Frage von funkenregen, 86

Sollte man Geldspenden von Bekannten nach Trauerfeier wieder zurückgeben, wenn man das Gefühl hat, diese Spende ist an eine Bedingung gebunden?

Als unserer Mutter vor Monaten plötzlich verstarb, bekamen wir (ihre Kinder) Geldspenden und überaus viele Hilfsangebote von Freunden, Bekannten, Nachbarn... Manche kannten wir sehr gut, hielten regen Kontakt, da unsere Mutter auch engen Kontakt zu ihnen hatte. Jedoch hatten wir das Gefühl, wir würden die anderen mit unseren Problemen zu sehr belasten, da eine Bekannte meist total aufgewühlt war, wenn wir sie um Hilfe baten (die sie uns immer wieder angeboten hatte). Nach Meinung dieser einen Bekannten sollte man ruhig mit allem drum und dran trauern, d.h. auf dem Friedhof bei der Grabpflege sollte man unbedingt heulen oder nachts bzw. wenn man sich unbeobachtet fühlt. In der Familie sind auch Kleinkinder (die Enkel unserer Mutter) und da reißt man sich irgendwann halt zusammen und merkt, dass man wegen eines Lächelns oder Lachens in der Zeit nach dem Tod eines lieben Menschen nicht gleich vom Blitz getroffen wird. Jedenfalls hat sich das Verhalten dieser Bekannten seit einigen Monaten total verändert. Als wir bei einem Spaziergang an ihrem Haus vorbeikamen und sie von weitem aus dem Fenster schauen sahen, freuten wir uns, mal wieder mit ihr kurz quatschen zu können. Jedoch knallte sie uns förmlich das Fenster vor der Nase zu. Das passierte ein paar Mal. Auch anderweitig ist sie sehr merkwürdig, beinahe kindisch. Als unsere Mutter noch lebte, schenkte sie deren Enkelkindern zu Ostern, Weihnachten, Geburtstag immer eine Kleinigkeit. Und jetzt sind sie nicht mal mehr einen Gruß am Fenster wert. Wir haben uns regelrecht den Kopf darüber zermartert, was wir falsch gemacht haben könnten. Jedoch sind wir uns alle keinerlei Schuld bewusst. Ihr Verhalten wird immer schlimmer und wir bekommen von ihr keinerlei Möglichkeit nachzufragen, was wir getan haben könnten. Immer wieder Peng! Fenster zu. Tür wird nicht geöffnet, Telefon weggedrückt. Ignoranz auf ganzer Strecke... Irgendwie kindisch... Okay, wir könnten darüber hinweg sehen, so tun, als wäre nichts. Aber da schon andere Bekannte es ihr fast gleich tun, bewegt es uns dann doch. Wir sind schon soweit, dass wir das Geld, was von der Bekannten zum Tode unserer Mutter kam, ihr wieder zurückgeben wollen. Die Vermutung liegt nahe, dass diese Geldspende an irgendwelche Bedingungen geknüpft zu sein schien, die wir ihrer Meinung nach wohl nicht erfüllt haben. Jedoch fragen wir uns "Welche?". Da besagte Bekannte gern und viel redet (tratscht), haben wir schon den Verdacht, dass sie ihr Gift in der Umgebung aussprüht und andere "angesteckt" hat, weil sie jetzt ähnlich wie sie reagieren. Vielleicht gibt sich ja auch bald alles, wenn wir nichts unternehmen... Vielleicht wird aber auch alles schlimmer... Jedenfalls ist dies kein besonders guter Zug von ihr, wie sie sich verhält und wir uns nicht mal rechtfertigen können.

Wäre die Geldrückgabe ein deutliches Zeichen, dass wir mit ihrem Verhalten so gar nicht einverstanden sind? Wir wissen, unsere Mutter hätte es genau so (Geldrückgabe) gemacht.

Antwort
von Xirain, 31

Phew, harter Tobak.
Ich würde ihr wohl einen Brief verfassen....
Geldrückgabe gibt ihr nur wieder Stoff um zu "zanken".

Wohnt ihr auf einem Dorf?
Klingt wie das Dorf in dem ich aufwuchs...nachdem meine Schwester starb, haben auch alle einen großen Bogen um uns gemacht...

Antwort
von Chefelektriker, 48

Wozu wollt Ihr euch rechtfertigen,Ihr habt keinen Grund dazu.Vielmehr würde ich versuchen heraus zubekommen,was die Tratschtante da so über Euch erfunden hat und sie dann zur Rede stellen.Verleumdung ist auch strafbar,das würde ich ihr klar machen.

Antwort
von loema, 32

Die Geldgeschenke beziehen sich auf die Beerdigungskosten.
Ihr braucht diese nicht zurückgeben, wenn ihr eine Beerdigung für die Mutter durchgeführt habt.
Das Geld ist nicht für euch selbst gedacht sondern indirekt dafür, dass die Mutter respektvoll beerdigt wird.

Antwort
von ollikanns, 28

Man gibt kein Geld zurück, das man anlässlich einer Beerdigung erhalten hat. Schreibt ihr doch einfach mal eine Karte und fragt nach, wodurch sie so verärgert ist. 

Hier ein Beispiel aus meinem eigenen Bekanntenkreis:

Ein Arbeitskollege ist recht jung durch einen Autounfall verstorben. Die Ehefrau hatte ebenfalls viele Geldspenden erhalten, weil noch kleinere Kinder da waren. Die Frau hat es leider mit der Grabpflege nicht wirklich gut gemeint. Das Grab verlotterte, war ungepflegt und trotz der hohen Geldspenden war die Dame zu geizig, einen Grabstein anzuschaffen. Das einfache Holzkreuz hat zwei Jahre auf dem Grab gestanden, bevor sich Arbeitskollegen zusammen getan haben, und dem Mann einen Grabstein aufgesetzt haben. 

Die waren auch sauer auf die Frau, weil sie sich nicht um die Grabstelle gekümmert hat, wo auch andere Menschen hingehen und trauern. Die Familie sind ja nicht die einzigen Menschen, die um einen Verstorbenen trauern. Und wenn andere, enge Freunde ans Grab gehen und sehen da nur einen verlotterten Dreckhaufen, dann ist das schon Anlass zur Wut.

Antwort
von FragaAntworta, 23

Dann macht es doch, dass wäre auch im Sinne eurer Mutter. Und ihr würdet der Dame auch eindrucksvoll zeigen, was Ihr von ihr haltet.

Antwort
von kokomi, 28

würde ich nicht machen, kauft ein paar blumen, besucht sie und redet mit ihr

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