Frage von 120grammButter, 286

Sollte ich Deutschland verlassen, weil ich mit der Kultur nichts anfangen kann?

Persönlich mag ich lediglich Deutschland nur wegen der Infrastruktur, stabilen Wirtschaft, Versorgung, den Vorzügen der deutschen Staatsangehörigkeit im Ausland und der relativ niedrigen Kriminalität.

Aber ich interessiere mich so gut wie gar nicht für die Bräuche, Geschichte, Politik, deutsche Verhaltensmuster und Lebensstile. Ich mag weder deutsche Filme noch deutsche Musik. Fussball interessiert mich auch nicht. Volksfeste, Schützenfeste und Oktoberfest finde ich absolut ätzend. Von Bier saufen und Stammkneipen-Treffen halte ich auch nichts, da ich sowieso so gut wie kein Alkohol trinke und auch sonst viele seltsame deutsche Verordnungen doof finde.

Vom Verhalten, der Gastfreundschaft und der Höflichkeit im Bezug auf die allgemeine kulturelle Mentalität bin ich auch nicht überzeugt. Da finde ich andere Kulturen besser und bin froh, dass ich in Deutschland auch auf ausländische Menschen (Asiaten, Amerkianer etc.) treffen kann.

Eigentlich fühl ich mich ja wohl im Lande, da es sicher und wohlhabend ist. Nur habe ich absolut keinen nationalen oder patriotischen Bezug.

Ist das zu modern und kosmopolitisch oder ist es für die heutige Gesellschaft normal? Würdet ihr mir raten evtl. in einem anderen Land zu leben? Und wenn ja, welches wäre es und warum?

Vielen Dank

Antwort
von Grautvornix16, 54

Hi,- persönliche Schwierigkeiten, Freunde, Sinn, Interessen und die zu einem passende "Kulturnische" zu finden kannst du mit Auswandern auch nicht lösen. Da hast du deine Schwierigkeiten nur automatisch mit im Rucksack und nimmst sie einfach nur mit. Kosmopolitisch? - Unbedingt! Mach dich nicht so abhängig von angeblichen "Prägungen durch Herkunft" - es gibt auch sowas wie Selbstentwicklung. Ansonsten hat jede Kultur auch ihre "Prägungen" und damit Begrenzungen zum Gewünschten und Nicht- Gewünschten, zum Möglichen und Nicht-Möglichen. Diese Unterschiede findest du in Deutschland aber so zahlreich, dass du dir den Umweg um den Globus eventuell sparen könntest (es sei denn das Wetter ist für dich das Hauptproblem :-) ). Manchmal reicht schon ein Stadtteilwechsel oder ein Wechsel von Land zu Stadt oder ein Wechsel von Statd zu Stadt in einem anderen Bundesland.  Mein Tip: Zieh ins Ruhrgebiet - das ist sowieso die heimliche Hauptstadt Deutschlands - Melting Pot / Big Apple - Kalaeidoskop von Szenen, Angeboten, Optionen aus einer "kosmopolitischen" Geschichte heraus, die da Alltag ist. Habe mal einen Harley Davidson-Clubmitglied von "Schleuse 3" in Oberhausen getroffen. Der hatte dasselbe Problem wie du. Nur war er eher eine Art "Binnenflüchtling": Der kam aus Bayern und wollte auf keinen Fall dorthin zurück sondern im "Revier" bleiben - aus den o.g. Gründen und aus vielen von den Gründen, die du auch aufgezählt hast.

Ansonsten hast du überall auf der Welt auch die dumpfe Seite des Lebens und deren Vertreter.

Allzklaa? (Alles klar?)

Gruß

Antwort
von MrHilfestellung, 117

Ich bin auch null patriotisch, aber ich finde es gibt auch in Deutschland sehr viele Orte an denen man kosmopolitisch und ohne deutsche Bräuche leben kann.

Kommentar von 120grammButter ,

Hamburg | Köln | Berlin

Kommentar von MrHilfestellung ,

Beispielsweise. 

Hier in Berlin hast du die Vorteile, dass du in Deutschland bist, aber du kannst von den Traditionen und Bräuchen leben wie du willst.

Nachteile sind natürlich knapper Wohnraum und die Verwaltung funktioniert fast überall in Deutschland besser.

