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Sollte man Linkshänder eigentlich von klein an auf rechts polen?

gefragt von Chica111 am 20.08.2007 um 19:57 Uhr

Die Tochter meiner Freundin ist knapp 2 Jahre alt und macht tendentiell inzwischen fast alles mit der linken Hand. Jetzt haben ihr einige Freunde dazu geraten (auch Pädagogen), dass sie die Kleine doch besser auf rechts "umlenken" solle. Linkshänder hätten immer noch Nachteile in der Schule. Der Fluss der Schrift wäre nunmal rechts folgend. Das ist ja ein ganz heikles Thema und irgendwie gibt es harte Fronten bei diesem Thema. Was sind Eure Erfahrungen?


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nicht die  schon wieder ;-)
beantwortet von nicht die schon wieder ;-) am 20. August 2007 20:00
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Knowledge
beantwortet von Knowledge am 20. August 2007 20:01
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Nein. Wie würde es dir gefallen, wenn man dich auf "rechts polen" würde? Das wäre doch nur ein Zwang, unter dem Kinder zusätzlich ständen. Und wenn der "Fluss der Schrift rechts folgend" entscheidend wäre, müssten ja alle arabisch schreibenden Völker bevorzugt Linkshänder sein.


Hilde Marie
beantwortet von Hilde Marie am 20. August 2007 20:16
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Für die erwähnten Pädagogen "Daumen runter". Die Erkenntnis, dass Linkshänder nun einmal so sind, wie sie sind, ist nicht erst von heute. Schon seit langem weiss man, dass man Linkshänder nicht umpolen soll. Nicht umsonst gibt es inzwischen Werkzeug für Linkshänder: Scheren, Küchenwerkzeuge uvm.! Z.B. bei einem heute 50jährigen, der von links auf rechts umgepolt wurde, sieht man heute noch an der Handschrift, dass er sich immer noch nicht richtig umgestellt hat bzw. kann.

Kommentar von 85b355e18002c061c9265c7a010da62csmalllevkoje am 20. August 2007 20:33

Da muss ich aber widersprechen. Ich bin eine von Links- auf Rechtshänderin umgepolte. Meine Handschrift ist sehr gut und ich bin beidhändig sehr geschickt. Es muss also nicht unbedingt von Nachteil sein. Ich bin 55 Jahre.

Kommentar von A7ee77a58b6a4f516be279d53e83a9aesmallevistie am 20. August 2007 20:34

Deinen letzten Satz bestreite ich.Ich bin Ende 50 und eines dieser Unglückswürmer, die auf rechts umgepolt wurden. Die daraus resultierenden Schwierigkeiten (z. B. Legasthenie) habe ich überwunden und komme gut zurecht. Trotzdem ist es schön, dass Kinder heutzutage nicht mehr dazu gezwungen werden.

Was die Schrift angeht: ich habe, seit ich etwa 20 war, eine sehr schöne, gleichmässige Handschrift, die nach rechts geneigt ist. Und ich mache heute noch alles andere "mit links"!!

Kommentar von Simple_avatar4smallHilde Marie am 20. August 2007 20:48

Danke für den Nachhilfeunterricht, wahrscheinlich gibt es wohl ganz unterschiedliche individuelle Fälle! Habe selbst einen Kollegen und 2 weitere Fälle in der Verwandtschaft, die Handschriften sind katastrophal und alle sagen, sie würden ihre eigenen Kinder niemals umpolen! Daher eben meine Aussage!

Kommentar von 85b355e18002c061c9265c7a010da62csmalllevkoje am 20. August 2007 21:20

Ich glaube, die heutigen Kinder und später auch die Jugendlichen schreiben einfach nicht mehr so viel wie wir früher. Eine schöne Handschrift ist auch Übungssache. Ich habe in der Schule sogar noch 3 Jahre Schönschrift gehabt. Für so etwas ist heute keine Zeit mehr.


Watson
beantwortet von Watson am 20. August 2007 20:02
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auf keinen Fall! ich kenne genügend Freunde, die kein Problem damit haben, mit links zu schreiben!


Hekto
beantwortet von Hekto am 20. August 2007 20:10
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Eine Freundin meiner Mutter tat das mit ihrer Tochter sie leidet bis heute (mit 3 haben sie angefangen, jetzt ist sie 5) unter Gleichgewichtsaussetzern, fällt also schneller hin. Also Finger weg von solchen "Therapien"!!!!





neurodoc
beantwortet von neurodoc am 20. August 2007 21:11
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Unsinn!


Jaguar
beantwortet von Jaguar am 20. August 2007 21:12
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das sollte man tunlichst sein lassen!


