Frage von Pepe123567, 124

Sollte man wirklich alles vergeben können? Demut auch, wenn man durch ´s finstere Tal läuft, als wär´ es die Hölle, und um die anderen beten?

Wie oben schon beschrieben, geht es um Vergebung und Verzeihung, auch wenn man beschuldigt wurde - und diverse andere Dinge.

Vergeben kann man wohl - ob vergessen, ist eine andere Frage.

Sich verändern, einiges überdenken und einen neuen Anfang in seinem eigenen Leben zu starten, sowie dankbar den Menschen zu sein, denen man vertraut und ihnen den Rücken gewaltig stärken -  in diesem Sinne möge Gott allen Sündern (uns) vergeben. Amen.

Hilfreichste Antwort - ausgezeichnet vom Fragesteller
von kdd1945, 22

Hallo Pepe123567,

eigentlich hast Du Jesu Worte schon richtig verstanden. Da Du jedoch nicht ganz sicher zu sein scheinst, wie Du das Gebot unseres Herrn anwenden sollst, habe ich Dir den Text hierher kopiert und das Wichtigste durch Fettdruck hervotgehoben.

Alle Zitate aus Luher1984

Mt 18,15 Sündigt aber dein Bruder an dir, so geh hin und weise ihn zurecht zwischen dir und ihm allein. Hört er auf dich, so hast du deinen Bruder gewonnen. 16 Hört er nicht auf dich, so nimm noch einen oder zwei zu dir, damit jede Sache durch den Mund von zwei oder drei Zeugen bestätigt werde. 17 Hört er auf die nicht, so sage es der Gemeinde. Hört er auch auf die Gemeinde nicht, so sei er für dich wie ein Heide und Zöllner.

Jesus spricht hier von Sünden gegen Dich persönlich, die einerseits so bedeutend sind, dass sie zum Ausschluss aus der Gemeinde führen können, andererseits nicht so schändlich, dass sie zwingend von den Vorstehern / Ältesten der Gemeinde behandelt werden müssten.

So kann ein Tötungsdelikt nicht privat geregelt werden, auch keine schwere sexuelle Verfehlung; eine Verleumdung, eine üble Nachrede schon, oder eine Unstimmigkeit wegen der Finanzen, Arbeit, geliehener Sachen oder böser Worte. - Über  Nichtiges sollten wir einfach hinwegsehen.

21 Da trat Petrus zu ihm und fragte: Herr, wie oft muss ich denn meinem Bruder, der an mir sündigt, vergeben? Genügt es siebenmal? 22 Jesus sprach zu ihm: Ich sage dir: nicht siebenmal, sondern siebzigmal siebenmal.

Oder:

Lk 17, 3 Hütet euch! Wenn dein Bruder sündigt, so weise ihn zurecht; und wenn er es bereut, vergib ihm. 4 Und wenn er siebenmal am Tag an dir sündigen würde und siebenmal wieder zu dir käme und spräche: Es reut mich!, so sollst du ihm vergeben.

Wir dürfen nicht zulassen, dass wir wegen unserer Unvollkommenheiten gegeneinander erbittert werden.

Grüße, kdd

Antwort
von Rosalielife, 34

Wir durchleben Zumutungen, Menschen schaden uns, wir ertragen Demütigungen und ungerechtigkeiten. Genauso fügen wir anderen gewollt oder ungewollt oft unrecht zu.

wir verteidigen unser Tun, wir stellen es anders dar als der Betroffene und zeigen wenig Einsicht ins eigene fehlverhalten.

In dem Augenblick, in dem du bemerkst, dass du immer wieder auf einen Vorfall zurückkommst, dass dieser all deine Gegenwart belastet, dass du haderst damit und dich geschädigt, wütend, verletzt fühlst, musst du das angehen. All die Gefühle tun dir weh, sie machen dein Vertrauen in andere kaputt, du schadest dir selbst, wenn du nicht damit klarkommst.

Loslassen, jemandem, auch wenn er schon verstorben sein sollte, nochmal einen Brief schreiben, in  dem deine Gefühle geschildert werden, tut gut!

Es befreit dich. Vergessen wirst du es nicht, aber das Geschehen ist weiterhin nicht mehr von Bitterkeit begleitet. es nagt nicht länger an dir, du kannst anderen wieder offen begegnen.

Kommentar von Hyperdinosaurus ,

Gute wahre Worte gefunden !

