Frage von Xsharper2015, 46

Sollte man die wahrheit sagen bevor man ein Job annimmt?

Hallo also so ein Kumpel von mir ist 22 Jahre alt hat ein Vorstellungsgespräch Morgen um 10 uhr in einem Bistro als Kellner das problem ist er ist sehr Emotional und schüchtern und hat ADS also Konzentration schwierigkeiten und zum Lernen nun sollte er das sagen seinen zukünftigen Arbeitgeber oder am liebsten einfach sich aufraffen und das beste von alleine geben was sagt ihr?

Antwort
von einfachichseinn, 15

Ich kenne eine Menge ADHSler und kein Mensch hat seinen Arbeitgeber dies bezüglich involviert. Das geht ihn auch nichts an.

Du würdest ihm vermutlich auch nicht erzählen, dass du eine Schilddrüsenunterfunktion hast oder unter Vitaminmangel leidest,... .

Antwort
von Gerneso, 19

er ist sehr Emotional und schüchtern und hat ADS also Konzentration schwierigkeiten und zum Lernen

Er kann sein wie er will, aber das darf man nicht merken. Er muss professionell sein und bereit den Laden so zu präsentieren. Den Kunden oder Chef interessieren seine Befindlichkeiten nicht. Und er wird auch keine Sonderbehandlung erwarten können.

Wenn er im Vorstellungsgespräch sagt, dass er sich selbst von seinen Voraussetzungen her für ungeeignet hält, bekommt er den Job nicht. Ist das seine Absicht? Den Job nicht antreten zu "müssen"?

Antwort
von DerDragonhunter, 14

Ich habe sogar ADHS, und mit Medikamenten wirke ich soweit normal, mein Arbeitgeber hat es auch erst später erfahren, aber seid er davon weiss (inkl. meiner anderen Probleme) ist meine Arbeit um VIELES besser geworden, also ich fühle mich wohler, arbeite besser und qualitativer und habe mehr gefühlten Freiraum. aber ich arbeite auch im Büro. Als Kellner ist ADS kein grosses Problem, da man die ganze Zeit rumläuft und mit Kunden redet. Evtl. wird es beim "sich Merken" der Kunden zu Vergesslichkeit kommen, aber meistens haben Bistros Tischnummern und aufm Notizblock kann er es sich so aufschreiben.

Um Deine Frage zu beantworten: Wenn man von sich selber weiss, ob eine "Krankheit" oder dergleichen Keine Einschränkung im Arbeitsalltag bedeutet, muss man es auch nicht preisgeben. Aber es ist immer wichtig, Freunden/Kollegen die Wahrheit zu sagen, also in diesem Fall deine Bedenken.

Antwort
von valvaris, 30

Er sollte sehen, wie er klar kommt.
Grade bei Aufmerksamkeitsdefizitbgehts doch um längere Beschäftigung mit einer Sache. Das ist als Kellner ja nicht gegeben, sondern da ist er ständig unterwegs.

Antwort
von Interesierter, 26

Lügen haben kurze Beine!

Bei Konzentrationsschwierigkeiten und Lernschwächen wird dies dem Arbeitgeber sehr schnell auffallen. Selbst wenn dieser ADS nicht wahrnimmt, wird er ihn als schlechten Mitarbeiter ansehen und er wird voraussichtlich die Probezeit nicht überstehen.

Sehr viel sinnvoller wäre es, dem Arbeitgeber sofort reinen Wein einzuschenken und ihm klar und deutlich zu sagen, mit welchen Einschränkungen zu rechnen ist. Dann kann dieser sich darauf einstellen.

Im Übrigen müsste dein Freund mit der fristlosen Kündigung rechnen, da er dem Arbeitgeber gegenüber zu seiner Leistungsfähigkeit wahrheitsgemäße Angaben zu machen hat.

Kommentar von melinaschneid ,

Wieso soll jemand mit ads gleich ein schlechter Arbeiter sein? Ich habe auch ADS und mein Arbeitgeber weiß davon nichts. Geht ihn auch nichts an. Und ich bin auf Arbeit noch nie negativ aufgefallen eher das Gegenteil. ich habe einen sehr guten Posten mit viel Verantwortung und keinerlei Probleme dabei.

Kommentar von Arethia ,

Genau das meine ich auch. Mir wäre es neu, dass ADS eine Behinderung sei, welche man unbedingt angeben müsste.

Kommentar von Interesierter ,

ADS gibt es in sehr unterschiedlich ausgeprägten Formen. Üblicherweisse fallen ADS-Patienten gerade bei Tätigkeiten, bei denen man schnell Dinge aufnehmen und verarbeiten muss, einfach auf. Daher erscheint mir die Situation bei dir schon etwas seltsam. Aber wie ich schon erwähnte, ist hier jeder Fall verschieden.

