aber wenn auf den Empfänger mehr Nach- als Vorteile zutreffen, würde ich ihm das ersparen (wollen).

Antwort von MiaMamaRia,
9 Mitglieder fanden diese Antwort hilfreich

Ich denke schon das es für Jugendliche behindert oder nicht, gut ist etwas über die Geschichte zu erfahren. Juden, Sinti und Roma müssen sich doch auch damit beschäftigen und auseinandersetzen...!

Kommentar von sanne172,

Im Prinzip hast Du recht. Aber die von Dir genannten haben jeweils ihr ganzes Volk hinter sich, das sie stützt.

Kommentar von MiaMamaRia,

Ich verstehe deine Bedenken schon...aber was sollte denn das Wissen darüber anrichten? Ich bin Schwarz und habe mich auch im Jugendalter mit Apartheid, Sklaverei und Co auseinander gesetzt, das hat mir nicht geschadet!

Kommentar von sanne172,

Ja, aber Du bist auch intelligent genug um zu wissen, dass Diskriminierung falsch und dumm ist.
Du weißt, dass Schwarze zu unrecht diskriminiert wurden.
Du kannst trotzdem mit erhobenem Haupt durchs Leben gehen. :-)

Wie diese Jugendlichen das verstehen werden, ist aber doch eine ganz andere Frage.

Kommentar von MiaMamaRia,

Natürlich kann ich mich nicht in den Kopf von behinderten Jugendlichen reinversetzen....trotz allem denke ich haben auch sie ein recht auf Geschichte, warum auch nicht? Behinderte Menschen müssen mit so vielem Umgehen und vieles verkraften was im hier und jetzt passiert, das schaffen sie schließlich auch.....und nen gewissen Grad an Intelligenz besitzen auch behinderte Menschen!

Kommentar von sanne172,

Ja, vielleicht ist es gerade das: Dass sie schon so eine Bürde mit sich rumschleppen, dass ich finde, das alleine würde schon reichen.

Natürlich haben sie ihre eigene Intelligenz, das weiß ich. Ich finde nur die Vorstellung so ungeheuerlich, dass sie jetzt noch dazu erfahren, dass sie früher grausam entsorgt worden wären.
Aber vielleicht sehe ich das auch nur viel zu emotional - kann schon sein:-/

Kommentar von MiaMamaRia,

Die Betonung liegt auf früher....es ist Geschichte !

Kommentar von froschvleder,

@MiaMamaRiaDie Betonung der Frage liegt auf Heute!! Es ist Gegenwart!!

Kommentar von MiaMamaRia,

Ja schon klar...aber das Geschehene ist doch Vergangenheit....!

Kommentar von MiaMamaRia,

Und vor allem muss und kann man auch Behinderte nicht beschützen.

Kommentar von sanne172,

Nein - nicht vor allem. Nur hier.

Antwort von Schreiberlilli,
9 Mitglieder fanden diese Antwort hilfreich

Hallo sanne!

Dein Sohn wird genau so behandelt, wie alle anderen. Auch in diesem Fall. Und das ist auch gut so. Es ist wichtig für alle, sich mit der Vergangeheit zu beschäftigen. Die Vorstellung des Holocaust ist für alle Jugendlichen gleich grausam.

Schöne Grüße

Kommentar von sanne172,

Das glaube ich nicht. Wer nicht betroffen ist, wird das Geschehene schlimm finden.
Aber wer selber zu der Gruppe gehört, der damals das Recht auf Leben abgesprochen wurde, der wird das sehr viel schlimmer finden.

Kommentar von Schreiberlilli,

Ich glaube, dass Du das so siehst. Aber nicht die Betroffenen selber. Die Kinder gehen ganz anders damit um.

