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Sollte man Demos verbieten?

gefragt von KatzentatzeKatzentatze am 04.06.2007 um 8:58 Uhr

Ich weiß, ich steche hier jetzt wahrscheinlich in ein Wespennest. Gestern hatte ich wegen der Demos beim G8 mit Bekannten über die Demos gesprochen. Die einen meinten, wegen der Meinungsfreiheit dürfte man Demos nicht verbieten. Und es würde die Wirtschaft ankurbeln, weil ja alles Zerstörte wieder repariert, bzw. erneuert werden müßte. Die Anderen meinten, dass mittlerweile ja gegen alles demonstiert wird, so das Demos gar keinen Effekt mehr hätten und ändern würden sie ja auch nichts. Vor allem gäbe es ja immer mehr Leute, die nur zum "Zerstören" dahin gingen. Und es gäbe kein Argument dafür, die die ganzen Verletzten und Zerstöungen rechtfertigen würden. Wie seht ihr das?


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Mismid
beantwortet von Mismid am 4. Juni 2007 09:14
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Das stimmt ja so gar nicht! Die allermeisten Demos laufen absolut gewaltfrei ab. Wenn jemand Gewalt ausüben will, tut er dies. Dafür braucht man keinen bestimmten Anlaß. Auch bei Fußballspielen, einigen Feiertagen, oder sonstigen Anlässen gibt es Krawalle. Dann müßte man ja auch alle Sportveranstaltungen verbieten, größere Konzerte, Loveparade oder alles bei dem es zu größeren Menschenversammlungen kommt. Man kann ja nicht einfach etwas verbieten nur weil es von einigen wenigen ausgenutzt wird. Vielmehr sollte man diejenigen die Gewalt ausüben und dabei andere verletzen viel stärker bestrafen


schurke
beantwortet von schurke am 4. Juni 2007 09:18
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Nein, man sollte Demos auf gar keinen Fall verbieten!

Im Gegenteil, wir Deutschen sind viel zu ruhig, wir sollten viel mehr auf die Straße gehen und zeigen, womit wir nicht einverstanden sind aber wir Diskutieren nur im Wohnzimmer oder am Stammtisch, das hören die Politiker und Wirtschaftsbosse nicht.

Natürlich ohne Gewalt! Diese Idioten dürfen uns nicht unsere Grundrechte kaputt machen.


bommel65
beantwortet von bommel65 am 4. Juni 2007 09:18
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Demos rütteln auf, siehe die Montagsdemos Leipzig.
Anstatt sie zu verbieten, sollte man vielleicht auch mal die andere Seite versuchen zu verstehen. Die G8-Gegner kämpfen im Prinzip für eine gute Sache, nur mit der Darstellung bzw. Umsetzung hapert es einfach, unter anderem, weil Chaoten, nicht Sympatisanten!, einfach solche Gelegenheiten ausnutzen "um sich auszutoben"...leider.


anonym
beantwortet von karlhorst am 4. Juni 2007 09:01
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Dann kann man auch gleich die Demokratie verbieten! Denn das Demonstrationsrecht ist ein wesentlicher Pfleiler der Demokratie!!!

Kommentar von D098225cf3ff6da2a0857076d3005c1dsmallKatzentatze am 4. Juni 2007 09:04

Wenn diese Recht aber immer öfter nur noch zum Krawallmachen genutzt wird?

Kommentar von karlhorst am 4. Juni 2007 09:09

Die Alternative wäre eine Diktatur und das ist bestimmt nicht wünschenswert (siehe 3. Reich oder Rußland, wo jeder Demonstrant niedergeknüppelt wird und Zeitungen verboten werden!)


WildeFee
beantwortet von WildeFee am 4. Juni 2007 09:22
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Viele Demos? Gegen alles wird demonstriert? Nee, sorry, ich wünschte, es würde mehr demonstriert. "Viele Demonstrationen" - das ist schon mindestens zwei Jahrzehnte her, dass man das so hätte bezeichnen können, was abging. Heutzutage wird viel zu sehr geschwiegen und erduldet. Da werden Kriege geführt und viel zu wenige gehen auf die Strasse. Da wird die Umwelt zerstört, das Gesundheitssystem kaputtgemacht, die Menschen durch Hartz IV in die Armut getrieben - und wer geht auf die Strasse, um sich zu wehren? Nee, viel und gegen alles demonstrieren ist was anderes.

Es ist schade, dass die Demos oft missbraucht werden für Krawallmacher, aber das war vor 20 Jahren schon so und den ernsthaften Demonstranten ein Dorn im Auge, nicht nur Staat und Steuerzahler. Zumal auch Unschuldige immer wieder von der Polizei niedergeschlagen wurden, auch welche, die gar nicht demonstrierten und nur vorbei wollten.

