Frage von robi187, 143

Sollte man die Zuckersteuer wieder einführen?

in viel lebensmittel ist heute zucker und die zuckerkrankheiten steigen? um wieviel % stieg seit 1993 die zuckerkrankheit? gibt es bei kinder jetzt schon mehr diabetes 2 ? wer bezahlt für die zuckerkrankheit?

Hilfreichste Antwort - ausgezeichnet vom Fragesteller
von Paguangare, 53

Wikipedia, Zitat aus dem Artikel "Zuckersteuer":

"Als 1874 in England die Zuckersteuer abgeschafft wurde, stieg der Pro-Kopf-Zuckerverbrauch von 23 kg (1873) auf 31 kg (1880)."

Eine solche Steuer hat also durchaus eine verbrauchssteuernde Wirkung.

Antwort
von Cassiopeija, 33

Ich bin durchaus dafür. Prinzipiell bin ich zwar auch gegen zu starke Reglementierung, aber was heutzutage an Süssigkeiten und übersüssten Getränken zu sich genommen wird, hat schon einen Anteil am Übergewicht vieler Menschen.

Hinzu kommt, das die Industrie in fast alle Produkte Zucker einbaut, selbst in der Wurst ist mittlerweile Zucker. Man könnte es aber auch erstmal mit einer Zuckerampel probieren. Da wird auf der Produktverpackung vorn in den Ampelfarben signalisiert, wie zuckerhaltig ein Lebensmittel ist.

Eigentlich steht es ja überall drauf nur schauen die Leute selten beim Einkaulf auf die Etiketten, noch können sich die meisten unter den Grammzahlen wirklich etwas vorstellen.

Macht doch mal die Probe. Kauft einen Packung Würfelzucker, eine Cola oder Fanta und z.B. einen Fruchtsaft. Dann ratet wiviel Zucker darin ist, als wieviel Würfel das sind. Jetzt rechnet das mal in für den Inhalt der Flasche insgesamt an Gramm. Nehmt eine Haushaltswaage und schichtet dann die entsprechende Menge Würfelzucker darauf, bis ihr das errechnete Gewicht erreicht habt.

Die meisten werden sehr erstaunt sein, wie gross die Menge ist. Hier geht es um ein anderes Thema (Prädiabetes), aber an einer Stelle wird gezeigt, was da an Zucker in einer Woche verspeisst wurde und das ist schon ein Haufen, was sonst gar nicht mitbekommt. (ungefähr bei 00:05:05)

https://www.ndr.de/fernsehen/sendungen/die-ernaehrungsdocs/Metabolisches-Syndrom...

Hinzu kommt, das viele Eltern wirklich unverantwortlich handeln und den Kindern viel zuviel Süssigkeiten geben. Zuviel Süsses bewirkt auch ein Suchtverhalten, das es das Belohnungssystem im Gehirm manipuliert und man irgendwann einfach was Süsses "braucht".

25% der Deutschen sind übergewichtig oder fettleibig, jeder 10te ist von Diabetes betroffen, 95% davon von Typ2 und darunter immer mehr Jugendliche. Ja, ich bin dafür, ohne scheint man ja der Sache nicht Herr zu werden.

Kommentar von Shiranam ,

Wie Du schon schreibst: "Die meisten werden erstaunt sein..."

"Selbst in Wurst ist mittlerweile Zucker."

Genau das ist es, was ich meine. Warum sind sie erstaunt? Weil sie es nicht wissen oder vermuten, wo und in welchen Mengen überall Zucker drin ist. Dieses Erstaunen muss weg, durch Bildung. Nur das ist ein nachhaltiger Weg.

Über höhere Preise der Nahrungsmittel wirst Du Niemanden von dem Konsum abhalten. Die Lebensmittelkosten werden steigen und sicherlich nicht nur die, der zuckerbesteuerten Lebensmittel, sondern auch die Anderen. Der Kunde muss ja etwas essen und trinken. Werden z.B. Limonaden/ Fruchtsäfte viel teuerer, kann man doch auch den Mineralwasserpreis etwas anheben...der Kunde ist ja gezwungen, sich zu versorgen.

Wenn dieses Zucker-Steuersystem nach Menge des Zuckers geht, dann wird es sehr aufwändig. Aufwändig bedeutet teuer. Ob da überhaupt etwas übrig bleibt, nach Abzug der Verwaltungs- und Kontrollkosten, bleibt fraglich.

