Frage von MarkusTormann, 118

Sollte man seine Riester Rente kündigen und sich das Geld auszahlen lassen um dann lieber selber zu investieren, z.B. in Sachwerte?

In Anbetracht der Einführung von Negativzinsen, hoher Inflation und der allgemeinen Entwicklung der Geldpolitik scheint es nicht so, als ob "Sparen" noch wirklich sinnvoll ist.... Wie ist eure Meinung dazu?

Hilfreichste Antwort - ausgezeichnet vom Fragesteller
von kevin1905, 66

Wenn du einen Riestervertrag hast mit einem höheren Rechnungszins, der vielleicht auch noch aus der Stornohaftungszeit raus ist, solltest du dir das Kündigen sehr gut überlegen und dann davon Abstand nehmen.

Es ist sinnvoll vermehrt in Sachwerte zu investieren (Aktien, Rohstoffe, fremdgenutzte Immobilien).

Hier solltest du aber nicht anstatt Riester was machen, sondern zusätzlich. Niemals alle Eier in einen Korb immer eine gewisse Diversifikation nicht miteinander korrelierender Anlagen schaffen.

Antwort
von Samy795, 44

Das eine hat wenig mit dem anderen zu tun. Nicht der Riester ist das große Problem, sondern die kostenintensive Anlage dahinter.
Die meisten Leute haben, wenn sie "selbst investieren" genau die gleichen Probleme.

Ohne Deinen Vertrag zu kennen bzw. die genauen Konditionen Deiner Alternativen, kann man hier keine seriöse Antwort geben. Du wirst hier also maximal persönliche Geschmäcker und subjektive Meinungen finden, die nicht viel mit Deiner konkreten Situation zu tun haben.

Dazu kommt, dass es wohl kaum ein Themengebiet gibt, indem sich mehr ahnungslose "Experten" tummeln als beim Thema Versicherungen und Geldanlagen. Ohne deren Qualifizierung zu kennen, sollte man nicht zu viel Wert auf Aussagen geben...

Antwort
von cashcow65, 57

Pauschale Antworten ohne Hintergrundinformationen sind eher wie blind auf Tauben schießen. Kündigen ist unklug, weil Du dann die bereits erhaltenen Förderungen zurückzahlen musst. Wenn dann beitragsfrei stellen und das Geld tatsächlich in Sachwerte wie z.B. Immobilien, Photovoltaikanlagen oder Edelmetalle investieren. Wenn es bis zur Rente noch 15 Jahre und mehr sind, wären auch Investmentfonds geeignet. Kommt immer auf den finanziellen Hintergrund und das Alter an.

Antwort
von wilees, 59

Für mich stellt sich die Frage - wie hoch ist der Verlust?( Beim bereits eingezahlten Betrag. )

Rückzahlung irgendwelcher Subventionen.

Für diese Verträge kann es keine Negativ-zinsen geben.

Woran aber kein Sparer bei Vertragsabschluss dachte ist: -----                           bei späterer Rentenzahlung gilt es als zu versteuerndes Einkommen ( soweit der Freibetrag überstiegen wird.  )

Der Rentner muß den kompletten Krankenkassenbeitrag von derzeit 14,6%      ( ohne Zusatzbeitrag ) plus 0,5% Aufschlag erbringen, sowie 2,35  Pflegeversicherung. Somit bleiben von 100,-- €uro Rente 82,55 €uro vor Steuern.

Da ab 2030 Renten zu 100% zu versteuern sind, bleiben rechnerisch noch       ca. 70,-- €uro über.

Einen geschaffenen Sachwert, z.B. Immobilie, Gold hat wahrscheinlich einen geringeren Verlust.

Kommentar von kevin1905 ,

bei späterer Rentenzahlung gilt es als
zu versteuerndes Einkommen ( soweit der Freibetrag überstiegen wird.  )

Meine Kunden wissen das. Ebenso, wie sie wissen, dass die Beiträge zu einem Riestervertrag als Sonderausgaben steuerlich abzugsfähig sind (§ 10a EStG).

Ferner gibt es seit 2005 in Deutschland keine Geldwertanlagen mehr, die steuerfrei in der Auszahlung sind.

Der Rentner muß den kompletten Krankenkassenbeitrag von derzeit 14,6%      ( ohne Zusatzbeitrag ) plus 0,5% Aufschlag erbringen, sowie 2,35  Pflegeversicherung.

Falsch!

Die Riesterrente gehört nicht zu dem beitragspflichtigen Einnahmen versicherungspflichtiger Rentner i.S.v. § 237 SGB V, es sei denn man war so dämlich über den Betrieb zu riestern oder man hat das Pech im Alter freiwillig GKV versichert zu sein (§ 240 SGB V).

Um im Alter freiwillig in der GKV versichert zu sein, müsste man aber mind. 90% der zweiten Hälfte seines Arbeitslebens nicht in der GKV versichert gewesen sein (PKV-VollV z.B.).

Da ab 2030 Renten zu 100% zu versteuern sind, bleiben rechnerisch noch       ca. 70,-- €uro über.

Auch falsch!

Die schrittweise Umstellung auf die nachgelagerte Besteuerung betrifft die Basisversorgung (gesetzliche Rente, Versorgungswerke und Rürup-Verträge), NICHT die Zusatzversorgung (Riester, betriebliche Altersvorsorge).

Die Freibeträge sind erst im Jahr 2040 vollends abgeschmolzen (§ 22, Nr. 1, Buchst. a) EStG).

Die Riesterrente ist IMMER zu 100% als sonstige Einkünfte zu betrachten, ebenso wie die Beiträge hierzu immer zu 100% exkl. Zulage steuerlich abzugsfähig sind.

Einen geschaffenen Sachwert, z.B. Immobilie, Gold hat wahrscheinlich einen geringeren Verlust.

Wenn ich mir eine Immobilie anschaffe, soll die nach Möglichkeit gar keinen Verlust machen, sondern etwa 4-6% Mietrendite und etwa 3% durchschnittliche Wertsteigerung im Jahr bringen (Bruttowerte).

Wenn ich mir Schrottimmobilien in der Pampa hole, klappt das natürlich nicht. Hierfür braucht es aufgrund der nicht vorhandenen Liquidität einer Immobile (sonst wäre es ja eine Mobilie), sehr viel Planung und Fachwissen.

Antwort
von Ursusmaritimus, 61

Ja nee is klar, unverfallbare Sachwerte wie ein neues IPhone oder der tolle BMW....

Sachwerte wären dann höchstens substanzielle Aktien (BASF, Siemens, Deutsche Post etc) oder Edelmetalle (physisch) aber die haben keine Dividende.

Kommentar von MarkusTormann ,

Ich meinte bleibende Sachwerte, nichts was in 5 Jahren nix oder nur noch 20% vom Kaufpreis wert ist:-)

Kommentar von Ursusmaritimus ,

....was sind für dich bleibende Sachwerte? Welche möglichst zumindest einen Inflationsausgleich als Rendite erbringen?

Kommentar von MarkusTormann ,

Eigentumswohnung in der Innenstadt mit entsprechenden Mieteinnahmen z.B...

Kommentar von Ursusmaritimus ,

Dann Toi Toi Toi für dein Vorhaben!

Keine passende Antwort gefunden?

Fragen Sie die Community

Weitere Fragen mit Antworten