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Sollte man das persönliche Leben archivieren?

gefragt von spatzispatzi am 02.08.2008 um 0:32 Uhr

....in Fotoalben und Videodateien?

Man sagt, glückliche Völker haben keine Geschichte.

Wie ist das beim einzelnen Individuum?

Ist man in dem Moment, in dem man archiviert (filmt etc.), wirklich der Empfänger von Erlebnissen?

Ist man später glücklicher, diese Beweise des Lebens vorliegen zu haben?


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gertrude2
beantwortet von gertrude2 am 2. August 2008 00:33
1x
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oh, hier muss ich dringend einige user für die nachwelt archivieren. sowas wird nie wieder vorkommen!

Kommentar von 07b6983d22e967beab2f3a156800f5a1smallgertrude2 am 2. August 2008 00:39

jetzt die ernste meinung!

klar, sollte man das machen. ich schaue mir so gerne fotoalben an, weil sie mir diese glücksgefühle von damals (als das bild geschossen wurde) wieder geben. das ist doch ein tolles erlebnis. wir haben auch mal 1-2 mal pro jahr familienabende, die nostalgisch anfangen und genauso enden. ich höre mir auch gerne die geschichten von der jugend meiner mama an und deswegen versuche ich auch vieles für meinen sohn zu hinterlassen....zumindest die schönsten augenblicke.

Kommentar von 80a8de69641ad17b1a24b5bb6749e80csmallspatzi am 2. August 2008 00:45

die frage ist ernst gemeint, und ich bin wirklich zwiespältig...die "aufnahme-wut" regt mich auf, ich hab niemals gesammelt etc., aber jetzt hab ich defacto keine fotos. fast keine. und ich frage mich, was besser ist oder weniger schlimm

Kommentar von 07b6983d22e967beab2f3a156800f5a1smallgertrude2 am 2. August 2008 00:47

sorry, bin sowas hier nicht gewohnt :))

das gute an fotos und co. sind, daß man sie raus holen kann, wenn man dazu lust hat. hat meine keine lust verstaut man die wieder in den schränken.


speedy72
beantwortet von speedy72 am 2. August 2008 00:35
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Also, ich habe von meiner Tochter jedes Lebensjahr festgehalten, von meinen Tieren und natürlich auch von meinem Mann und mir; außerdem sind auch noch Kindheitsfotos und Fotos aus meiner Sturm- und Rangzeit, da kommen Erinnerungen hoch und man muss über so einiges lachen, manchmal aber auch weinen, wenn man noch Fotos von den Menschen hat, die nicht mehr da sind! schnief


anonym
beantwortet von condor56 am 2. August 2008 00:36
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...und jetzt mal ehrlich, wo sind die glücklichen Völker, die keine Geschichte haben? ...und wo sind die anderen die eine haben?


Putze
beantwortet von Putze am 2. August 2008 00:37
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Gott sei Dank eine Frage zum Beantworten.

Also ohne Dokumentation bist Du glücklicher, weil Du deine Energie ständig ins Glücklichsein reinsteckst und nix zum Vorweisen hast, wie schön es mal war...


Wieselchen1
beantwortet von Wieselchen1 am 2. August 2008 00:49
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Erinnern ist wichtig.

Wie wollen wir aus Fehlern lernen, wenn wir uns nicht mehr an sie erinnern können?

Bilder sind wichtig. Sie helfen der Erinnerung auf die Sprünge.

Texte sind wichtig, zeigen sie dir in ein paar Jahren doch, was du damals empfunden hast, wie du auf manche schmale Bretter kamst und wie du es geschafft hast, da wieder runter zu finden.

Erinnerungen sind wichtig. Zum Lachen, Weinen, Trauern, aber eben auch, damit manche Dinge sich nieeeeeeee wieder widerholen können...

LG

Wieselchen


anonym
beantwortet von majaohnewilli am 2. August 2008 00:51
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Also ich hab 2 Kinder und ich schau mir sooo gerne Fotos von früher an. Mein Großer ist zB 17 und wenn ich mir seine Baby- und Kleinkindfotos anschau erinnere ich mich wieder, was für ein süsser Fratz er mal war - und das hilft mir zu vergessen was für ein trotzköpfiges Ekelpaket ich jetzt hier durchfüttere gg!


Tonica
beantwortet von Tonica am 2. August 2008 00:52
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Mein Ex hat alles fotografiert. Das liegt alles auf dem Dachboden,in der letzten Ecke. Mein Freund macht wohl mal ein Foto, aber da ist dann ein Insekt drauf, das wir noch nie gesehen haben, oder eine fremde Katze die eine Taube abschleppt. Es dient eigentlich nur dem hab ich heute gesehen. Ich bin viel glücklicher. L.G.

