Sollte ich Japanologie studieren?

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2 Antworten

Wer so zögerlich fragt, hat keine große Lust, oder? Ich habe Japanologie studiert und bin dann nach Japan gegangen. Ich habe zwei Mal einen Job gefunden, aber das war vor 25 Jahren. Mittlerweile ist Japan in einer Stagnation, aber es werden wahrscheinlich immer noch Leute gesucht werden, die Deutsch können, weil Japan einiges aus Deutschland importiert. Es wird also gut sein, wenn Du auch für Wirtschaft Interesse hast.

Bungo (Altjapanisch) wird Dir dabei nicht helfen. Du solltest gut das gegenwärtige Japanisch können. Auch ist die Frage, ob Dir ein Interesse für japanische Comics helfen. Es gibt nämlich viele Japaner, besonders im Unibereich, die von Comics gar nichts halten. Erst wenn eine Diplomarbeit mit Statistiken gespickt ist, dann wird sie hoch angesehen. (Falls Du an eine Uni gehen willst).

Auch ist es hilfreich, wenn man einen japanischen Ehepartner hat, weil man dann ein Ehevisum bekommt und unbegrenzt in Japan leben und arbeiten darf. Mit einem dreimonatigen Urlaubsvisum kommt man nicht weit.

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Kommentar von M1603
19.12.2015, 03:48

Auch ist es hilfreich, wenn man einen japanischen Ehepartner hat, weil man dann ein Ehevisum bekommt und unbegrenzt in Japan leben und arbeiten darf.

Ach ja, schoen waer's wenn das fuer alle Ehepartner zutreffen wuerde, aber da ist Japan leider noch nicht fortschrittlich genug.

Naja, aber wer wirklich was auf dem Kasten hat, wird ganz sicher nicht unbegrenzt in Japan bleiben wollen. : D

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Da man, auch wenn man es muesste, bei zu exotischen Fremdsprachen in der Regel keine zur Beschaeftigung mit dem Fach notwendigen Sprachkenntnisse bei der Immatrikulation voraussetzen kann, bestehen die ersten beiden Jahre in diesen Studiengaengen hauptsaechlich aus Sprachkursen, die so strenggenommen allerdings noch nichts mit Japanologie zu tun haben -- sie sind halt ein notwendiges Uebel. Man kann sich jedoch gluecklich schaetzen, denn Universitaetssprachkurse sind normalerweise die intensivsten, die man machen kann, auch, weil man sich hier auch theoretisch mit der Sprache auseinandersetzt und auseinandersetzen sollte.

Das erste Jahr besteht dann meist aus Einfuehrungsveranstaltungen, damit man ueberhaupt erstmal einen Ueberblick ueber sein Fach bekommt. Das kann in Japanologien mit Geschichtsschwerpunkt eine Einfuehrung in die Japanische Geschichte sein, und bei reinen Sprachwissenschaften die Aneignung wichtiger Fachbegriffe und Theorien. Richtig intensiv mit seinem Fach beschaeftigt man sich meistens erst im dritten Jahr, da man dort schon voraussetzen kann, dass die Studenten mit originalsprachiger Literatur umgehen koennen.

Denk daran, dass Japanologie eine Wissenschaft ist. Selbst wenn es Kurse ueber Anime, Popkultur oder sonstwas geben sollte, geht man das wissenschaftlich und theoretisch an und wird wohl kaum Anime schauen, es sei denn man moechte dort bestimmte Sprachformen oder kulturelle Aspekte genauer analysieren.

Am Ende kannst du ueberall da arbeiten, wo es wichtig ist, dass jemand neben der eigenen Sprache (und Englisch) auch noch eine asiatische Sprache beherrscht und mit/in der entsprechenden Kultur arbeiten kann.

Wenn man Experte fuer eine Sprache sein moechte, dann ist man immer auch Verbindungsstueck zwischen den betroffenen Laendern. Zwar wird es niemanden geben, der nur uebersetzt oder dolmetscht, aber das wird immer dazugehoeren.

Wo und wie sich dein moeglicher Job dann gestaltet, haengt von deinen Faehigkeiten, deinen Kontakten, deinen Arbeitserfahrungen (Praktika, Auslandsaufenthalte), deinem Zweitfach und nicht zuletzt deiner Kreativitaet, Hartnaeckigkeit und Lernbereitschaft ab.

Wichtig ist allerdings, dass du die betroffenen Sprachen alle (inkl. der eigenen Muttersprache und Englisch) auf einem sehr hohen, im Beruf verwendbaren und mit einem Muttersprachler nahezu gleichzusetzenden Niveau beherrschst. Dazu musst du zu den besten Absolventen deines Jahrgangs gehoeren -- und das schaffen nicht viele.

Aus meinem Abschlussjahr haben ALLE Abgaenger, die die oberen Bedingungen erfuellen, einen Job mit (in diesem Fall) Japanbezug -- ob in Deutschland oder Japan. Der ganz grosse Rest macht irgendwas anderes, was teilweise noch nicht einmal mit dem Zweitfach zu tun hat. ; )

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