Wenn nun aber schon aus der eigenen oder aus der Abschätzung Nahestender zu erwarten ist, dass der Betroffene den Erwartungen nicht gerecht werden kann, was ja der Grund für die eigentliche Fragestellung ist, dann macht es wenig Sinn, den Kopf in den Sand zu stecken und dem Arbeitgeber ein X für ein U vorzumachen. Vielleicht wäre es auch eine gute Idee, erst nochmals mit dem behandelnden Arzt Rücksprache zu halten, ob die Störung so schwerwiegend ist, dass er sie dem Arbeitgeber mitteilen muss oder ob sie so leicht ist, dass er dies unterlassen darf.

Als Kellner muss er Bestellungen aufnehmen, er muss die Wünsche der Gäste aufnehmen und an die Küche weiterleiten. Er muss bedienen, jedem Gast das servieren, was dieser bestellt hat. Er muss zum Schluss abkassieren, darf nichts vergessen oder verwechseln. Das 8 Stunden am Stück zu machen, ist geistig schon eine fordernde Aufgabe.

Kommentar von melinaschneid ,

Meinst du mich damit das dir meine Situation seltsam vorkommt? Wieso? Ich habe eine extrem schnelle Auffassungsgabe auch mit ads. Nur lässt die Konzentration irgendwann nach bei Dingen die mich fesseln können. Ist bei mir im Job aber nicht der Fall da ich in einer Branche bin die mir liegt und Spaß macht. Dadurch das ADS betroffene oft eine andere Denkweise haben sind sie teilweise sogar im Vorteil. Ich bin zum beispiel im Bereich praktisches Urteilsvermögen überdurchschnittlich begabt. Genauso wie ich einen recht hohen IQ habe. ads schließt nicht aus im Beruf erfolgreich zu sein. Man muss nur den Beruf finden der einem liegt. Ads'ler können bei gewissem Dingen auch hyperfokkusieren was oft ein zusätzlicher Vorteil ist.

Kommentar von melinaschneid ,

Das soll nicht fesseln heißen

Antwort
von Fernandolorenz, 12

Ja sollte man,ansonsten wird er noch so einige probleme haben

Antwort
von UserDortmund, 15

Hallo Xshaper2015,

das ist eine schwere Frage. Generell muss er bei dieser Tätigkeit und Krankheit natürlich nicht sein Krankenbild mitteilen. (Es gibt natürlich Berufe und Tätigkeiten wo man das machen sollte)

Du beschreibst ihn als schüchtern. Daher würde ich an seiner Stelle erst einmal abwarten wie das Gespräch läuft. Wenn er eingestellt wird, wird er eh 1-2 Tage zur Probearbeiten. Gerade in der Branche ist dies üblich. Leider werden oft Helfer auch schnell wieder entlassen.

Wenn es sein erster Job ist, sollte er möglichst die Erfahrung sammeln. Später kann er immer noch mögliche Krankheiten mitteilen.

Antwort
von Arethia, 27

Ich finde, das geht den Arbeitgeber gar nichts an, er soll doch erstmal versuchen, ob  alles so klappt, falls dann doch größere Probleme auftreten, kann er ja immer noch mit dem Chef darüber reden. LG

Kommentar von Interesierter ,

Wenn es um Dinge geht, die direkt die Arbeitsleistung betreffen, geht das den Arbeigeber sehr wohl etwas an.

Wenn der Arbeitgeber mit dem Arbeitnehmer in der Probezeit unzufrieden ist, wird er nicht mehr lange fackeln sondern er wird Fakten schaffen.

Der Bewerber ist verpflichtet, gesundheitliche Einschränkungen, die die geforderte Arbeitsleistung beeinträchtigen können, zu benennen. Ansonsten würde er den Arbeitgeber arglistig täuschen, was jederzeit zur fristlosen Kündigung führen kann, natürlich mit 12 Wochen ALG-Sperre.

Unterm Strich ist das ein sehr gefährlicher Rat, den du hier gibst.

Kommentar von Arethia ,

Wenn es seine Arbeitsleistung stark einschränkt, dann gebe ich Dir recht, aber das konnte ich aus der Frage so nicht rauslesen, nicht jeder, der ADS hat, ist da gleich so stark eingeschränkt. Falls das doch der Fall sein sollte, und er schon weiß, daß es Probleme gibt, sollte er es natürlich sagen. LG

Kommentar von Interesierter ,

Nun, ich denke, wenn die Einschränkung nur gering wäre, würde die Frage nicht gestellt.

Kommentar von Arethia ,

Nun, ich denke, wenn die Einschränkung so stark wäre, dann würde er sich wohl kaum selbst für einen Job bewerben, sondern hätte professionelle Hilfe, die ihn dabei unterstützen würde. LG

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