Frage von 932609MJL, 106

Sollte man sich outen wenn man asexuell ist?

Hay ! Soll man sich outen wenn man asexuell ist?Also mit outen meine ich jetzt so, wie wenn man jetzt homo- oder bisexuell ist. Im Prinzip halte ich das für mega unnötig weil das ja so niemals jmd merken würde und das was bei dir im Bett so abgeht ja auch niemanden zwingend zu interessieren hat. Wie seht ihr das ? Und noch als kleine Nebenfrage : Wie würdet ihr reagieren wenn eure Freundin/Freund euch sagt das sie/er asexuell(damit meine ich keine Sexuelle Beziehung mit Sex o.a gegenseitiger Befriedigung ) ist ? Ihr kennt euch aber beide schon etwas länger und du liebst sie/ ihn auch von Ganzem Herzen. Würdest du versuchen die Beziehung weiter zu führen, vlt mit dem Gedanken das du die Person so liebst das du auf diese sexuelle Befriedigung verzichten würdest ? Wäre nett wenn ich ernsthafte Antworten bekommen würde ! :) lg

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Hilfreichste Antwort - ausgezeichnet vom Fragesteller
von ChloeSLaurent, 25

Hey Du.

Ich denke, das liegt tiefgründig an und in der Kompromissbereitschaft beider Partner. Zuallererst.

Wenn Liebe, Zusammenhalt (gerade bei dieser Form von Sexualität), Vertrauen, Ehrlichkeit etc. in vollem Umfang vorliegt und auch das vollständige gegenseitige Wissen über alles, vor allem eben auch über Intimitäten, sexuelle Vorlieben (aktiv sexueller Partner), Wünsche, Vorstellungen usw. sich dementsprechend ausgetauscht wurde, dann sind meines Erachtens nach keinerlei Grenzen gesetzt, miteinander glücklich zu sein - in dieser Form von Beziehung.

Es gibt deswegen für den asexuellen Partner ja trotzdem die Möglichkeit, den Partner glücklich zu machen - weil Sex selbst nicht ausgeschlossen sein muß. Gefühlslos ist auch ein asexueller Mensch nicht. Kuscheln, Knuddeln, bestimmte Berührungen sind ja trotzdem veranlagt - Harmoniebedürfnis nenne ich das mal an dieser Stelle.

Von den Menschen, die wirklich so ausgeprägt asexuell veranlagt sind, gibt es trotzdem genug, die sich so richtig eigene Kinder wünschen. Und sorry, wenn ich das so in Worten ausführe - wenn und weil Kuscheln und Berührungen etc. ja trotzdem lebenswichtig sind, gibt es für diese spezielle Geschichte ´Kinder´ ja auch Gleitgel. (Also bitte keinesfalls falsch verstehen - Ich hab im Bekanntenkreis ne Frau, die auch asexuell ist.)

Weiterhin gibt es ja die Möglichkeit, daß der aktiv sexuelle Partner, wegen Liebe in vollem Umfang etc. (w.o. aufgeführt) also auch die Möglichkeit zur Verfügung hätte, zumindest in gewissem Maße, seine eigene Sexualität und Bedürfnisse "woanders", "anderweitig" soweit ausleben zu können, daß es in der Beziehung zu keinerlei Konflikten kommen kann.

Das ist noch nicht mal nur erfunden oder erdacht/ gedacht von mir, sondern kenne ich auch so ein Beispiel aus meiner Umgebung dazu - und dadurch funktioniert die Gemeinschaftlichkeit in dieser Ehe. Ich möchte jetzt hier keinen erleben, der den Begriff "Puff" oder so ähnliches ins Spiel bringt (als Kommentar oder so) - es gibt tatsächlich solche Anlaufstellen, die als Solches zwar fungieren, aber eher auf einer Basis, die solchen Situationen dienlich sind.