 

Kommentar von Cassiopeija ,

Was meinst Du mit "Bildung"? Für mich ist das genauso ein Schlagwort wie das tolle "Diabetes Präventionsprogramm" das Geundheitsminister Gröhe so gefeiert hat. Schon irgendwo was davon gesehen?

Bilden kann man sich jederzeit, die Inhaltsstoffe sind überall ausgewiesen, auch Zucker. Trotzdem intererssiert sich kaum jemand dafür und wenn man den Leuten dann mal in Form von Würfelzucker zeigt, wieviel in einem Liter Cola, aber auch in Säften, in Ketchup, in Frühstücksflocken, egal welche, in Joghurt usw., usw. enthalten ist, dann wird ordentlich gestaunt.

Wo willst Du da mit Bildung ansetzen, wer soll die Bildung bezahlen? Zuckersteuer ist nichts neues, die hatten wir schon, wurde dummerweise nur abgesetzt, weil die Zuckerlobby sich kräftig gewehrt hat.

Alles was irgendwie freiwillig läuft, scheint nicht zu wirken. Vielleicht hilft ja das Ampelsystem, aber ich befürchte, dass das den Zuckerkonsum in keiner Weise einschränken wird.

Und bezahlen tun wir doch schon - mit Krankenkassenbeiträgen. Da sinkt das eine und das andere steigt. Aber der Gesundheit wäre es sehr dienlich.

Antwort
von Paguangare, 60

Damit eine Zuckersteuer einen signifikanten Einfluss die Eindämmung der Entwicklung von Diabetes mellitus Typ 2 haben kann, müsste sie schon gigantisch hoch sein, also etwa die Preise für Süßigkeiten verdreifachen.

Bei Alkohol und Tabak merkt man, dass auch hohe Steuern die Süchtigen nicht von ihrem Suchtmittel abhalten.

Zuckerhersteller und die Süßwarenindustrie würden sich ganz schön beschweren, wenn eine Zuckersteuer erhoben würde.

Kommentar von robi187 ,

man könnte wie bei tabak auch die folgen abbilden? wenn die lobbyisten der zuckerindustie das für besser finden?

die eine verlieren die gesundheit und die ander ein weing die gewinnmaximirung? was dient dem volkswohl mehr?

Antwort
von Paguangare, 33

Ich finde es legitim, Steuern aus gesundheitspolitischen Erwägungen heraus zu erheben, um im Sinne eines "Nudging" den Konsum zu begrenzen.

Wikipedia: Artikel über Nudge:

"Unter einem Nudge verstehen die Autoren eine Methode, das
Verhalten von Menschen auf vorhersagbare Weise zu beeinflussen, ohne
dabei auf Verbote und Gebote zurückgreifen..."

Kommentar von robi187 ,

immer mehr kinder bekommen diabetes 2?

Kommentar von Paguangare ,

So ist es, und deswegen ist die Einführung einer Zuckersteuer erwägenswert.

http://www.stern.de/gesundheit/diabetes/erkrankungen/diabetes-typ-2-bei-kindern-...

Kommentar von robi187 ,

es ist wie eine seuche? und die lachen dabei durch gewinnmaxirmirung? man kann nur sagen wahltag ist zahltag?

Antwort
von Taimanka, 47
  • gute Frage

der Ansatz wäre auch beim Hersteller, ggf. einen Grenzwert einführen plus die Steuer.

Antwort
von Kasumix, 6

Nee, das muss jeder selbst wissen und entscheiden! Man kann sich nicht alles vorschreiben lassen und sich noch im hohen Alter erziehen lassen...auch nicht finanziell.

Allerdings bin ich für eine bessere Aufklärung, schon im Schulalter. Und eine echte Auszeichnung auf Lebensmittel.

Antwort
von Geisterstunde, 17

Dann müsste man auch die Fettsteuer einführen - viele Menschen sind ja auch adipös/fettleibig, sogar Kinder.

Kommentar von robi187 ,

also es wurde vor nicht so langer zeit industie alksteuer und zucker steuer abgeschaft?

wieso sollte man diese nicht wieder einführen? der staat braucht geld? und alles was krank macht sollte man ruhig mehr besteueren?

und vieleicht das geld den krankenkassen geben denn dies haben die kosten?

