Frage von LilliD98, 58

Sollte ich mit meiner Therapeutin sprechen?

Hallo,

Mein Name ist Lilli und ich bin 18Jahre alt. Ich versuche, mich kurzzufassen und meine Frage zu erklären. Ich habe seit ca.3Jahren Bulimie mit anorektischen Phasen. Zusätzlich wurde mir eine schwere Depression und Sozialphobie diagnostiziert. Ich verletzte mich außerdem selbst. Anfang letzten Jahres habe ich eine ambulante Therapie begonnen. Von November bis Februar war ich in einer Psychiatrie, weil die Depressionen schlimmer wurden. Nun ist es so, dass ich immer noch zu meiner ambulanten Therpeutin gehe. Ich nehme übrigens auch Antidepressiva. Es geht mir sehr wechselhaft....manchmal sehr schlecht. Ich hatte mal bzw. habe machmal Suizidgedanken. Meine Therapeutin weiß, dass ich mal Suizidgedanken hatte. Es fällt mir sehr schwer, mit ihr zu reden... Ich weiß nicht genau, woran das liegt..... Naja, auf jeden Fall habe ich letzte Woche (am Mittwoch war das glaube ich) eine Überdosis Antidepressiva genommen. Eine gefährliche Überdosis. Mein Ziel war eigentlich kein Suizid, ich wollte mir einfach selbst schaden. Aber mir wäre mein Tod auch egal... Das Problem ist, dass ich das ja eigentlich meiner Therapeutin sagen solllte...aber ich habe Angst, dass sie mich dann einweisen lässt, weil sie es als Suizidversuch sieht... Und in eine Klinik will ich auf keinen Fall nochmal. Erstens weil ich nicht noch ein Schuljahr versäumen will und zweitens, weil es mir nicht so viel gebracht hat... Weiß vielleicht jemand, was ich machen kann...?? Vielen Dank schon einmal für hilfreiche Antworten:) Lg Lilli

Hilfreichste Antwort - ausgezeichnet vom Fragesteller
von samm1917, Community-Experte für Depression, 15

Grundsätzlich gibt es verschiedene Methoden eine Depression zu behandeln. Eine Psychotherapie (und damit meine ich eine richtige Psychotherapie und nicht das Gespräch beim Arzt, welcher einfach Medikamente verschreibt) ist eines der effektivsten Verfahren. Das Problem einer Psychotherapie ist, dass es oft Monate, wenn nicht Jahre dauert bis sie wirkt.

Die Beziehung zwischen Therapeut und Patient ist dabei elementar. Es geht darum das Unterbewusstsein zu öffenen, dies kann nur mittels einer starken Vertrauensbasis funktionieren.

Ich persönlich würde es deiner Therapeutin genau so sagen wie es du hier geschildert hast. Es ging nicht um Suizid, sondern darum dir zu schaden.

Somit gehst zu zwar das Risiko ein, erneut stationär behandelt zu werden, doch ohne Vertrauensbasis funktioniert eine Psychotherapie einfach nicht. Sich schaden zu wollen ist eine Reaktion, die bei Depressionen und anderen psychischen Krankheiten eine Rolle spielen kann.

Wenn sie gut ist, dann schickt sie dich nicht in eine Klinik sondern lernt mit dir, wie du dir "schaden" kannst ohne das es für die Gesundheit gefährlich wird. Diese Skills können z.B. extrem scharf essen, Eiswürfel auf der Haut, Eiswürfel zerkauen, extem kalt Duschen, Spanngummi um die Hand etc. sein.

Eine weitere Option die du hast ist sicher ein Medikamentenwechsel. Es gibt eine vielzahl von Medikamenten, die bei Depressionen eingesetzt werden können http://deprimed.de/home/). Selbst wenn SS(N)RI's nicht funktionieren, gibt es noch andere Möglichkeiten. Jeder Mensch reagiert sehr unterschiedlich auf Psychopharmaka, desshalb sind bei der Mehrheit aller Patienten Medikamentenwechsel nötig um eines zu finden das wirklich greift.

Du bist bereits volljährig, von dem her kommt theoretisch auch eine Eletro-Krampf-Therapie, kurz EKT, in Frage http://deprimed.de/ekt/). EKT ist die wirksamste Methode um Depressionen zu behandeln. Da es doch ein starker Eingriff ist wird EKT jedoch nur bei schwerst depressiven Patienten angewandt, die weder auf zahlreiche Psychpharmaka noch auf Psychotherapie reagiert haben.

Kommentar von LilliD98 ,

Vielen Dank!!

Kommentar von samm1917 ,

jederzeit ;-)

Antwort
von Loveschocolate, 23

Sag es ihr doch genauso. Dass du es getan hast, um dir zu schaden, aber dich nicht umbringen willst/wolltest.

Kommentar von LilliD98 ,

Aber sie würde mich wahrscheinlich trotzdem einweisen lassen, weil ich mich selbst gefährde... Wenn das "selbst schaden" lebensgefährlich wird..

Kommentar von Loveschocolate ,

also solang man da keine konkreten "Pläne vorweist" wird man da nicht eingewiesen. meine therapeutin weiß auch dass ich prinzipiell ziemlich suizidgefährdet bin und mich selbsr verletze, aber ich trotzdem bin ich nur ambulant in Therapie

Kommentar von Loveschocolate ,

also von daher. würde ich mir da mal nicht so viele Sorgen machen.

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