Frage von sanne172,

Sollten behinderte Jugendliche wirklich alles über die Euthanasie im dritten Reich erfahren?

Unser jüngster Sohn ist 16 und hat eine leichte geistige Behinderung.

Zur Zeit beschäftigt sich seine Klasse mit dem Nationalsozialismus.
Auf dem letzten Elternabend fragte der Klassenlehrer, ob wir Eltern etwas einzuwenden hätten, wenn er mit der Klasse einen Ausflug zu einer Behinderteneinrichtung macht, die unter anderem dadurch zu trauriger Berühmtheit gelangte, weil die Nazis dort Behinderte hinschafften und als „unwertes Leben“ töteten.

Es gibt dort einen Friedhof für die Opfer zu sehen.

Mir ist bei dieser Vorstellung ganz anders geworden, aber ich war ganz allein auf weiter Flur.

Der Vorschlag wurde sehr wohlwollend aufgenommen, kein Elternteil hatte Bedenken (und es befinden sich gleich 2 Psychologen und 2 Pädagogen in der Elternschaft).

Das irritiert wiederum mich, die ich die Vorstellung einfach nur grausam finde.
Die Jugendlichen sind in einem Alter, indem sie für sich selbst mit der Tatsache behindert zu sein, fertig werden müssen – müssen sie so brutal darauf gestoßen werden, dass es Zeiten gab, in denen es richtig erschien, Menschen/ Kinder mit Behinderung zu töten?

Bin ich zu empfindlich? Gibt es wirklich gute Argumente dafür?

(Für alle gesunden Jugendlichen sind solche Besichtigungen richtig und wichtig, das steht außer Frage)

Antwort
von SabineInAmerika,

Ich unterrichte in einer amerikanischen High School; da hier ein Gesamtschulsystem besteht, habe ich schon mit vielen behinderten Jugendlichen gearbeitet. Ich unterrichte auch Kurse fuer Erzieherinnen, wobei das Thema von Kindern mit Behinderungen und ihrer Integration oft vorkommt.

Erstmal zur Frage, ob das Wort "handicap" positiv oder negativ ist: Es ist eindeutig negativ gewertet. "Disability" ist das Wort, das stattdessen verwendet werden soll, wobei man "People First Language" anwenden sollte, die Person also als erstes, dann die Behinderung, z.B. "der Jugendliche mit leichter geistiger Behinderung" statt "der behinderte Jugendliche". Schliesslich ist die Behinderung nur ein kleiner Teil dessen, was den ganzen Menschen ausmacht.

Deine Frage ist sehr interessant. Ich gebe den anderen recht, die meinten, dass es sehr auf Deinen Sohn ankommt. Wenn es eine Klasse waere, in der er als einziger eine Behinderung hat, waere die Lage wahrscheinlich noch komplizierter. Da aber Schueler mit verschiedenen Behinderungen in der Klasse sind, finde ich die Diskussion am naechsten Elternabend sehr wichtig. Es kommt wirklich darauf an, wie die Schueler dies intellektuell und emotional verarbeiten koennen.

Wenn Dein Sohn noch hauptsaechlich konkret statt abstrakt denkt, was im allgemeinen bei geistigen Behinderungen der Fall ist, wuerde ich von dem Thema abraten und lieber ein aehnliches, aber konkretes, einfacheres Thema (z.B. Vorurteile in der heutigen Gesellschaft) ansprechen, auf das dann spaeter moeglicherweise mit dem historischen Bezug aufgebaut werden kann. Natuerlich kommt es auf den Lehrplan an; in Deutschland sind da oft den Lehrern die Haende gebunden, amerikanische Lehrer haben da meist mehr Freiheit, ihre eigene Erfahrung mit ihren Schuelern anzuwenden.

Allerdings scheint mir, wenn ich Deine Informationen richtig verstanden habe, dass das Thema bereits in der Schule angesprochen wurde; die Entscheidung, ob die Schueler ueberhaupt davon erfahren sollen, ist also bereits gefallen. Die Frage heisst jetzt also, ob das Thema weiter vertieft werden soll oder nicht. Das kommt auch sehr darauf an, wie Dein Sohn bisher auf die Informationen reagiert hat; wenn er sichtlich verwirrt oder traurig ist, wuerde ich den Ausflug nicht empfehlen. Wenn er aber Fragen hat oder das Thema bereits interessiert mit Dir besprochen hat, ist der Ausflug wahrscheinlich hilfreich.

Wenn die Schueler bereits von diesen schrecklichen Dingen im Unterricht erfahren haben, halte ich den Ausflug durchaus fuer sinnvoll, v.a. wenn sie etwas durcheinander sind; sie werden selbst sehen, wie Menschen mit verschiedenen Behinderungen nuetzliche und wichtige Dinge tun koennen. Die Werkstaette und der Friedhof sind zwei konkrete Dinge, die die gute und die schlechte Einstellung der Menschen anschaulich machen. Wenn sie produktive Menschen sehen, die gut mit ihren Einschraenkungen leben und zur Gesellschaft beitragen, wird das eher gut fuer ihr Selbstbewusstsein sein und die Gewissheit verstaerken, wie schlimm und falsch die Denkweise in diesen dunklen Zeiten war.

Wie gesagt, als Lehrerin von Schuelern mit geistigen Behinderungen wuerde ich das Thema vertagen, bis die Schueler geistig und emotional reif genug sind, es zu verarbeiten (und wenn sie es wahrscheinlich nicht sein werden, auslassen) und ein konkreteres, weniger extremes, aber aehnliches Thema behandeln, das sie sowieso beschaftigt (z.B. Diskriminierung im Alltag). Das Wichtige ist ja, das die Schueler verstehen, dass alle Menschen einen positiven Beitrag zur Gesellschaft leisten koennen und sollen, aber dass leider manche Menschen dies nicht begreifen.

Wenn ich es aber wg. Lehrplan behandeln muesste, oder wenn das Thema bereits besprochen wurde, wuerde ich bestimmt einen aehnlichen Ausflug planen, aber ihn sehr, sehr sorgfaeltig mit den Schuelern, Eltern und anderen Paedagogen vor- und nachbereiten.

Hat Dein Sohn diesen Teil des Unterrichts bereits mit Dir besprochen? Wie scheint er darauf reagiert zu haben?

Alles Gute!

Kommentar von sanne172 ,

Ich danke Dir sehr für diese tolle Antwort und die viele Mühe, die Du Dir gemacht hast.
Ich geben Dir in allen Punkten recht, bis auf den einen vielleicht: <<Wenn die Schueler bereits von diesen schrecklichen Dingen im Unterricht erfahren haben, halte ich den Ausflug durchaus fuer sinnvoll>>
Da denke ich, dass man es doch bei der Information in der Schule belassen könnte.
Den Ort des Geschehens aufzusuchen, macht doch das Geschehene erst richtig begreifbar.
Und genau davor graut es mir.
Den Hinweis mit den Werkstätten, bzw. der Bestätigung, dass auch sie ein produktives und erfülltes Leben führen können, finde ich sehr gut.

In dieser Hinsicht macht die Schule schon sehr viel - zum Glück.
Ich warte jetzt erst einmal den nächsten Elternabend ab :-)
Danke.

Antwort
von Draschomat,

Grundsätzlich ist man sich hoffentlich einig, dass es keine Tabuthemen geben darf, schon gar nicht welche, die ein solches geschichtliches Ausmaß haben. Es ist wichtig, Grundkenntnisse darüber zu besitzen (in dem Fall vor allem als abschreckendes Beispiel). Je mehr man sich übrigens mit solchen historischen Gegebenheiten beschäftigt, umso mehr ist man erschüttert - zumindest geht es mir so.

Viele Themen der Geschichtswissenschaften sind brutal und nichts für schwache Gemüter - vor allem, wenn man sich viel damit auseinandersetzt und anfängt, sich in betroffene Menschen hineinzuversetzen.

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Genau das ist der Knackpunkt: Es bedarf einer bestimmten Reife, um sich mit solchen Sachverhalten sinnvoll beschäftigen zu können. Es würde auch keinen Sinn machen, im Lateinunterricht voreilig philosophische Texte zu behandeln, wenn der Großteil der Schüler noch nicht bereit dazu ist (im G8 werden solche Texte übrigens ein Jahr nach vorne verschoben - ein Kritikpunkt am G8, weil nicht nur arbeitstechnische, sondern wohl auch geistige Überforderung eintritt).

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Dieser Zusammenhang kommt auch bei deinem Sohn zum Tragen - aber noch extremer als bei irgendwelchen lateinischen Texten von Philosophen. Wenn er das "Gemüt eines Achtjährigen" hat, sind komplexe Themen, die er nicht/schwer verarbeiten kann, durchaus problematisch. Nationalsozialismus ist nicht umsonst erst in der gymnasialen Oberstufe ein intensives Thema.

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Mich würde noch interessieren:

Sind seine Mitschüler ähnlich eingeschränkt? Ein bisschen? Völlig anders? Auch auf dem Niveau eines Achtjährigen?

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Sind die Mitschüler weniger eingeschränkt bzw. weiter entwickelt, würde ich von einer Teilnahme deines Sohnes abraten. Sind sie ähnlich eingeschränkt, könnte ein Besuch in einer gleichermaßen betroffenen Gruppe gewinnbringend sein - wobei da der Pädagoge einen wichtigen Part übernehmen müsste.

Letztlich müssen die beteiligten Personen das richtige Gespür haben und feststellen, ob die Gruppe homogen genug für einen solchen Besuch ist und ob sie (jeder einzelne!) einen Nutzen daraus ziehen kann.

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Achja: Wie man eine Beeinträchtigung bezeichnet, ist unerheblich. Egal, ob gehandicapt, behindert oder eingeschränkt - das spielt keine Rolle. Nur weil manche Menschen "behindert" als Attribut zu einem Schimpfwort verwenden, heißt es nicht, dass man es sachlich nicht mehr verwenden darf. Außerdem ändert das nichts an der Lage.

Es gibt ein hier ein Wort, das mir deutlich mehr missfällt: Euthanasie! Es stammt aus dem Altgriechischen und heißt übersetzt "schöner Tod" oder "gut sterben", ist also eine üble Beschönigung (genau wie "Endlösung").

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Mit Überempfindlichkeit hat das übrigens nichts zu tun, sondern eher mit der Kunst, sich in andere Personen hineinversetzen zu können - eine Eigenschaft, die (leider) nicht viele Menschen/Eltern haben. Du hast Sorgen, die existieren und berechtigt sind, aber von den meisten gar nicht (mehr) wahrgenommen werden (können). Das ist eine Sache der Einstellung und des Einfühlungsvermögens - da würde auch kein Pädagogik- oder Psychologiestudium helfen.

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Alles Gute! :-)

Kommentar von Entdeckung ,

Deiner Antwort kann ich nur aus ganzem Herzen zustimmen.

Besonders hilfreich in diesem Fall finde ich - und daher habe ich Dich zitierend folgendes kopiert:

"Sind die Mitschüler weniger eingeschränkt bzw. weiter entwickelt, würde ich von einer Teilnahme deines Sohnes abraten. Sind sie ähnlich eingeschränkt, könnte ein Besuch in einer gleichermaßen betroffenen Gruppe gewinnbringend sein - wobei da der Pädagoge einen wichtigen Part übernehmen müsste."

e

Kommentar von Draschomat ,

Dankeschön. Ich glaube, dass mich bisher keine GF-Frage so beschäftigt hat wie diese. Hab auch erst heute geantwortet, obwohl ich die Frage schon seit zwei Tagen kenne.

Ein Verzicht des Besuches kann aber auch Probleme mit sich bringen, z.B. wenn die anderen Schüler nachträglich darüber reden, wie Lilly2643 richtigerweise kommentiert hat. Es scheint keine optimale Lösung zu geben, also muss man Vor- und Nachteile abwägen. Ein Thema zum Kopfzerbrechen...

