Frage von Alexuty, 103

Sollte statt der Schulpflicht die Bildungspflicht HERRSCHEN?

Es gibt Orte die NUR eine Bildungspflicht haben; Die Eltern senden ihre Kinder an alternative Schulen oder unterrichten sie gar zuhaus.

Hier stellt sich ebenfals die Unterfrage: Wer weiss besser über die Bildung/Erziehung der (eigenen) Kinder Bescheid?

Antwort
von GanMar, 42

oder unterrichten sie gar zuhaus.

Wenn die Eltern Studien der Pädagogik, klassischer und moderner Sprachen, Mathematik, Naturwissenschaften und Gesellschaftswissenschaften erfolgreich abgeschlossen haben sollten, dann wären sie der Aufgabe möglicherweise gewachsen. Aber wenn es tatsächlich Menschen geben sollten, die alle derartigen Abschlüsse vorweisen könnten, dann hätten sie sicher keine Zeit zum Unterrichten, denn dann hätten sie deutlich anspruchsvollere Aufgaben. Was meinst Du wohl, warum Kinder von mehreren Lehrern unterrichtet werden? Weil einer allein bereits die dazu notwendigen Studieninhalte überhaupt nicht bewältigen könnte. (Fast) kein Lehrer der Sekundarstufe 2 unterrichtet in mehr als drei Fächern.

Kommentar von kiniro ,

Wie viel wissen die meisten Erwachsenen denn überhaupt noch von den schulischen Dingen und vor allem was verwenden sie davon noch?

Wer bei Bildung nur an Schule denkt, der hat in der Sache meiner Meinung nach nur den Horizont der Untertasse einer Puppentasse.

Kommentar von GanMar ,

...und vor allem was verwenden sie davon noch?

Das hängt davon ab, welchen Beruf sie ausüben. Ein Ingenieur beispielsweise wird täglich mit Mathe konfrontiert, ein "Zeitungsmann" hingegen mit Sprache und Gesellschaftswissenschaften.

Die schulische Bildung vermittelt lediglich Werkzeuge. Es liegt an jedem selbst, diese Werkzeuge zu verwenden und optimalen Nutzen aus ihnen zu ziehen.

Antwort
von kiniro, 26

Es soll sogar Eltern geben, die das Freilernen (auch Unschooling genannt) praktizieren.

Sprich: die Kinder lernen, das was sie interessiert, wann sie Lust dazu haben.

Ein paar kenne ich sogar persönlich.

Es gibt von ein paar dieser Familien ein Buch, das "Wir sind so frei" heißt.
Eine Mutter hat zusammen mit ihrer Tochter ein Kinderbuch raus gebracht "Die Maus und der Weihnachtsdieb".
Eine andere Mutter hat übers Freilernen generell geschrieben "Schulfrei".
Die nächste Familie beschäftigt sich mit Reisefotografieren www.die5reicherts.com
Dann ist mir einer bekannt, der extra erst nach England und dann nach Kanada ausgewandert ist, um dem Elend Schulbesuchszwang entgehen zu können.

Keiner aber auch wirklich KEINER der mir bekannten Freilernerfamilien ist es aus religiösen Gründen geworden.
Vielmehr, weil die Kinder in der Schule elendig gelitten hatten.

Es braucht weder eine feste Zeit noch bestimmte studierte Personen, um Bildung zu erlangen.

Freilerner leben auch nicht abgeschottet hinterm Deich, sondern haben die Sozialkontakte in der Menge, die sie brauchen.
Sie sind in der Regel sogar mit mehr Sozialkompetenz ausgestattet als die mobbende *ähaldageschdalibisdbehindert*-Meute in der Schule.
In manchen Ländern nehmen Unis Freilerner sogar mit Kusshand.
Sie hocken nicht mit Buch und Tafel an Mamas Küchentisch - wobei das auch vorkommen kann - aber normalerweise haben Freilerner die unterschiedlichsten Wege, sich ihr Interessensgebiet anzueignen:

  • Freunde
  • Familienmitgliedern
  • Bücher
  • Internet
  • Kurse
  • Besichtigungen
  • Experimente
  • Reisen
  • Ausflüge
  • Nachbarn
  • Studenten

Im Übrigen lernt es sich in einer Umgebung frei von Druck wegen irgendwelcher idiotischer Noten viel besser.
Ist das Gehirn Angst machender Situationen ausgesetzt, ist es eher auf Flucht als auf Lernen und Abrufen des Gelernten programmiert.

