Frage von Emily4erdbeer, 97

Sollte man Selbstverletzungen in einer Klinik verheimlichen, wenn man deshalb wahrscheinlich entlassen wird?

Ich war vier Monate in einer psychosomatischen Klinik und musste einen Vertrag unterschreiben, dass ich mich nicht mehr selbst verletze, weil ich sonst entlassen werde. Ich habe es leider doch getan und bin dann eben etwas früher als geplant entlassen worden. Nun ist noch ein Klinikaufenthalt in der selben Klinik geplant und ich weiß nicht ob es besser ist es zu sagen und entlassen zu werden, wenn ich mich geschnitten habe oder ob ich es lieber verheimlichen und deshalb ein schlechtes Gewissen haben soll. Was meint ihr?

Antwort vom Psychologen online erhalten
Anzeige

Schneller und günstiger Rat zu Ihrer Frage. Kompetent, von geprüften Psychologen.

Experten fragen

Hilfreichste Antwort - ausgezeichnet vom Fragesteller
von Seanna, 97

Vorab ansprechen, dass du das nicht garantieren kannst und gemeinsam Lösungen (evtl abweichenden Vertrag) erarbeiten!

Lügen bringt in der Klinik gar nichts, du betrügst ja vor allem dich selbst und lernst es nicht.

Kommentar von Emily4erdbeer ,

Danke! :) Das klingt nach einem guten Plan ;)

Kommentar von Seanna ,

Ich sollte alle Fragen von dir mal abonnieren (wenn das ginge), laufen uns ja irgendwie ständig über den Weg ;)

Kommentar von Emily4erdbeer ,

Gerne, du gibst nämlich immer gute Antworten ;)

Antwort
von schokocrossie91, 95

So eine Klinik kannst du vergessen, ich war in so einer. Wenn jemand mit SvV schon so weit ist, aktiv entscheiden zu können, ob er sich verletzt oder nicht, braucht er keine Klinik mehr. Totaler Unsinn.

Kommentar von Emily4erdbeer ,

War hauptsächlich wegen anderen Sachen dort und hatte mich davor mehrere Monate nicht verletzt, nur dort wurde der Druck zu groß...

Kommentar von schokocrossie91 ,

Eben, SvV ist keine Entscheidung, sondern ein Impuls, den man nicht oder nur sehr schwer kontrollieren kann. Qas ist der Sinn darin, aus der Klinik zu fliegen wegen etwas, was man nicht kontrollieren kann?

Kommentar von Emily4erdbeer ,

Hatte ich auch nicht richtig verstanden, aber soll wohl als Motivation dienen. Würdest du es denn sagen falls es passiert?

Kommentar von schokocrossie91 ,

Ja, damit ich da nicht mehr bleiben muss. Wenn ich ehrlich bin, flieg ich raus und wenn ich lüge, hat das nichts mit einer hilfreichen Therapie zu tun. Es ist ja nicht Ziel, selbstverletzendes Verhalten zu verheimlichen, sondern die Ursache davon zu bekämpfen.

Antwort
von RicVirchow, 78

Mache ein Vertrag mit dir selbst, dass wenn du es noch ein mal tust, dass du es sagst und in Kauf nehmen musst, dann durch die Entlassung selber mit deinem Problemen fertig werden zu müssen. Du bist jetzt dort, also nutze die Chance, dass dir jemand helfen will. Es gibt viele, die sehnen sich nach einem solchen Platz, weil sie sich Monate vorher angemeldet haben und trotzdem nichts gekriegt haben. Also nutze es auch und versuche mit dem Ritzen aufzuhören. Denn mehr als Entzündungen, Krankheiten, Blutverlust und Narben, sowie eine Gefahr zu verbluten, wenn du zu tief schneidest, wird es dir nichts bringen.

Du solltest auch mit deinen Eltern oder Geschwistern auf jeden Fall darüber reden können. Aber ansonsten kannst du mich bei seelischen Problemen gerne anschreibe, ich helfe dir gerne.


Kommentar von Emily4erdbeer ,

Glaub mir, ich weiß wie wertvoll der Platz ist, habe selbst einige Monate darauf gewartet. Ich will es ja auch auf jeden Fall lassen, nur ich bin mir unsicher wie ich reagieren soll, wenn es mir eben doch nochmal passiert, weil ich so großen Druck habe. Ich hoffe aber nicht, dass es so weit kommt. Danke für die Antwort :)

Antwort
von XoLoveHerXo, 62

Wenn ich ehrlich sein soll...also ich würde es sagen. Du machst dir selbst mehr Probleme dadurch...und denke vielleicht sonst mal dran das du dich in einer Selbsthilfegruppe anmelden kannst. Vielleicht bringt dir das mehr und dort passiert auch nichts wenn du dich schneidest.
Ich könnte jetzt sagen Schnapp dir deinen besten Freund oder beste Freundin und rede mit denen...sie können dir vielleicht weiter helfen...aber ich weiß nicht ob das bei deinen Freunden so klappt wird bei mir geklappt hat... Mein bester Freund ist meine Therapie...aber gut als anderen Tipp wie immer sage ich Skills obwohl ich nicht weiß was dir hilft...Google mal nach Skills fürs Ritzen,oder such dir ein Hobby das deine meisten Gedanken beansprucht...bei mir ist das Tierschutz. Beschäftige dich effektiv mit etwas das dir Spaß macht und am Herzen liegt :)
Du kannst mir auch gerne immer schreiben :))

Kommentar von Emily4erdbeer ,

Meine Skill-Liste ist lang :D ich werde es versuchen :)

Antwort
von voayager, 53

Was ist das nur für ein Klinikaufenthalt, wo du dich selbstverletzt. Eigentlich müßte doch das Gegenteil der Fall sein. Man wird, wenn alles gut geht therapiert und hat dann auch kein Verlangen sich selbst zu verletzen.