Kommentar von sanne172 ,

Ich danke Dir sehr für Deine Antwort. Es hat sich gelohnt, darauf zu warten :-)
Zu Deiner Frage:

Es gibt in dieser Klasse alle Formen - so stark Beeinträchtigte, die einfach nur mitgehen würden, ohne auch nur im Entferntesten Sinn und Zweck zu verstehen, aber auch Jugendliche, denen man auf den ersten Blick ihre Behinderung gar nicht anmerkt.

Mein Sohn gehört von den intellektuellen Fähigkeiten her zu den Besten, ist aber emotional ein Kind geblieben. Andere können nicht lesen oder schreiben, benehmen sich aber sonst eher altersgemäß.
Es ist eine kunterbunte Mischung - Du kannst nicht einen mit dem anderen vergleichen.
Das finde ich richtig schön - aber in diesem speziellen Fall liegt auch darin die Schwierigkeit, wie Du schon sagst.
Ich freue mich sehr, dass sich hier so viele User Gedanken über mein Problem machen und mir immer neue Gesichtspunkte zeigen.

Vielen Dank für die Mühe :-))

Kommentar von Draschomat ,

Immer gerne. :-)

Bei einer solchen "kunterbunten Mischung" ist der Nutzen eines solchen Ausfluges wirklich in Frage zu stellen. Bin gespannt, was sich demnächst auf den Elternabenden herausstellt.

Kommentar von auchmama ,

@sanne172...aus Deiner Fragestellung konnte ich nicht entnehmen, dass es sich bei der Klasse Deine Sohnes um keine Integrationsklasse handelt! Das habe ich erst aus Deinem Kommentar hier erfahren. Darum schließe ich mich den Ausführungen von rivabella an. Sinn und Nutzen eines solchen Besuches, kann ich dann auch nicht erkennen!!!

Kommentar von sanne172 ,

Ja, ich weiß - ursprünglich gehörte diese Information in den Text, aber ich musste ihn kürzen, er war zu lang.
Danke für Deine Antwort :-)

Antwort
von sophiaax3,

Hallo sanne172 (:

Ich finde dass das wirklich eine schwierige Frage ist, denn auch ich kann viele Argumente finden, die dagegen sprechen, aber auch einige die dafür sprechen.

Ich habe nicht alle bisherigen Antworten gelesen, aber doch einige und den meisten kann ich nur zustimmen, dass das am meisten von deinem Sohn selbst abhängt.

Ich selbst bin ein bisschen jünger als dein Sohn (ich werde erst nächstes Jahr im Februar 16) und versuche das Ganze vielleicht ein wenig aus der Sicht eines Jugendlichen zu beurteilen, wobei ich selbstverständlich weniger Erfahrungen habe als Du oder Andere die Dir geantwortet haben.

Auch wir haben uns letztes Jahr mit dem Thema beschäftigt und die Gedenkstätte in Dachau besucht. Das ist zwar nochmal ein kleiner Unterschied, da das ein Arbeitslager war, aber die Thematik ist ja die selbe. Mich hat vorallem dieser Besuch sehr nachdenklich gestimmt und ziemlich mitgenommen, da man das alles mehr oder weniger hautnah nochmal sehen kann. Obwohl ich diese Zeit ja glücklicher Weise nicht miterleben musste war ich doch immer wieder aufs Neue geschockt. Und obwohl dein Sohn eine leichte geistige Behinderung hat, fühlt und denkt er ja das selbe, deswegen bin ich mir ziemlich sicher, dass ihn dieser Besuch beschäftigen wird.

Dennoch musst du bedenken, dass die Betreuer dieser Klasse sicher nicht unvorbereitet auf diese Exkursion gehen, denn sie sind garantiert speziell auf psychologische Betreuung vorbereitet und haben gelernt, wie man mit solchen Situationen am Besten umgeht und erklärt. Auch ist es wichtig, dass dein Sohn über die Zeit des Nationalsozialismus Bescheid weiß. Allerdings kann er das natürlich auch später einmal nachholen. Nur sei dir bewusst, dass ihr beide die Chance ihn, in einem solchen Rahmen, an die Thematik ranzuführen sicher nicht allzuoft haben werdet.

Ich hoffe ich konnte dir wenigstens ein bisschen helfen und es fällt dir leichter eine Entscheidung zu treffen, aber letztendlich musst du gemeinsam mit deinem Sohn entscheiden.

Liebe Grüße

Sophia

Kommentar von sanne172 ,

Liebe Sophia,
ich danke Dir ganz herzlich für Deine Antwort. Ich bin erstaunt und regelrecht begeistert eine solch wunderbare und kluge Antwort von einem so jungen Menschen zu lesen!
Vielen, vielen Dank! :-)

Kommentar von sophiaax3 ,

Freut mich sehr wenn ich helfen konnte.

Ich wünsche dir und deinem Sohn viel Glück (:

Immer wieder gern ;D

Antwort
von Paula25,

Hallo. Ich denke etwas anders darüber. Wenn er der einzige mit einer geistigen Einschränkung ist, wäre er nicht in diese Klasse wo die anderen Mitschüler intelligenter sind.Das schreibst du ja auch -kunterbund gemischt. Ich gehe davon aus, dass es sich um eine Sonderschule handelt oder Förderschule.

Wenn sich die Mehrheit dafür entschieden haben, und alleso unterschiedlich etwas verstehen, warum deinen Sohn ausschließen? Mit 16, klar, für keinen Behinderten ist es schön zu wissen, dass eben Früher Behinderte getötet wurden. Deshalb verstehe ich nicht, warum die Lehrer einen solchen Ausflug vor schlagen? Aber du könntets ihn das erklären, dass es eben nur Früher so war, weil die Menschen die es getan haben dumm waren und er sich nichts dabei denken soll.Heute gibt es soetwas nicht mehr. Wenn er auf dem Stand eines 8 Jährigen ist, wird er es auch schnell wieder versgessen. Meine Frau war hochintelligent. Studiert aufs Lehramt und Psychologie war im Hochbegabtenverein -Mensa Club - Mit 37 Jahren bekam sie einen Schlaganfall, wodurch sie in die Frührente kam. Es fiel ihr so schwer die Arbeit auf zu geben. Also machte sie ein paar Stunden weiter.Danach fiel sie plötlich um. Diagnose: Epilepsie. Erst nur 1 Anfall im Jahr, Dann 2 Jahre gar nichts. Dann 2006 der große Knall.Status Epilepticus -eine Serie von über 20 Anfällen. Das konnte man nur auf der ITS in Narkose durch brechen. Dann hatte sie es alle 3 Wochen und lag nur auf dieser Inensivstation. Viele Narkosen. Dann setze die Atmung mal hier zu Hause bei einem Anfall nicht wieder ein. Der Rettungswagen war schon schnell da. Über 7 Minuten tod. Reanimiert. 6x passierte es in den Jahren.Heute ist meine Fau geistig wie ein Kind, kann nicht mehr schreiben, rechnen, die Uhr lesen ist völlig desorientiert und vergisst alles. Sie musste auch in eine Spezialklinik wo sie andere Epieptiker sah in Anfällen. Ganz geschockt konnte sie es mir halbwegs berichten wie schlimm das aussieht, sie wollte nach Hause nicht da bleiben. Aber sie mustte dort bleiben. Und dann der Wandel. Sie half wenn jemand umfiel, hat sich daran gewöhnt. Richtig versthet sie es nicht was sie hat, und dass sie alles vergisst.Glaube mir, sie stecken mehr weg als man denkt. Für gut befinde ich diesen Ausflug nicht. Denke aber, dass es ihn nicht schadet. Er muss es auch irgentwie lernen, dass er eben etwas anders ist als adere. Das wissen sie. Ich denke, wenn die Psychologen soetwas mit vorschlagen, dass sie sich dabei was denken. Sie kennen sicher deinen Sohn und können es einschätzen ob das vertretbar ist.Er wird vielleicht darüber reden und es dann wieder vergessen.Wenn du abe rzuviel Bedenken hast, lass ihn zu Hause oder psreche mal mit dem Lehrer, was sie sich dabei gedacht hatten?

Abe übermuttere ihn nicht zu sehr, sondern erziehe ihn so selbsständig wie möglich.Halte ihn nicht von allen Problemem fern.Wenn es dieanderen Mitschüler schaffen,dann schafft er es auch.Sieh es mal als Erfahrung. Aber ist shcon komisch. Was kommt als nächstes? Zu gucken wie man eine Leiche im Krematorium verbrennt? Was ist das für eine Schule? Mir fehlen auf einer Seite die Worte, auf der anderen Seite eben die Erfahrung zu verstehen was man Früher mit den armen Menschen getan hat. Er wird es auch wieder vergessen. Entscheiden musst du es aber. Ich hätte ihn gelassen, wäre aber mit gefahren. Wird e szu schlimm und er weint,würde ich mit ihn sofort nach Hause fahren. LG: Paula - Paul

Kommentar von sanne172 ,

Danke Dir sehr für Deine Antwort.
Es tut mir sehr, sehr leid für Deine Frau und auch für Dich. :-(
Der Ausflug wurde letztendlich für alle abgesagt und ich bin froh darüber.
Alles Gute für Euch.

Antwort
von MojitoTom,

Liebe sanne, diese Frage ist nicht nur sehr bewegend sondern auch sehr schwer zu beantworten.
Damit eine Antwort nicht zu oberflächlich ausfällt, wäre im Grunde wichtig, Deinen Sohn näher zu kennen.
Du hast diesen Vorteil. Du kennst seinen Charakter und seine Fähigkeit mit seiner Behinderung umzugehen.
Du weißt, wie er auf äußere Eindrücke und Probleme reagiert.


Ich finde es jedoch von immenser Bedeutung, dass sich die Klasse mit dem Thema Nationalsozialismus beschäftigt. Das geht jedoch nur, in dem die Auswirkungen ebenfalls besprochen werden.
Wenn der Lehrer es schafft, das Thema Euthanasie mit Fingerspitzengefühl zu vermitteln und gleichzeitig den Bogen zur heutigen Gesellschaft und damit die Integration von behinderten Menschen in diese Gesellschaft deutlich zu machen, können die Jugendlichen mit einem positiven Eindruck dieses Thema verarbeiten.
So wie ich die Frage lese, ist Dein Sohn in einer Gruppe geistig behinderter Jugendlicher und damit nicht allein.
Die gesamte Klasse beschäftigt sich also damit.
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Um Dir also abschließend einen Rat zu geben:
Wenn ich zu der Überzeugung gelangen würde, dass mein Sohn stark genug für dieses Thema ist, dann würde ich diesen Besuch zulassen.
Diese Behinderteneinrichtung hat heute eine ganz andere Bedeutung. Mit entsprechender Vorbereitung, und diese finde ich äußerst wichtig, könnte Dein Sohn die Unterschiede erkennen, verstehen und auch verarbeiten.
Deine persönliche Einschätzung, eine gute Vorbereitung und Nachbereitung halte ich jedoch für entscheidend.
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Grundsätzlich halte ich schonungslose Auseinandersetzung mit dem Nationalsozialismus und deren Folgen für wichtig, sofern die betroffenen Personen geistig in der Lage sind, dies auch zu verarbeiten.
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Abschließend möchte ich noch erwähnen, dass es hier ja wohl um eine Einrichtung geht, in der heute behinderte Menschen betreut werden.
Das ist aus meiner Sicht etwas anderes, als würde man ein Konzentrationslager besuchen.

Kommentar von sanne172 ,

Lieber MojitoTom,

meinen herzlichsten Dank für Deine Antwort. :-)

Sie ist (wie immer) ausgewogen, verständnisvoll und klug.
Aber trotzdem:

<<Grundsätzlich halte ich schonungslose Auseinandersetzung mit dem Nationalsozialismus und deren Folgen für wichtig >> Da sind wir einer Meinung :-)
Nur frage ich mich, worin der "Nutzen" dieser Aufklärung für behinderte Jugendliche liegt.
Denn warum müssen gerade sie darüber so genau aufgeklärt werden?

Sie werden nicht an den gesellschaftlichen Entwicklungen mitwirken - sie können nichts bewirken und nichts verändern.
Warum also erspart man ihnen das nicht?