Antwort von schalomisrael,
8 Mitglieder fanden diese Antwort hilfreich

Liebe Sanne, ich habe mir sehr lange Zeit gelassen, ehe ich dir antworte. Unsere Gefühle hier ... können dir nur ein Fenster öffnen, durch das du eine andere Sicht erhälst. Nur du allein kannst letztlich einschätzen, in wie weit dein Sohn diesen Ausflug erlebt. Mir sind behinderte Menschen nicht fremd, ich habe Kontakt zu ihnen ... du beschreibst deinen Sohn mit "leichter" Behinderung. Damit gehe ich davon aus, dass er sehr wohl erfassen kann, was damals passiert ist. Ihn davon ausgrenzen zu wollen, entspringt deinem ganz natürlichen Instinkt. Und bewahre dich davor, dich als "zu empfindlich" zu bezeichnen .... all deine Gefühle sind rechtens und so wie du es schilderst, gehe ich davon aus, dass du sehr wohl auch völlig rationale Dinge mit einbeziehst. Mir persönlich wäre es wichtig, er erfährt in dieser Umgebung davon: nicht durch wilde, bösartige Sprüche auf der Straße oder durch völlig Fremde. Er wäre damit völlig überfordert und würde dir vielleicht die Frage stellen: warum hast du mir nichts gesagt? Mit Recht. So ist es in pädagogischer Gesellschaft und man wird gewiss darauf achten, dass er es in angemessener Weise erfährt. Ihn davon auszugrenzen .... nein. Euthanasie, Shoa ... ein so entsetzliches Thema, vor dem viele gern die Augen verschließen wollten. "Lasst es endlich gut sein" .... höre ich oft und widerspreche. Was soll an einer daran gut sein? Behinderte annehmen, wie sie sind, aber niemals alle über einen Kamm scheren. Sie aufnehmen, mit uns nehmen .... aber nicht um jeden Preis, denn es muss gestattet sein, in gewissen Augenblicken durchaus zu sagen: wir sind anders! Ich würde deinen Sohn in den Arm nehmen und ihm immer wieder versichern: so wie du bist, genauso wollen wir dich haben. Immer. Und niemand wird daran etwas ändern. Diese Geschichte damals, darf sich niemals wiederholen. Sanne, sprich mit deinem Sohn und ich weiß, jede Entscheidung wird gut sein. Du bist eine ganz tolle Mama ....

Kommentar von sanne172,

Meinen allerherzlichsten Dank für Deine lieben Worte. :-)
Dass Menschen mit Behinderung (und nicht nur sie) damals ermordet wurden, hat er im Unterricht bereits gehört - und relativ gelassen aufgenommen. Aber am Ort des Geschehens wird er es richtig begreifen.
Ich kann den Nutzen nicht sehen. Nicht für ihn und nicht für die Gesellschaft.
Das lässt mich so zaudern.
Ich danke Dir sehr für Dein Verständnis :-)

Antwort von gloy53,
8 Mitglieder fanden diese Antwort hilfreich

Es kann sein, gerade weil du dir diese Gedanken machst, diskriminierst du evtl. schon im Ansatz? Ich kenne dein Kind nicht, deswegen ist die Frage schwierig, aber ich geh mal davon aus, das wenn er diese Wahrheit nicht kennt, der Schaden wenn er es später entdeckt unter Umständen schlimmer sein könnte!


Ich bin ein bequemer Mensch, deswegen ist die Antwort vielleicht sehr falsch, aber letztlich kann ich die Frage überhaupt nicht entscheiden. Du holst dir Rat und das ist, glaub ich, gut!

Kommentar von sanne172,

:-)

Antwort von Alexandra2704,
8 Mitglieder fanden diese Antwort hilfreich

Solange keine detaillierten Filme/Bilder dazu gezeigt werden, bin ich der Meinung, dass diese Zeit, wenn auch eine sehr traurige, zu unserer Geschichte gehört. Nur Aufklärung in der Jugend kann eventuell eine Wiederholung dieser Grausamkeiten verhindern.

Antwort von Marioxyz,
8 Mitglieder fanden diese Antwort hilfreich

Ich finde es auch für Behinderte durchaus wichtig sich soetwas anzusehen. Man kann das Ganze durchaus auf eine Kindgerechte Art behandeln, so dass die grausamen Einzelschicksale und Kleinigkeiten nicht erklärt werden. Es ist ein Teil der Geschichte Deutschlands der nicht ausgelassen werden sollte.

Antwort von WildpinkWitch,
8 Mitglieder fanden diese Antwort hilfreich

Auch Jugendliche mit Behinderungen sind Jugendlche.

Um weiterhin ein vernünftigen Umgang miteinander zu haben, ist es wichtig, unsere (unschöne) Vergangenheit nicht Tod zu schweigen. Wir waren im Rahmen unseres Fachseminares in Hadamar, da sieht man nicht mehr so viel. Aber er war interessant im Sinne von informativ.

Wir sollten es uns immer wieder vor Augen führen, was damals passiert ist, damit es nicht wieder passiert.

Kommentar von sanne172,

Wir anderen sollten das unbedingt!
Mir geht es nur um die Jugendlichen, denen damit so deutlich gemacht wird, dass es Zeiten gab, in denen man gerne auf sie verzichtet hätte......

Kommentar von Schreiberlilli,

Aber es gibt auch andere Gruppen, auf die man "gerne verzichtet hätte" Sie alle setzen sich mit dem Thema auseinander. Man kann die Betroffenen nicht davor schützen, in dem man sie von der Wahrheit fern hält. Und das macht auch keinen Sinn.

Antwort von auchmama,
7 Mitglieder fanden diese Antwort hilfreich

Deine Bedenken kann ich aus dem Bauch heraus sehr gut nachempfinden. Denke aber, wenn ihr ein gutes Verhältnis zu Eurem Kind habt, kann Information zur Geschichte und dem Unrecht, welches nicht nur Behinderten widerfahren ist, keinen sehr großen Schaden anrichten.

