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Sollte man in der Schule ein Fach wie "Lebenskunst" einführen?

gefragt von teilzeithexe am 29.05.2007 um 19:31 Uhr

Ich weiß, dass das eine polemische Frage ist, aber ich frage mich das schon seit langem. Bei mir gab es zwar Psychologie und Philosophie, aber es ging nicht wirklich darum, wie man mit dem Unbill des Lebens umgehen kann. Da ich den Eindruck habe, dass es immer schwieriger wird, mit den vielfältigen Anforderungen, Ereignissen und deren Folgen klar zu kommen (allein weil die Informationsflut ständig wächst), fände ich es schon toll, wenn diese Dinge in der Schule thematisiert würden. Und zwar in einem eigenen Fach, nicht nur mal so nebenher. Wie seht Ihr das?


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Eastside
beantwortet von Eastside am 29. Mai 2007 19:40
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..ich schließe mich inhaltlich im Großen und Ganzen dinorli an!

Hinzufügen möchte ich noch, daß die KUNST DES LEBENS doch am besten von den Eltern gelehrt werden sollte!

Kommentar von superscharf am 27. Oktober 2009 12:11

bei finanziellen fargen jedenfalls mal hier vorbeigucken www.testsieger-bon-kredit.de/schulden.php


dinorli
beantwortet von dinorli am 29. Mai 2007 19:35
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Ich würde befürchten, daß das eine sehr subjektive Unterrichtsstunde werden könnte, denn jeder versteht doch unter "Die Kunst zu Leben" etwas anderes. Wenn man einen hochmotivierten, frischen, jungen Lehrer hat, wird diese Unterrichtsstunde sicher anders gestaltet sein, als von einem verbitterten Zyniker, der nur noch darauf wartet, seine letzten Jahre abzusitzen. (Davon hatte ich in der Schule leider gleich zwei)


saphira
beantwortet von saphira am 29. Mai 2007 22:12
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Ich finde deine Frage durchaus berechtigt angesichts der heutigen Informationsflut und einer immer infantiler werdende (Spaß-)Gesellschaft, wobei das zwischenmenschliche Miteinander zunehmend untergeht, dafür aber TV-Soap's endlos boomen wie auch Talk-Show mit Allerweltsprobleme. Das Schulfach "Ethik" ist in den heutigen Schulen meist nur ein Sammelsurium für Politisierung und Kondensierung, d.h. geht flach über und jeder zuckt desinteressiert mit den Schultern, weil es keiner rafft. Anschaulicher Unterricht z.B. durch Rollenspielen mit anschließendem Diskutieren, Debattieren übt sowohl das bessere Reden als auch die Merkfähigkeit wie auch ein Fallbeispiel für ähnliche Lebenssituation zu haben. Ich habe bei den Schulvertretern wegen solcher Unterrichtsumstellung bislang vergebens nachgefragt, weil die meisten Schulen leider nur nach "Schema Null-Acht-Fuffzig" verfahren und einer Vorreiterrolle scheuen.


neurodoc
beantwortet von neurodoc am 29. Mai 2007 23:30
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In Deiner Frage klingen zwei Themen an: erstens, ob die Schule eine "lebensvorbereitende" Aufgabe übernehmen soll, zweitens, daß das Leben komplexer geworden ist. Von hinten angefangen möchte ich antworten, daß um in dieser Komplexität des Lebens, in der Informationsflut eine große Rolle einnimmt, zurechtzukommen, es unbedingt notwendig ist, Wissen zu haben und die Denkschärfe, um wichtige von unwichtigen Informationen zu diskriminieren, Schwerpunkte setzen zu können, und seinen Lebensweg zu finden und charakterstark durchzustehen. Zu erstens: theoretisch könnte die Schule, durch ihre bisherigen Möglichkeiten und die Fächer, die gelehrt werden, diesem Anspruch teilweise gerecht werden. Mathematik ist ein Fach, das nicht nur dazu dient, die Fläche eines Dreiecks berechnen zu können, sondern genau die Logik und Problemlösung einer Aufgabe zu vermitteln, Wege zu einer Lösung zu zeigen mit Hilfe eines Grundstockes an Wissen, Philosophie muß nichts Abstraktes sein, sondern vielmehr auch Ein Fach zum Erlernen von Denkschärfe, ein Fach, das vermittelt, wie Menschen durch Denken, Überdenken und Infragestellen Lösungen fanden. Ich fand es immer spannend. Die Frage ist, ob Lehrer heute noch diese Lust an den einzelnen Fächern und die Nähe zur Realität eines einzelnen Fachs noch vermitteln können. Und das wäre eine Aufgabe der Schule, so etwas ist nicht von Eltern zu erwarten, die ja unterschiedliche Bildungsstände haben. Der Familie kommt eher die Aufgabe zu, Kraft und Stärke zur Stabilisierung der Persönlichkeit zu geben.