Kommentar von MojitoTom ,

Behinderte Jugendliche sind ein Teil unserer Gesellschaft.
Und ich denke schon, dass "leicht geistig behinderte" Jugendliche (wie Dein Sohn) sehr wohl ihre Position in der Gesellschaft einnehmen und sie mit gestalten können.
Ich halte den Besuch dieser Einrichtung nicht für besonders wichtig, denke jedoch, dass man es mit einer entsprechenden Vorbereitung machen kann.
Wenn Du also der Meinung bist, Dein Sohn könnte die Erlebnisse verstehen und verarbeiten, dann kann aus meiner Sicht dieser Besuch sinnvoll sein.
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Wenn Du jedoch von vornherein Zweifel hast, dann liegen diese Zweifel vermutlich genau darin begründet, dass Dein Sohn dies vermutlich nicht kann.
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Dann würde ich von so einem Besuch abraten.

Kommentar von sanne172 ,

Ich kann überhaupt nicht einschätzen mit welchem Eindruck mein Sohn von diesem Ausflug zurückkommt.
Das ist wahrscheinlich mein Problem.
Ich weiß einfach nicht, was er danach denken wird - über sich, über Behinderte, über seinen Stellenwert in der Gesellschaft.

Antwort
von till32,

Liebe Sanne172, liebe momo1965,

ich habe sehr interessiert Euer Gespräch verfolgt und möchte etwas dazu beitragen, wenn ich kann. Ich denke, wir sollten unterscheiden: Die von Dir, sanne172 allegemein gestellte Frage "sollen behinderte Jugendliche..." möchte ich klar mit einem "Ja" beantworten. Ich möchte dieses "Ja" aber einschränken dahingehend, dass es auf den einzelnen Jugendlichen ganz individuell ankommt. Musst Du Bedenken haben, dass Dein Sohn die Konfrontation mit diesen schrecklichen Ereignissen der Vergangenheit NICHT wird verarbeiten können, so sollte er mit diesem Thema auch nicht konfrontiert werden.

Grundsätzlich also sollte man auch behinderte Jugendliche mit diesem Thema konfrontieren, aber eben dann doch nicht, wenn man Angst haben muss, dass sie damit nicht zurecht kommen. Das wiederum musst Du für Deinen Sohn entscheiden. Und wenn Du da Bedenken hast, würde ich an Deiner Stelle ihn auch nicht mit hin schicken, sondern an diesem Tag zu Hause lassen - egal was die Schule darüber denkt.

Entsprechend das Beispiel von Momo1965 betreffend die fürchterlichen Ereignisse des Holocaust. Die allermeisten Menschen, nicht nur die Juden, setzen sich damit aktiv auseinander, was ich auch für sehr wichtig erachte. Wenn nun ein einzelner, aus welchen Gründen auch immer, diese Auseinandersetzung fürchtet, sollte sie ihm auch nicht aufgezwungen werden. Wobei ich hier keineswegs den "Aufarbeitungsverweigerern" das Wort reden möchte.

Ich glaube, ihr habt beide genau den richtigen Ansatz und hoffe, etwas ergänzend beigetragen zu haben.

Kommentar von sanne172 ,

Danke Dir sehr für Deine Antwort :-)

Kommentar von Momo1965 ,

Mein lieber Till, da hattest Du wohl den richtigen "Riecher". Nach den entsprechenden, nachträglichen Hinweisen von Sanne unter meiner Antwort teile ich Deine Ansicht zu 100 %.

Mein Däumchen hast Du... oder auch alle beide?! ;-)

Antwort
von SuchsDirAus,

Hallo, ich habe jetzt einige Antworten gelesen und muss mich einigen Usern anschließen, dass es bei dieser Frage kein richtig oder falsch gibt.

Ich habe hier mal etwas aus einer "Familienseite" kopiert : "Was brauchen Kinder? Das Entwicklungspotential, das Kinder bei der Geburt mitbringen, kann sich am besten in einer Umgebung entfalten, die sowohl Reize und Anregungen bietet, als auch geeignet ist, das Kind vor Reizen zu schützen, die die Verarbeitungskapazität des sich entwickelnden Organismus überfordern."

Auf eine Art soll man das Kind fordern ( Bei Ihrem Fall : Sohn zum Ausflug schicken) auf andere Art soll man es vor Überlastbarkeit schützen (Sohn nicht zum Ausflug schicken ? )

Es ist wirklich eine sehr schwierige Situation. Wenn ich die Pro Argumente lese, Ihren Sohn zum Ausflug gehen zu lassen, bin ich auch dafür, doch wenn ich die Kontra Argumente lese bin ich erschrocken und bin dagegen, dass Ihr Sohn den Ausflug besichtigt.

Ich denke es ist wichtig, sich an das Thema vorsichtig heranzutasten. Am Besten wäre es doch, wenn man selber mal so eine Führung sehen könnte um zu beobachten, wie die Angestellten einen an das Thema "Behinderte im 3-ten Reich" heranführen.

Ich weiß noch dass wir auch mal eine Führung hatten durch ein Kz und ich fand es grauenvoll doch zugleich faszinierend.

Unser Führer hatte alerdings die ganze Zeit ein makaberes Lächeln auf den Lippern und hat find eich sehr unemotional darüber geredet.

Vielleicht würde ein Gespräch mit Ihrem Sohn helfen, in dem man sich vorsichtig herantastet, in wie weit er dieses Thema eigentlich verstehen kann.

Liebe Grüße

Kommentar von SuchsDirAus ,

Nachtrag :

Vielleicht würde ein Gespräch mit Ihrem Sohn helfen, in dem man sich vorsichtig herantastet, in wie weit er dieses Thema eigentlich verstehen kann. Das eigentliche Problem liegt ja darin, dass man nicht weiß, inwiefern er mit solchen schwierigen Themen belastbar ist. Selbst für Erwachsene ist dies ein Thema, das über den Verstand / die Vorstellungskraft hinausgeht. Warum also einen im Geiste 8-jährigen damit konfrontieren ?

Nein, je mehr ich darüber schreibe und laut denke, desto sicherer bin ich mir, dass man sich genau überlegen sollte, ob Ihr Sohn diese Führung nun mitmacht. Was bringt es, wenn er es nicht versteht ? Es hätte doch keinen Sinn und am Ende wäre er nur verängstigt.

Ich würde wie gesagt auf jeden Fall mit ihrem Sohn sprechen und vielleicht vorsichtig das hema vorher anschneiden und seine Reaktion abwarten. Vielleicht weiß er auch selbst schon einiges durch das Fernsehen ?

Kommentar von sanne172 ,

Vielen Dank für diese Gedanken :-)
Sie spiegeln meine eigenen sehr gut wieder.

Auch wenn es vielleicht keine wirklich gute Lösung für mein Problem gibt, so tut es doch gut,
wenn man verstanden wird. Danke schön :-)

Antwort
von rivabella,

>Und ich es grausam finde, ihnen zu sagen, dass sie zu einer anderen Zeit ermordet worden wären, weil sie unnütz und lästig waren.<

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Ich antworte Dir ganz intuitiv und aus dem Bauch heraus:

Wenn ich an Deiner Stelle wäre und meinem leicht geistig behindertem Sohn zugemutet werden sollte, sich mit so einer schwierigen und besonders für ihn entsetzlichen Problematik auseinander zu setzen, würde ich das mit allen Mitteln zu verhindern wissen.

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Jugendliche Kinder im Alter von 16 Jahren sind auf der Suche nach sich selbst, sie sind in sich noch nicht so gefestigt, dass man sie „erwachsen“ nennen könnte. Deshalb und gerade wegen der Behinderung würde ich mein Kind (be)schützen vor allem, was mit der Judenvernichtung und mit dem 3. Reich zu tun hat.

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In zwei oder 3 Jahren kann man überlegen, ob seine geistige Reife es zulässt, darüber mehr zu erfahren, vorher auf gar keinen Fall.

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Auch wenn ich mit meiner Meinung ganz allein auf weiter Flur stehe: An dem Tag wäre mein Kind "offiziell krank" und ich würde mit ihm einen wunderschönen Ausflug in den Tierpark oder sonst einem angenehmen Ort machen!

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Vergangenheit hin - Vergangenheit her: Ich würde es auf keinen Fall zulassen, dass mein Sohn mit seiner

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>Klasse einen Ausflug zu einer Behinderteneinrichtung macht, die unter anderem dadurch zu trauriger Berühmtheit gelangte, weil die Nazis dort Behinderte hinschafften und als „unwertes Leben“ töteten.<

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Niemals !!! Dafür ist später, viel später noch genügend Zeit !!!

Kommentar von sanne172 ,

Ich danke Dir so sehr :-)
Ich hatte mich schon fast davon überzeugen lassen, dass es meine eigene Empfindlichkeit ist, die mich dabei so bedrückt.

Kommentar von rivabella ,

Liebe Sanne!

Ich kann Deine Zweifel und Bedenken so gut verstehen. Auch ich würde nach der ersten Aufregung das Für und Wider gegeneinander abwägen. Hier aber überwiegen die Gegenargumente. Niemals ließe ich es zu, dass die zarte Seele meines Kindes so verletzt würde, seine Selbstzweifel, sein Selbstbewusstsein so in Mitleidenschaft gezogen würde wie bei einem Besuch einer solchen Gedenkstätte mit allem, was damit verbunden ist.

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Das hat mit Aufklärung nichts zu tun, zumindest nicht in diesem speziellen Fall. Du hast das Recht - und bitte nimm Dir das auch heraus - Dein Kind vor jeglichem Unbill zu schützen. Du würdest Dich ja auch vor ihm werfen, wenn ihm jemand körperlichen Schmerz zufügen würde! Und seelischer Schmerz wiegt mehr, seelische Wunden heilen nicht so schnell. Hör auf Dein Gefühl und lass Dir nicht einreden, dass dadurch das Vertrauen Deines Kindes in Dich erschüttert wird, wenn er dann mal später „die Wahrheit“ erfährt. Nein, dem ist nicht so. Später wird er es besser verstehen und verarbeiten und dankbar sein, so eine verständnisvolle Mutter zu haben. Das wird sein Selbstbewusstsein eher stärken und sein Vertrauen in Dich festigen.

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Hab den Mut NEIN zu sagen !!!

Kommentar von Lilly2643 ,

Ich stimme dir da voll zu.

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Meine Sorge wäre aber auch, was ist, wenn er ein/zwei Tage später wieder zur Schule geht und die anderen über diesen Ausflug sprechen?

Kommentar von Nachtflug ,

@Lilly2643: Ja, das ist ein ganz wichtiger Punkt, denn dann ist das betroffene Kind erst recht anders als die anderen, wiel es keine Ahnung hat, wovon sie alle reden.

Antwort
von Momo1965,

Um die Wahrnehmung der heranwachsenden Generation für die Geschehnisse der Vergangenheit zu schärfen, halte ich es für unumgänglich, sie auch mit den wirklich brutalen und grausamen Ereignissen zu konfrontieren. Nur so entsteht das Bewusstsein für begangenes Unrecht und die Chance, das zukünftig nicht mehr erleben zu müssen.

Ich mache dabei überhaupt keinen Unterschied, WELCHER Personenkreis auf die von dem Lehrer geplante Weise an dieses Thema herangeführt wird.

Führe Dir bitte folgendes vor Augen: Auch behinderte Menschen sind vollwertige Mitglieder unserer Gesellschaft und wollen auch ebenso behandelt werden. Ich halte es für sehr bedenklich, wenn Du durch Deine Haltung die "Anderartigkeit" Deines Sohnes hervorhebst und für ihn (und alle anderen behinderten Menschen) eine andere Behandlung dieses Themas forderst, denn genau DAS wünscht sich KEIN behinderter Mensch.

Ein anderes Beispiel: Würdest Du es - in logischer Folge zu Deinen hier geäußerten Bedenken - ebenfalls begrüßen, wenn jüdische Schüler/innen von DEM Teil des Geschichtsunterrichts ausgeschlossen wären, wo es um die Judenverfolgung ging?

Die Juden wollen DAS ganz sicher nicht! Ganz im Gegenteil: Sie gehen sogar ziemlich offensiv mit diesem Thema um. Beispiel: Das Yad Vashem in Jerusalem, eine Ausstellung zur Geschichte des Holocaust. Man bekommt regelrechte Beklemmungen, wenn man sich DAS ansieht.