Man sollte ja auch bedenken, daß sich eine Asexualität nicht von Anfang an ergeben kann, sondern es kann auch verschiedene gesundheitliche Gründe geben, daß der Partner urplötzlich nicht mehr so kann, wie ursprünglich regulär gewohnt und es auch keine andere Möglichkeit gibt, etwas wiederherzustellen. (Natürlich heißt dies dann nicht Asexualität, sondern werden andere medizinische Begriffe angewandt, läuft am Ende ja aber auf dasselbe hinaus. Oder?) Die Gemeinschaftlichkeit möchte man aber aus Liebe usw. nicht wegwerfen, also gibt es Kompromisse einzuräumen. Auch wenn bei sowas dies als vielleicht Zwangskompromiss gesehen werden kann oder müßte. Ist aber für die Partnerschaft oder andere Gemeinschaften unter Umständen lebensnotwendig, um Diese oder sogar besser ausgedrückt, sich selbst und gegenseitig miteinander aufrechtzuerhalten.

In Gemeinschaftlichkeit etc. (auch wieder: wie oben schon geschrieben) lassen sich Möglichkeiten finden. Es gab auch schon Frauen/ Männer, die haben gemeinsam einen reinen Sexpartner für den aktiven Partner gesucht. Eben gemeinsam, und letztlendlich ja doch auch Füreinander.

Hilfsmittel über den Versandhandel etc. gäbe es auch genug, daß der aktive Partner, gewissermaßen "zu dem kommt", was ihm letztendlich womöglich ja auch rein körperlich wichtig ist oder wäre.

Wenn also untereinander richtig miteinander umgegangen und gesprochen wird, dann sollte es meiner Meinung nach niemals Probleme in so einer Beziehung geben. Bei Offenheit vorab, haut sicher keiner ab.

Zu allem von mir nun Geschrieben kommt noch hinzu, daß wenn man schon alles voneinander weiß, man über die abgesprochenen "Eskapaden" gemeinsam sogar lächeln können sollte. Das nenne ich am Ende auch Glück - aber eben in einer speziellen Form entstanden oder praktiziert.

Etwas ganz extrem Wichtiges zum Schluß noch dazu - oder besser sogar Lebenswichtig: Ein asexueller Mensch ist so nun mal, wie er ist! Wenn dieser Frau/ diesem Mann auf Ideen, Ansagen, Vorschläge, leichtfertigen Aussagen/ Anregungen von Leuten oder (falschen) Freunden hin, "empfohlen" wird, bestimmte Drogen zu nehmen und sich dadurch dann plötzlich dieses Sex- Lustgefühl einstellt - welches betreffende Person ja bisher nicht kennt oder kannte - endet das unter Umständen sehr schnell tödlich. Weil dann Grenzen überschritten werden, die selbst nicht mehr nachvollziehbar sind. Diese Spirale nach ganz unten dreht sich wesentlich schneller, als überhaupt wer vermutet oder denkbar ist. Da sind die oben genannten Optionen wesentlich gesünder.

Vielleicht ist Dir das ein klein wenig hilfreich - es ist nicht ein schwieriges, sondern ein schwerwiegendes Thema für alle Betroffenen.

Und "outen" (sollte) kann man sich nur dem engsten Umfeld und dem eigenem Partner natürlich. Den Rest der Menschheit geht dieses "Intim" nichts, aber auch gar nichts was an.

Kritik/ Fragen/ Argumente etc. - bitte sehr gern. Korrekturen auch.

LG

Antwort
von Naiver, 32

Oha, diese Frage hat mich eben tief berührt!
"Soll man sich outen?" Also richtig imperativ.

Okay, ich muss gestehen, dass ich für meine Sexualität keinerlei Outingzwang erkenne oder auch nur irgendjemandem zugestehen würde. Meine Sexualität geht nur(!) meinen Partner etwas an. Und ja, dem 'sollte' man sich gegenüber outen *empfehle*

Aber die 'politisch' Motivierten, die aus ihrer Sexualität - aus welchen Gründen auch immer - eine 'politisches' Event machen müssen, ja wollen damit vermultlich einen Outingzwang verbinden.

Wenn jemand also seine Sexualität - wie gesagt, seine Gründe sind mir jetzt nicht wichtig - zur allgemeinen Tagesordnung machen möchte, wird sie auch zum Thema machen.

Zu deiner Asexualität...,
ich vermute, dass das gar nicht so selten ist. In meinem engeren Bekanntenkreis ist eine Frau, die ihre Asexualität auf einer Fahne vor sich herträgt und im weitläufigeren Theaterkreis eine sehr viel dezentere Frau, die schlicht mit Sexualität nichts anfangen kann, ohne das nun wieder zu einer Ersatzerotik zu machen.