Kommentar von Paguangare ,

Alkohol wird auch weiterhin hoch besteuert, Tabak ebenfalls. Nur Zucker eben nicht mehr.

Antwort
von Paguangare, 42

Soll die Zuckersteuer deiner Meinung nach denn nur auf Saccharose erhoben werden?

Die Süßwarenindustrie würde bestimmt ziemlich schnell Auswege finden, und in die Süßwaren verstärkt andere Zuckerarten, wie Glucosesirup aus der Stärkeverzuckerung, stecken, die genauso gesundheitsschädlich sind wie Saccharose.

Und was ist mit Fructose? Sie wird insulinunabhängig verstoffwechselt, führt aber bei übermäßigem Genuss zu einer Fettleber.

Wenn Zuckerarten besteuert werden, wird evtl. auch auf Fruchtsirupe ausgewichen.

Oder würde es um den Zuckergehalt des Endprodukts gemäß Nährwerttabelle gehen? Dann müsste man auch sämtliche Fruchtsäfte, frisches und verarbeitetes Obst, Ketchup, Milchprodukte (Lactose!) und so ziemlich alle Lebensmittel besteuern. Der Aufwand der Steuererhebung wäre gigantisch.

Kommentar von robi187 ,

wo ein wille ist da ist auch ein weg?

die frage ist ob es ok ist gesundheitschäden auf kosten der gewinnmaximrung?

wenn zucker süchtig macht, könnte man sagen dürfen für gewinnmaximrung auch ganze völker süchtig gemacht werden?

Kommentar von Paguangare ,

Solange ein Produkt legal ist, und die Verbraucher sich ganz offen und frei über die Gesundheitsaspekte informieren können, kann man es in einer Marktwirtschaft dem Hersteller nicht vorwerfen, dass er das Produkt herstellt, die Nachfrage befriedigt und einen Gewinn dabei erzielt.

Unethisch wird es erst, wenn in einem Produkt nicht erkennbare Suchtmittel versteckt sind.

Bei Zucker ist das nicht der Fall. Der informierte Durchschnittsverbraucher kann den Zuckergehalt jedes Produkts ganz leicht aus der Nährwerttabelle ablesen. Die Gefahren von Zucker, Übergewicht, Adipositas und Diabetes 2 sind allgemein bekannt. Wer das ignorieren möchte, trägt eben seine Eigenverantwortung und sein Krankheitsrisiko selbst.

Unethisch wird es wiederum bei der Verführung von Kindern, die hier noch keinen Überblick über die Zusammenhänge haben können. Da stehen wiederum die Eltern in der Verantwortung für ihre Kinder.

Antwort
von Shiranam, 36

Leute bekommen nicht deshalb Diabetes, weil sie zuviel Zucker essen, sondern weil sie sich allgemein falsch ernähren und zuwenig bewegen. Darum glaube ich nicht, dass die Zuckersteuer einen durch falsche Ernährung Kranken verhindert.

Ich möchte nicht, dass der Staat nochmehr reglementiert und bestimmt, was ich zu essen habe. 

Demnächst bekommt man, wenn man beispielsweise per LaufApp nachweist, dass man laufen geht, zudem seine persönlichen Daten übersendet wo und wie man läuft inclusive Puls usw einen Erlaß bei Krankenkassen. 

Auch diese Überwachung finde ich daneben. Früher nannte man das elektronische Fußfessel, die man anstatt Haft trug.

Nein, in diesen Dingen fordere ich weniger staatliche Kontrolle!

Ich will mich so ernähren und so bewegen, wie es mir gefällt. Niemand ist gerne krank. Da benötigt man nicht zusätzlich einen Anreiz, sich gesund zu verhalten.

Wer sich ungesund verhalten will, wird dies auch trotz finanzieller Folgen machen. Bestes Beispiel sind Zigaretten.

Hilfreich ist für einige vielleicht eine "Gesundheitampel" auf den Lebensmitteln, gerade auf stark verarbeiteten Lebensmitteln. Für noch besser halte ich es, Kindern in der Schule schon gesundes Verhalten beizubringen.

Zuckersteuer ist genauso unsozial, wie Mehrwertsteuer, weil sie vom Verdienst unabhängig ist. 

