Frage von pinkylady321, 44

Sollte ich zur Marine?

Hallo ihr lieben....

Ich bin gelernte Bürokauffrau (mit 1 bestanden :)) und habe bereits im diesem Beruf nach der Ausbildung in einer Spedition und einem Chemieunternehmen gearbeitet. Zurzeit bin ich seit Januar im zivilen Wachdienst einer Bundeswehrliegenschaft, da ich hier erstmal 1.000€ netto mehr verdienen kann durch die Stunden und mir der Job liegt, ständig neue Menschen und Kontrollaufgaben, die bereiten mir Spaß.

Ich möchte nun liebend gerne als Soldatin zur Bundeswehr direkt, ich habe sehr viel Ehrgeiz und mich reizen die ständigen Aufstiegsmöglichkeiten, zivil müsste man vieles selbst bezahlen um sich zu fördern, das ist oft schwierig. Unterordnen kann ich mich ebenfalls super und ich habe mich auch mit Auslandseinsätzen konfrontiert, 2 Bücher darüber gelesen und viel mit Soldaten drüber gesprochen, ich könnte es mir vorstellen.

Jetzt ist die Frage, ob ich als Unteroffizier oder Feldwebel des allgemeinen Fachdienstes einsteigen sollte... Habe auch bald einen Termin zur Karriereberatung speziell wegen der beiden Laufbahnen möchte ich mich nochmal informieren was bei mir geeigneter wäre.

Die allergrößte Frage ist, ob ich wirklich zur Marine sollte. Mir gefällt das Gesamtbild ja sehr mit dem Wasser und den Schiffen kann ich mich gut identifizieren. Sollte ich nämlich nicht zur SKB können, was gut passen würde weil ich wahrscheinlich hier in der Nähe bleiben könnte, dann ist Marine mein Plan B. Die Kameradschaft soll dort auch sehr gut sein. Aber zurzeit soll dort ja auch viel Personal fehlen und man könnte sogar über 1 Jahr unterwegs sein. Klar kommt es mal vor, aber ob das ständig so ist? Und wäre das empfehlenswert als Uffz bei der Marine? Bin da noch etwas unsicher und wollte mal eure Erfahrungen hören... Ich danke sehr!

Hilfreichste Antwort - ausgezeichnet vom Fragesteller
von Hamburger02, 10

War auch 12 Jahre bei der Marine und kann es nur weiter empfehlen. Das gehört mit zu den schönsten Zeiten in meinem Leben. So stressarm kann man im Zivilleben sein Geld nicht verdienen. Fast alle anderen, die ich kenne, sehen das genauso. Man lernt ein Leben kennen, das deutlich interessanter ist, als ein Job an Land. Wenn man Seefahrt mag und sie kennengelernt hat, kommt man nur selten wieder davon los….außer, man wird schnell seekrank. ;-)

Die Kameradschaft ist in der Tat sehr ausgeprägt. Aufs "militärische" wird da nicht so viel Wert gelegt, da geht es mehr um die Erfüllung seiner Aufgaben.

Schiffe sind selbst im Auslandseinsatz ziemlich sicher, weil Anschläge auf ein Schiff nicht so ganz einfach sind wie auf eine Patroullie an Land.

Desweiteren hat man immer seine Koje und die Kombüse dabei, egal, wo man ist.

Zudem verdient man mehr Geld, weil es Bord- und weiter Zulagen gibt.

Die Uniformen sehen auch viel schicker aus, als beim Heer oder Luftwaffe.

Bei deiner Vorbildung würde mir spontan die Feldwebellaufbahn Logistik einfallen. Die Versorgungsleute haben einen der angenehmsten Jobs an Bord. Und als Feldwebel, bei der Marine heißt das Bootsmann, verdient man auch deutlich mehr als als Uffz.

Expertenantwort
von ponter, Community-Experte für Bundeswehr, 18

Meine Dienstzeit bei der Marine liegt bereits einige Jahre zurück, ich bin fast 10 Jahre dort zur See gefahren. Im Vorfeld kann ich sagen, dass ich dies nie bereut habe und immer wieder tun würde.

Es stimmt, zur Zeit kann die Marine den auferlegten Aufgaben und Aufträgen nur schwerlich nachkommen, zum einen auch durch den Personalmangel bedingt. Trotzdem würde ich den Dienst dort immer wieder empfehlen. Der Beruf des Soldaten ist eine Berufung, in der Marine ist er es noch mehr. Ein Stück weit muss man dafür geboren sein.

Wenn man die Bereitschaft zur monatelangen Abwesenheit von Heimat und Familie hat und über ein hohes Maß an Flexibilität verfügt, sollte man sich diese Erfahrung nicht entgehen lassen. Allerdings sollte man sich allen Konsequenzen des Soldatenlebens bewusst sein.

Sollte ich zur Marine?

Letztendlich ist dies deine eigene Entscheidung, die gut durchdacht sein will.


Kommentar von pinkylady321 ,

Vielen Dank für Ihren Erfahrungsbericht, schön dass Sie dies nicht direkt kritisieren sondern ganz neutral beantwortet haben. Besten Dank.

Denn bei der Karriereberatung erfährt man noch lange nicht so viel und genau, wie von den Soldaten selbst, da kann man sich ja erstmal nur etwas unsicher sein. :-)

Kommentar von ponter ,

Kein Problem, es freut mich, wenn ich in irgendeiner Form weiterhelfen kann. 

Frauen gibt es mittlerweile nahezu in allen Bereichen der BW.

Du solltest nicht außer Acht lassen, dass der Beruf des Soldaten einige Entbehrungen mit sich bringt. Es gibt negative und positive Aspekte über alles sollte man sich im Klaren sein.

Antwort
von EinstAstral, 24

Wenn du nicht gerade wie ein Mannsweib aussiehst hast du als Frau schon bei der Musterung einen erheblichen Nachteil, von Aufstieg ganz zu schweigen. Zudem hast du die A****karte wenn du in's Ausland delegiert wirst. 

Wenn ich mir das schon durchlese: "Mir gefällt das Gesamtbild ja sehr mit dem Wasser und den Schiffen kann ich mich gut identifizieren."

Das ist kein Abenteuerausflug auf ner Jacht oder ein Fischerurlaub sondern ein Kriegsschiff welches in Kriegs- und Krisengebiete agiert. So wie du das schilderst liest sich das wie ein romantisches Essay über Ozean & Horizont. Das ist übrigens kein Argument weswegen du zur Marine willst. Was ist denn die Intention dahinter, dass du zur Marine möchtest und dann auch noch in eine Führungsposition willst? Ausleben von Machtfantasien? Kindische Neugier? Ich glaube mit deinem Einserschnitt bist du woanders besser aufgehoben denn von der Marine hast du offensichtlich eine vollkommen falsche Vorstellung...

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