Kommentar von Alexuty ,

Meinst du Eltern unterziehen ihre Kinder dem Unschooling nicht, weil sie es sich nicht bewusst sind, zum einen, dass es so was gibt, und zum anderen, dass es für ihr Kinder das richtige sein könnte?

Kommentar von kiniro ,

Eltern, die sich fürs Unschooling entschieden haben, achten vielmehr darauf, was gut für ihre Kinder sein könnte.

Einfach schon dadurch, dass sie die Stärken ihrer Kinder erkennen und nicht (wie bei wertungsfreudigen Erwachsenen) die Schwächen kritisieren.

Kommentar von Alexuty ,

Also, bist du der Meinung, dass Erwachsene, die sich mit Unschooling beschäftigen oder sich dafür entscheiden, (oder nach anderen alternativen Bildungsmöglichkeiten umschauen), bereit sich für die Bildung ihres Kindes stark machen. Ja?

Sind dies vielleicht auch Eltern aus bildungsnahen und sozioökonomisch 'hochgestellten' Kreisen?

Kommentar von kiniro ,

Zum ersten Teil: ja.

Hingegen mag ich nicht diese Begriffe "bildungsnah" und "hochgestellten".

Ich kenne Freilerner aus den unterschiedlichsten finanziellen sowie familiären Konstellationen.

Alle haben eines gemeinsam: sie sind unzufrieden mit dem, wie es (auch im zwischenmenschlichen Bereich) an den meisten Schulen abläuft.

Antwort
von GanMar, 47

Wer weiss besser über die Bildung/Erziehung der (eigenen) Kinder Bescheid?

Die Erziehung ist Aufgabe der Eltern, Bildung hingegen ist Aufgabe speziell dafür ausgebildeter Personen.

Wobei ich durchaus festzustellen glaube, daß Eltern bei der Erfüllung ihrer Pflicht häufiger versagen als Lehrer.

Kommentar von Alexuty ,

Ist dies vielleicht eine traditionelle Rollenverteilung? Tagesmütter oder Lehrer mischen sich auch meist auch in die Erziehung der Schüler ein. Oder meinst du sie sollten es unterlassen?

Kommentar von GanMar ,

Es wäre wünschenswert, wenn sie sich nicht einmischen müßten. Erziehung ist meines Erachtens eine Aufgabe des Elternhauses. Hier sollten von klein auf Werte vorgelebt werden, um solche "Kleinigkeiten" wie Respekt, Höflichkeit, Sauberkeit, Fleiß, Verantwortungsbewußtsein, Pünktlichkeit etc. zu vermitteln.

Und wenn das immer und überall tadellos funktionieren würde, müßten sich Lehrer nicht einmischen und könnte sich auf ihre eigentliche Aufgabe konzentrieren. Wenn man Schülern jedoch zunächst einmal die Grundlagen sozialverträglicher Interaktion beibringen muß, bevor man sich dem kleinen Einmaleins widmen kann, dann ist das traurig.

Antwort
von Kuhlmann26, 29

Ja, natürlich sollte es das geben. "Schulpflicht" ist in diesem Zusammenhang aber das falsche Wort. Bei uns herrscht ein gesetzlicher Schulzwang.

Es gibt Orte die NUR eine Bildungspflicht haben ...

Bis auf ganz wenige Länder gibt es die Möglichkeit der außerschulischen Bildung auf der ganzen Welt und es ist den Eltern überlassen, ob sie ihre Kinder in eine Schule schicken. In erster Linie sollten aber die Kinder selbst entscheiden, ob und wann sie in die Schule gehen wollen. Nicht nur der Staat, sondern auch die Eltern sollten ihren Kinder in dieser Angelegenheit mehr vertrauen.

