Frage von StevenArmstrong, 62

Sollte man die Ämter "Regierungschef und Präsident zusammelegen?

Hallo,

meine Frage an euch ist, sollte man das Amt des Regierungschefs (z.B. in Deutschland der Bundeskanzler) und das Amt des Staatsoberhaupts (in Deutschland der Bundespräsident) zusammenlegen, so wie in den USA?

Was wären die Vor- und was die Nachteile einer solchen Zusammelnegung?

Vielen Dank im voraus

MfG

Steven Armstrong

Expertenantwort
von ArnoldBentheim, Community-Experte für Politik, 22

Die in Deutschland durch unsere Verfassung, das Grundgesetz, festgelegte Gewaltenteilung, zu der auch die Ämter des Bundespräsidenten und des Bundeskanzlers gehören, hat sich seit beinahe sieben Jahrzehnten glänzend bewährt. Es gibt nicht den geringsten Grund, an einer bewährten Konstruktion irgendetwas zu ändern!

Zuviel Macht, in einer Hand vereinigt, hat sowohl in der deutschen als auch, besonders in den letzten Jahrzehnten, in den USA und in Russland äußerst negative, mindestens sehr bedenkliche Folgen gezeitigt. Auch aus diesem Grunde ist es nicht ratsam, ein Experiment mit fraglichem Ausgang zu riskieren!

Gewiss wäre es ein Vorteil, wenn eine besonders kluge, moralische und am Gemeinwohl interessierte Persönlichkeit soviel Macht besäße, dass sie zusammen mit einem exzellenten Beraterstab eine brillante Politik macht. Aber die Nachteile beginnen schon, wenn die machtvolle Persönlichkeit und seine Berater nurmehr Mittelmaß sind. Gefährlich aber könnte die Situation bei unfähigen und/oder gewissenlosen Personen werden.

Die Geschichte lehrt, dass die Staaten politisch am besten fahren, die die Macht ihrer Politiker beschränken und kontrollieren.

MfG

Arnold          







Antwort
von straton, 3

Sage mir doch jemand, was ein Bundespräsident in der Vergangenheit heilvolle Aktionen zu  Gunsten der Republik geschafft hat. Ich meine: Soviel wie nichts. Die gigantischen Kosten der bisherigen Präsidenten stehen in keinem Verhältnis zu den kaum messbaren Erfolgen, wenn dieses Wort überhaupt verwendet werden kann. Ein Bundeskanzler hingegen ist praktisch der Boss eines Großunternehmens und hat die Aufgabe, politisch-wirtschaftliche Erfolge herbeizuführen. Leider kann er, wenn er es nicht schafft, nicht wie in einem Privatkonzern üblich, prompt gefeuert werden. Er oder sie, beide können sich Fehler über Fehler zu Ungunsten des Staates und seiner Bürger leisten, ohne zur Verantwortung herangezogen zu werden.

Antwort
von klugshicer, 34

Die Trennung der Ämter war eine Konsequenz aus den Erfahrungen in der Weimarer Republik. Der Bundespräsident hat zwar Augenscheinlich keine Macht, erkann aber seine Unterschrift unter ein Gesetz verweigern.

Kommentar von StevenArmstrong ,

Das weiß ich, aber ich beziehe mich auf die allgemeine Politik und nicht Deutshcland alleine.

Kommentar von SarcasticSard ,

Die Trennung bestand auch in Weimar. 

Kommentar von klugshicer ,

Ja aber der Reichspräsident hatte in der Weimarer Republik mehr Macht würde man die Ämter des Bundespräsidenten und des Bundeskanzlers zusammen legen, würde sich wieder zu viel Macht in einer Person vereinigen.

Antwort
von HansH41, 16

Dies widerspräche der deutschen Tradition und Geschichte. Wir hatten über tausend Jahre lang einen schwachen Kaiser und darunter mächtige Fürsten.

Aber vom Ersten Deutschen Reich ( von 800 bis 1800) lernt man heute nichts mehr. Das Dritte (12 Jahre lang) ist so viel wichtiger.

Antwort
von kenibora, 38

Vieles könnte man abschaffen und vieles zusammenlegen. Aber es sind ABM und somit Arbeitsplätze. Gibt davon sehr viele nötige und unnötige, sogar in Betrieben!

Antwort
von Modem1, 13

Ein Amtsträger weniger? Oh weih da gibt es einen Glaubenskrieg zwischen den Parteien. Keine schlafenden Hunde wecken.

Antwort
von azervo, 15

Nein das sollte man nicht zusammenlegen ... Der "Präsident" ist einer der "representiert", der Kanzler ist ein "Manager".

Es ist sogar eher besser, wenn der Präsident ein "König" ist ... nicht, dass ich etwas für "Adelige" übrig habe, aber die lernen (jedenfalls meistens) von früh auf, sich anständig zu benehmen. Da landet dann nicht plötzlich ein "Reihenhaus-Besitzer", oder ein "Pfarrer" in einem Schloss und hat dann Probleme damit sich einigermassen anständig zu benehmen.

So ein Präsident ist vor allem dazu da, sich protzig aufzuspielen, da ist ein Bünzli Bürger aus einfachen Kreisen einfach überfordert.

Ein "Kanzler" muss hingegen eher Manager und Führungskompetenzen haben, er sollte sogar intelligent genug sein, dass er die ganze nationalistische Protzerei, einem dafür geeigneten Trottel überlässt.

Ein "Präsident", wie die englische Königin ist perfekt .. die weiss, wie man sich aufspielt, herumprotzt, verblödete Liedlen singt und hat keine Ahnung von irgendwelchen realen Problemen. Wenn die dann noch einen hervoragenden Manager als "Kanzler" hätte, dann wäre das eine Win-Win-Situation.

Leider ist es aber so, dass viele von diesen "Kanzlern" auch noch einen Hang zum Protzen haben ... die versauen dann, wie die Frau Merkel, ihre Zeit auf Fussballspielen (wo sie derartig unbeholfen auflaufen, dass man sich für sie nur noch schämen kann).

Antwort
von Wolli1960, 8

Wieso? Diese Trennung hat sich seit 1949 bestens bewährt.

Der letzte, der diese Ämter - damals noch Reichspräsident bzw. Reichskanzler - zusammenlegte, nannte sich hinterher Führer.

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