Kommentar von Shiranam ,

Im Übrigen halte ich Zucker für gesünder als irgendwelche chemischen Zuckerersatzstoffe.

Kommentar von robi187 ,

mache sagen zucker macht süchtig und alle süchtige können sich bewust und real entscheiden was sie tun?

freiheit ist das wahlrecht? wahltag ist zahltag für die politiker für ihre leistungen?

lese mal die geschichte des zuckerverbrauches?

und sehe mal die kurve an wie diabetes gestiegen ist?

Kommentar von Shiranam ,

Wenn Zucker "süchtig" macht, dann sind wir alle süchtig, weil wir alle Zucker zu uns nehmen. Also wäre ich auch süchtig. Warum bin ich dann gesund? Ab wann ist man "süchtig"?

Es ist der falsche Weg, dass der Staat immer mehr reglementiert. Besser ist es, den Menschen mehr Informationen zu geben, sie besser zu bilden.

Und die Nahrungsmittelindustrie sollte gezwungen werden, gesunde Lebensmittel zu produzieren, z.B. durch ein Ampelsystem. 

Dir würde ich raten, die Ursachen des Diabetesanstiges zu ergründen und dann nachhaltige Lösungen zu erarbeiten. 

Hast Du Kinder? Ein stumpfes verbieten nutzt gar nichts. Sie werden unzufrieden und werden einen Weg finden, das Verbot zu umgehen. Wenn es das Verbot nicht mehr gibt, werden sie weiter machen.

 Erst, wenn man die Ursachen erklärt, warum dies oder jenes jetzt nicht gemacht wird, dann wächst das Verständnis und sie werden von sich aus ihr Verhalten anpassen und zufrieden damit sein.

Ich empfehle also Bildung. Das halte ich für nachhaltiger, als eine punktuelle Strafsteuer.

Lese mal die Folgen des Verbrauches der Zuckerersatzstoffe! Findest Du nichts? Na dann sind sie ja gesund...

Was hast Du gegen Bildung?

Zucker ist gesund, in Maßen. Butter ist gesund, in Maßen. Milch ist gesund, in Maßen. Alles naürliche Nahrung.

Dennoch gibt es Zuckerersatzstoffe, Margarine und Milchersatz.

Kommentar von Paguangare ,

Vielen Dank für deinen konstruktiven, differenzierten Beitrag. Man kann in dieser  Hinsicht (Zuckersteuer ja oder nein) durchaus zu verschiedenen Schlussfolgerungen. Auch deine Argumente sind bedenkenswert.

Antwort
von Michael2504, 41

Ich bin nicht der Meinung das eine Zuckersteuer der richtige Weg ist. Was wird den Besteuert? Nur der Zucker? Wenn die anderen Zuckerstoffe im Gesetz nicht mit versteuert sind, bringt das nicht viel. Ich bin eher für eine exaktere Kennzeichnung der Lebensmittel wo auch die wirklichen Kohlehydrate angegeben sind, auch die Für Zucker. Leider müssen nicht alle angegeben werden. Der nächste Schritt wäre eine bessere Information der Konsumenten. So etwas kann auch in der Schule geschehen. Wir hatten Hauswirtschaft im 8. Schuljahr. Dort wurde neben Kochen auch Theorie vermittelt. Eine mitdenkende und aufgeklärte Bevölkerung bringt mehr. Wenn dann jemand trotzdem Zuckerhaltige Lebensmittel in Unmengen konsumiert ist das sein Willen. 

Kommentar von robi187 ,

wenn zucker süchtig macht?

haben süchtig noch einen realten willen?

steuer kommt von steueren? (soziale marktwirschaft der staat greift dort ein wo der markt versagt)

Kommentar von Shiranam ,

Und wenn Zuckerersatzstoffe krank machen?

Dieses punktuelle Steuern ist Nonsens.

Kommentar von Paguangare ,

Kalorienfreie Süßungsmittel/Zuckerersatzstoffe wie Erythrit machen zumindest nicht dick und sind nicht kariogen - das sind schon einmal zwei große Vorteile. Nebenwirkung von Zuckeralkoholen könnte eine abführende Wirkung bei übermäßigem Verzehr sein. Aber es droht nichts Schlimmes, wie Krebs o.ä.

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