Ergo: Die Vergangenheit ist wie sie ist! Und ausnahmslos JEDER sollte damit vertraut sein, damit diese Dinge niemals wieder geschehen.

Kommentar von sanne172 ,

Ich halte es für sehr bedenklich, wenn Du durch Deine Haltung die "Anderartigkeit" Deines Sohnes hervorhebst und für ihn (und alle anderen behinderten Menschen) eine andere Behandlung dieses Themas forderst, denn genau DAS wünscht sich KEIN behinderter Mensch
Das ist nicht fair.
Seine "Sonderrolle" bekommt er doch nicht dadurch, dass ich mir Gedanken darüber mache. Für mich sind Menschen mit Behinderung so vollwertig und wichtig wie jeder andere. Meine Frage ist, ob man diesen Jugendlichen alles zumuten muss.

Glaube mir, mein größter Wunsch ist, dass sie als vollwertige Mitglieder der Gesellschaft gesehen werden und daran arbeite ich täglich.
Ich packe meinen Sohn nicht in Watte und die Tatsache, dass er behindert ist, schützt ihn nicht davor sein Zimmer aufräumen zu müssen und vor anderen unliebsamen Dingen.

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Der Vergleich mit jüdischen Jugendlichen hinkt in meinen Augen. Für sie ist dieser Teil der Geschichte auch furchtbar, aber sie haben ihr ganzes Volk, ihre Religion und das Wissen darüber, welches entsetzliche Unrecht ihnen geschehen ist.
Für sie ist es richtig und wichtig, dass es wirklich jeder auf der Welt erfährt.

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Aber wem hilft es, wenn diese Jugendlichen erfahren, dass sie als „unwertes“ Leben gesehen wurden? Werden sie sich sicher sein können, dass heute niemand mehr solche Gedanken hegt?

Die Realität sieht anders aus. (Da muss man sich nur einmal das Abtreibungsgesetz im Fall einer Behinderung beim Ungeborenen ansehen………)

Nur darum geht es mir.
Die Vergangenheit wird sich sicher nicht wiederholen, nur weil man diesen Teil der Geschichte mit den Betroffenen nicht ganz so ausführlich erörtert.
Oder glaubst Du das?

Kommentar von Momo1965 ,

Liebe Sanne, zunächst einmal das Wichtigste vorweg: Ich wollte Dir in keinster Weise zu nahe treten oder unfair "rüberkommen". Sollte dieser Eindruck entstanden sein, dann entschuldige ich mich in aller Form für meine missglückte Formulierung.

Ich hatte nur die Befürchtung, dass sie Deine Gedankengänge bezogen auf dieses Schul-Projekt auch in Deinem Verhalten gegenüber Deinem Sohn widerspiegeln könnte. Und DAS wäre in der Tat sehr fatal.

Du versicherst mir mehr als glaubhaft, dass dem nicht so ist. Und das ist auch gut so!

Du fragst, wem es hilft, wenn behinderte Jugendliche erfahren, dass sie früher mal als "unwertes" Leben gesehen wurden. Gleichzeitig sagst Du, dass die Realität HEUTE (z.B. Abtreibungsgesetz) auch ihre Schatten wirft.

Ja, leider ist es so. Sicher kann man sich nie sein, dass "Randgruppen" (schreckliches Wort, aber mir fällt kein besseres ein) nicht ihre Beeinträchtigungen zu spüren bekommen.

Aber, ich denke, dass Du eben DIESE Realität nicht vor Deinem Sohn verbergen solltest / kannst. Entscheidend ist doch, WIE er damit konfrontiert wird, denn erfahren wird er es - früher oder später - ganz von alleine.

Und, auch wenn es diese negative Realität gibt, so gibt es aber auch genügend positive Dinge, die er (hoffentlich) Tag für Tag erlebt.

Ich weiß nicht, in welchem Maße Dein Sohn behindert ist, aber glaubst Du nicht, dass er das ganze Thema mit 16 Jahren schon ein bisschen differenzierter betrachten kann?

Kommentar von sanne172 ,

Alles gut :-)

Wahrscheinlich hätte ich die Frage doch lieber ganz allgemein stellen sollen.
Und hätte besser meine eigene Betroffenheit dabei außen vorgelassen.

So entsteht bei Euch der Eindruck, ich glucke um mein Kind herum und versuche es vor der Realität zu beschützen.

Mein Sohn hat mit seinem 16 Jahren das Gemüt eines Achtjährigen.
Daran wird sich auch in Zukunft nicht mehr viel ändern.
Wann ist er demnach alt genug, es etwas differenzierter zu betrachten?

Kommentar von Momo1965 ,

Dann vermutlich nie, liebe "Sanne"! Unter diesen Umständen würde ich mir ganz sicher die selben Gedanken machen, wie Du, und auch davon Abstand nehmen, ihn an diesem Ausflug teilnehmen zu lassen.

Die Frage auf Deinen Sohn bezogen zu stellen, finde ich schon richtig. Es wäre nur hilfreich gewesen, wenn wir den Grad seiner Behinderung schon VOR Beantwortung Deiner Frage gewusst hätten.

MEINE Antwort wäre dann ganz sicher anders ausgefallen.

Kommentar von sanne172 ,

Es ist unheimlich schwierig den Grad der Behinderung zu beschreiben.
"Offiziell" gilt er als leicht behindert, denn er kann lesen, schreiben und (mit Abstrichen) rechnen.
Seinem Wesen nach ist und bleibt er aber ein Kind.
Ich verstehe gut, dass das zu Schwierigkeiten bei der Einschätzung führt - das hatte ich vorher nicht richtig bedacht. Sorry.

Kommentar von Momo1965 ,

Ja, das ist richtig! Es IST für Außenstehende schwer einzuschätzen. Selbst dann, wenn Du direkt von Anfang an einen entsprechenden Hinweis gegeben hättest. Und, entschuldigen musst DU Dich ganz sicher nicht! Schön, dass wir meinen gedanklichen Fehler aufklären konnten.

Also, noch einmal ganz von vorne! :-)

Niemand kennt Dein Kind so gut wie Du. Wenn Du jetzt, im Vorfeld, bereits ein so ungutes Gefühl dabei hast, dann solltest Du das Gespräch mit dem Lehrer suchen und ihm Deine Bedenken schildern.

Sind denn alle Kinder in der Klasse Deines Sohnes im gleichen Maße beeindträchtigt (ich mag das Wort "behindert" nicht!)? Und bestimmt handelt es sich auch nicht um eine Regelschule, zumindest aber eine integrative Schule, oder? Sonderpädagogen werden doch ganz sicher sehr viel empfänglicher für derartige elterliche Bedenken sein, als es an einer Regelschule der Fall wäre. Du solltest es zumindest versuchen.

Möglicherweise kann der Lehrer auch auf Erfahrungsschätze mit anderen, gleichaltrigen Schülern zurückgreifen, und Dir auf diesem Wege u.U. ein wenig Sorge nehmen.

Im Übrigen, wenn alle Stricke reißen: Kinder dürfen nur an Ausflügen teilnehmen, wenn die Eltern das ausdrücklich erlaubt haben. Du hast die Zügel also selbst in der Hand!

Kommentar von sanne172 ,

Danke Dir für diese Antwort :-)
Weißt Du, was ich eben gemacht habe?
Ich habe ein paar von den anderen Eltern angerufen und dabei festgestellt, dass es denen ganz ähnlich geht.
Manche haben einfach nur länger darüber nachdenken müssen :-)
Wir werden das Thema auf die Agenda des nächsten Elternabends setzen.
(Es ist eine private Heilpädagogische Förderschule - wir haben alle naselang Elternabende! ;-))
Und dann noch mal ganz in Ruhe dem Lehrer unsere Bedenken schildern. Und dann einfach mal hören.

Und danach entscheidet vielleicht jeder für sein Kind.
Die Jugendlichen in der Klasse sind ganz unterschiedlich.
Mein Sohn gehört mit seinen Fähigkeiten zu den fittesten, dafür gibt es Mädchen, die nicht Lesen oder Schreiben können, sich sonst aber altersgemäß verhalten.
Man kann keins mit dem anderen vergleichen.
.

Puh, jetzt geht es mir wirklich besser :-D

Kommentar von Momo1965 ,

Viele Wege führen nach Rom... und manchmal sind sie steinig!

Glaub mir, es freut mich wirklich sehr, dass Du einer Lösung näher gekommen bist. Ich weiß aus eigener Erfahrung, wie schwer man sich manchmal mit der ein oder anderen Entscheidung tut!

Und viel Erfolg für den Elternabend! Das Ergebnis würde mich sehr interessieren!

Kommentar von sanne172 ,

:-)

Kommentar von sanne172 ,

@ alle, die es heute noch interessiert :-)

Dieses Thema wurde ausführlich auf einem Sonderelternabend erläutert - hin- und herdiskutiert und von allen Seiten beleuchtet.
Tatsächlich hatten sich die meisten Eltern im Vorfeld keine Gedanken darüber gemacht.
Am Ende wurde abgestimmt und eine knappe Mehrheit war gegen den "Ausflug".
Das Thema war ja theoretisch im Unterricht schon durchgesprochen worden.
Es ging letztendlich "nur" noch um das Begreifen vor Ort.
Und das ist den Jugendlichen erspart geblieben.
Ich muss sagen - ich bin froh darüber.

Ich kann leider kein Sternchen vergeben - zu viele haben sich Gedanken gemacht und eine Unmenge an nachdenkenswerten Antworten gegeben.
Ich danke Euch allen, dass Ihr hier an dieser Stelle die vielgescholtene Qualität von GF hochgehalten habt.
Merci :-)

Kommentar von Momo1965 ,

Hallo Sanne, vielen Dank für diesen Nachtrag, der mich auf jeden Fall interessiert hat. :-)

Schön, dass sich dieses Problem in Deinem Sinne hat lösen lassen.

Dass Du kein Sternchen vergeben kannst, kann ich nur allzu gut nachvollziehen. Mit einer Auswahl aus den hier gegebenen Antworten wäre ich auch hoffnungslos überfordert! ;-)

Kommentar von Harlekin1906 ,

Das gilt Momo1965! Ich finde deine Antwort einfühlsam und dennoch sehr klar! Bravo! Dafür auch von mir ein herzliches DH!

Kommentar von Momo1965 ,

Vielen Dank! :-)

Kommentar von Lilly2643 ,

Ja, ich schließe mich dem an. Von mir jetzt auch ein DH.

Antwort
von SmotSmot,

Ich würde die Frage eher andersherum betrachten:

Wollen Sie Ihrem Sohn ein Teil der Geschichte dieses Landes vorenthalten und so weiter ausgrenzen?

Ich denke ein Mensch mit einer leichten geistigen Behinderung (vielleicht auch mit einer stärkeren) ist durchaus in der Lage, solche Dinge zu verstehen. Auch wird diese Erfahrung es dem jungen Menschen vielleicht leichter machen, zu verstehen wieso gerade auch heute Menschen ihn nicht tolerieren können.

Leider existieren heute noch aktive Nationalsozialisten, welche diese Methoden begrüßen und leider könnte gerade auch ihr Sohn mit solchen Randgruppen der Gesellschaft zusammenstoßen.

Schütze ich einen Menschen indem ich ihm Wissen vorenthalte? Vielleicht kann er es nicht gleich verstehen und vielleicht überfordert ihn die Situation. Aber grenzen Sie ihn nicht bereits aus der Klasse aus, wenn er nicht mitdarf?

Dürfte er nicht mit, so hätten meiner Meinung die Nationalsozialisten einen weiteren Sieg erzielt, da sie ein lebendes und intelligentes Individuum erneut ausgegrenzt haben.

Richtig ist die Frage meiner Meinung nach: Wie bereite ich mein Sohn darauf vor, dass diese Welt leider nicht so ist und war, wie sie sein sollte.

Ich denke diese Entscheidung ist für Sie als Eltern nicht leicht und ich würde auch beide Entscheidungen nicht verurteilen:

Immerhin kennen Sie ihren Jungen am besten und wenn er es Ihrer Meinung nach nicht ertragen oder verstehen kann, so ist es sicher richtig.