Unsere Grundrechte werden schon zur Genüge beschnitten, Datenschutz wird umgangen und untergraben uvm. Göttin, ich bin froh, wenn uns die Demos noch gelassen werden, ehe wir in die nächste Diktatur schlittern.

Kommentar von 7825c62e4cee9a23440868fb28764309smallETEAM am 4. Juni 2007 15:40

dito...


anonym
beantwortet von oldpaed am 4. Juni 2007 09:29
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Das Demonstrationsrecht ist in unserem Staate ein so hohes Gut, dass es auch bei Missbrauch durch einige Krawallmacher nicht außer Kraft gesetzt werden darf. Die öffentlichen Äußerungen mancher Poiltiker dazu und die "Aktionen" unseres Innenministers zu Persönlichkeits- und Datenschutz halte ich für problematisch. Die Sicherheitsvorkehrungen in Heiligendamm sind meiner Ansicht nach zu übertrieben. Möglicherweise lösen diese sogar übertriebene Reaktionen seitens der friedlich gesinnten Demonstranten aus, was der Sache nicht dienlich ist.


anonym
beantwortet von libelle am 4. Juni 2007 09:11
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Angesichts der Kosten für Polizei und Rettungskräfte etc, habe ich oft auch schon darüber nachgedacht, dass es unverantwortlich ist, dass so viele Demos stattfinden. DENNOCH bin ich der Meinung, dass die Meinungsfreiheit in Deutschland den hohen Stellenwert behalten soll. Also Demonstrationen müssen und sollen auch weiterhin stattfinden.


Sambista
beantwortet von Sambista am 4. Juni 2007 09:44
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Nein, Demos müssen auf jeden Fall sein.

Aber gegen die Randalierer (Minderheit!) sollte deutlich härter vorgegangen werden - und da sehe ich auch die Demo-Veranstalter und friedlichen Teilnehmer in der Pflicht, nicht nur die Polizei.


Mikatto
beantwortet von Mikatto am 4. Juni 2007 11:20
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Für Verfassung und Bürgerrechte sind Menschen gestorben in der Vergangenheit. Leider wissen viele diese Errungenschaften heutzutage nicht mehr zu schätzen, weil sie es einfach gewohnt sind. Erst wenn sie immer mehr ausgehöhlt und abgeschafft werden merken einige, was es heißt, in einem freiheitlichen Rechtsstaat zu leben.
Natürlich werden Rechte auch immer wieder mal von Menschen mißbraucht, aber sie deshalb abschaffen oder verbieten, kann doch niemand im Ernst wollen.


demosthenes
beantwortet von demosthenes am 4. Juni 2007 17:12
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Zwar halte ich die meisten Demonstrationen für sinnlos, wäre aber trotzdem eindeutig gegen ein Verbot.

ABER:

Veranstalter von Grossdemonstrationen sollten sich bewusst sein, dass eine solche Gelegenheit vom "schwarzen Block" fast sicher ausgenutzt werden wird, um mal wieder richtig Randale zu machen und sich mit der Polizei zu prügeln.

Ich halte es deshalb für lächerlich, wenn sie hinterher, nachdem alles entgleist ist, der Polizei und ihrer Taktik die Schuld zuweisen.

Als diejenigen, die diese "Gelegenheit" geschaffen haben, sollten sie selbst einen Ordnungsdienst organisieren und verhindern, dass der schwarze Block sich eingliedert und damit durch die friedlichen Demonstranten geschützt an seinen "Einsatzort" gelangen kann.

Wenn ihnen das nicht gelingt, dann sollten sie sofort die Demonstration auflösen, um den Randalinskis die Möglichkeit zu nehmen, sich nach ihren Attacken immer wieder hinter den harmlosen Demonstranten zu verstecken und von dort aus neue Angriffe zu starten.

Nur so könnte die Polizei mit der nötigen Härte vorgehen, ohne dabei ständig Rücksicht auf "Normalos" nehmen zu müssen, die von den Gewalttätern als nützliche Idioten ausgenutzt werden.

Kommentar von 7921be1fd120359da3cf9b528919b68dsmallMikatto am 4. Juni 2007 17:48

Schon mal dran gedacht, dass Randale im Vorfeld von Großveranstaltungen durchaus gewünscht ist, damit dann bei der Veranstaltung selber harte Durchgreifmaßnahmen von vornherein legitimiert sind?
Ich weiß, wovon ich spreche, war selbst mal dabei. Da wird ein Trupp Polizisten relativ unvorbereitet reingeworfen und dann hat man das Ergebnis, das gewünscht ist......ja ja, ich weiß, natürlich alles reine Verschwörungstheorie, ist nie nicht möglich in unserem ach so tollen Rechtsstaat...

