Frage von 0pfer, 86

Sollte man als Deutscher, der in der Schweiz arbeitet, in die Schweiz ziehen?

Hallo,

ich werde demnächst in die Schweiz ziehen und dort arbeiten. Grundsätzlich hätte ich die Möglichkeit an die Schweizer Grenze zu ziehen und als Grenzgänger in D zu wohnen und in der Schweiz zu arbeiten. Eigentlich tendiere ich aber dazu in die Schweiz zu ziehen was allerdings einige Nachteile bringt:

  • Mietpreise sind höher
  • Preise für Konsumgüter (z.B. Lebensmittel, Elektronik, etc.) sind höher
  • muss mich in der Schweiz neu krankenversichern -> Beiträge pro Monat wären höher als bei meiner jetzigen Deutschen Versicherung

Vorteile:

  • ich muss nicht pendeln
  • geringere Lohnsteuer (?)

Gibt es noch mehr Vor-/Nachteile, wenn ich direkt in die Schweiz ziehe. Vielleicht hat sogar jemand entsprechende Erfahrung?

Viele Grüße und Danke

Antwort
von Healzlolrofl, 86

Meine Verlobte war damals lange Grenzgängerin und musste alle paar Monate an die 2000€ steuern zahlen da sie logischerweise Doppeltversteuert wurde. Sie ist davon überzeugt das es besser ist wenn man in der Schweiz lebt. Wir gehen einfach alle 2 Wochen nach Laufenburg (Deutschland) zum einkaufen, man bekommt noch die Mehrwertsteuer zurück.

Kommentar von 0pfer ,

Ah ok gut zu wissen. wie läuft das genau wenn man die Lebensmittel "importiert"? Melde ich den Einkauf bei der Einfuhr am Schweizer Zoll und bekomme die deutsche MWS zurück und zahle Zollgebühren?

Kommentar von Healzlolrofl ,

Du erhältst die Differenz der MWST zurück, also Deutschland 19% / Schweiz 8% = 11% welche du zurückerhältst. Habe mal kurz recherchiert, da ich die genauen Zahlen nicht im Kopf hatte - die nachfolgende Tabelle gilt PRO Kopf, Babys / Kleinkinder gelten als eigenständige Personen, unsere Tochter ist 1 1/2 und ich darf auf ihrem Namen Zigaretten und Fleisch einführen (haha..), Zollgebühren musst du keine zahlen - du fragst an den jeweiligen Kassen der Geschäfte nach einem Ausfuhrschein für die Schweiz, auf diesem schreibst du deine Schweizer Adresse drauf. Damit gehst du zum Zoll, dieser drückt einen Stempel drauf - beim nächsten Einkauf nimmst du die Einfuhrscheine wieder mit in die jeweiligen Geschäfte und lässt es dir entweder Cash auszahlen oder lässt es verrechnen.

Alkohol bis 18 % Vol.: 5 Liter pro Person und Tag

Alkohol über 18 % Vol.: 1 Liter pro Person und TagFleisch: 1kg pro Person und Tag

Zigaretten: 250 Stück pro Person und Tag


Habe dir hier noch einen Link rausgesucht wo die neuen Regeln (Seit 2014) drinnen stehen: https://www.ch.ch/de/einfuhr-waren-schweiz/

Kommentar von jottlieb ,

Und wieder eine falsche Information.

Man bekommt mitnichten die Differenz zurück.

Es läut so: Du verlangst beim Verkäufer einen Ausfuhrschein und gehst damit zum Deutschen Zoll und lässt vom Zoll die Ausfuhr in die Schweiz bestätigen. Mit dem Stempel auf dem Ausfuhrschein kann dir nun der Verkäufer die gezahlte Mehrwertsteuer erstatten (also 19% auf Nicht-Lebensmittel, 7% auf Lebensmittel). Kann deshalb, weil diese eine freiwillige Sache des Händlers ist.

Erst wenn du bei Einfuhr in die Schweiz die Wertgrenze von CHF 300 übertriffst (oder eine andere Mengengrenze z.B. bei Fleisch oder Alkohol), musst du 8% Einfuhrsteuer beim Schweizer Zoll zahlen.

Kommentar von jottlieb ,

Das ist Unsinn. Das Doppelbesteuerungsabkommen sorgt eben dafür, dass man NICHT doppelt besteuert wird.

Die Schweiz behält 4,5% Quellensteuer ein, die restlichen 95,5% gehen an den deutschen Fiskus. Steuerpflichtig ist man in Deutschland, daher ist die Steuerlast natürlich vergleichsweise höher.
Abgesehen davon sind 2000 Euro Steuervorauszahlung pro Quartal jetzt nicht soooo viel - auch wenns in der Schweiz je nach Kanton und Wohnort vielleicht nur die Hälfte wäre.

Antwort
von jottlieb, 80

Eigentlich müsste man es für alle Details genau durchrechnen und schauen, was unter dem Strich herauskommt. Je nach persönlicher Situation kann es sich lohnen oder auch nicht (in die Schweiz zu ziehen).

Klar sind die Steuern in Deutschland höher, aber trotzdem sind die Lebenshaltungskosten im Vergleich doch noch geringer. Zudem kannst du mit Wohnsitz in Deutschland in der Regel von günstigeren Versicherungen profitieren, das fängt schon mit der Krankenversicherung an (mondial-Tarife) und günstigen Zusatzversicherungen (z.B. Zahnarzt) die in der Schweiz deutlich teurer wären und/oder weniger leisten.

Wenn man in die Schweiz zieht, kommt's schon sehr darauf an, in welcher Gemeinde oder Kanton man leben möchte und wie teuer die Wohnung ist. Findet man etwas günstiges in einer steuergünstigen Gemeinde und kauft in Deutschland ein (inkl. MwSt-Rückerstattung), so könnte man unter dem Strich schon günstiger dran sein.

Unterhaltungselektronik ist in der Schweiz nicht per se teurer. Mittlerweile sind viele Produkte ähnlich teuer oder teilweise sogar günstiger (vor allem Apple-Produkte).

Antwort
von jogibaer, 56

Ich finde die Frage falsch gestellt. Wichtig scheint mir der Arbeitort. Ist er gleich über der Grenze könnte man es sich ja überlegen. Doch täglich 1 Stunde oder länger zu fahren lohnt sich doch nicht. Diese Zeit bezahlt dir niemand.

10 - 15 Minuten Arbeitsweg ist schön, aber was weiter ist, wird mit den Jahren mühsam. Nicht wegen der Kilomerter, sondern wegen dem Stau und Gedränge, vor allem um diese Zeit.

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