Um deine Frage zu beantworten, 932609MHL...,
nein, ich denke nicht, dass man es breit treten 'sollte'. :- )

Zu deiner zweiten Frage: Real haben sich meine Partnerin und ich in verschiedenen Erotik-Bereichen aufeinander zubewegt und dabei erkannt, dass eine Partnerschaft auch eine etwaig differente Erotik des Partners durchaus integrieren kann - ernsthaft und liebevoll!


Kommentar von Naiver ,

Du hattest explizit Freundeskreis und Eltern erwähnt...
also mein ganzn dicker Freund erfuhr meine Sexualität zufällig, mit Eltern und anderen käme ich - trotz aller möglichen Gespräche über Erotik - gar nicht auf die Idee, mich zu outen...! *entgeistertdenKopfschüttel* :- )

Die erwähnten asexuellen Frauen sind beide single
Sorry für das H im Nick :- )

Antwort
von Nikita1839, 27

Also ich bin asexuell und sage mal meine Meinung:

Dem Partner sollte man das auf jeden Fall mitteilen. Aber schon wenn man sich datet, da das sonst relativ mies ist, da viele damit nicht umgehen können

Allgemein sollte man das nicht jedem unter die Nase reiben. Der Unterschied ist ja, das die Sexualität an sich ja (außer bei denen die nix mit Emotionen und nix mit Sex am Hut haben) normal. Man steht eben auf Männchen oder Weibchen oder beides.

Bei dem Outen von Homosexualität etc geht es ja eher darum, dass man dazu steht, auf wen man steht und damit das Umfeld weis, das der Junge aus der Nachbarschaft mit Jungen flirtet weil er homosexuell ist.
So kann man das Verhalten halt nachvollziehen.

Aber Asexualität ist eher eine "Bett Geschichte".

Ich habe viele engere Freunde die dafür Bescheid wissen, und selbst das war keine gute Idee. Entweder wird einem nicht geglaubt oder sie fragen ständig ob sich da was geändert hat. Oder - das beste vom besten- Asexualität ist nicht das was der Asexuelle hat, der Asexuelle hat nur jemanden der schlecht im Bett ist.

Kommentar von 932609MJL ,

Hi!  Ja denke ich mir auch immer so.. oder die Leute stempeln dich als langweilig oder spießig ab 😒😅

Antwort
von Wuestenamazone, 20

Hallo. Zu deiner ersten Frage nein in dem Fall würde ich nichts sagen. Es ist unauffällig und was du im Schlafzimmer tust oder nicht ist privat.

Zu deiner zweiten Frage. Es ist natürlich nicht einfach. Wenn man das Bedürfnis nach Sex hat und der Partner nicht. 

Ich kenne das nur so, dass der asexuelle Partner dem anderen gewisse Freiheiten einräumt. Ich bin da jetzt ehrlich. Nur wenn der eine asexuell ist kann er vom Partner nicht den vollen Verzicht auf Sex verlangen. 

Das übersteht keine Beziehung. Die Liebe mag da sein aber der Sex fehlt. Es ist natürlich möglich, dass du ein Gegenstück findest. Aber dann solltest du dich informieren ob es Seiten oder Foren dieser Art gibt.

Dein Partner mag dich lieben aber auf Sex zu verzichten das klappt nicht. Ich bin mir sicher, dass der andere dann fremdgeht oder die Beziehung scheitert.

Antwort
von konstanze85, 28

Nein, ich finde ein Outing unnötig.

Und dem Partner würde ich es schon sagen, da, wenn der Parter sexuell aktiv ist, die Bezehung so wenig Sinn hat bzw. er selbst entscheiden können sollte, ob er mit einem zusammen bleiben will.

