Frage von gingerboy, 193

Sollte man als Schüler was sagen, wenn ein Lehrer jemanden mit Legasthenie bloßstellt?

Also in der Oberstufe. Die Person um die es geht ist sehr intelligent und hat 14/15 Punkte in Mathe und Physik etc, aber ist eben Legastheniker und hat große Probleme mit Rechtschreibung und Lesen etc. und liest auch sehr langsam, wenn er laut vorlesen muss. Der Lehrer hat ihn aber dazu aufgefordert, einen längeren Text zu lesen, obwohl er es ganz genau wusste und hat auch bis zum Ende gewartet und am Ende gesagt, es gäbe Übungsbedarf mit der deutschen Sprache. Sollte man als Mitschüler was sagen oder andere ansprechen? Also adere Lehrer und das weitergeben oder ist das sinnlos?

Antwort
von Goodnight, 60

Einen Legastheniker vorlesen zu lassen ist Schikane. Die lakonische Bemerkung, dass Übungsbedarf besteht, ist zwar richtig, doch  solche Bemerkungen vor der Klasse sind einfach doof und unnötig. 

Lehrer sollten Schüler aufbauen nicht nieder machen.

Wenn du etwas tun willst, sag deinem Lehrer unter 4 Augen was dich stört. Was geschehen ist, ist eben auch für Mitschüler peinlich und unangenehm.

Also rede ausdrücklich von dir, so machst du dich nicht zu seinem Erzieher aber machst klar, dass es dir dabei nicht gut geht. Wenn es andere Schüler auch betroffen macht, geht zusammen hin.

Antwort
von einfachichseinn, 23

Ich denke das ist voll okay.

Ich habe auch Legasthenie und muss oft Texte vorlesen. Vor allem bei einem Lehrer.

Allerdings weiß bei mir auch niemand mehr, dass ich Legasthenie habe.

Vielleicht weiß der Lehrer das auch einfach nicht. Weißt du wie viele Schüler ei einzelner Lehrer hat?

Zu deiner Frage: ich würde nichts sagen. Ich, als Legastheniker, wäre fuchsteufelswild, wenn ein anderer Schüler dem Lehrer das sagen würde.

Ich versuche so gut es geht damit klar zu kommen. Wenn ich möchte, dass sich da etwas ändert.,habe ich auch einen eigenen Mund und kann das ansprechen.

Wenn du unbedingt etwas tun musst, solltest du zu erst mal den Schüler ansprechen.

Antwort
von Appelmus, 115

An sich spricht nichts dagegen, auch einen längeren Text vorlesen zu lassen. Wichtig ist, dass dieses Erlebnis nicht zur Angst des Schülers vor dem Unterricht führt und dass er nicht bloßgestellt wird. Was in diesem Fall wohl (absichtlich?) eine andere Richtung genommen hat.

Um den Klassenverbund auch dem Schüler, den es betrifft, zu zeigen, könnt ihr euch da ruhig einschalten. Z. B. geschlossen am Ende der Stunde.

Antwort
von marking9, 89

Ich persönlich würde es ihm vor oder nach dem Unterricht unter 4 Augen mal sagen, ich meine schaden kann es nicht.

Antwort
von musenkumpel, 80

Der Lehrer versucht eigentlich, ihn zu ermuntern, es trotzdem zu versuchen. Ihm zu zeigen, dass er so toleriert wird, auch wenns länger dauert.

Wenn er jetzt öffentlich sagt, das so und so Legasthenie und so, dann auf jeden Fall, das is die Bloßstellung, Einhämmern einer Eigenschaft, was beides zusammen die Identität kränkt. Macht also die Legasthenie auch nich besser.

Aber ich würde auch nicht sagen dass du mit anderen Lehrern sprechen solltest, weil es Bloßstellung *sei, sondern ich würde den Lehrer erstmal direkt fragen warum er ihn das lesen lässt. Und dann fragen, ob das nicht eigentlich Bloßstellung wäre.

Also nicht hinter dem Rücken, und durch die Konfrontation ermöglichst du auch dir und ihm die Möglichkeit, die Sichtweise zu ändern.

(ohne das Facebook-Verhalten ;P)

Antwort
von Herpor, 24

In der Oberstufe sollte der Schüler erwachsen genug sein, den Lehrer auf seine Behinderung hinzuweisen.

Wenn er es nicht tut, wird er seine Gründe haben.

Kommentar von gingerboy ,

Was sollte er denn sagen, wenn er zum Lesen aufgefordert wird? "Kann ich nicht, habe Legasthenie?

Kommentar von Herpor ,

Er kann dem Lehrer, der ihn kritisiert, sagen, dass er Legastheniker ist.
Was ist daran so schwerig?

Der Junge ist Legastheniker und nicht geistig behindert oder entmündigt.

Nachgetragene Hilfe ist auch diskriminierend.

Antwort
von Gast1123, 68

Manchmal nehmen Schüler die Sprüche der Kehrer zu ernst. Man hätte eigentlich normal fragen könne: "können sie konkreter erklären was sie mit übungsbedarf meinen, da diese Person Legasthenie hat

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