Kommentar von 80a8de69641ad17b1a24b5bb6749e80csmallspatzi am 2. August 2008 01:01

dh: ich bin viel glücklicher ohne das insekt?


Raimund1
beantwortet von Raimund1 am 2. August 2008 02:29
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Eine Zeitlang habe ich auch "archiviert". Vor kurzem habe ich alle sweggeworfen, was ich für überflüssig hielt. Es ist nur ganz wenig ünrig geblieben. Ich habe durch das Wegwerfen ungeahnte innere Freiheit gewonnen.

Von dem wenigen, was noch da ist, kann ich sicher noch die Hälfte entlassen.

Für wen sollte ich das archivieren? Wann ist der Mensch gestorben, der dir nahe stand? Wie oft denkst du an ihn, wie oft schaust du in das Archiv??


anonym
beantwortet von Albrecht am 5. August 2008 18:47
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Ob es völlig geschichtslose Völker gegeben hat, kann bezweifelt werden. Bei "Naturvölkern" hat es zwar bestimmte Formen, in denen sich ein Geschichtsbewußtsein äußert, nicht gegeben. Aber auch bei diesen treten Traditionen und Mythen/Märchen/Sagen/Legenden auf.

Erfahrenes Unglück, Schmerz und Verlust können Individuen antreiben, etwas über ihre Lebensgeschichte zu erzählen. Dies ist aber nicht die einzige Möglichkeit.

Erinnerung ist eine bedeutende Größe im geistigen Haushalt. Geschichte kann (allgemein und individuell) zum Selbstverständnis beitragen. Nachzuvollziehen, wie etwas geworden ist, kann auch zur Orientierung für die Zukunft dienen.

Wer archiviert, wird nicht direkt zum Empfänger von Erlebnissen, aber von Stücken aus dem Leben und von Mitteilungen und Dokumenten über das geführte Leben.

Sich selbst später etwas wieder anzusehen oder es anderen (vor allem jüngeren Verwandten) zu zeigen, kann ein beglückendes Erlebnis sein. Das Ansehen kann interessant, lustig oder bewegend sein. Auch Schwierigkeiten können unter dem Gesichtspunkt wichtig sein, durch die Auseinandersetzung damit in der persönlichen Entwicklung weitergekommen zu sein.

Sehr unangenehme Erlebnisse, die eine starke Belastung darstellen, müssen aber nicht archiviert werden. Allgemein besteht in der Auswahl eine Freiheit und eine Riesenmenge ist nicht unbedingt auf Dauer sinnvoll. Beim Vernichten ist aber Vorsicht ratsam. Ich weiß von welchen, die jetzt bedauern, einmal einfach rasch sehr viel weggeworfen zu haben. Ein Unterscheidung kann auch darin getroffen werden, was ich selbst zum Ansehen behalten möchte und was der Nachwelt übergeben wird.

Nach meinen Erfahrungen mit Familiendokumenten ist es empfehlenswert, das Material möglichst früh zu beschriften (z. B.: Wer sind die abgebildeten Personen? Wann ist die Aufnahme entstanden? Wo sind sie und was für ein Ereignis ist dargestellt?). Wenn dies unterlassen wird, kann es später schwierig werden, noch Informationen dazu zu finden.


anonym
beantwortet von GERLauer am 27. September 2008 01:57
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"Archivieren" ist vielleicht das falsche Wort. So ein Archiv könnte vielleicht ganze Regale füllen. Und so was bewahrt sogar der engagierteste Nachwuchs schon in der zweiten Generation nach dir nicht mehr auf. Z.B. wenn ich einen Ordner anlege mit allen meinen bezahlten oder auch unbezahlten Rechnungen. Der Begriff "DOKUMENTIEREN" wäre vielleicht hilfreicher. Denn jeder wäre vielleicht doch daran interessiert, dass der Nachwelt oder für seinen Nachwuchs von ihm mehr erhalten bleibt als nur "einen Stein, der seinen Namen trägt". Wer schafft es schon wie manche Promis eine Autobiografie zu schreiben oder - wie in den meisten Fällen - schreiben zu lassen. Also: wenn man alles Erwähnenswerte und Erinnerungwürdige in einem Ordner unterbringen könnte, wäre doch gar nicht so schlecht. Man wüßte dann auch, was in und an meinem Leben so wichtig war. Dafür habe ich auch in GF einen Tipp abgegeben: Schlag nach unter der Rubrik "Tipps" unter dem Titel: "Buch meines Lebens" oder "Mein Lebensbuch" schreiben" geschrieben von mir am 06. 08. 2008. Vielleicht ist das für dich 'ne Hilfe. Schau dir's mal an. Schaden kann's ja nichts!


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