Antwort
von AriZona04, 129

Ich empfinde genau so wie Du, aber ich trage mich überhaupt nicht mit dem Gedanken, Deutschland verlassen zu wollen nur aus diesen Gründen! Wir MÜSSEN ja nix von dieser Kultur mitmachen! Das findet ja auch überwiegend im ländlichen Bereich statt. Zieh mal in eine Großstadt um und leb da mal: Da schert sich kaum einer um solche Bräuche! Genieß doch die Vorzüge, die Du hier hast! Und vielleicht bekommst Du in der Großstadt auch andere Freunde, die so denken wie Du! Ich wette, die wenigsten Deutschen engagieren sich für Volksfeste und Co. Ja, die gibt es natürlich, aber prozentual gesehen würde ich da gern mal eine Statistik sehen.

Kommentar von bluestyler ,

richtig.

Wir haben ja eigene Feste.

Z.b ich als Moslem haben halt Opferfest und Zuckerfest :)

Kommentar von AriZona04 ,

Muss man auch nicht mitmachen!

Antwort
von Fontanefan, 56

Man braucht nicht viel von der deutschen Kultur zu schätzen, um sich hier wohl zu fühlen.

Aber versuch mal eine andere Kultur intensiv kennen zu lernen und prüf, ob sie dir besser gefällt.

Aber mit der Kultur ist es wie mit dem Leben überhaupt. Nur wenn man sich intensiv darauf einlässt, kann es Spaß machen. 

Bedenk außerdem einmal, was Münkler für die entscheidende Voraussetzung hält, dass man sich hier wohlfühlen kann (was viel Deutsche freilich noch nicht erfüllen).

1. Fähigkeit, für sich selbst zu sorgen

2. Vertrauen in die Solidargemeinschaft

3. Überzeugung, dass Religion eine Privatsache ist

4. Überzeugung, dass Berufswahl, Lebensweise und Wahl eines Ehepartners individuell und nicht von der Familie entschieden werden sollen

5. Bekenntnis zum Grundgesetz

Wenn du bei den 5 Punkten energische Zweifel hast, dann solltest du ernsthaft prüfen, ob du dich in einem anderen and nicht besser aufgeoben fühlen würdest.

Kommentar von 120grammButter ,

Kann man also das heutige "deutsch sein" auf die Einhaltung des Grundgesetzes reduzieren? Wäre ja schonmal toll, wenn wirklich jeder sich daran halten würde. Insbesonders an die Grundrechte und der Würde, die leider heute nicht von jedem respektiert wird.

Kommentar von kgunther ,

Vor allem wird das GG von Regierung, Bundestag und Politprominenz gebrochen!

Aber "deutsch sein" ist etwas GANZ anderes, viel mehr, als sich bloß nach dem GG zu richten

Antwort
von zippo1970, 126

Ich persönlich bin schon relativ "Deutsch". deswegen ist es mir relativ egal, ob Du mit unseren Bräuchen, Traditionen, Fußball, und sonstigen "Deutschkram" irgendwas anfangen kannst. Ich hab Spaß damit.....alles andere ist mir egal. ;-)

Ansonsten gilt für mich: Leben und leben lassen!

Und für Dich persönlich sollte gelten:

Eigentlich fühl ich mich ja wohl im Lande

Kommentar von 120grammButter ,

Das finde ich an Deutschland allerdings auch toll, dass jedem sein Lebensstil gewährt wird solange er damit andere nicht schädigt. Vielleicht nicht so frei wie in den USA aber dafür sicherer. Wahrscheinlich auch ein Grund, warum ich mich hier wohl fühle. :P

Kommentar von zippo1970 ,

Und das ist doch die Hauptsache, dass man sich wohl fühlt. Ein alter Preußenkönig hat mal gesagt: "Jeder soll nach seiner Facon (frz. Weg) glücklich werden"! :-)


Kommentar von gottesanbeterin ,

Schmückt euch nicht mit fremden Federn, ihr lieben deutschen Brüder und Schwestern! Der Ausspruch und das Toleranzpatent kommen aus Österrech, genau vom Kaiser Joseph II !

Kommentar von gottesanbeterin ,

Ach ja, Fasson bedeutet übrigen nicht "Weg", sondern Form: Stil, Art, Wesen, Temperament, Eigenart, Manier

-bei Bekleidung: Passform, Zuschnitt, Form, Formung, Gestalt, Machart.

Kommentar von zippo1970 ,

Es gibt Fasson und Facon (geschrieben beim c mit einem Häkchen unten). Die Übersetzungen sind leicht zu finden. 

Der alte Fritz hat übrigens nicht glücklich, sondern selig geschrieben. Was sich in seiner Bedeutung allerdings nichts nimmt.

An eurem Toleranzpatent wollte ich nicht rütteln, wenn das Dein Problem war.

