Frage von NEOonline, 100

Sollte ich mit meiner Angst zum Psychologen oder nicht?

Guten Abend. Heute mal eine eher nachdenkliche Frage, die mich in letzter Zeit beschäftigt. Mein Leben ist wundervoll, alles läuft perfekt, oft denke ich an die Zukunft mit meiner Freundin. Und dann denke ich daran, dass ich sie irgendwann nicht mehr haben werde. Dass ich nichts mehr haben werde. Wie kommt ihr damit klar, einmal alles loslassen zu müssen? Dass das Leben temporär ist, alles was wir ubs aufgebaut haben eingerissen wird, wir unsere Liebsten verlassen und nie wieder jemanden auf die Stirn küssen können, nie wieder jemanden sagen zu können, wie sehr man ihn liebt? Ich fühle mich mit meinen 19 Jahren, wie in der 4. Sterbephase. Denn blicke ich zurück, so sind die Erinnerungen an mein Leben so kurz, dabei habe ich schon ein Viertel hinter mir.. Sollte ich zum Psychologen? Kann der was an der Tatsache, an meinen Gedanken ändern?

Antwort
von Matahleo, 30

Hallo NEOonline,

du hast da sehr interessante Gedankengänge. Mit 19 Jahren stehst du zugegebenermaßen ziemlich am Anfang deines selbst gesteuerten Lebens. Die Kunst das Leben zu genießen ist zufrieden zu sein. 

Loszulassen ist immer schwer. 

Ich habe mich mit dem Sterben, aber auch  mit dem Loslassen im Leben sehr viel beschäftigt und auch beschäftigen müssen. Heute habe ich eine sehr entspannte Betrachtungsweise. Dazu habe ich zwei Sichtweisen entwickelt. 

Die eine ist folgende:

In meinem Leben ist es wie mit einem Bücherregal. Es ist nur begrenzt aufnahmefähig. Um neue Bücher lesen zu können muss ich alte Bücher ab und an entsorgen. Ich kann sie verschenken, weitergeben, wegwerfen. Egal was, aber sie müssen raus aus dem Regal, damit Platz für neue geschaffen wird.

Wenn ich ein Buch besonders mag, dann behalte ich es, manchmal mein ganzes Leben lang. So manches Buch wird aber auch von jemand anderem entfernt, was dann sehr schmerzhaft sein kann. Manchmal leiht man ein Buch aus und bekommt es nie zurück. 

Aber was ganz klar ist, ich will immer wieder neue Bücher lesen, nicht nur die, die ich schon gelesen habe, egal wie toll sie waren. 

Also gebe ich meine Bücher, auch die des Lebens, gerne wieder her. Denn sie waren mir ein guter Begleiter, eine gute Lehre, eine gute Geschichte. Und ich freue mich, wenn ich etwas Gutes weitergeben kann. 

Also lerne loszulassen um Platz für Neues zu schaffen. Es ist immer spannend mindestens ein neues Buch zu haben.

Wenn du es dann noch schaffst, ein Buch in gute Hände zu geben, dann fällt das Loslassen nicht so schwer. 

Ich wünsche Dir gute Erfahrungen mit dem Loslassen.

LG Mata

Expertenantwort
von pingu72, Community-Experte für Liebe, 25

Das sind normale Verlust - bzw Zukunftsängste die jeder mal hat/hatte. Du bist noch sehr (!) jung und solltest dir nicht solche Gedanken machen. Statt zu denken dass etwas/jemand irgendwann nicht mehr da ist solltest du die Zeit genießen und voll auskosten! Mit Verlusten lernt man umzugehen, und oft schließt sich eine Tür und eine andere öffnet sich, und dann steht sogar oft etwas Besseres dahinter! Und du würdest es bereuen dein Leben mit solch unnötigen Gedanken verschwendet zu haben... Lebe im Hier und Jetzt und freue dich auf das was noch kommt!

Antwort
von Gaia222, 14

Ich denke es kommt darauf an, inwieweit diese Gedanken deine Lebensqualität beeinflussen. Wenn du da mehrmals täglich drüber nachdenken musst und die Gedanken dich beginnen zu quälen, dann wäre es vielleicht wirklich besser einen Psychologen zu konsultieren.

