Frage von WARLOGYT, 38

Sollte sich an unserem Schulsystem nicht mal was ändern?

Wir haben jetzt seit Jahrzehnten schon fast das gleiche Schulsystem. Dabei ist doch schon häufig bewiesen worden das Schule viele Kinder krank macht. Wie steht ihr dazu ?

Antwort
von reginarumbach, 30

ich bin absolut dafür das system zu ändern!

als allererstes sollte die klassenstärke reduziert werden und doppelbesetzungen eingeführt werden. förderlehrer in jeder klasse sollten standard sein, da es an vielen grundschulen bereits verhaltensauffällige, lern-und leistungsschwache kinder gibt. inklusion sollte ein völlig normales thema sein, die schulen sollten zudem allesamt eher früher als später saniert werden. das qualitätsmanagement an jeder schule sollte ernst genommen werden und regelmäßig von außen überprüft werden müssen.

es sollte für die schüler mehr bewegungspausen
 stattfinden und die eltern sollten auch die kinder besser auf das schulleben vorbereiten können. in der schule ist viel zu wenig platz für erzieherische aufgaben, da lerninhalte vermittelt werden sollen und müssen. da es aber heutzutage immer weniger intakte familien gibt, fehlen den kindern oft grundvoraussetzungen. auffallend viele können sich nicht an regeln halten, geduldig und ausdauernd sein, in gruppen aufeinander rücksicht nehmen. auffällig viele kinder zeigen in der grundschule bereits auffälliges sozial- und lernverhalten. dieser notstand, der die kinder und somit unsere zukunft schwächt, sollte unbedingt aufgefangen werden.

ansonsten natürlich noch ganz allgemeine entrümpelung von lehrplänen. die pc-räume in schulen sind einzig katastrophen, hier wäre auch ein umdenken von seiten der schulen gefordert.

Kommentar von Fennek4x4 ,

Und was soll da am Ende rauskommen? Eine walddorfschule mir lauter mittelmäßigen Gewinnern? So funktioniert der Arbeitsmarkt eben nicht.
Ich komme aus keiner intakten Familie, habe keine Bewegungspausen, bin in einer veralteten Schule, meine Klasse hat 30 Schüler und nur einen Lehrer und ich bin trotzdem in der Lage die Situationen zu meistern.
Es kann keine Lösung sein einfach alles einfacher und angenehmer zu machen, dann verändert sich der gesetzte Standard und das Leistungsspektrum. Jemand der schon in der Schule extra exklusive Förderung gebraucht hat um ein Ziel zu erreichen, ist eben ungeeignet für das Ziel.
Der Arbeitsmarkt benötigt eine klare Kategorisierung mit ersichtlichen Leistungsunterschieden.

Kommentar von reginarumbach ,

wir haben auf dem arbeitsmarkt immer weniger stellen zur verfügung für menschen, die davon betroffen sind aus welchen gründen auch immer, weniger leistungen erbringen zu können. nur wer sehr gut ausgebildet ist und sich ganz ausbeuten lässt, der kann auf der karriereleiter nach oben steigen. was aber ist mit all den anderen menschen, die das nicht vollbringen können? mit den kindern, die beispielsweise geschädigt durch familiäre probleme in die schule gehen müssen? was soll aus ihnen werden, wenn unsere gesellschaft die tatsächlich existierenden probleme einfach immer weiter ignoriert?

aber nein. rationalisieren und optimieren wir nur immer weiter alles zutode. nehmen wir alle nischen einfach vom realen arbeitsmarkt weg, bezahlen dafür, dass alle diese, die den hohen anforderungen nicht gewachsen sind ein unwürdiges arbeitslosenleben führen müssen und schütteln die köpfe über die zunehmende dummheit der menschen. alle selbst schuld und so ist das leben nunmal.

ich sage: nein. so machen wir es uns. wir könnten genau so gut endlich mal umdenken lernen und anfangen die dinge zurecht zu rücken.

Antwort
von Fennek4x4, 38

Die Kinder sind krank, nicht die Schule.
Vielleicht sollte man erziehungstechnisch etwas verändern und/oder die Schulen moderner machen. Aber "krank" macht nicht die Schule die Kinder, sondern die Kinder die Kinder.

Kommentar von WARLOGYT ,

1/5 aller Kinder haben leichte bis schwere psychische Probleme wegen der Schule, dass ist auch schon nachgewiesen.

Kommentar von Fennek4x4 ,

Das liegt aber an den Kindern, nicht an der Schule, was will man da nachweisen?
Denkst du ein Affe hätte keine psychischen Probleme wenn man ihn in ein Gymnasium stecken würde? Das ist kein Problem der Schule.

Kommentar von WARLOGYT ,

Vergleich: Eine Schulaufgabe ist viel zu schwer und fällt sehr schlecht aus, deiner Meinung nach sind die Kinder schuld.

