sollte ich meinem arbeitgeber nach enfristung meines arbeitsvertrages über meinen schwerbehindertenstatus informieren (wg. sonderurlaub u. kündigungsschutz)?

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5 Antworten

Hat der Arbeitnehmer eine Mitteilungspflicht?

Nach der Feststellung der Schwerbehinderung bleibt es dem Arbeitnehmer überlassen, ob er diese dem Arbeitgeber mitteilt oder nicht. Dies gilt ebenso für Arbeitnehmer, die einem schwerbehinderten Menschen gleichgestellt sind. Denn solange die im Arbeitsvertrag aufgeführten Pflichten vom Arbeitnehmer erfüllt werden können, besteht keine Pflicht den Arbeitgeber zu informieren. Allerdings besteht dann auch kein Anspruch auf Zusatzurlaub

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Erst mal greift der Kündigungsschutz erst nach 6 Monaten Betriebszugehörigkeit.
Dann erfährt der Arbeitgeber irgendwann sowieso davon. Da Betriebe mit mehr als 20 Beschäftigten verpflichtet sind Behinderte einzustellen. Es zählen natürlich auch nur begünstigt Behinderte, also mit Feststellungsbescheid.

Ist dies nicht der Fall muss eine Ausgleichstaxe bezahlt werden, und in diesem Bescheid steht genau drin wie viele Behinderte und wer genau in dem Betrieb beschäftigt sind.

Es hat ja auch keine Nachteile zu sagen das man behindert ist. So lange man seine Arbeit macht und der Chef zufrieden ist, ist doch eh alles ok.

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Ich sach mal so: Du KANNST es jetzt gefahrlos machen.

Es wird ihm sehr sauer aufstoßen, dass du das ausgerechnet unmittelbar nach der Entfristung tust. Da fühlt er sich übers Ohr gehauen.

Wenn es wegen der Vergünstigungen nicht Not tut, warte noch ein paar Monate. Und wenn du es sagst, betone, dass du es bisher nicht für wichtig gehalten hast, weil du in keinster Weise für deine Aufgaben eingeschränkt warst.

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Informiere deinen Arbeitgeber den  es könnte sonst sogar sein das du deshalb sogar  doch noch gekündigt werden kannst deswegen wäre es gut das  zb beim einstellen  zu sagen den stellt er dann jemanden ein kann er ihn nicht so einfach wieder kündigen.Wen du   wegen dem Sonderurlaub gefragt wirst kannst du ja zb einfach behaupten das du so Überstunden ausgleichst...

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Kommentar von Familiengerd
10.11.2016, 17:18

den  es könnte sonst sogar sein das du deshalb sogar  doch noch gekündigt werden kannst

Das ist selbstverständlich falsch!

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Hätte er das nicht fairerweise schon wissen sollen?

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Kommentar von Familiengerd
10.11.2016, 17:37

Dazu besteht keine Veranlassung, wenn der betroffene Arbeitnehmer keinen Anspruch auf die Vergünstigungen für Schwerbehinderte erhebt und die Behinderung auch nicht von Relevanz ist für die Ausübung der Tätigkeit.

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Kommentar von Mojoi
10.11.2016, 18:12

Ich möchte mal eine Anekdote zum Besten geben (eigener Erfahrungsbericht):

In unserem Kleinbetrieb hatten wir mal einen Diabetiker eingestellt. Bei der Einstellung gab er an, nicht schwerbehindert zu sein.

Seine Arbeit hat er ohne Einschränkungen (bezüglich seiner Erkrankung) anstandslos erledigt. Der DM war nie ein Thema.

Irgendwann zerstritten er und Chef sich, und Cheffe wollte ihn loswerden.

Da zog der Kollege die Trumpfkarte Behinderung mit Gleichstellungsantrag heraus. Den hatte er schon von Beginn an.

Wir (bzw. Cheffe) wollten ihn über die Schiene greifen, dass er uns das auf Nachfrage hin verschwiegen hat - zog nicht.

Wir wollten ihn über die Schiene greifen, dass er nachweislich schlechte Leistungen erbracht hatte und einige relativ eklatante Verfehlungen sich geleistet hatte - juckte das Integrationsamt nicht.

Letztenendes sind wir ihn nur mit einer teuren Abfindung und seinem Einverständnis losgeworden.

Die Pointe?

Abschließend sagte der Chef: "Nie wieder ein Diabetiker / einen Schwerbehinderten!"

Und die Moral von der Geschichte?

Dieser Arbeitsplatz war - durch ein einziges Schlitzohr - für alle anderen Diabetiker / Schwerbehinderten verbrannt, nachhaltig!

Das heißt, wenn sich ein ahnungsloser Diabetiker bewerben würde, und beteuern würde, dass er genau so leistungsfähig sei, wie ein "Gesunder"... er würde trotzdem die Stelle nicht bekommen und noch nicht mal erfahren wieso! Nur weil er Diabetiker ist!

Darum haben Schwerbehinderte die Pflicht, auf Fragen zur Behinderung hin professionell zu lügen!

Man könnte vorsichtig herantasten, warum gefragt wird, ohne sich selbst zu offenbaren. Z.B.: "Warum fragen Sie? Hätten Sie lieber einen Behinderten? Ich könnte in meinem Bekanntenkreis nachfragen." Dann muss er mit Infos rausrücken. Z.B., dass Schichtarbeit notwendig ist. Schwer gehoben werden muss. Etc.

Und wenn da kein KO-Kriterium dabei ist, sollte man bei der Lüge bleiben. Einen Rückzieher kann man immer noch machen.

 

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