Unser Kleiner ist bald 1 Jahr alt und bisher sind wir immer ohne große Verabschiedungsszenen aus dem Haus gegangen. Meine Freundin hat mir gesagt, dass man sich aber ganz bewusst von seinem Kind verabschieden sollte, da es sonst meint, dass man sich immer hinter seinem Rücken aus der Wohnung schleicht. Wie macht Ihr das?

Aus dem Gefühl heraus: Ja, rituell verabschieden, dann lernt das Kind, dass die Eltern wiederkommen. Das vermittelt Sicherheit und Beständigkeit. Wir machen das sogar mit unseren Hunden so, jedenfalls wenn wir beide aus dem Haus gehen!

Ich finde auch, das der Kleine wissen soll, das ihr wiederkommt.

Ich würde mich auch verabschieden und habe das immer getan. Es schafft Vertrauen. Heimlichtuerei hat in einer Familie nichts verloren.
Wir haben uns immer von unserer Tochter verabschiedet und ihr auch noch eine gute Nacht gewünscht. So hat unsere Tochter von klein auf gelernt, das wir Eltern auch mal nicht da waren, aber immer jemand bei ihr war, und die Eltern auch wiederkommen. So gab es bei uns nie große Probleme, und wir hatten eine Vertrauensbasis geschaffen.

M.E. können Einjährige Kleinkinder noch nicht zeitlich-räumlich verstehen, dass die Eltern, die sie gerade weggehen sehen, irgendwann wiederkommen
Daher haben wir es immer so gemacht, dass unsere Babysitterin zeitig am frühen Abend kam, sich mit den Kindern schon eine Weile beschäftigen konnte, z.B. mit ihnen zu Abend essen konnte, und wir dann leise gegangen sind. Vorher hatten wir die Kinder darauf vorbereitet, dass die Babysitterin heute abend kommen und sie ins Bett bringen würde.
Wenn Kinder etwa 3 Jahre alt sind, ist ihr Ich-Bewusstsein voll entwickelt und sie verstehen auch schon räumlich-zeitliche Vorgänge und Zusammenhänge. Dann kann man sich getrost von den Kindern abends verabschieden und sie bewusst in die Obhut der Babysitterin übergeben.

Wir verabschieden uns immer von unseren Kindern. So haben sie gelernt, dass sie sich darauf verlassen können, dass wir immer wieder zurückkommen. Es erleichtert später auch die Eingewöhnung im Kindergarten. Die Kinder haben einfach mehr Vertrauen.
Als meine 4 Kinder noch klein waren, haben wir uns immer verabschiedet. Stell dir vor, dein Kleiner wird aus irgendeinem Grund wach u. weint u.ein "Fremder" kommt ins Zimmer anstatt des vertrauten Gesichts von Mama oder Papa.Dann bekäme das Ur-Vertrauen des Kindes einen gewaltigen Knacks.Ausserdem bekämt ihr dann wahrscheinlich das nächste Mal, wenn ihr ausgehen wollt, gewaltige Probleme.