Frage von Ando74,

Sollte man Hauskäufer vor Geldübergabe renovieren lassen dürfen?

Hallo,

meine Eltern haben vor ein paar Tagen das Haus meines verstorbenen Großvaters verkuft - bisher gibt es allerdings nur eine mündliche Vereinbarung. Der Käufer hat zur Voraussetzung gemacht, dass er das Geld erst zum 01.07. übergibt, vorher aber trotzdem schon zum Renovieren ins Haus darf. Meine Eltern waren froh, das Haus nun doch zu einem passablen Preis losgeworden zu sein und haben - ohne sich weiter zu informieren - mündlich zugestimmt. Nun sollte ein notarieller Vorvertrag geschlossen werden. Am Telefon riet die Notarin davon ab, den Käufer schon vorher ins Haus zu lassen. Er könnte letztendlich Wände einreißen oder eine Bauruine hinterlassen und dann schlussendlich nicht zahlen. Außerdem wäre es absolut unüblich, einen Käufer schon vor Übergabe ins Haus zu lassen. Ist das tatsächlich so? Kann man die Gefahren nicht vertraglich ausschließen oder was Gefahren gibt es genau? Was kann man in so einem Fall tun? Wenn man ihm das vorherige Renovieren untersagt, wird er wohl vom Kauf abspringen. Zum Notar gehen wir auf jeden Fall noch, ich wollte im Vorfeld nur einen Erfahrungsaustausch. Liebe Grüße, Andrea

Antwort von GerdaG,
9 Mitglieder fanden diese Antwort hilfreich

Erst in dem Moment, wo die Grundbucheintragung erfolgt ist, sollte der Käufer Zugriff haben.

Kommentar von Janni1979,

Grundbucheintragungen können Jahre dauern ;) das wohl keine so gute Idee

Kommentar von GerdaG,

Hmm ;-)

Kommentar von Guppy194,

Jahre? Eintragung einer Auflassungsvormerkung: ca. zwei Wochen; anschließend Zahlung, anschließend Schlüssel, nicht vorher reinlassen;

Kommentar von Mismid,

Jahre? Normalerweise weniger als 1 Monat!

Kommentar von GerdaG,

Richtig, Guppy194 und Mismid.

Kommentar von Janni1979,

bis ich entgütlig im Grundbuch war hat es 1.5 Jahre gedauert ;)

Antwort von firstguardian,
1 Mitglied fand diese Antwort hilfreich

Wie beim Bäcker! Hier das Geld und da die Brötchen - Zug um Zug. Die Notarin hat völlig und zwar detailgenau recht! Sobald das Geld auf dem Konto des Verkäufers ist, erfolg der Besitzübergang. Der Eigentumsübergang kann etwas dauern. Das ist von der Geschwindigkeit des Amtsgerichtes abhängig.

Antwort von Marokiel,
1 Mitglied fand diese Antwort hilfreich

Unter folgenden Bedingungen könnte man die Renovierung zulassen: 1. Finanzierungsnachweis muss vorliegen. 2. 1/3 Anzahlung, die im Fall der Rückabwicklung wegen Nichterfüllung für Käufer verloren ist. 3. Rückabwicklungsvollmacht (Löschung der Vormerkung) im Kaufvertrag 4. Risiko der Verschlechterung trägt Käufer. 5. Schriftliche Erklärung des Käufers bei Schlüsselübergabe, dass Kaufobjekt sich im vertragsgemäßen Zustand befindet.

Antwort von Frieda1968,
1 Mitglied fand diese Antwort hilfreich

Hallo Andrea, BITTE mach keinen Fehler!!! Hier ein kleiner Wegbeschreiber - und BITTE NICHT anders!!!!!!!!!!!!!!!! 1. Kaufvertrag notariell beurkunden lassen. Im Kaufvertrag Lasten- u. Nutzenübergang erst ab vollständiger Kaufpreiszahlung vereinbaren. Das heißt erst dann kann der Käufer allein in das Haus. 2. Erst wenn das Geld vollständig gezahlt wurde, den Notar informieren. Der Notar teilt dies dann dem Käufer mit. 3. Erst wenn der Notar bestätigt das keine Hinderungsgründe mehr im Wege stehen, die eine Eintragung des Käufers in das Grundbuch sicherstellen, erst dann gilt der Lasten- und Nutzenübergang auf den Käufer.

Laßt lieber den Käufer abspringen, als dass ihr einen Kaufnomaden im Hause habt, den Ihr dann NICHT oder nur durch gerichtliche Mittel herausbekommt.

Übrigens gelten beim Kauf eines Hauses oder Grundstückes NUR die notariellen Vereinbarungen. ALLES was mündlich abgesprochen ist oder wird, gilt NIEMALS!!!! Viel Glück!!!

Antwort von Wolfi0410,
1 Mitglied fand diese Antwort hilfreich

Erst Kaufvertrag, dann abwarten bis Notar mitteilt das alles erledigt ist an Eintragungen und faktisch der KP gezahlt werde könnte, dann vom Käufer Zahlungsnachweis verlangen (Finanzierungsbestätigung, Kontoauszug etc.) , ze nachdem was es ist abtreten lassen.
Dann Schlüsselübergabe.
Notarin hat recht. Der reißt alles ein und kann dann nicht bezahlen - und was dann? Rückabwicklung des Kaufvertrages und Eltern sitzen auf einer Ruine. Würde ich nicht machen.
Käufer und Verkäufer haften für alle Kosten. Also soll der Käufer erstmal nachweisen, dass er auch bezahlen kann.

Antwort von FordPrefect,
1 Mitglied fand diese Antwort hilfreich

Die Notarin hat Recht; ein solches Vorgehen ist in hohem Maße unüblich und nicht sehr vertrauenerweckend. Beachtet, dass ihr die volle Haftung für alle seine Tätigkeiten tragt, wenn ihr ihm eine Vollmacht (und um nichts anderes handelt es sich!) für nicht weiter definierte Renovierungsarbeiten gebt! Als Mindestvoraussetzung müsste vertraglich geregelt sein, was gemacht werden soll, wer dafür haftet und dass die Arbeiten (bzw. auftretende Probleme) keinen Grund für den Rücktritt vom Kauf darstellen. Vorverträge sind letztlich rausgeschmissenes Geld; das könnt ihr Euch sparen. Macht einen Vertrag, und legt fest, dass die Kaufsumme bis zum Übergabetermin/Notartermin auf ein Anderkonto des Notars eingezahlt und hinterlegt werden muss. Bezüglich der genauen Vertragsformulierung für die merkwürdigen Renovierungsarbeiten wendet Euch an einen auf Bau- und Bauvertragsrecht spezialierten Anwalt.

Antwort von Ilsebil,
1 Mitglied fand diese Antwort hilfreich

Nein...die Grundbucheintragung und demnach die Geldübergabe muss erfolgt sein. Dann kann der Käufer nach seinem Gutdünken über die Immobilie verfügen...vorher NICHT

Antwort von Janni1979,
1 Mitglied fand diese Antwort hilfreich

Erst wenn das Geld da ist wird das Haus über geben vorher haben die da nix dran zu machen.

Antwort von Wicket,
1 Mitglied fand diese Antwort hilfreich

Das würde ich nicht zulassen. Erst alles Schwarz auf Weiß und bezahlt, dann kann er machen was er will, aber doch nicht vorher.

Antwort von Guppy194,

einfache Antwort: kein Geld - kein Haus - kein Zugang; lass Dich auf nichts ein !!!

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