Kommentar von Emily4erdbeer ,

Bei mir war das Problem, dass ich mein Essen, das sonst als Druckausgleich gedient hat, aufgrund einer Essstörung abgeben musste.

Kommentar von voayager ,

wie lange warst du eigentlich in der Klinik?

Kommentar von Emily4erdbeer ,

16 Wochen

Kommentar von voayager ,

16 Wochen ist ja schon eine reichliche Zeit und wier es aussieht hat dir der Klinikaufenthalt wenig oder vielleicht garnichts gebracht. Ist das so? Und noch ne Frage. welche Art Therapie wurde dir denn angeboten?

Antwort
von Kanada11, 74

Weiß grad echt nicht was verrückter ist,, sich selbst zu verletzen oder Patienten zu nötigen einen Vertrag zu unterschreiben das sie nicht mehr tun :D Das wäre fast so als würde ich einem depressiven Menschen einen Vertrag unterschreiben lassen, wo drin festgehalten ist das er nicht mehr depressiv sein darf. Ist doch ein schlechter Witz ? 

Kommentar von Emily4erdbeer ,

Hab ich anfangs auch gedacht, aber das ist eben das Konzept der Klinik. Der Vertrag hat mir auch geholfen mich einige Wochen nicht zu verletzen, das soll wohl eine Motivation sein.

Kommentar von Kanada11 ,

Du brauchst kein Stück Papier um dich zu motivieren. Das ist eigentlich die Aufgabe der Klinik.

Kommentar von RicVirchow ,

Es ist nicht die Aufgabe der anderen dich zu motivieren. Man muss sich selber motivieren. Das erklärt auch, warum viele auch nach 30 Psychologen Sitzungen immer noch genauso schlecht dran sind, wie vorher. Motivation, dafür ist jeder selber verantwortlich. Andere können sie nur von Außen anregen.

Kommentar von Kanada11 ,

Klar, dass mein ich ja, aber ein Vertrag ist schon etwas zynisch. Findest du nicht ? 

Kommentar von Emily4erdbeer ,

Ich bin ja auch motiviert mich nicht zu verletzen, aber falls ich in so einer großen Drucksituation bin, dass es mir doch passiert, ist so ein Vertrag echt doof...

Kommentar von Kanada11 ,

Da wären Menschen die dich dabei unterstützen um einiges hilfreicher :) Gute Besserung

Kommentar von Emily4erdbeer ,

Danke :)

Kommentar von Seanna ,

Solche Verträge sind absolut üblich in der DBT und auch sehr effektiv und auf diese Problematik abgestimmt. Siehe hierzu Martin Bohus, Borderline-Störung aus dem Hogrefe Verlag. Es geht nicht um Steuerung eines Affekts (dein Depressions Vergleich), sondern um Steuerung der Impulskontrolle und Erlernen besserer Coping-Strategien.

Kommentar von schokocrossie91 ,

Seanna, ich war in einer Klinik mit so einem Vertrag und mehreren Borderliern und er hat genau niemandem etwas gebracht. Was ist daa überhaupt für ein Denkansatz? "Verletz dich selbst und werde bestraft, verletz dich nicht und du kriegst gar nichts."

Antwort
von mychrissie, 38

Wer einem behandelnden Artzt oder Therapeuten etwas wichtiges verschweigt, muss sich nicht wundern, wenn die Therapie keinen Erfolg hat.

Man sagt ja, dass sich junge Menschen ritzen, um sich zu "fühlen". Das kann man auch mit Leistungssport erreichen.

Antwort
von CrazyBodo, 66

Puhhhh schwere Frage aber ich würde es sagen ... :'(

Kommentar von Emily4erdbeer ,

Darf ich fragen warum du es sagen würdest? Wie hast du die Entscheidung getroffen?

Kommentar von CrazyBodo ,

Naja es ist auch sehr blöd ein schlechtes Gewissen zu haben aber es ist auch doof seinen Job zu verlieren ... Aber wenn ich ehrlich bin würde ich es doch nicht sagen aber wenn sie es nicht merken ist das schlechte Gewissen irgendwann auch vorbei ...

Kommentar von Emily4erdbeer ,

Ich verliere doch nicht meinen Job :D Ich werde natürlich als Patientin dort sein^^ Wenn ich entlassen werde, wird eben meine Therapie abgebrochen.

Keine passende Antwort gefunden?

Fragen Sie die Community