Sollten Kinder mit dieser Erfahrung eher konfrontiert werden oder sollten es ihnen besser erspart bleiben?
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Es kommt auf das Alter der Kinder an und darauf, wer gestorben ist.
Irgendwann muss sich jedes Kind mit dem Tod auseinandersetzen, sei es, dass ein geliebtes Haustier stirbt (schlimm genug) oder ein Mensch aus der näheren Umgebung (viel schlimmer).
Mit der Beerdigung gibst du dem Kind, sich offiziell von dem/der Verstorbenen zu verabschieden un nochmal zu sehen und zu hören, dass dieser Mensch auch von anderen geschätzt wurde.
Das Problem liegt oft eher darin, dass wir selbst mit dem Tod und dem endgültigen Abschied ein Problem haben. Sei es, dass es Schuldgefühle gibt, weil zu Lebzeiten Vieles nicht geklärt wurde und es jetzt zu spät ist. Und daraus resultiert ein schlechtes Gewissen, dass uns daran hindert, unbefangener mit dem Thema umzugehen.
In der Regel auf jeden Fall. Man soll Kinder mit dem Tod vertraut machen, der ja selbstverständlicher Teil auch ihres Lebens ist und es ist darum absolut nicht notwendig, dieses Ereignis zu verheimlichen bzw. gar nicht als existent zu behandeln. Das wäre eine der größten Lebenslügen. Je nach Alter müssen sie jedoch entsprechend vorbereitet werden.
PatBo am 16. Juni 2007 22:27 Was soll ein 3 jähriger auf einer Beerdigung?
.. demjenigen, der gestorben ist nochmal Tschüß-Sagen?
soust am 17. Juni 2007 14:47 Ja. Auf der letzten Beerdigung, auf der ich war, hat ein etwa dreijähriges Kind laut zu schreien angefangen: "Ich will meinen Opa wiederhaben! Ich will meinen Opa wiederhaben!" - Das fand ich einen notwendigen Gefühlsausbruch, der auch auf eine Beerdigung gehört. Auch für mich als nichtverwandter Gast war das ein Eindruck davon, wie dieser Mann seiner Familie nun fehlt.
Das kann man nicht pauschal beantworten. Es kommt drauf an, wer gestorben ist und wie alt das Kind ist. Meine Tochter war das erstemal mit 8 Jahren auf einer Beerdigung eines Schulfreundes. Sie wollte dort unbedingt hin und nachdem ich ihr erklärt hatte, was dort passierte war sie drauf vorbereitet. Ich kann mich erinnern, das ich als 4jährige mit bei der Beerdigung meines Lieblingsonkels war. Das war für mich ein trauiges und beeindruckendes Erlebnis zugleich. Am meisten hatte mich die Musikkapelle die am Grab spielte beeindruckt, und das habe ich bis heute nicht vergessen. Ich denke wenn man Kinder auf eine Beerdigung vorbereitet sind und auch mitwollen, sollte man sie ruhig mitnehmen. Wenn die Kinder aber nicht mit wollen, würde ich sie auf keine Fall zwingen, auch wenn es nahe Angehörige sein sollten.
Lotusblume12 am 16. Juni 2007 21:02 ich frage mich gerade warum es wichtig ist wer gestorben ist?? Scheinbar doch jemand den die ganze Familie kennt, oder ein Teil, so jedenfalls dass es Thema in der Familie ist. Eigentlich ist das Alter und auch der Verwandtschaftsgrad doch egal. Wenn das Kind mit will, sollte man es mitnehmen, natürlich darauf vorbereiten. Das ist Leben. Meiner Tochter habe ich schon vorher gesagt, dass ich sicher ganz doll heulen werde, was denn auch geschah. Natürlich nur auf Wunsch des Kindes teilnehmen lassen. LG Lotusblume
Ich persönlich würde ein dreijähriges Kind (als Beispiel)das sehr viel versteht und in seine Welt einordnet noch nicht mitnehmen. Ich kann auch extra ab Grab Abschied nehmen, ohne den großen Zirkus drumherum den oftmals "treue" Angehörige verursachen, dem Kind zumuten zu müssen. Aber wie geschrieben es kommt hauptsächlich auf das Verstehen (selbst 10 jährige verstehen es manchmal nicht) an.
PatBo am 16. Juni 2007 22:25 Welches 3-jährige Kind versteht so viel, das es den Tot in seine Welt einordnen könnte? Für mich haben kleine Kinder nichts auf einer Beerdigung zu suchen, was ja nicht zwangsläufig heißen muß, ein Kind nicht mit dem Tot zu konfrontieren.
Lotusblume12 am 17. Juni 2007 01:53 Welcher Erwachsene versteht es denn? Ich denke die Erwachsene, die keine Scheu vor dem Leben und damit vor dem Tod haben, werden ihre Kinder integrieren in das Leben zu dem der Tod gehört. Das ist bei allen Lebewesen so. Gesellschaftliche Riten verändern sich, heute ist ja auch immer häufiger nur eine Trauerfeier angesagt und nicht mehr ein Loch, wo der Sarg hinunter gelassen wird. Je mehr ich mir darüber Gedanken mache um so sicherer bin ich, dass wenn Erwachsene damit umgehen können, auch die Kinder reinwachsen. Auch Kinder sterben, das ist ja keine Gnade des Alters. Wenn Kinder es wollen ist es womöglich anstrengender, da man sich selbst damit anders beschäftigt. Kinder fragen, wo Erwachsene womöglich für sich selbst keime Antwort haben. LG Lotusblume
soust am 17. Juni 2007 14:55 Hierin gebe ich Lotusblume völlig Recht.
Außerdem: grade Kinder in diesem Alter können den Tod noch als etwas ganz Natürliches akzeptieren. Sie beerdigen ganz liebevoll tote Vögel oder sonstige Kleintiere und interessieren sich des öfteren sehr dafür, wie das mit dem Grab ist (Können wir die Uroma später mal wieder ausgraben, dass ich sie noch mal sehen kann?" hat unser Kleiner mal gefragt.)