Kommentar von kgunther ,

Leider komm diese Tugend der Deutschen zunehmend außer Gebrauch. Es ist modisch geworden, andere Meinungen zu verteufeln. Wer nicht blaue Baumwollhosen trägt, Cola trinkt und CDUSPDFDP wählt, ist ein gefährlicher Außenseiter: "Kampf gegen 'rechts'! Kampf gegen 'links'!"

Dabei kann doch kaum einer mehr sagen, was das ist, "r." oder "l.".

Antwort
von oelbart, 77

Hmm...warst Du denn schonmal für längere Zeit im Ausland? Manche Sachen falllen einem erst auf, wenn sie fehlen (war bei mir zumindest beim Umzug vom Süden in den Norden so - und das innerhalb Deutschlands!)

Ob die Filme, die Musik, die Volksfeste und Bräuche irgendwo anders so viel besser sind...ich weiß nicht. Da wird der Unterschied zwischen Stadt und Land vermutlich größer sein als der zwischen Deutschem Dorf und chinesischem Dorf. Spießbürger gibt's in allen Hautfarben: Die ausländischen Mitbürger, die Du in Deutschland triffst, sind ja eben gerade die, die ihre Heimat verlassen haben!

Probiers doch einfach mal aus, such Dir einen Arbeitgeber im Ausland (oder einen Deutschen, der Projekte im Ausland leitet) und sieh nach, obs da schöner ist. Wenn ja, bleib dort, wenn nicht, guck woanders oder komm zurück. Was hast Du zu verlieren?

Antwort
von RayAnderson, 50

Hallo,

Deine Aufzählungen, die Du zu einem überwiegenden Teil sehr an Deutschland schätzt, gehört zur deutschen Kultur. Es ist Teil dieser.

Du wirst Niemanden finden, der ausnahmslos alles wertschätzt und alle Vorzüge, die Deuschland bietet, auch nutzt.

Das Leben in Deutschland ist sehr vielfältig. Jeder hat die Freiheit sein Leben so zu gestalten wie es ihm am Liebsten ist, solange kein anderer dadurch bedrängt wird oder Schaden nimmt. Auch das gehört zur deutschen Kultur.

Wer diese Vorzüge mag, denkt in gewisser Weise bereits etwas patriotisch.

Deutschland bietet Meinungsfreiheit, Religionsfreiheit, eine freie Presse etc..

Das ermöglicht vielen den Lebensstil zu finden und zu Leben, den er mag. Zudem gibt es in Deutschland eine Grundsicherung.

Niemand wird in Deutschland gezwungen in einer Gegend zu wohnen, die ihm nicht gefällt. Wem das Landleben, mit den unterschiedlichsten Gebräuchen nicht behagt, hat die freie Wahl in eine Großstadt zu ziehen. Dort herrscht ein völlig anderes Leben.

Du zählst viel Aspekte auf, widersprichst Dich jedoch selbst teilweise. Würdest Du durch die Welt reisen, wäre Deine erste Erkenntnis, dass es kein Land gibt, dass Jedem alles so bietet, wie er es zu 100% vorfinden möchte.

Die viel gepriesene Freiheit in den USA sieht in der Realität etwas anders aus. In den USA herrscht in weiten teilen Rassismus. Eine soziale und medizinische Absicherung gab es bis vor kurzem so gut wie garnicht und auch jetzt nur bedingt.

Auch wenn es in Deutschland eine kleine Minderheit immer wieder mit menschenverachtenden Parolen in die Schlagzeilen schafft, so ist die große Mehrheit jedoch keineswegs ausländerfeindlich.

Statt nur über Dinge nachzudenken, die Du nicht magst, bzw. nicht mitmachen möchtest, solltest Du Dich fragen was Du statt dessen lieber vorfinden möchtest. Dann schau welches Land Dir das bietet, in dem Du vorort Deine Erfahrungen machst.

Du wirst feststellen, dass es keinen Ort auf der Welt gibt, wo alles Gold ist, was glänzt.

Man wird immer Kompromisse machen müssen.

Was zählt ist eine möglichst große, übereinstimmende Schnittmenge.

RayAnderson  😏

Kommentar von 120grammButter ,

Das nenn ich mal eine objektive Antwort. Danke. :D

Kommentar von RayAnderson ,

bitte, gerne....

Auch meine Antwort stellt nur ein umrissenes Resumé dar. Deine Frage befasst sich mit einem sehr komplexen Thema, über das sich stundenlang referieren ließe.