soust
beantwortet von soust am 29. Mai 2007 20:07
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Fächer wie Arbeitslehre (an Hauptschulen) und Ethik versuchen, lebenspraktische Einblicke zu geben.

Immerhin lernt jeder Schüler an der Schule schon im Kleinen, woraufs im Leben ankommt: Sich durchsetzen, sich bemerkbar machen, sich "gut verkaufen", das Wesentliche vom Unwichtigen trennen... nicht zu vergessen den "heimlichen Lehrplan" (Schwindeln, Schwafeln, Unterschleif...). Positiv fände ich es allerdings, in der Schule Kurse zu Lerntechniken anzubieten, denn der moderne Mensch hat ja niemals ausgelernt.


Kommentar von wolfshund am 29. Mai 2007 20:19

Wenn es stimmt, dass Schwindeln und Schwafeln zur Lebenskunst gehören, dann hat das Fehlen dieses Fachs in der Schule wohl elementare Lücken bei mir hinterlassen.

Kommentar von 622a0a9071a62222d3609db9c8991a7fsmallsoust am 29. Mai 2007 20:35

Obs zur Lebenskunst gehört, weiß ich nicht, hoffe eigentlich nicht, aber zum "heimlichen Lehrplan" gehörts allemal. Dieser Begriff kam in den Siebzigern oder Achtzigern aus den USA zu uns ("hidden curriculum") und erregte damals ziemliches Aufsehen. Ich fürchte, die Schule fördert ungewollt solche "Überlebenstechniken".


loopwithme
beantwortet von loopwithme am 30. Mai 2007 00:28
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Ich fände so etwas sehr gut. Es wäre eigentlich Aufgabe der Eltern, ihre Kinder in derartigen Dingen lebenstüchtig zu machen, aber die Realität zeigt wohl, dass das häufig von dort nicht gewährleistet wird.

Schuldenfalle, insbesondere bei Handys, Gefahren für Kinder und Jugendliche durch das Internet, Bankgeschäfte, Berechnungen, wie schnell bei Krediten die Zinsen weglaufen können, Anforderungen des Berufslebens, überhaupt wesentlich mehr Unterstützung bei der Berufswahl wären so ad hoc Beispiele, die mir einfallen würden.

Von mir aus sollten die Kiddies auch ruhig mal in Obdachlosenheime fahren, eine Entzugsklinik besuchen, sich ein Asylantenheim ansehen, vielleicht auch mal einen Nachmittag in einem Altenheim verbringen, um auch derartige Dinge mal "live" zu erleben und nachher über das Erlebte zu sprechen...


anonym
beantwortet von silvie34 am 30. Mai 2007 07:10
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da hast du recht,ich glaube das wäre ein gutes fach,den kurs würde ich selbst belegen wenn es soeinen geben würde!!!Gute idee von dir,kommt bestimmt noch!


anonym
beantwortet von GERLauer am 23. November 2007 17:28
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Diese Frage bewegt mich schon seit Jahren. Ich habe über diesen Sachzusammenhang auch schon ein Buch geschrieben mit dem Titel (notariell urheberrechtlich geschützt): "In der Schule für das Leben lernen." Ich habe hier sehr wohl Defizite und Kontrastpunkte zu dem "wirklich wahren Leben" aufgedeckt: Wie kann es sein, dass heute schon jede 9. Familie in der BRD überschuldet ist? Warum immer mehr Familien nach der Super-Nanny rufen? Warum sich die Selbstmordrate unter Kindern wieder erhöht hat? Und das zieht sich durch alle Lebensbereiche des Menschen: Lernen und gute Manieren und Ordnung lernen, gesunde Lebensführung, Irrwege des Lebens sind nur Beispiele für 30 andere Kapitel.


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