Aber ich denke man sollte einem Menschen die Wahrheit nie vorenthalten.

Kommentar von sanne172 ,

Auch wird diese Erfahrung es dem jungen Menschen vielleicht leichter machen, zu verstehen wieso gerade auch heute Menschen ihn nicht tolerieren können.
Wenn ich ehrlich bin....ist es genau dieser Punkt.
Das möchte ich ihm ersparen.
Weil ich glaube, dass das nur quält aber nicht hilft.
Im übrigen haben alle aus seiner Klasse eine Behinderung - er würde also nicht ausgegrenzt.
Trotzdem vielen Dank für die Antwort.
Es ist sehr wichtig für mich, all diese unterschiedlichen Sichtweisen hier kennenzulernen. :-)

Kommentar von SmotSmot ,

Es ist ja auch keine leichtfertige Entscheidung. Sie kennen Ihr Kind am besten und die Entscheidung wird sicher jeder tolerieren. Vielleicht sollten Sie sich mit den anderen Eltern organisieren und einen speziellen Elternabend planen?

Antwort
von teddybaeruj,

Liebe Sanne,

ich habe diese Frage und die Antworten immer wieder gelesen und mir unter verschiedenen Aspekten Gedanken darüber gemacht.

Da es hier sehr viele ausgezeichnete Antworten gibt, kann ich mich kurz fassen:

Kein Gedanke, den sich eine Mutter um ihr Kind macht ist überflüssig. Auch wenn es hin und wieder nützlich ist, sich selbst zu hinterfragen, empfinde ich das keinesfalls als "empfindlich". Es ist eher eine Empfindsamkeit, die ich überaus schätze.

Es gibt dazu kein richtig und kein falsch, und nur du und die Menschen, denen du vertraust, also auch die Pädagogen und Psychologen, die die Klasse deines Sohnes begleiten, entscheiden, was in diesem Falle zumutbar ist, und was nicht.

Eine Thematik zu begreifen, die derartige geschichtliche und menschliche Auswirkungen hat, ist unabdingbar.

Inwieweit ein Mensch mit Einschränkungen etwas begreifen kann, was selbst ich, wenn ich mich in diese Thematik einfühle, kaum verstehen kann, bedarf einer sehr großen Portion Verantwortung und Fingerspitzengefühl.

Und das allerwichtigste für mich: Manchmal ist es am wichtigsten, dass man eine solche Frage stellt, denn darin und in der multiplen Betrachtung liegt schon der größte Teil der Antwort.

Und das ist eine Frage, die mehr als jede andere eine gute Frage ist!

Kommentar von ursula39 ,

@teddybaeruj..1000 DH für Dich !

Kommentar von sanne172 ,

Ich danke Dir.
Das Gefühl verstanden zu werden, ist schon unglaublich hilfreich :-)

Antwort
von Merzherian,

Interessant, das ihr immerhin etwas darüber erfahrt. Euthanasie ist ein Kapitel welche unter einem ähm gewissen Tabu leidet und gelitten hat. Zu meiner zeit wurde es nicht erwähnt, und ich hatte immer hin LK Geschichte. mein Wissen mußte ich mir Stückchen für Stückchen aus Büchern holen. Genauso wie die medizinischen Versuche und die Zwangsterilisationen. Bei meinen Kindern im Unerricht war es nicht anders. Eine Schande ist das. immer noch werden dinge totgeschwiegen.

So zu deinem Thema. Nein, nicht verheimlich3n, vor nichts und niemanden. Genauso normal wie es heute sein sollte, aber auch nicht ist, das behinderte und nicht behinderte gemeinsam an Schule und Leben teilnehmen, so normal sollte es auch sein gescichtliche Themen gmeinsam durchzugehen. Siehst du denn ständig die Behinderung des Menschen als Besonderheit vor dir, mir fällt sowas nicht mehr auf. Bei Klassenfahrten muß man für einen Rolli etwas andere Unterkünfte suchen, für Allergiker anders kochen, für Diabeitker Mittel dabei haben genau so wie für Adtmathiker. Aber im Kopf, im denken, sind wir alle gleich.

Ihr macht euch doch auch nicht über die jahrhundertelange diskriminierung der Frauen einen Hals. Gut, also seid körperlich und geistig Behinderten gegenüber so normal wie möglich. Normalität kann erst durch völlige Akzeptanz der Behinderung, der Andersartigkeit, also duch unverkrampftes Benehmen und keine falsche Rücksichtnahme möglich werden.

Kommentar von Merzherian ,

Aber alle Abwägungen hängen auch vom Entwicklungsgrad der gesamten Klasse und dem Einfühlungsvermögen der Padagogen ab.

Kommentar von sanne172 ,

<<Siehst du denn ständig die Behinderung des Menschen als Besonderheit vor dir, mir fällt sowas nicht mehr auf.>>

Nein, ganz sicher nicht.
Für mich gehört der Umgang mit Behinderungen seit 16 Jahren zum Alltag.
Aber das macht mich nicht blind für Schwierigkeiten, die plötzlich auftreten können.

Natürlich bin ich für die Gleichbehandlung von Behinderten/Nichtbehinderten- aber manchmal möchte ich auch einen Unterschied machen.
Und zwar zugunsten der Menschen mit Behinderung.
Gleichbehandlung ist auch oft genug der Deckmantel für Gleichgültigkeit - nach dem Motto:Ihr wollt es ja so!

Und dann wird nicht mehr weiter gedacht.

Und den Vergleich mit diskriminierten Frauen, den verstehe ich nicht, sorry.

@Drascho - Danke für Deinen letzten Satz. Genau das ist der Punkt um den es mir geht. :-)

Kommentar von Draschomat ,

Ich weiß - und hoffentlich wissen es bald alle. :-))

Kommentar von Draschomat ,

In der Schule wird der Lehrplan eben vorgegeben, d.h. manche Themen werden bewusst (nicht) behandelt. Allerdings gibt es so viele Greueltaten, dass man sich gar nicht mit allen beschäftigen kann - das wäre auch nicht sinnvoll, gerade für Heranwachsende. An einer Universität sieht es schon anders aus, da wird ohne große Einschränkungen geforscht.

Ich bin auch für eine absolute offene Herangehensweise, aber wenn auf den Empfänger mehr Nach- als Vorteile zutreffen, würde ich ihm das ersparen (wollen).

Antwort
von finzerconsult,

Hi, sanne172. Habe heute morgen deine Frage gesehen - und noch nicht alle Antworten dazu gelesen. Meine Gedanken - unabhängig davon: 1. Ich finde es sagenhaft geschmacklos, unüberlegt und eigentlich fehlen mir die Worte : dass der Lehrer mit den Kindern an eine solche Stätte will. Mehr an mangelndem Feingefühl kann ich mir kaum noch vorstellen. Die Klasse ist insgesamt inhomogen, mehrere Kinder sicher nicht in der Lage, Gesehenes und Gehörtes zu verkraften/zu verarbeiten, d.h. unreif für ein solches Vorhaben. Das gilt auch für die, die möglicherweise "nichts mitbekommen", denn wer weiß, was sie doch mitbekommen von dem Grauen, ohne dass sie die Möglichkeit der Mitteilung und Verarbeitung haben.-----------2. Ich würde mein Kind auf keinen Fall mitgehen lassen - wie du hier liest, wahrscheinlich mit einem Vorwand, Erkältung, Husten in der Nacht, Fieber in der Nacht. 3. Eine weitere ALternative sehe ich noch: Lehrer anrufen, schnell Gespräch, Schulleitung dazu. Vielleicht - aber nur vielleicht Elternvertreter dazu. Das ganze Vorhaben zum Kippen bringen. Mit dem Hinweis: Freiwillige Teilnahme ( an dem grausigen Schulausflug ). Lehrer und Schulleitung zum Schweigen verpflichten über das Gespräch und nur das Ergebnis bekanntgeben lassen, nicht dich. Die Veränderung der Modalitäten sollen von der Schulleitung ausgehen. 4. Ich habe einmal mit etwa 18jährigen eine Fahrt nach Erfurt, Weimar unternommen.Allgemeines, schönes Kulturprogramm. Die Städte, Kunst, Schiller und Goethe, Freizeit. Und an einem Nachmittag auch Buchenwald. Aber : Die dreitägige Fahrt war FREIWILLIG. Und die jungen Leute konnten die gräßlichen Wahrnehmungen hinter die schönen Erlebnisse stellen. Man kann nicht alles mit jungen Menschen machen, Geschmack und Feingefühl müssen sein - wo das fehlt, sollte man nachhelfen.

Kommentar von sanne172 ,

Herzlichen Dank für Deine Antwort.
Sie ist eine der ganz wenigen, die eindeutig von einem solchen Besuch abraten.
Die meisten hier sind der Überzeugung, dass es richtig und wichtig ist, mit diesen Jugendlichen dort hinzugehen.......
Wir werden das Thema auf jeden Fall auf dem nächsten Elternabend noch einmal besprechen.
Da ist noch keine Entscheidung getroffen.

Deshalb: Vielen Dank für Deine Argumente :-)

Antwort
von jensenopulus,

Sicherlich ist das auf eine Art eine harte Sache, aber ich denke nicht, dass man sowas verschweigen sollte.

Du schreibst, dass dein Sohn "eine leichte geistige Behinderung" hat. Ich geh also davon aus, dass er versteht, was dort vor sich ging.

Ich kann mir vorstellen, dass es auf eine Art hilfreich für ihn sein kann. Er kann sehen, dass Behinderte heutzutage als normaler Teil der Gesellschaft angesehen werden. Das kann ihm helfen sein Selbstwertgefühl etwas zu steigern. Und das ist in der Pubertät sicherlich nicht schlecht.

Andererseits solltest du den Klassenlehrer noch einmal darauf hinweisen, damit er die Klasse auf das Thema sensibilisiert, um dumme und unüberlegte Kommentare von Seiten der Klassenkameraden zu verhindern. Ich habe in meiner Tätigkeit bei der Bundeswehr schon viel dummes Gequatsche von Rekruten an solchen Gedenkstätten gehört und musste dementsprechend eingreifen.

Da das Alter der Klassenkameraden und meiner Rekruten nicht sehr weit auseinanderliegt, schätze ich die geistige Reife ebenfalls ähnlich ein. Deshalb ist die Sensibilisierung sehr wichtig.

Ich hoffe, dass ich dir etwas weiterhelfen konnte!

Kommentar von sanne172 ,

Ja, das konntest Du :-)
Vielen Dank für Deine Antwort.
Dumme Kommentare von seinen Klassenkameraden sind nicht zu erwarten,
denn sie haben alle eine Behinderung. Irgendwie habe ich das wohl schlecht erklärt....:-/
Aber Deine Gedanken zu meinem Problem finde ich wichtig.

Kommentar von jensenopulus ,

Schön, dass ich unterstützen konnte...

Das die Schüler alle eine Behinderung haben macht das Ganze (in diesem Fall) eigentlich noch einfacher. Sie alle können so auch etwas für sich tun und (auch wenn es nicht auf den ersten Blick so scheint) ein Zeichen setzen. Nämlich, dass die heutige Gesellschaft moderner denkt (auch wenn es immernoch einige gibt, die sich von der Vergangenheit nicht trennen wollen). Die Jugendlichen können das dort sehen und etwas von ihrer Scheu ablegen, wenn es darum geht sich im alltäglichen Leben zu bewegen.

Ich glaube, dass der Besuch dort mehr hilft als schadet.

P.S.: Einige meiner Rekruten sind bspw. jüdischer Religion und trotzdem (oder gerade deshalb) in eine KZ-Gedenkstätte mitgekommen, obwohl der Besuch speziell ihnen freigestellt war. Und sie waren froh, dass sie ihren Horizont damit erweitern konnten.