Wichtig wäre mir in jedem Fall, dass dieses brisante Thema vernünftig besprochen und aufgearbeitet wird. Ihn fern zu halten und Gefahr zu laufen, dass er durch Klassenkameraden irgendwelchen Unsinn erzählt bekommt, sehe ich da problematischer. Dann würde er sich als Aussenseiter wahrnehmen, der diese Besichtigung nicht mitmachen durfte, weil es um sein Handicap geht...alles Gute

Kommentar von icke01,

Da muss ich Dir recht geben.
So sehr ich Sanne verstehe, dass sie ihren Sohn schützen möchte....der beste Schutz ist Aufklärung. Jetzt habt ihr es in der Hand, WIE er davon erfährt, könnt erklären.
Unwissenheit würde ihn sehr verletzlich und angreifbar machen. Die Eltern können nicht immer bei ihm sein und verhindern, dass er auch üblen Menschen begegnet.

Antwort von babypuppe,
7 Mitglieder fanden diese Antwort hilfreich

Ich verstehe deine Ängste, aber es ist leider ein Teil unserer Geschichte.

Du kannst nicht alle schlimmen Dinge von deinem Sohn fernhalten. Heutzutage gibt es auch noch genug Idioten, die über behinderte Menschen lachen oder gar schimpfen.

Er wird dir dankbar sein, dass du ihn normal behandelst und ihn nicht in Watte packst, ihn das Leben kennenlernen lässt. Denn nur so lernt er, es möglichst allein und gut zu meistern.

Alles Gute

Kommentar von sanne172,

Generell ist das auch nicht schwer. Und es ist wirklich nur dieses eine Thema, bei dem ich mir wünschte,ich könnte es von ihm fernhalten.
Weil ich die Tatsache, dass es Menschen gab, die Menschen und Kinder mit Behinderung "guten Gewissens" töteten, zu brutal finde.

Kommentar von Schreiberlilli,

Es gibt Menschen, die eine Abtreibung überlebt haben. Sie können dies am Besten verarbeiten, in dem sie darüber reden.

Kommentar von sanne172,

Aber wäre ihr Leben nicht viel besser, wenn sie es nie erfahren hätten?
Aber ich sehe es ein - wahrscheinlich kann ich meinen Sohn vor diesem Wissen nicht schützen.

Antwort von Sweetninafragt,
7 Mitglieder fanden diese Antwort hilfreich

Du bist zu empfindlich.

Ich meine, wenn es nach deiner Theorie geht dürfen 16jährige Juden nicht sehen wie ihre Vorgänger mit Panzern überfahren und weggekarrt wurden.

Das gehört heute aber durchaus zum Lehrstoff.

Kommentar von Babyshambles,

Klar gehört es das, aber wenn du dich mal näher mit eingeschränkten Menschen befasst hättest wüsstest du, das sie oftmals nichtmal in unserer Welt leben und die Weite eines solchen Themas nicht erfassen können. (Anderst wie 16 jährige Juden, die das ja wahrscheinlich schon von Grund auf wissen...)

Antwort von fesch,
5 Mitglieder fanden diese Antwort hilfreich

Mit 16 sollte man alt genug sein, um sich mit diesem Thema auseinander zu setzen. Mit 16 ist man kein Kind mehr.

Deine Fürsorglichkeit erscheint mir mehr als übertrieben.

Es wird ohnehin viel zu viel aus unserer Vergangenheit unter den Tisch gekehrt. Dass sich immer wieder Lehrer finden, die den jungen Leuten an Beispielen veranschaulichen, welche Schuld unsere unmittelbaren Vorfahren auf sich geladen haben, ist lobenswert und leider nicht selbstverständlich.

Kommentar von sanne172,

Mit 16 haben diese Jugendlichen durchaus noch ein kindliches Gemüt.
Du kannst sie nicht mit Deinen Maßstäben messen.

Aufklärung über das 3. Reich ist super wichtig - da sind wir uns einig.
Es geht mir nur darum, ob man es diesen Jugendlichen nicht ersparen sollte.

Antwort von Harlekin1906,
5 Mitglieder fanden diese Antwort hilfreich

Laß es deinem Sohn über! Er kann sicher gut mit diesem Thema umgehen und wird sich freuen, daß er so eine tolle Mama wie dich hat! Nur Mut!

Antwort von Froschkoenig8,
4 Mitglieder fanden diese Antwort hilfreich

Vielen Dank für Deine Frage, die ich in diesem Forum für ausgesprochen bereichernd finde. Zu empfindlich? Was ist das? Du bist sensibel und dies ist gut so. Ich denke, Deine Frage beantwortet Dir Dein Sohn am besten. Und nur er und seine KlassenkameradInnen können diese Frage beantworten. PS: PsychologInnen und PädagogInnen sind a) auch nur Menschen b) haben nicht immer Recht

Respekt für Deine Sensibilität. LG Froschkoenig

Kommentar von sanne172,

Vielen lieben Dank für dein Verständnis.
Das hilft mir sehr :-)

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