Das eigene Land betrachtet man oft wesentlich kritischer als andere Länder. Dort sieht man gern nur die Vorzüge und kommt dadurch zu einem verzerrten Bild.

Und/oder es ist mitunter Unwissenheit oder ein lückenhaftes Bild über andere Länder, was dann zu einem falschen Urteil führt.

Nur Länder die man selbst auch bereist hat, vorausgesetzt das Hintergrundwissen ist entsprechend, lassen sich real beurteilen.

Antwort
von lupoklick, 1

"Ist das zu modern und kosmopolitisch "

nee, nur kalt und oberflächlich !!!

Antwort
von bluestyler, 91

Hey, bin hier ebenfalls geboren, jedoch schätze ich es wirklich sehr, dass ich hier leben kann.

Ich feier kein Weihnachten, Silvester, Karneval, Ostern und was weiß ich noch was.

Heutzutage ist es anscheinend üblich jedes Wochenende in die Disco zu gehen und sich voll zu besaufen.

Ist halt jedem seine Sache.

Ich z.b als Moslem habe ja ,, eigene " Feiertage z.B Opferfest und Zuckerfest.

Ich feier diese Tage. 

Nur weil ich jetzt nicht zum Oktoberfest gehe oder kein Alkohol, keine Shisha, keine Zigaretten oder härtere Drogen zu mir nehme, heißt es nicht, dass ich mich nicht wohl fühle.

Deutschland ist wirtschaftlich sehr stark ausgestattet und die soziale Sicherheit wird ebenfalls gewährleistet.

Vielleicht solltest du dir mal paar Freunde suchen die deine Interessen vertreten. Ich habe viele Freund die dies ebenfalls nicht feiern..

Trotzdem schätzen wir es sehr in Deutschland leben zu können.

Hier herrscht Frieden... du kannst dir eine SICHERE Zukunft aufbauen..

Irgendwas muss dich doch begeistern?

Kommentar von 120grammButter ,

Solche anstandsvollen und positiven Menschen wie du begeistern mich in diesem Land. ;)

Antwort
von ilprincipe, 81

Ich als sogar ''3/4''Deutscher empfinde ähnlich. Trotzdem bin ich glücklich und dankbar, dass ich in einem Land wie Deutschland leben darf und meine Vorfahren z.T. Deutsche sind. Gegen deutsche, kulturelle Riten habe ich nichts, ich nehme an ihnen nicht Teil, aber muss sie akzeptieren. Zuwider sind mir Deutschtümelei und primitiver Patriotismus.

Antwort
von voayager, 36

Wenn du ein Natur-Freak sein solltest, dann empfehle ich dir Kanada oder Alaska

Kommentar von 120grammButter ,

Das sind wirklich schöne Orte. :)

Antwort
von Zahnschisser, 12

Wenn es Dir hier nicht gefällt, haste ja sicherlich eine Kultur, die Dir besser gefällt. Lerne deren Sprache und wandere dorthin aus.

Viel Erfolg!

Antwort
von kgunther, 6

Dein Verhalten ist "üblich", rational ist es nicht.

Die Kultur lebt in den Völkern, nirgends sonst. Und die Kultur ist das Ergebnis der Geistigkeit, die uns Menschen vom lieben Vieh unterscheidet. Wer also sein Volk ablehnt, oder den Begriff des Volkes am liebsten abschaffen wollte, handelt inhuman.

Kommentar von 120grammButter ,

Ja, das stimmt. Aber die Menschheit ist durch die digitale Revoulution und wirtschaftliche Globalisierung extrem zusammengwachsen. Kulturen gleichen sich immer näher an. Wichtg werden immer mehr technologische, soziale und ökologische Entwicklungen. Es entsteht eine Weltkultur.

Alte Traditionen werden genau so aussterben wie das Begräbnisritual von keltischen Stämmen. Genau so wie auf diesen Barbaren-Land früher römisch kultivierte Normen eingeführt worden etc. Die Weltgeschichte ist immer im Wandel und wer nicht mit der Entwicklung mitgeht, der bleibt zurück. Für manche geht es halt zu schnell.

Denker und Dichter werden wegen ihrer Leistung anerkannt und nicht wegen ihrer nationalen Zugehörigkeit. Wie viele ethnische Deutsche wissen um den kategorischer Imperativ oder wissen um die Epoche der weimarer Klassik? Die 0815-Deutsche identifiziert sich heute durch Selbstdarstellung, sinnlosen und rumgrölenden Festen, Stammtisch-Gemecker, Bier saufen und Fussball.