Antwort
von leucolone, 8

Ich weiß ja nicht wie alt du bist, aber wenn du noch unter 18 bist und denkst du bist A-Sexuell dann warte mit dem outing denn das kann eine Phase sein, die Hormone sind da noch nicht ganz ausgeprägt, kommen jedoch meistens schon mit 13 oder früher.
Outen ja und keiner sollte damit ein Problem haben denn A-Sexualität wird doch überall toleriert, ist doch nichts schlimmes dabei.
Bei der Partnerwahl sollte man das sagen, jedoch musst du definitiv eine/n a-sexuellen Partner suchen, denn eigentlich erwartet jede nicht a-sexuelle Beziehungen irgendwann den Geschlechtsverkehr.

Kommentar von 932609MJL ,

Naja es gibt ja geschätzt nur 2 % der weltbevölkerung die Asexuell sind. Von diesen 2 % sind bestimmt die Hälfte Frauen. Und von den männern die dann noch "übrig" sind müssen die zum einen auch noch meine Altersklasse sein und von Charakter & Aussehen muss das ja auch noch passen. Oder bin ich nicht in der position ansprüche an meinen partner zu stellen ?

Antwort
von Isabelle4you, 49

Wenn du das Gefühl hast, deine Gefühle aussprechen zu müssen, dann tue es! Vor allem bei deinen engsten Freunden und deiner Familie sollte man das in Erwägung ziehen.

LG Isa

Antwort
von BleibMensch, 41

Seinem Partner gegenüber wird man es wohl irgendwann erklären müssen, Anderen geht das nichts an!

Antwort
von daria78, 25

Wenn es dir Spaß macht, einen Vortrag darüber zu halten, was Asexualität ist und dich wie ein Sonderling behandeln lassen möchtest, mach es. Die meisten Menschen werden dich nämlich nicht verstehen.

Kommentar von 932609MJL ,

Eigl schade oder  ? Ich mein man möchte ja trzd eine Beziehung mit Liebe, Traumhochzeit, Familie, Kuscheln, küssen massieren usw nur halt ohne gegenseitige Befriedigung und sex. 

Kommentar von daria78 ,

Nicht jeder Asexuelle möchte das. Deshalb muss man auch dazusagen, was man selber für sich darunter versteht.

Kommentar von 932609MJL ,

Hab ich ja geschrieben : kein sex und keine gegenseitige Befriedigung 

Kommentar von daria78 ,

Ich rede von Gesprächen bei realen Begegnungen und Dates.

Antwort
von persisstent, 56

Wenn man einen Partner hat sollte man ihm/ihr das selbstverständlich mitteilen. Aber anderen Leute mit denen man nicht vorhat intim zu werden geht das meiner Meinung nach nichts an. Es outet sich ja auch keiner als Anal- oder Bdsmliebhaber oder sonstwas.

Ich denke das kommt auf die Person an. Mir persönlich wärs wurscht, man liebt jemanden ja nicht nur wegen dem Sex. :)

Kommentar von 932609MJL ,

So eine tolle Einstellung :)

Kommentar von Wuestenamazone ,

Eine Einstellung die mit Sicherheit nicht anhalten wird. Denn irgendwann kommt das Bedürfnis nach Sex

Antwort
von Cherrycheescake, 25

Ich würde nur meinen engsten Vertrauten davon erzählen, weil man geht ja auch nicht mit bsw seiner aktiven Sexuallität  hausieren. Denn es ist eine Privatsache. Selbstverständlich würde ich aber mit meinen Partner darüber reden, denn er wird es sowieso nach ein paar Dates selber merken. 

Noch etwas zur Asexualität bei dieser fehlt ja nur die reine sexuelle komponente und wenn ich jemanden vom Herzen liebe, kann ich darauf auch verzichten.

 Stell dir mal vor jemand hat eine schwere chronische Erkrankung und kann keinen sexullen Akt mehr vollziehen, dann verlasse ich ihn auch nicht. Zumindest ich würde es nicht tun! Weil ich es nicht könnte!

Liebe ist nicht Sex. Sex ist eine schöne Art sich zu zeigen das man einander begehrt und Lust aufeinander hat. Aber mit reinem Sex kann ich niemals meine tiefe Liebe zu jemanden zum Ausdruck bringen. 

Dies tue ich mit meinem Herzen indem ich immer für meinen Herzensmenschen da bin und ihn das auf so liebevolle und menschliche Art zeige mit all meiner Zuneigung und meiner ganzen tiefen bedingungslosen und ehrlichen Liebe.

Ganz liebe Grüße

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