Kommentar von 7921be1fd120359da3cf9b528919b68dsmallMikatto am 4. Juni 2007 18:39

http://www.dradio.de/dkultur/sendungen/kulturinterview/631797/
Am Ende des Interviews dann:

[Interviewer] Roelcke: Das heißt aber in der letzten Konsequenz, Sie machen wirklich der Polizeispitze, der Einsatzleitung die Vorwürfe, nicht dem einfachen Polizisten?

[Polizeipsychologe] Sieber: Nein, das ist kein Vorwurf, das ist ja womöglich sogar auch politisch so gewollt. Also das ist kein Vorwurf, das ist einfach eine Feststellung. Nur was immer ein bisschen nach Doppelmoral riecht, dass man jetzt sagt, oh, die Demonstranten haben es eskalieren lassen - und das ist natürlich gar nicht richtig. Das ist ganz objektiv so, dass es bis jetzt keine Großveranstaltung gab, die derartig im Vorfeld schon vorgeheizt und vorgesichert wurde.


demosthenes
beantwortet von demosthenes am 5. Juni 2007 14:47
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@Mikatto:

Schon mal dran gedacht, dass Randale im Vorfeld von Großveranstaltungen durchaus gewünscht ist....

Daran habe ich tatsächlich noch nicht gedacht und halte das auch für ziemlich abwegig.

Das Interview habe ich mit Interesse gelesen und bestreite auch nicht, dass auch die Polizei hier vermutlich taktische Fehler gemacht hat, bezweifele allerdings, dass die vor 40 Jahren erfolgreiche "Münchener Linie" bei der heute üblichen, hemmungslosen Gewaltbereitschaft noch funktionieren könnte.

Herr Siebert ist ja inzwischen längst weit im Rentenalter und träumt vielleicht etwas zu sehr von seinen Erfolgen in den 60ern des letzten Jahrhunderts.

Kommentar von Bece02c8c849b90df9c28c89236807dfsmallPatBo am 5. Juni 2007 15:06

@demosthenes: Warum hälst Du das gfür abwegig? Gewalttätige Auseinandersetzungen gab es doch bei jedem G8 Treffen. Hätte man die Gegner vor dem Zaun auf freiem Feld demonstrieren lassen, wäre die Rostocker Innenstadt nicht betroffen gewesen. Dann wäre "die öffentliche Meinung" nicht gegen die Demonstranten umgeschlagen und die hohen Herren hätten ein Problem mehr. Vieleicht doch so gewollt?

Kommentar von 5f6812a7b0109fb9a1df11c834332c2csmalldemosthenes am 5. Juni 2007 20:17

@PatBo:

Hätte man die Gegner vor dem Zaun demonstrieren lassen, dann wäre bei der gezeigten Aggressivität mit Sicherheit der Zaun angegriffen und möglicherweise überwunden worden.

Kommentar von 7921be1fd120359da3cf9b528919b68dsmallMikatto am 6. Juni 2007 00:46

@demosthenes: ich kann dich nur auf die Diskussion von heute verweisen, da hab ich viel dazu geschrieben und weitere Links gesetzt, vielleicht liest du das mal und bekommst weitere Denkanstösse. Ich hab auch persönlich viel Erfahrung mit dem Thema.
http://www.gutefrage.net/frage/geht-euch-die-art-der-berichterstattung-ueber-die-gipfelgegner


PatBo
beantwortet von PatBo am 5. Juni 2007 15:16
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Sicherlich ist es Sch... wenn Innenstädte brennen, Fensterscheiben bersten und die Anwohner in Angst versetzt sind. Erst recht unentschuldbar sind verletzte Menschen. Doch wenn seküdlich Menschen verhungern, dann interessiert es doch (alltäglich)auch keinen, es sei denn, eine Naturkatastrophe ist die Ursache. Andererseits: Welchen Bild-, BZ-, Kurier-, Hamburger Abendblatt-, Bunte-, Revue-, ........-leser interessiert es, wenn einige tausend Leute gegen den G8 Gipfel friedlich demonstrieren und nichts passiert? Manchmal müßen Anliegen drastisch rübergebracht werden. Trotzdem müßen Menschrechte und die Achtung vor dem Leben und der Gesundheit bewahrt werden, genau wie Meinungsfreiheit und Demonstrationsrecht.




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