Batman
beantwortet von Batman am 21. August 2007 21:43
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Aus welchem Mittelalter stammen diese Pädagogen? Aus dem aktuellen oder haben sie den Wandel der Zeit nicht mitgekriegt? Ich bin selbst im Erziehungsbereich tätig und bei solchen Aussagen streuben sich mir alle Haare. Habe das ganz anders gelernt. Also lass es wie es ist, sie leidet keinen Schaden, andersrum schon eher. Und damit sie beim Malen, Schreiben, Schneiden etc. keine Nachteile hat, einfach die Teile für Linkshänder kaufen, sind überall zu bekommen. Lies dir bitte dies genau durch: Umerziehung und negative Folgen Früher wurden die meisten Linkshänder auf die rechte Hand umerzogen. Später erkannte man negative Begleiterscheinungen - beispielsweise psychische Probleme, schlechtere Schulleistungen oder Sprachstörungen; auch die Legasthenie wird in einigen Fällen als Folge der Umerziehung eines Linkshänders angesehen. Einige umerzogene Linkshänder berichten zudem von einer Art innerer Zerissenheit, wenn sie etwa die linke Hand zum Zeichnen verwenden. Auch zu Beginn des dritten Jahrtausends ist es vielerorts noch üblich, Linkshänder umzuerziehen, da die neuronalen Zusammenhänge und die psychischen und kognitiven Folgen der Umerziehung noch nicht ausreichend in der Bevölkerung bekannt sind. So glauben manche noch immer, ein Linkshänder habe es einfacher in einer Rechtshänder-Welt, wenn er gleich auf rechts umerzogen wird. Häufiger ist eine Umerziehung jedoch kulturell begründet, beispielsweise durch die zur Begrüßung verwendete rechte Hand.

Alltagsprobleme von Linkshändern Viele Linkshänder berichten, dass ihre Händigkeit auf die meisten Aufgaben des Alltags keinen Einfluss hat. Dennoch gibt es Situationen, in denen die Ausrichtung auf die deutlich häufiger vorkommende und daher als normal angesehene Rechtshändigkeit zu Schwierigkeiten führen kann:

Besonderheiten beim Schreiben mit der linken Hand. Da von links nach rechts geschrieben wird, müssen Linkshänder darauf achten, mit der Schreibhand das zuvor Geschriebene nicht zu verwischen. Für Linkshänder wurde deshalb eine Spezialtinte entwickelt, die schneller trocknet und nicht so leicht verschmiert. Die auf dem Blatt aufliegenden Teile der linken Hand sollten stets unterhalb der Schrift vorbeigeführt werden. Dafür kann es hilfreich sein, das Schreibblatt gegenüber der Tischkante leicht nach rechts zu neigen. Ebenfalls aufgrund der Schreibrichtung können Rechtshänder die Stiftspitze vorwiegend über das Papier ziehen, wohingegen Linkshänder die Stiftspitze schieben müssen. Insbesondere bei Füllfederhaltern mit schmaler Feder ergibt sich bei Linkshändern somit häufig das Problem, dass sich die Feder beim Schreiben ins Papier spießt. Deshalb sollte man einen Füller vor dem Kauf stets ausprobieren und bei Problemen auf eine breitere Feder zurückgreifen. Bei Füllern mit Griffmulden muss man darauf achten, die linkshändige Variante zu kaufen.

Auch das ständige Umdenken in einer Rechtshänderwelt wird von einigen als Stress empfunden. Deshalb empfinden manche Linkshänder die Nichtberücksichtigung ihrer Veranlagung als Diskriminierung. Andere wiederum meinen, dass die Konfrontation mit der Rechtshänderwelt auch eine Flexibilität im Denken und Handeln trainiere, oder sie schenken ihrer Händigkeit keine außergewöhnliche Beachtung.


Rasta
beantwortet von Rasta am 20. August 2007 21:30
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Niemals! Den so genannten Pädagogen würd ich gern die Zulassung entziehen! Vollidoten sowas!


Marah
beantwortet von Marah am 20. August 2007 22:21
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Das kann doch nicht wahr sein- Linkshänder umerziehen? Sind wir nicht langsam aufgeklärt genug um sowas als absolut unnötig und dumm an zusehen! Wenn der Körper und das Gehirn sich entschieden haben die linke Hand hauptsächlich zu nutzen, dann sollte man das so hinnehmen und nicht mit Gewalt eingreifen! Man weiß immer noch nicht genau wie sich so eine Umerziehung auf das Gehirn auswirkt und ich würde das auch nicht austesten wollen! Man kommt heutzutage so leicht an Linkshänderscheren und andere Alltagsgegenstände...was sollen denn da für Probleme in der Schule auftreten???


Ichbinsauch
beantwortet von Ichbinsauch am 20. August 2007 22:46
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Ziehst du ein Rock an wenn jemand zu dir sagt das schickt sich besser?? Springst du von der Brücke weil es einige gut finden??? Also warum soll man dem Kind was beibringen wenns ihm anders angeboren wurde!!! So ein Schwachsinn!!!!


frechesfruechtlein
beantwortet von frechesfruechtlein am 21. August 2007 09:36
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Meine Tochter ist auch Linkshänder. Der Kinderärztin war das damals eher aufgefallen als mir und sie hat Recht behalten. Ich habe mich dann zu diesem Thema belesen und wir haben unserer Tochter dann den Rücken gestärkt, zumal es sowohl im Kindergarten als auch in der Schule Versuche gab, unser Kind umzugewöhnen. Es wird halt immer Wert darauf gelegt, dass man die rechte Hand gibt, dass man das Messer rechts und die Gabel links hält usw., usf. Bisher konnten wir dann aber immer in netten Gesprächen mit den Pädagogen die Linkshändigkeit unserer Tochter erklären und auch erreichen, dass sie nicht umgewöhnt wird. Nachteile in der Schule hatte sie jedenfalls nicht.