Kommentar von Pepe123567 ,

Stimme ich zu, danke. Das ist eine Herausforderung für jeden

Antwort
von tanzegern, 57

Es geht dabei um den eigenen "Seelenfrieden".

Man könnte auch einfach sagen: Abhaken und weitermachen.

Dafür braucht man keinen religiösen Bezug. Wenn man ständig an irgendwelches Unrecht denkt, das man angeblich erlitten hat, schadet man sich nur selber. Versetzt man sich stattdessen in den Anderen und vollzieht seine Gründe nach, kann man Verständnis entwickeln und die Sache zu den Akten legen. Man ist danach unbeschwerter.

Kommentar von Pepe123567 ,

Sollten stets beide Parteien jedoch tun oder beide betroffene Personen ...

Kommentar von Hooks ,

Klar. Aber DU darfst Deine Vergebung nciht abhängig machen vom Verständnis der anderen Du stehst alleine vor Deinem Gott, und wenn DU nicht vergibst und vergißt, sündigst Du.



8 Wenn wir sagen, wir haben keine Sünde, so betrügen wir uns selbst, und die Wahrheit ist nicht in uns.
9 Wenn
wir aber unsre Sünden bekennen, so ist er treu und gerecht, dass er uns
die Sünden vergibt und reinigt uns von aller Ungerechtigkeit.
10 Wenn wir sagen, wir haben nicht gesündigt, so machen wir ihn zum Lügner, und sein Wort ist nicht in uns.



Antwort
von Hyperdinosaurus, 44

,, Wer anderen nicht vergeben kann, der kann auch sich selbst nicht vergeben."

Wir alle sind in einem Netz voller Unrecht befangen, Vergebung brauche wir genauso wie andere um uns von dem Laster der Schuld zu befreien.

Vergebung ist außerdem ein Akt der Befreiung von den Fesseln der Wut und dem Hass. Du hörst auf dich in der Opfer Rolle zu fühlen und fängst an mit dem erlittenen Leid abzuschließen. Das kann ein langer Prozess sein, aber ist doch notwendig und heilsam.

Kommentar von Pepe123567 ,

Um Vergebung zu erreichen kann man dafür beten und ich denke solange, die Herzlichkeit und die Liebe e des Glaubens in mir wohnt werde ich vielleicht mal vergeben können ob vergessen ist die andere frage wohl

Kommentar von Hooks ,

Du kannst nciht nur dafür beten, sondern DU sollst dafür beten! Und Du sollst vergeben! Sonst vergibt Gott Dir nicht! (und Du wirst meist krank)

Ps 32,3 Denn als ich es wollte verschweigen, verschmachteten meine Gebeine durch mein tägliches Klagen.

Aber DU darfst ihm auch gerne sagen, wenn DU es nicht kannst. Dann hilft er Dir, wenn Du es ernst meinst.

Antwort
von Hooks, 7

Hier habe ich mal eine Antwort geschrieben:

Wenn Du damit den hebräischen Zahlenbuchstabenwert meinst, bedeutet er "Aufbau".

Er begegnet uns z.B. in Matthäus 18, beim Gleichnis des "Schalksknechtes".

Petrus fragte ja, ob es genug sei, wenn er seinem Nächsten 7x (7 =
Vollständigkeit) vergeben würde (und man merkt, daß er diese Zahl
eigentlich schon für zu hoch gegriffen hält).

Aber der Herr Jesus macht deutlich, daß zur Vergebung auch der
(Wieder-) Aufbau (der Beziehung) gehört, darum sollen wir 70x 7x, also
490x vergeben. Durch Sünde aneinander wird die Beziehung zerstört.

(Wer sündigt, geht an der Wahrheit vorbei, der Herr Jesus ist die
Wahrheit, und wer nicht die Wahrheit tut, tut die Lüge - deshalb sagt
die Bibel, daß jeder Mensch ein Lügner ist)

Die Sünde muß nicht nur vollständig vergeben werden, sondern es muß auch ein Aufbau der Beziehung geschehen.

Das sieht man nun an diesem Gleichnis, daß die vollständige Vergebung
nun auch zum Aufbau der zwischenmenschlichen Beziehungen dienen sollte,
aber das hat dieser Schalksknecht nicht begriffen; vielleicht, weil er
die Vergebung nicht begriffen hat und meinte, er müsse nun aus eigener
Kraft die Schuld bezahlen.

Antwort
von viktorus, 29

Ja (Mt.6,12).

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