Kommentar von reginarumbach ,

ich finde nicht, dass es hier um eine frage der schuld geht. hier müssen endlich lösungen gefunden werden. es ist eine tatsache , dass es heutzutage steigende prozentzahlen verhaltensauffälliger kinder in den grundschulen schon gibt, die nicht durch die schule so geworden sind, sondern so in der schule ankommen. der hintergrund liegt im elternhaus.

da die elternhäuser aber heutzutage zerfallen und kinder immer weniger halt dort finden, ist die schule gefragt und muss in reformbemühungen finanziell und stellentechnisch unterstützt werden. schule muss mehr erzieherische aufgaben übernehmen, so dass viele schüler überhaupt erst in der lage sind lerninhalte adäquat aufzunehmen.

Kommentar von Fennek4x4 ,

Eine Schulaufgabe ist immer an die Standards der Schulrat angepasst, wenn die Schüler diese Standards nicht erfüllen müssen sie eben in eine andere Schulrat.
Heutzutage wo jeder sein Kind auf ein Gymnasium stecken will und Förderschulen aufgelöst und einfach in Hauptschulen integriert werden wohl für viele nicht mehr verständlich.

Nicht die Aufgabe ist zu schwer, sondern der Mensch zu dumm ;)

Kommentar von reginarumbach ,

das ist schon wahr...allerdings kann es ja nicht die lösung sein einfach alle, die es nicht schaffen an die schulen mit bedarf für lern- und /oder bedarf für erziehungshilfe zu schicken. die gesellschaft hat durchaus die möglichkeit mit früherer förderung, dem willen hier mal geld zu investieren und stellen zu besetzen, einzugreifen. man kann sehr wohl mit der richtigen förderung zur rechten zeit noch einiges erreichen für die zukunft eines junegn menschen. solange man aber vor diesen tatsachen den kopf in den sand steckt und einfach, wie immer, nichts ändert am system, dann wird einfach alles immer noch schwieriger für die kinder und die leute vor ort. wir leben hier ja nicht in sparta, sondern in einem wohlhabenden land. keine ahnung warum dem thema nicht insgesamt mehr mittel gewidmet und tatkraft werden.

Kommentar von Fennek4x4 ,

Schulart*

Kommentar von Fennek4x4 ,

Du triffst es ja auf den Punkt. Nicht die Schule sondern die Erziehung und die Art des Kindes ist entscheidend.
Und wenn der eine mehr Förderung braucht als der andere passen beide eben auch nicht auf die selbe Schulrat.
Wichtig wäre hier eher die frühe Erziehung in Kitas und anderen Einrichtungen, für familienfreundlicher Politik hat der Staat aber nichts übrig.

Kommentar von reginarumbach ,

ja. da stimme ich dir zu. dafür hat der staat nichts übrig. schade eigentlich, denn es gehen, trotz der vielen mängel dieser menschen dem system auch viele unentdeckte ressourcen verloren, da man grob aussiebt. in wahrheit ist das keine optimierung und kein gewinn für den staat, letztendlich geht uns als gesellschaft potential verloren, von dem wir noch nicht einmal wissen. wer weiß wie unser leben aussehen könnte, wenn wir es fertigbrächten nicht immer stur nach paragraphen leben zu müssen..? womöglich menschlicher und echter als es derzeit der fall ist. unsere derzeitigen denkens- und vorgehensweisen bringen unsere gesellschaften sowieso nirgends mehr hin als letztlich in den ruin.

Antwort
von DODOsBACK, 30

Wer hat das denn wie bewiesen?

Kommentar von WARLOGYT ,
Kommentar von DODOsBACK ,

Nur mal ein anderes Suchergebnis:

https://www.google.de/search?q=%22nicht+die+Schule+macht+krank,+sondern%22&ie=utf-8&oe=utf-8&gws_rd=cr&ei=QKlRVoTJNYOjPtjcu9gE

Google legt sich da nicht wirklich fest...

Kommentar von WARLOGYT ,

Das erste Suchergebnis ist noch von 2001, also ziemlich inaktuell. Das zweite sagt, das nur psychisch komplett gesunde Menschen die Schule schaffen, leider sind heutzutage eben die wenigsten total gesund, die Schule verstärkt das nach dem Artikel also nochmal, super. Das waren die einzigen sinnvollen Suchergebnisse zu der Meinung

Kommentar von DODOsBACK ,

"Ich setze mich unter Druck, weil ich Angst habe, dass ich keine Eins kriege", sagt sie. Dann macht sie eine Pause, bevor sie sagt: "Und davor, dass alle von mir enttäuscht sind."

aus dem ersten Artikel auf DEINER Liste, der auch auf MEINER auftaucht... (Süddeutsche)

Selbstvertrauen sollte man meiner Meinung nach im Elternhaus lernen, nicht in der Schule... Und ich denke nicht, dass die zitierte Schülerin Angst davor hat, ihre LEHRER zu enttäuschen.

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