Weiser
beantwortet von Weiser am 21. August 2007 10:16
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Warum soll man nicht den Versuch unternehmen, dem Kind die Buntstifte immer in die rechte Hand zu geben, eventuell mit Führungshilfe, ebenso später das Tischmesser.

Bei mir als geborenem Linkshänder wurde das so gemacht und ich habe keinen Schock erlitten.

Versucht mal die Computermaus mit der linken Hand zu bedienen, nach kurzer Zeit klappt auch das.

Kommentar von 0d4550e9ca310f36c442f19c90c63308smallHunley am 23. August 2007 09:21

Über das Messer kann man ja reden aber mit den Stiften würd ich das nicht machen.


anonym
beantwortet von silvie34 am 21. August 2007 11:43
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meine tochter ist auch linkshänderin,war gestern 10 jahre alt und ist glücklich und zufrieden,es gibt auch schreibstifte für linkshänder,lass sie so wie sie ist die kleine ,sie wird es überleben und die eltern auch....


Rosalia11
beantwortet von Rosalia11 am 26. August 2007 22:10
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Umlernen wurde vor 40 Jahren noch empfohlen. Heute weiß man, das es für Kinder besser ist, wenn mans läßt. Mein Bruder mußte "umlernen" und hatte nie eine schöne Schrift und konnte auch nicht gut zeichnen. Es wurde ihn damit kein guter dienst erwiesen.


anonym
beantwortet von Brotbackautomat am 31. August 2007 14:29
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Lieber nicht. Es geht nicht um das, was "schöner" ist sondern um mögliche wesentlich größere Probleme nach so einem Umtrainieren.

Es gibt aber auch spezielle Linkshänder Rückschulungen und -Beratungen im Internet. http://www.linkerhand.de/umgeschulte-linkshaender.html


anonym
beantwortet von christinew am 10. September 2007 18:24
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Auf gar keinen Fall!!! Die Händigkeit wird vom Gehirn gesteuert,deshalb wird auch bereits seit Jahrzehnten nicht mehr ,,umerzogen". Tolle Pädagogenfreunde


BirgitKing
beantwortet von BirgitKing am 30. August 2007 00:14
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dass dieser schwachsinn - umzupolen - immer noch gemacht wird, kann ich fast gar nicht glauben? wo leben wir denn, bzw. wann... wie schon mehrfach geschrieben, es geht alles sehr gut mit links, ich habe in meiner kita-haushaufgabengruppe im laufe der jahre fast mehr links- als rechtshänder gehabt (warum auch immer), es gibt hier genauso die schönschreiber und auch die "schmierer" wie bei rechtshändern, die tipps, die batman gab, sind hilfreich. ich beobachte, dass die kinder sowieso heutzutage eher selten mit füllern schreiben, sehr lange mit bleistift und dann meist so fineliner, klappt gut.


anonym
beantwortet von franzy01 am 19. September 2007 16:10
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mein neffe st auch "linkshänder" ab und zu macht er auch was mit rehcts aber ahuptsächlich mit links auch schon von kleinauf zuerst hat meine schwester dann versucht ihn auf rechts zu polen aber dann hat sie es gelassen es ist doch egal mit was man schreibt!und nur weil man mit links schreibt kriegt man doch nicht gleich in der schule ne 6 oder n tadel oder n verweis!


Kirstin Krap
beantwortet von Kirstin Krap am 4. April 2008 18:04
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Ich muss ganz klar davon abraten. Sicher gibt es Fälle, in denen es keine Komplikationen gibt, aber wenn es Komplikationen gibt, sind diese in der Regel mehr als unangenehm. Legasthenie, Sprachstörungen bis hin zu psychischen Problemen sind dann keine Seltenheit. Ein Linkshänder trainiert seine rechte Hand ohnehin mehr, als ein Rechtshänder seine linke Hand trainiert. Viel besser fände ich, wenn das Kind in seiner Linkshändigkeit unterstütz wird. Für die Schulzeit empfehle ich 4 essenzielle Dinge: Linkshänder-Füller, Linkshänderschere, Linkshänderlineal (ja, das gibt es und es macht Sinn!) und Linkshänderspitzer. Vor allem letzterer ist eine unheimliche Erleichterung.

Für weitere Informationen empfehle ich zum einen die Bücher von Barbara Sattler, der ersten Linkshänderberaterin Deutschlands, sowie folgende Website:

http://www.forum-fuer-linkshaender.de/austausch.

Girschdien


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