Antwort
von Ashlie,

Ich glaube du bist zu empfindlich. Außerdem ist man mit 16 kein Kind mehr. Da kann man das erstens schon verkraften und zweitens weiß ich nicht was an dem Ausflüg so schlimm sein soll. Im Geschichtsunterricht geht es nun einmal darum die Geschichte der Vergangenheit den Schülern nahe zu bringen. Und nur weil die Behindert sind Dinge aus der Geschichte auszulassen oder ihnen zu verheimlichen ist falsch meiner Ansicht nach.

Dengst du der Ausflug würde dein Kind traumatisieren, weil früher solche Leute getötet wurden? Wenn du meinst dass würde ihn schocken kannst du es ja sein lassen. Aber ich finde dass ist übertrieben.

Kommentar von sanne172 ,

Dengst du der Ausflug würde dein Kind traumatisieren, weil früher solche Leute getötet wurden?
Ja, genau das denke ich.

Kommentar von Blackshep ,

@sanne172 Ich denke, dass Ihr als Eltern Euer Kind am besten kennt und daher auch die richtige Entscheidung treffen werdet. Es mag ja Kinder geben, die so etwas ganz gut wegstecken können. Wenn Ihr nun befürchten müsst,dass Euer Sohn das nicht kann, dann würde ich mich auf dieses Gefühl verlassen und ihn an diesem Tag der Schule fernbleiben lassen.

Kommentar von sanne172 ,

Danke Dir.

Kommentar von Pottkieker ,

Die Traumatisierung beginnt mit der Konfrontation heutiger Diskriminierungen, Solche Schäden sind bei geistig Behinderten meist nicht reparabel. Aber eine vorherige Aufklärung kann einen Behinderten vorwarnen. Der Schaden ist gering. Es ist nahezu unmöglich, einen "unsichtbaren, unbekannten" Feind zu bekämpfen. Aber weiß man die Geschichte, weiß man damit auchr Behinderte, sondern für jeden betroffenen Menchen! umzugehen, wenn man selber davon betroffen ist. Es zu verheimlichen käme einer Lüge gleich. Das gilt nur für jeden betroffenen Menschen. Tom

Antwort
von Sanja2,

warum ist ein Jugendlicher mit Behinderung hier anders zu betrachten als andere? In jeder Klasse wird jemand sein, der Homosexuell veranlagt ist und die gehen auch zu solchen Ausflügen, jede Klasse hat ausländische Schüler, vielleicht auch Juden. Ich denke jeder Mensch sollte diesen Teil der Geschichte kennen. Nur weil damals jemand auch selbst betroffen gewesen wäre sollte man ihn meiner Meinung nach nicht von den Informationen fern halten. Natürlich hast du recht, dass es sein könnte, dass die behinderten Jugendlichen dann eine gute Begleitung brauchen, weil sie sich Fragen stellen könnten die sie selbst betreffen. Aber die brauchen auch Juden die das im Unterreicht durchnehmen.

Kommentar von sanne172 ,

Wahrscheinlich liegt es daran, dass diese Jugendlichen im Geiste Kinder bleiben.

Und ich es grausam finde, ihnen zu sagen, dass sie zu einer anderen Zeit ermordet worden wären, weil sie unnütz und lästig waren.

Wie kommt das bei ihnen an?

Das macht es für mich den Unterschied zu anderen Verfolgten.

Kommentar von Sanja2 ,

Ich kann dein Gefühl schon irgendwie verstehen, aber warum sollen wir behinderte Jugendliche vor den schlechten Dingen im Leben bewahren. Sie müssen auch irgendwann in dieser Welt zurecht kommen und da sollten sie auch die schlechten Seiten kennen. Lieber erfahren sie von so etwas im geschützten Rahmen in dem ihnen auf ihre Fragen Antworten gegeben werden können. In dem auch ihre Unsicherheit aufgefangen wird oder die Betroffenheit. Ich fände es blöder wenn so ein Jugendlicher mal zufällig einen Film sieht und dann völlig vor den Kopf gestoßen wird.

Kommentar von sanne172 ,

Ja, das ist inzwischen das einzige Argument, das mich überzeugt :-)

Antwort
von rubicon66,

...noch nie hat mich eine frage hier auf gf derartig beschäftigt, wie diese hier. ich habe mir alle antworten und kommentare bisher hier durchgelesen und bekomme einen schauer, der mir eiskalt den rücken runterläuft, nicht wegen der antworten und kommentaren sondern wegen dieser problematik, die sich da auftuet, in der du steckst !! ich traue mich nicht eine antwort zu geben, ohne,dass ich mit deinem sohn gesprochen hätte, und das nicht nur mit einem gespräch. Und je länger ich darüber nachdenke,komme ich immer mehr zu dem schluss, eine notlüge aufzubauen und deinen sohn NICHT daran teilnehmen zu lassen. das muss nicht sein und man kann mit sicherheit in späteren möglichkeiten deinem kind die notwendigen informationen geben. das argument,was hier über die judenkinder erwägt wurde, kann ich so nicht gelten lassen....ja, je mehr ich drüber schreibe, ich würde eine andere möglichkeit abwarten, und nicht daran teilnehmen....kinder können auch ganz schön grausam sein, und das würde bei deinem sohn viel schwerwiegerder sein....

Kommentar von rivabella ,

Da sind wir ja mal ausnahmsweise einer Meinung !!!

Kommentar von rubicon66 ,

...och riva, das stimmt doch so nicht so ganz, der??? aber hier stehen wir mit unsere meinung unter ferner liefen!!!

Kommentar von sanne172 ,

Aber Ihr sprecht mir aus der Seele.
Ich danke Euch beiden sehr.

Kommentar von aurata ,

@Rubicon: ich schließe mich Rivabella und dir an. Das sehe ich genau so.

.

@Sanne: ich kann dich sehr gut verstehen und hätte die gleichen Bedenken und würde alles tun und DAS zu verhindern, dass mein Sohn diese unnötige Bürde trägt.

Kommentar von sanne172 ,

Liebe aurata, ich danke Dir für Deine Meinung.

Sehr.:-)

Kommentar von Lilly2643 ,

Auch ich möchte mich dem anschließen, ohne jetzt die anderen Antworten gelesen zu haben.

Mein erster Gedanke war, als ich die Frage las, das muss doch nicht sein.

Okay, dazu gibt es wohl einiges zu sagen und ich werde mir die anderen Antworten hier noch durchlesen.

Aber dass die anderen Eltern nicht mal diskutiert haben, verstehe ich gar nicht.

Kommentar von franz3 ,

Rubicon. Ein einfühlsamer und zu tiefst menschlicher Kommentar. Danke, ich bin stolz auf Dich!!!

Kommentar von AllesKnower ,

@rubicon66, ich bin nun auch schon eine Zeit dabei und stimme, Dir zu, das ist bisher die beste Frage die hier in dieser Zeit gestellt wurde, einfach schon deswegen, weil man sie im Grunde nicht mit einem gewissen Anspruch auf Sicherheit beantworten kann !

Kommentar von rubicon66 ,

@allesknower, eigentlich hat sanne gar keine frage gestellt, sie hat ihre problematik mit ihrem kind dargestellt, und findet diesen "ausflug" , irgendwie,na, sage ich mal,nicht angebracht.sie ist irritiert, weil alle diesen "ausflug" für ok halten. meines erachtens, geht es in ihrer schilderung , zusätzlich und indirekt um die, ebenfalls nicht gestellte frage,ob wir deutsche diese "eutanasie" aus dieser unrühmlichen zeit der deutschen,richtig aufbereitet hätten? und darin sehe ich das zusätzlich für mich belastende drin, und ich glaube dass es vielen so ergeht!...hab mich schwer getan, hier die richtigen worte, nebst formulierungen zu finden...

Antwort
von Donbasty,

Hallo Sanne, mein Tipp:

bedenke mal, was das schlimmste wäre, was passieren könnte...ich denke mal, so etwas wie, dass es ihn richtig mitnimmt. Das positive wäre, dass Ihr in dieser Situation so ein enges Verhältnis habt und Ihr ihm über seine erste harte Situation hinweghelfen könnt. Irgendwann wird das Leben für ihn wie jeden Heranwachsenden auch weniger einfach- und es wird noch harte Situation für ihn geben- dann lernt er um so früher, dass diese bewältigt werden können und müssen. Und auf dieses harte Thema wird er früher oder später stossen. Ich wünsch Euch alles Gute, und denke, DU wirst alles richtig machen.

Kommentar von sanne172 ,

Danke Dir für deine Antwort :-)

Kommentar von Donbasty ,

gern geschehen ;)

Kommentar von Donbasty ,

Hallo,nochmal, es wäre schön,wenn du uns auf dem laufenden halten würdest

Antwort
von heureka47,

Aber sicher sollen sie das!

Möglicherweise haben gerade die von der Euthanasie betroffenen Menschen ("Behinderte", "Psychisch Kranke" usw.) mehr emotionale Regung, um sich für das Aufdecken der wahren Ursachen zu interessieren / einzusetzen, so daß doch noch die notwändigen Lehren aus diesen Gräueln gezogen und Vorkehrungen getroffen werden können, daß ähnliche nicht wieder geschehen.

Die tiefere Ursache liegt im Bereich der "Kollektiven Zivilisations-Neurose / Krankheit der Gesellschaft" (siehe meinen TIPP). Diese Störung ist auch unabhängig vom Kollektiv im Einzelfall jederzeit heilbar.

Kommentar von Benjamin ,

Ach, H..... und Konsorten wären laut deinen Thesen durch was auch immer "heilbar" gewesen???

Kommentar von heureka47 ,

@ Benjamin:

Sogar du könntest heil werden!

Kommentar von Benjamin ,

@Heureka:

Das beantwortet meine konkrete Frage nicht.

Kommentar von heureka47 ,

@ Benjamin:

Was sollte mich angesichts deiner nachhaltigen Boshaftigkeiten motivieren, noch Fragen von dir beantworten zu wollen???

Kommentar von Benjamin ,

@Heureka:

Du scheinst mit Widerspruch weiterhin nicht zurecht zu kommen und stellst dich und deine Ansichten durch haltlose Beschimpfungen bloß.

Nur weiter so - die User werden ihre richtigen Schlüsse aus solchem Verhalten ziehen.

Kommentar von sanne172 ,

Aus Deinem Tipp werde ich nicht schlau.
Vielleicht erklärst Du mir in einfachen Worten, wie sich ein Mensch mit Behinderung für das "Aufdecken der wahren Ursachen" einsetzen kann, wenn das auch für gesunde Menschen scheinbar nicht so einfach ist - sonst wären diese ja wohl schon bekannt........

Kommentar von heureka47 ,

Weil das Irre und Krankhafte (an) der (zivilisationsgesellschaftlichen) "Normalität" nur aus der Distanz zu ihr, z.B. aus der Position der "Randständigkeit", erkannt werden kann. Solange wir uns mit etwas identifizieren, können wir es nicht in seiner wahren "Gestalt" erkennen.

Menschen mit "Behinderungen", auch "chronisch Kranke" und ähnlich "Randständige" wurden/werden eher mit der wirklichen Wirklichkeit / tieferen Wahrheit konfrontiert - das bringt so viele von ihnen dazu, sich für die Verbreitung ihrer Sicht bzw. für wirkliche Gesundheit / Gesundung einzusetzen.

Kommentar von sanne172 ,

Au weia.
Ich kenne keinen einzigen Menschen mit Behinderung, der sich für die Verbreitung seiner Sicht einsetzt.
Vielmehr besteht dort nur der Wunsch, so zu sein wie alle anderen.
Keine Ahnung, wo Du diese Erkenntnis her hast.

Kommentar von heureka47 ,

@ sanne172:

Dann schau doch nur mal in Richtung der Selbsthilfebewegung, zu den zahllosen Selbsthilfegruppen und -organisationen, die seit vielen Jahren - weil das als gut und sinnvoll erkannt wurde! - von Staat und Krankenkassen finanziell gefördert und auch darüberhinaus unterstützt werden.

Schau auf die Landesarbeitsgemeinschaften (LAG)/ Bundesarbeitsgemeinschaft (BAG) für behinderte Menschen, in denen sich jeweils viele themen- / diagnosebezogene Gruppen organisieren und Öffentlichkeits- / Gremienarbeit leisten bzw. die Interessen ihrer Mitglieder bis hinauf in die Bundespolitik vertreten.