Unterricht sollte es dann geben, wenn die Kinder ihn wollen

Gruß Matti

Kommentar von Alexuty ,

Wie meinst du, kann der Staat oder können die Eltern den Kindern ihre Bildung anvertrauen?

Gehen wir von diesem Szenario aus: Bildung ist nur für die es auch wirklich wollen (d.h. weder Schul- noch Bilgdungszwang).

Dieses Szenario repräsentiert einen utopischen Ansatz der mir eigentlich sehr am Herzen liegt. 

Nur, bekommen die Eltern zum 4. Lebensjahr ihres Kindes versch. Broschüren (der vesch. Institutionen) nach Hause zugesandt oder müssen sich die Eltern darum kümmern (z.B. in ein Bildungsbüro gehen)?

Was meinst du?

Antwort
von putzfee1, 52

Ich finde die Schulpflicht sehr viel sinnvoller als die Bildungspflicht. Die Gründe habe ich dir schon bei deiner letzten Frage genannt.

Kommentar von kiniro ,

Nenn die tote heilige Kuh doch beim richtigen Namen:
SchulANWESENHEITSpflicht.

Kommentar von putzfee1 ,

Ja, leider sehen es viele so. Vor allem Schüler. Schlimm genug.

Kommentar von kiniro ,

Du hast anscheinend nichts von dem kapiert, was ich dazu geschrieben habe.

In den meisten Ländern mit Unterrichtspflicht geht der Großteil der Kinder zur Schule.
Ganz ohne ZWANG durch den Staat.

Stell dir das mal vor.

Kommentar von putzfee1 ,

Und du hast offensichtlich meine Antwort auf die letzte Frage nicht gelesen, auf die ich mich in dieser Antwort bezogen haben.

Aber dass wir beide völlig unterschiedliche Ansichten zu vielen Dingen haben, habe ich bereits festgestellt. Trotzdem werde ich immer wieder meine Meinung sagen. Vielleicht reicht es ja aus, wenn du deine Meinung in deinen Antworten äußerst und aufhörst, an meinen Antworten rum zu kritisieren. Mache ich ja bei deinen Antworten auch nicht.

Antwort
von PrettyClever, 43

Naja, Lehrer haben diesen Beruf in ihrem Fach gelernt.
Um Eltern zu werden, reicht es aus, einmal Sex gehabt zu haben. Die Vorstellung, wenn demnächst diverse Eltern ihre Kinder selbst unterrichten.

Grundsätzlich gibt es ja gewisse Wahlmöglichkeiten, man kann seine Kinder auf Privatschulen oder Waldorfschulen schicken. Trotzdem ist Bildung aber eine staatliche Aufgabe und es ist zur Wahrung eines gewissen Standard auch wichtig, dass diese von Experten wahrgenommen wird.

Kommentar von Alexuty ,

Wenn ich es mir erlauben darf etwas kritisch auf deinen Ansatz zu reagieren....Wie meinst du ist die Bildung Sache des Staates?

Es kann ja nicht nur den Ansatz des Homo oeconomicus (Nutzenmaximisierung und Gesellschaftsnutzen) hinter der Bildung zukünftiger Generationen stecken, oder was meinst du? Wenn ja, wo führt uns der weitere Ökonomische Aufschwung/gesellschaftliche Entwicklung als Folge dessen hin?

Antwort
von martinzuhause, 44

die meisten eltern mit sicherheit nicht.

Kommentar von kiniro ,

Du scheinst echt null Ahnung von dem Thema zu haben.

Kommentar von martinzuhause ,

viele eltern sind jetzt schon überfordert wo sie mit den kindern nur die hausaufgaben und das lernen haben.

Kommentar von kiniro ,

Bildung ist ungleich schulische Hausaufgaben machen.

Es bedeutet vielmehr, sich DAS anzueignen, was einem wirklich liegt.

Hausaufgaben bringen zudem gar nichts. Sie machen die Schlauen nicht noch schlauer und sorgen für Familienstreitigkeiten bei denen, wo die Lehrer unfähig sind, ihr Wissen wirklich an die Schüler weiterzugeben, die in den bestimmten Fächern ihre Schwierigkeiten haben.

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