Antwort
von goodgurlgone, 29

Ähnliche Ängste hatte ich (w18) während meiner Pubertät ebenfalls. Ich hatte oft die Angst, alle Menschen, die mir wichtig sind zu verlieren und dies verfolgte mich auch in meinen Träumen. 

Deswegen mein Appell an dich! Rede mit jemandem darüber, vielleicht einem Elternteil? Oder halt jemandem, dem du vertraust. Das Herz einem anderen auszuschütten bewirkt Wunder! Meine Mutter meinte, dass das normal ist, dass man als Jugendlicher solche Ängste hat. Und denk vielleicht nicht schon so weit, dafür ist das Leben doch viel zu kurz! 

Genieß es und lebe in der Gegenwart, nicht in der Zukunft. Zu viel denken tut auch nicht gut ;-)

Kommentar von NEOonline ,

Auch wenn es traurig ist, dass andere auch von solchen Gedanken geplagt werden, so erleichtert es mich ein wenig, dass ich nicht allein bin. 

Ich finde halt, dass das Leben viel zu wunderschön ist, als dass man ds loslassen kann.

Trotzdem danke ich dir!

Antwort
von Lichtpflicht, 9

Ich glaube, diese Fragen haben mit dem Erwachsenwerden zu tun... Als Kind oder Jugendlicher begreift man nicht, dass alles vorbeigeht und man irgendwann mal stirbt. Die Zeit vergeht auch ganz anders.

Wird man erwachsen, begreift man, dass alles vorbeigeht, endet, man nur begrenzte Zeit hat. Wenn man das erste Mal darüber nachdenkt, kann es einen ganz schön erschrecken oder belasten.

Letztlich sieht man irgendwann, dass das Leben an sich eben so ist, schon immer so war und niemals anders sein wird. Leben an sich ist Veränderung, Leben gibt es nur, weil es auch Sterben gibt.

So wie gute Dinge vergehen, vergehen auch schlechte Dinge, und das ist super.

Im Buddhismus gibt es den Gedanken, dass man nicht an Dingen festhalten soll, weil es nur Leid bringt. Loslassen lernen ist ein wichtiger Schritt ins glückliche Leben.

Ich vergleiche das Leben gern mit einem Blick in den Wolkenhimmel: Ständig bilden die Wolken neue Figuren, treiben umher, werden größer oder kleiner oder verschwinden, man sieht immer neue Muster und Figuren, manche Wolken verschmelzen und bilden größere Wolken, manche reißen auseinander, alles ändert sich stetig oder langsam, je nachdem, wie der Wind bläst.

Ich bin mir sicher, dass ich die Metapher aus einem Buch habe, leider weiß ich nicht welches ^^

Deine Gedanken sind fast jedem vertraut, der gerne nachdenkt. Lies doch einmal das Buch "Sophies Welt", falls du es noch nicht kennst. Vielleicht bringt es dich weiter :)

Antwort
von helferleindesw, 33

Deine Gedanken regen wirklich zum Nachdenken an. Aber ich denke nicht, dass es tatsächlich ungewöhnlich ist sich über solche Dinge Gedanken zu machen, sie gehören dazu. 

Antwort
von Hooks, 30

Du solltest Dich eher mal ganz aktiv mit der Ewigkeit beschäftigen, wo Du sein wirst nach Deinem Tod, und was Du in Deinem Leben als Sinn betrachtest. Da kann Dir ein Psychologe nicht helfen, eher ein Seelsorger.

Kommentar von NEOonline ,

Meine größte Angst wäre wohl dann die, dass ich in der Ewigkeit und meine Eltern, ohne meine Freundin und ohne meinen Bruder verweile. 

Kommentar von Hooks ,

Warum?

Antwort
von comhb3mpqy, 5

Ich glaube an ein Leben nach dem Tod, ich bin Christ und ich habe keine große Angst vor dem Tod. Wenn es Dich interessiert, warum ich daran glaube, dann kannst Du mich in den Kommentaren fragen oder bei meinen hilfreichen Antworten vorbeischauen. Dort findet man einige Gründe/Argumente, um an ein Leben nach dem Tod und das Christentum zu glauben.

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