Ich bin seit 16 Jahren Mitglied z.B. inm Bundesverband Psychiatrie-Erfahrener e.V. und mein Landesverband ist wiederum Mitglied in übergeordneten Verbänden / Interessenvertretungen.

Insbesondere die Psychiatrie-Erfahrenen setzen sich seit vielen Jahren für Veränderungen in den psychiatrischen Versorgungssystemen ein, weil das vorherrschende wissenschaftlich-medizinische Weltbild einige wichtige Aspekte ausblendet und deswegen vielen Patienten nicht die angemessene Hilfe zuteil wird; um das mal ganz vorsichtig auszudrücken...

Antwort
von babypuppe,

Ich verstehe deine Ängste, aber es ist leider ein Teil unserer Geschichte.

Du kannst nicht alle schlimmen Dinge von deinem Sohn fernhalten. Heutzutage gibt es auch noch genug Idioten, die über behinderte Menschen lachen oder gar schimpfen.

Er wird dir dankbar sein, dass du ihn normal behandelst und ihn nicht in Watte packst, ihn das Leben kennenlernen lässt. Denn nur so lernt er, es möglichst allein und gut zu meistern.

Alles Gute

Kommentar von sanne172 ,

Generell ist das auch nicht schwer. Und es ist wirklich nur dieses eine Thema, bei dem ich mir wünschte,ich könnte es von ihm fernhalten.
Weil ich die Tatsache, dass es Menschen gab, die Menschen und Kinder mit Behinderung "guten Gewissens" töteten, zu brutal finde.

Kommentar von Schreiberlilli ,

Es gibt Menschen, die eine Abtreibung überlebt haben. Sie können dies am Besten verarbeiten, in dem sie darüber reden.

Kommentar von sanne172 ,

Aber wäre ihr Leben nicht viel besser, wenn sie es nie erfahren hätten?
Aber ich sehe es ein - wahrscheinlich kann ich meinen Sohn vor diesem Wissen nicht schützen.

Antwort
von Mkp263,

Hallo, mein kleiner Bruder hat ebenfalls eine geistige und körperliche Behinderung. Ich weiß auch noch nicht, ob ich ihm, wenn er älter ist, davon erzählen soll, bzw. ob er jemals versteht. Ich denke, diese Frage zu beantworten, ist sehr schwierig, weil ja jeder diese Tatsache anders verarbeitet. Ich würde das noch einmal gut durchdenken, und wenn du ihn mitfahren lässt, würde ich ihn, soweit möglich, auf das vorbereiten, was er hören wird, und ihm auf alle Fälle sagen, dass das Vergangenheit ist und er keine Angst haben muss.

Viele Grüße

Kommentar von sanne172 ,

Vielen lieben Dank für Deine Antwort :-)

Antwort
von Saahira,

Diese Entscheidung sollte dem Jugendlichen selbst überlassen werden. Und generell halte ich Aufklärung über die miesen Machenschaften des braunen Gesindels nach wie vor für wichtig.

Apropos wieso bezeichnest du als Mutter/oder Vater (ich kann dein Geschlecht nicht anhand deines Nicks erkennen) dein Kind als "behindert" ??? Sowas macht mich fassungslos. Dein Sohn hat ein Handicap, "behindert" ist ein "Unwort" und wirklich nicht einfach aus Spass und Dollerei inzwischen auf dem Index.

Kommentar von sanne172 ,

Mein Sohn hat eine Behinderung.
Alles andere ist Wortklauberei.
Es Handicap zu nennen, macht es doch nicht anders.
Dass das Wort behindert zum Schimpfwort verkommen ist, ist schlimm.
Aber jetzt nur noch von gehandicapten Jugendlichen zu sprechen - das klingt mir zu aufgesetzt.

Kommentar von Saahira ,

Eben weil das Wort leider zu einem Schimpfwort verkommen ist plädiere ich dafür es duch "gehandicapt" zu ersetzen und dies ist nicht nur meine Ansicht sondern allgemein Usus hier in der Regio (ausser eben die Kids die weiter im Zug von "behindert" reden wenn sie jemanden oder etwas nicht ausstehen können.

Kommentar von froschvleder ,

sanne172 am 26. September 2010 18:20

Mein Sohn hat eine Behinderung. Alles andere ist Wortklauberei.

Da stimme ich voll mit dir überein.

Eigentlich wollte ich hier nichts mehr posten, ich habe alles gesagt.

Aber:

Eine Behinderung bleibt eine Behinderung!

Es ist in keinerlei Weise eine Beleidigung.

Heute sprechen die Instanzen von Menschen mit Behinderung.

Und @ Saahira...

Ich kenne sehr viele Menschen, die haben einen Ausweiß, da steht drauf:

Schwerbehindert!

Wie nennst du den dann so was??

Kommentar von Schreiberlilli ,

Ich finde die Bezeichnung "behindert" als völlig korrekt. Irgendetwas hindert einen Menschen daran, genau so zu handeln/denken/laufen/leben...., als dem Großteil der Menschen. Nur weil manche Leute eine wahrheitsgemäße Beschreibung falsch anwenden, muss man sie nicht aus dem Sprachgebrauch entfernen.

Kommentar von Swisslady ,

Behinderung ist doch kein schlimmes Wort, sondern drückt aus, dass man nicht allem ungehindert nachgehen kann. Ein Wort kommt auf den Index, weil andere es als Schimpfwort benutzen!? Was ist das denn? Und wird schlussendlich ersetzt durch einen englischen Ausdruck, der das Selbe aussagt!?

Kommentar von Saahira ,

generell war es mal kein "schlimmes " Wort. Aber wenn du heutzutage hörst wie es angewand wird vergeht dir die Lust es auf Menschen mit Handicap anzuwenden. ES wird benutzt um Nonstop zu beleidigen wie ich bei meínen morgendlichen Fahrten mit dem Regionalzug täglich miterlebe bei gewissen Jugendlichen untereinander. Bzw. bei ihren Reden über Abwesende die sich nicht wehren können.

Es ist ein übles Schimpfwort geworden.

Kommentar von Drachentoeter ,

Und du bist wirklich der Meinung das Wort Handicap ist deshalb besser? Bist du sichre das das im englisch sprachigen Raum nicht auch eventuell als Schimpfwort dient? Ich kenne da nämlich für einen Menschen mit Behinderung eher den Begriff disabled Person http://dict.leo.org/ende?lp=ende&lang=de&searchLoc=1&cmpType=relaxed...

Kommentar von Drachentoeter ,

Hier noch die bedeutung des Wortes im englsich Sprachigen Raum http://dict.leo.org/ende?lp=ende&lang=de&searchLoc=0&cmpType=relaxed... nach meiner ansicht ist das Wort keine deut besser als das deutsche Wort behindert.

Kommentar von Drachentoeter ,

DH! Ich bin ganz deiner Meinung und das obwohl ich eine Behinderung habe, ich halte nichts davon zu glauben wenn man ein anders Wort nimmt wird alles besser.

Kommentar von Drachentoeter ,

Der Anglizismus Handicap ist in meinen Augen keine deut besser als das deutsche Wort behindert. Was sprich dagegen zu sagen ich habe eine Behinderung oder mein Kind hat eine Behinderung? Ich sehe da nichts negatives oder wertendes. Klar so Sprüch wie "Man bist du behindert" sind abwertend aber deshalb muss man nicht gleich das Wort behindert oder Behinderung aus seinem Wortschatz streichen. Ich habe selber eine Behinderung und habe absolut kein Problem mit dem Wort behindert oder Behinderung.

Kommentar von Drachentoeter ,

Das mit dem Wort Handicap würde ich mir dann aber auch noch mal überlegen. ;-) http://en.wikipedia.org/wiki/Disability Da gibt es eine hübschen Absatz. Das laute der erste Satz "Some people with disabilities do not like the term "handicap" because of a belief that it originally meant someone who could not work and went begging with their cap in hand."

Kommentar von Lilly2643 ,

@ Saahira:

Ich bin auch der Meinung, dass die Bezeichnung keinen Unterschied macht.

Selbst wenn jetzt jeder "gehandicapt" sagen würde, was wäre damit gewonnen?

Nichts, man würde sich an dieses Wort gewöhnen und irgendwann wäre genau dieses Wort auch ein Schimpfwort.

Suchen wir dann wieder ein neues?

Kommentar von Swisslady ,

So sehe ich das auch.

Kommentar von Blackshep ,

Die Schwester meiner Mutter (geistig behindert) hatte Mitte der 70-er Jahre noch eine ärztliche Bescheinigung auf der draufstand zu 100% schwachsinnig Das ist schlimm! Von daher finde die Bezeichnung Behinderung / behindert völlig in Ordnung.

Antwort
von WildpinkWitch,

Auch Jugendliche mit Behinderungen sind Jugendlche.

Um weiterhin ein vernünftigen Umgang miteinander zu haben, ist es wichtig, unsere (unschöne) Vergangenheit nicht Tod zu schweigen. Wir waren im Rahmen unseres Fachseminares in Hadamar, da sieht man nicht mehr so viel. Aber er war interessant im Sinne von informativ.

Wir sollten es uns immer wieder vor Augen führen, was damals passiert ist, damit es nicht wieder passiert.

Kommentar von sanne172 ,

Wir anderen sollten das unbedingt!
Mir geht es nur um die Jugendlichen, denen damit so deutlich gemacht wird, dass es Zeiten gab, in denen man gerne auf sie verzichtet hätte......

Kommentar von Schreiberlilli ,

Aber es gibt auch andere Gruppen, auf die man "gerne verzichtet hätte" Sie alle setzen sich mit dem Thema auseinander. Man kann die Betroffenen nicht davor schützen, in dem man sie von der Wahrheit fern hält. Und das macht auch keinen Sinn.

Antwort
von Schreiberlilli,

Hallo sanne!

Dein Sohn wird genau so behandelt, wie alle anderen. Auch in diesem Fall. Und das ist auch gut so. Es ist wichtig für alle, sich mit der Vergangeheit zu beschäftigen. Die Vorstellung des Holocaust ist für alle Jugendlichen gleich grausam.

Schöne Grüße

Kommentar von sanne172 ,

Das glaube ich nicht. Wer nicht betroffen ist, wird das Geschehene schlimm finden.
Aber wer selber zu der Gruppe gehört, der damals das Recht auf Leben abgesprochen wurde, der wird das sehr viel schlimmer finden.

Kommentar von Schreiberlilli ,

Ich glaube, dass Du das so siehst. Aber nicht die Betroffenen selber. Die Kinder gehen ganz anders damit um.

Antwort
von Halli79,

Nenn mir einen, nur einen, triftigen Grund warum geistig behinderte Jugendliche nicht berechtigt sein sollten die Gräueltaten der Nazis näher kennenzulernen. Insbesondere wenn es sie mehr oder weniger direkt betrifft. Mal ein paar Beispiele: Ich bin Brillenträger, und habe in Ausschwitz die Kammer gesehen in der Sehhilfen aufbewahrt wurden bzw. werden. Zeitgleich zu meinem Besuch in Ausschwitz waren Jugendliche aus Israel da.

Es sprichtnichts dagegen dass dein Sohn sowas auch kennenlernt. Es ist Geschichte und gehört zr Bildung. Oder willst du Bildung vorenthalten? Glaubst du dein Sohn hat da eine "Sonderbehandlung" verdient? Und denk mal gerade im Zusammenhang mit den Nazis über diesen Begriff nach.

Kommentar von sanne172 ,

Es geht hier doch nicht um das Recht.
Natürlich haben Menschen mit Behinderung das Recht alles zu erfahren.
Aber tut es ihnen gut?
Hilft es ihnen auf irgendeine Weise?
Nutzt es der Gesellschaft, wenn sie es wissen?

Da habe ich eben meine Zweifel.

Für wen ist es also gut?

Kommentar von Halli79 ,

Na das kannst du aber bei vielen Dingen fragen. Willst du hier eine Grundsatzdiskussion führen?

Kommentar von sanne172 ,

Nein.