ich glaube, mehr schaden kann es, wenn man nicht als kind sondern erst viel später erstmals mit dieser erfahrung konfrontiert wird. man sollte aus krankheit, alter, tod, begräbnis kein tabuthema machen. es gehört genauso zum leben wie zeugung, geburt, heirat, scheidung, u.v.m.
Beim Tod meiner von unserer Familie betreuten Großmutter war unser Ältester gerade sieben, der Zweiter viereinhalb und die Kleinste zwei Jahre alt.
Dank dem Umstand, dass wir das Trauerhaus bildeten und nach Tagen des Hoffens und Bangens in der Klinik (mit den Kindern) auch fürs Organisatorische zuständig waren, wurden die Kinder entsprechend mit einbezogen.
Zum einen auf Druck der Verwandtschaft hin aber auch zu meiner Entlastung, baten wir eine Freundin während der Beerdigung selbst mit den beiden Jüngeren auf dem Friedhof spazieren zu gehen, damit die Kinder zumindest ansonsten sich nicht ausgeschlossen fühlten. Sollte der Älteste die Zeremonie nicht verkraften, wollten Verwandte mit ihm zu den Geschwistern gehen.
Der Große, vorbereitet so gut es ging, hielt tapfer durch ... sein jüngerer Bruder dagegen suchte Tage später in der verwaisten Wohnung verzweifelt nach der Uroma, ihrem Sarg oder was sonst von ihr übrig geblieben sein mag. Bis heute habe ich das Gefühl, etwas falsch gemacht zu haben.
9 Jahre später, mitten im Umzug ins Ausland, verstarb völlig unerwartet die Oma unserer mittlerweile 6köpfigen Kinderschar, die Kleinste wieder gerade ’mal zwei.
Trotz allen Chaoses beschlossen wir, diesmal niemanden auszuschließen, unsere Freunde und Paten der Kinder unterstützten uns bei diesem Vorhaben; es war für uns Eltern dadurch sicherlich nicht einfacher geworden, als Familie allerdings haben wir es weit besser verkraftet und bis heute erzählen alle ganz unbefangen von ihrer Oma, die Beerdigung selbst ist auch bei Friedhofbesuchen kein großes Thema mehr.
Denke, die Möglichkeit eines Abschieds sollte man auch Kindern nicht nehmen.
Der Tod gehört zum Leben, das kann man leider nicht früh genug lernen, ganz gleich wie unfassbar es jedem Einzelnen erscheinen mag.

Wenn sie es wollen schon, ich weiß ja nicht um welches Alter es geht. Warum sollte man sie aus einem wichtigen Teil unseres Lebens fernhalten? Zu erklären gibts da sowieso viel. Lieben Gruß Lotusblume

Wenn das Kind alt genug ist, zu verstehen, dann laß es selbst entscheiden, ansonsten zu Hause. Als mein Mann letztes Jahr starb, hatte meine Schwester das Problem der Entscheidung mit ihrer damals sieben jährigen Tochter. Die kleine hatte meinen Mann sehr lieb, war auch öfters in den Ferien bei uns und hat viel mit ihm unternommen. Meine Schwester hatte die Entscheidung nach vielen Gesprächen ihr überlassen, sie wollte nicht mit. Sie hatte es folgend erklärt: Ich habe Angst, das ich Onkel .... dann nicht mehr so in Erinnerung habe, wie jetzt. Sie gab ihrer Mutter zwei Bilder für mich mit, einen Clown, damit ich wieder lachen kann und ein selbst gemaltes Familienbild, damit ich an sie denke.
es kommt aus das kind an,ist es reif genug?hat es erklärt bekommen um was es geht?man sollte dem kind vorher schon erklären was da geschieht wieso weshalb warum...das ist sehr wichtig!
Kommt auf die Reife, Charakter, Sensibilität des Kindes an! Ich denke nicht, das es für jedes Kind gleich zu bewerten ist.

Zwar hast Du leider nicht geschrieben, wie alt die lieben Kleinen sind, aber hier gab es schon mal dasselbe Thema mit Antworten:
http://www.gutefrage.net/frage/soll-ein-3-5-jaehriges-kind-mit-zur-beerdigung
Hei, so eine Beerdigung steht uns jetzt bevor. Wir wissen aber, das Kinder noch diese "besondere Antenne" haben und wir werden unsere 8 und 5 jährgen Töchter mitnehmen. Wir haben grad noch genug Zeit gehabt, sie auf dieses Thema vorzubereiten, als die Omi im Sterben lag. Wenn wir die Kinder jetzt ausschliessen würden, dann empfinden sie es wohl eher als Strafe. Wir haben Ihnen gesagt, das viele Menschen weinen werden und dass sie selbst weinen könnten. Und das ist völlig okay. Damit es ihnen ein wenig leichter fällt, haben wir Vorschläge gemacht, was auf den Trauerschleifen geschrieben sein sollte. Eine gewisse Angst spielt mit - da sind wir Eltern gefordert zu unterstützen und immer wieder - auch später - zu erklären. Wichtig ist hierbei, dass die Kinder loslassen können und das will auch gelernt sein. Wie schon viele geschrieben haben: Das ist auch ein wichtiger Teil des Lebens.