Antwort
von Slobbi,

<ich kann dich und deine Gefühle verstehen...

aber diese Zeit gab es nun mal. man darf nicht die Augen verschließen, vor solcher Grausamkeit.

allerdings kann man ja nicht alle aus diesem Thema ausschließen.

Dann dürften Juden, Homosexuelle und Kranke alle nichts von diesen Taten erfahren, um geschont zu werden?!

Kommentar von sanne172 ,

Nein, jeder, der geistig in der Lage ist, diese Vergangenheit zu erfassen, sollte sie erfahren.
Derjenige aber, der vielleicht nicht wirklich versteht, dass das alles der Vergangenheit angehört, könnte doch verschont werden - wäre das so schlimm?

Kommentar von Slobbi ,

wie gesagt, ich kann deine Gefühle dazu verstehen.

schlimm ist es natürlich nicht. aber indem du deinen sohn aus dieser veranstaltung aus der Klasse ausschließt, machst du ihn zu einem aussenseiter. weil er ja schon ein handicap hat, hat er es sicher auch nicht so einfach in der schule.

vielleicht könntest du das aber auch aufarbeiten. indem du zuhause schon geschichtsbücher mit ihm vornimmst.

Kommentar von sanne172 ,

Seine ganze Klasse hat ein Handicap - jeder ist davon betroffen.

Kommentar von Slobbi ,

mh dann denke ich, dass es nicht unbedingt nötig ist.

kannst du dich nicht mit den anderen müttern zusammensetzen und nochmal reden.

Kommentar von sanne172 ,

Ja, genau das werde ich tun :-)

Kommentar von Slobbi ,

sehr jut ;D

Ich drück dir die Daumen!

Antwort
von Piddy,

Die wichtigste Frage vorweg ist wirklich, ob dein Sohn auf diesen Ausflug mitgehen will. Und zwar seine erste, unbeeinflusste Antwort. Will er mitgehen, und sich ein Bild von der damaligen Situation machen, sollte ihm diese Möglichkeit nicht verwehrt werden. Auch geistig Behinderte (auch ich bin nur eingeschränkt Fan von dieser Bezeichnung jedoch lassen sich Tatsachen auch nur bedingt schön reden) haben einen Anspruch auf Wissen und Erfahrungen. Dieser Ausflug wird deinem Sohn die Möglichkeit bieten mit dem nötigen Feingefühl mit der Geschichte konfrontiert zu werden, wie er sie nie wieder in seinem Leben bekommen wird. Ich lebe zwar in einem Nachbarland von Deutschland, jedoch hat die damalige Geschichte einen dermassen historischen Wert, der einem Wissbegierigen Kind/Jugendlichen nicht vorenthalten werden sollte. Dasy dein Sohn auf Grund der Begründung, dass er Behindert ist, von jedem Unbill der Welt abgeschottet werden muss, halte ich für Schwachsinn. Jeder von uns hat in seiner Form sein Päckchen zu tragen.

Zeigt dein Sohn dagen bereits jetzt kein Interesse an dem Thema oder ist bereits jetzt verwirrt, könnte eine Verweigerung des Besuches durchaus zu rechtfertigen sein. Ich möchte dir als Mutter keinenfalls zu nahe treten. Aber es ist durchaus wahrscheinlicher, dass er dich eines Tages dafür tadelt, dass du ihn trotz seiner Einschränkung vom realen Leben ferngehalten hast, als dass er sich dafür bedankt. Die Erfahrung, die ich mit gleichaltrigen Behinderten gemacht habe ist, dass sie einfach nur "normal"'aufwachsen wollen.

Kommentar von sanne172 ,

Dasy dein Sohn auf Grund der Begründung, dass er Behindert ist, von jedem Unbill der Welt abgeschottet werden muss, halte ich für Schwachsinn.
Wo steht, dass ich mir das wünsche?
Auch halte ich ihn nicht vom realen Leben fern.
Es ist das bisher erste und einzige Mal, dass ich darüber nachdenke, ob es nicht menschlicher wäre,
Menschen mit Behinderung nicht alles zuzumuten. Nicht mehr und nicht weniger.
Er hat von der Vernichtung Behinderter im 3.Reich bereits gehört.

Muss er an den Ort des Geschehens gehen und dort jedes Detail erfahren?
Nur das ist meine Frage.

Danke trotzdem für Deine Antwort. :-)

Kommentar von Piddy ,

Tut mir leid, wenn es so rüber gekommen ist, dass ich dich als Glucke dargestellt habe. das war bestimmt nicht meine Absicht. Die Fett Markierte Aussage war auch eine eher allgemein auf deinen Sohn bezogene Aussage. Sie sollte dich in keinster Weise persönlich betreffen.

Müssen tut er bestimmt nichts. Genau wie er in bestimmten Situationen Einschränkungen hat, besitzt er hier das Privileg, dass er sich davon zurückziehen kann, wenn es ihm psychisch nicht zugemutet werden kann. Mit einer Behinderung umgehen bedeutet nicht, dass man sie einfach ignoriert so gut es geht.

Letztendlich bleibt die Entscheidung dir überlassen. Wenn du ihn von dem Ausflug befreist ist das deine Entscheidung. Wenn er sich jedoch auf den Ausflug freut, und seine Pädagogen der Meinung sind, dass ihm der Ausflug zugemutet werden kann, fänd ich es schade, wenn du ihm diese Freude verwehren würdest.

Antwort
von schalomisrael,

Liebe Sanne, ich habe mir sehr lange Zeit gelassen, ehe ich dir antworte. Unsere Gefühle hier ... können dir nur ein Fenster öffnen, durch das du eine andere Sicht erhälst. Nur du allein kannst letztlich einschätzen, in wie weit dein Sohn diesen Ausflug erlebt. Mir sind behinderte Menschen nicht fremd, ich habe Kontakt zu ihnen ... du beschreibst deinen Sohn mit "leichter" Behinderung. Damit gehe ich davon aus, dass er sehr wohl erfassen kann, was damals passiert ist. Ihn davon ausgrenzen zu wollen, entspringt deinem ganz natürlichen Instinkt. Und bewahre dich davor, dich als "zu empfindlich" zu bezeichnen .... all deine Gefühle sind rechtens und so wie du es schilderst, gehe ich davon aus, dass du sehr wohl auch völlig rationale Dinge mit einbeziehst. Mir persönlich wäre es wichtig, er erfährt in dieser Umgebung davon: nicht durch wilde, bösartige Sprüche auf der Straße oder durch völlig Fremde. Er wäre damit völlig überfordert und würde dir vielleicht die Frage stellen: warum hast du mir nichts gesagt? Mit Recht. So ist es in pädagogischer Gesellschaft und man wird gewiss darauf achten, dass er es in angemessener Weise erfährt. Ihn davon auszugrenzen .... nein. Euthanasie, Shoa ... ein so entsetzliches Thema, vor dem viele gern die Augen verschließen wollten. "Lasst es endlich gut sein" .... höre ich oft und widerspreche. Was soll an einer daran gut sein? Behinderte annehmen, wie sie sind, aber niemals alle über einen Kamm scheren. Sie aufnehmen, mit uns nehmen .... aber nicht um jeden Preis, denn es muss gestattet sein, in gewissen Augenblicken durchaus zu sagen: wir sind anders! Ich würde deinen Sohn in den Arm nehmen und ihm immer wieder versichern: so wie du bist, genauso wollen wir dich haben. Immer. Und niemand wird daran etwas ändern. Diese Geschichte damals, darf sich niemals wiederholen. Sanne, sprich mit deinem Sohn und ich weiß, jede Entscheidung wird gut sein. Du bist eine ganz tolle Mama ....

Kommentar von sanne172 ,

Meinen allerherzlichsten Dank für Deine lieben Worte. :-)
Dass Menschen mit Behinderung (und nicht nur sie) damals ermordet wurden, hat er im Unterricht bereits gehört - und relativ gelassen aufgenommen. Aber am Ort des Geschehens wird er es richtig begreifen.
Ich kann den Nutzen nicht sehen. Nicht für ihn und nicht für die Gesellschaft.
Das lässt mich so zaudern.
Ich danke Dir sehr für Dein Verständnis :-)

Antwort
von grisu275,

Ohh man, das Dilemma in dem Du steckst tut mir echt leid...

Ich würde noch einmal vorher versuchen, mit den Pädagogen und Psychologen in einer ruhigen Minute zu reden. Haben eigentlich die anderen Mitschüler denn auch eine Behinderung? Leicht oder schwer sei nun mal hinten an gestellt.

Man sollte vielleicht auch vorher mit den Schülern im Unterricht über diese bestimmte Einrichtung(mit eben diesen Maßnahmen) reden und was sie von solchen Sachen denken. Die Reaktion kann ggf. die Lehrer und Co. ja umstimmen. Gut möglich, dass die Schüler nach dem Thema dann von sich aus dort garnicht (mehr) hin wollen.

Tut mir leid, dass ich mich grad nicht so gut ausdrücken kann. Wir haben selbst in unserer Familie sowas damlas erleben müssen. Auch wenn ich da noch nicht auf der Welt war und ich die Person selbst nicht kannte, geht mir sowas immer mehr als nur ein wenig nahe und macht mich sprachlos...

Kommentar von sanne172 ,

Danke Dir sehr für Deine Antwort! :-)

Antwort
von MikeMatrix,

Hallo Sanne!

Frage Dich bitte ob Du ihn vor der Wahrheit/Vergangenheit beschützen musst/möchtest?

Und wie Du ihn erziehen, im Alter von 16 (= junger Erwachsener), willst?

Wer nicht aus der Vergangenheit lernt ist verdammt sie zu wiederholen.
Wenn dein Sohn manche Dinge nicht kennenlernt, kann er sich auch keine eigene (politische) Meinung bilden und sie artikulieren.

Letztendlich musst Du diese Entscheidung treffen.

Wünsche Dir Kraft & Weisheit dafür.

Gruss,

MM

#

Kommentar von sanne172 ,

danke für deine Antwort :-)

Seine Möglichkeiten, die Geschehnisse zu verstehen und zu verarbeiten sind doch sehr eingeschränkt. Deshalb frage ich mich, ob es ihm nicht mehr schadet als nützt, das alles zu erfahren. Ich bin völlig davon überzeugt, dass Aufklärung das allerwichtigste ist, damit sich die Vergangenheit nicht wiederholt.
Aber ich glaube auch, dass keine Gefahr besteht, wenn gerade diese Jugendlichen nicht alles und nicht in allen Einzelheiten erfahren.
Es wurde im Unterricht ja schon erwähnt, dass solche Dinge geschehen sind. Aber eben nicht so wirklich eingehend beschrieben. Für mein Empfinden reicht dieser sachliche Hinweis aus. Er ist also nicht völlig ahnungslos, aber emotional noch recht unberührt.

An den Ort des Schreckens zu gehen, macht die ganze Geschichte viel echter und das finde ich so problematisch.

Kommentar von MikeMatrix ,

Ich verstehe dein Dilemma.

Du musst es selbst entscheiden wie weit dein Sohn ist.
Vielleicht solltest Du auch deinen Arzt und/oder auf solche Fälle spezialisierten Psychologen fragen, wie weit man den 16jährigen damit "belasten" kann. Da Du schreibst "leicht" behindert, bin ich davon ausgegangen er kann das Meiste verstehen, in 2Jahren wählen, irgendwann heiraten & ein relativ normales Leben führen.

Wenn dem so ist, dann kann er IMHO auch die "Wahrheit" vertragen.

Aber das ist nur eine schlechte Ferndiagnose ...

Das Für und Wieder abwiegen und entscheiden musst Du.

Viel Glück!

MM

#

Kommentar von sanne172 ,

Es ist unheimlich schwierig den Grad der Behinderung zu beschreiben.

"Offiziell" gilt er als leicht behindert, denn er kann lesen, schreiben und (mit Abstrichen) rechnen.

Seinem Wesen nach ist und bleibt er aber ein Kind.
Ein "normales" Leben wird es so für ihn nicht geben.
Ich weiß, Ferndiagnosen sind schwierig, aber glaube mir, hier vor Ort ist es auch nicht viel einfacher :-)
Danke für Deine Antwort.

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