"Tugenden" auf die getrost die nächste Stufe des Menschen verzichten kann und muss! Wenn später der Mensch die ersten Kolonien auf den Mars oder im nahen Orbit besiedelt zählen vorallem soziale Kompetenzen und rationale Wissenschaft.

Kultur bezeichnet im weitesten Sinne alles, was der Mensch selbst gestaltend hervorbringt, im Unterschied zu der von ihm nicht geschaffenen und nicht veränderten Natur. Kulturleistungen sind alle formenden Umgestaltungen eines gegebenen Materials, wie in der Technik oder der bildenden Kunst, aber auch geistige Gebilde wie Musik, Sprachen, Moral, Religion, Recht, Wirtschaft und Wissenschaft. Und sie ist immer im Wandel und hat auch nichts mit ethnischer Zugehörigkeit zu tun.

Kommentar von kgunther ,

Du hast einen Punkt. Aber sind es wirklich die KULTUREN, die sich neuerdings angleichen? Oder ist es eher ein gewisser Lebensstil, Händie, Cola, Pommes, flotter Spruch? Was sich angleicht, ist die KULTURFERNE!

Richtig, daß Kulturen einem steten Wandel unterliegen. Musik von 1700 ist anders als Musik von 1900 oder 2000. Und selbstverständlich kann auch ein Japaner Mozart spielen.

Aber wenn ein Japaner und ein Han-Chinese heute ein Bildchen malen, ein Liedchen verfassen, Ausdruckstanz gestalten oder Gedanken über das Leben versuchen, dann wird schnell klar, daß Produkte der Geistigkeit ethnisch bestimmt sind.

Kommt doch schon bei einem Hünen aus SH und einem (mediterranen) Kärntner etwas Unterschiedliches heraus, wenn sie mit Geist etwas gestalten.

Antwort
von exxonvaldez, 46

Ich mag Fußball, Bier und Oktoberfest auch nicht.

Trotzdem sehe ich mich als Patriot.

Also: Wo ist das Problem?

Antwort
von Schnoofy, 45

Nette Story, aber sie passt so gar nicht zu den Fragen, mit denen Du Dich während Deines bisherigen "Forumsdaseins" beschäftigt hast.

Deshalb sehe ich mich außerstande, Dir einen Rat zu geben, der wirklich auf Deine Person bzw. Persönlichkeit abgestimmt und zugeschnitten ist.

Mit billigen Allgemeinfloskeln ist sich sicher niemandem, selbst Dir nicht, geholfen.

Kommentar von 120grammButter ,

Wot? Hab ich dein Nationalstolz verletzt oder was willst du mir damit sagen? :D

Kommentar von Schnoofy ,

Genau - das war mein Gedanke.

Kommentar von 120grammButter ,

Lieber Schnoofy, schau dir das an falls du Zeit finden solltest. :)
https://youtu.be/rzcvwGG2Q5Q?t=12s

Kommentar von Schnoofy ,

Für Dich mag das ja alles neu sein.

Aber diese Erkenntnis hatte ich bereits vor rund 50 Jahren. Nur das es damals noch nicht die Möglichkeit gab alles im Internet lang und breit kundzutun.

Kommentar von 120grammButter ,

Für mich ist es auch nicht das Neuste. Ich sah nur, dass du dich durch irgendwas wohl provoziert wurdest und wollte nochmal meine Meinung untermauern. Wenn du es aber genau so siehst, dann versteh ich nicht worauf du hinaus wolltest?

Kommentar von Schnoofy ,

Ich fühle mich keinesfalls provoziert.

Aber gerade weil ich Dich in keine Schublade packen kann und will wäre es doch absolut anmaßend, Dir einen persönlichen auf Deine Belange abgestimmten Rat erteilen zu wollen.

Denn dazu müssten wir uns kennen.

Kommentar von Schnoofy ,

Obrigens habe ich jetzt erst begriffen, dass wir aneinander vorbei reden. Als ich das

Genau - das war mein Gedanke.

antwortete war auf meinem Display leider nur Dein

Wot?

sichtbar. Der Rest war merkwürdigerweise verborgen.

Deshalb zur Klarstellung:

Jeglicher Nationalstolz liegt mir fern, denn ich habe zu dieser Nation nichts beigetragen worauf ich persönlich stolz sein könnte.

Antwort
von earnest, 27

Reisende soll man nicht aufhalten.

Aber vielleicht lernst du im Ausland Deutschland schätzen? 

Gruß, earnest

Antwort
von Ranzino, 84

Kultur ist Geschmackssache und muss man nicht mögen.

Antwort
von Loris64, 85

Na, dann komm doch in die Schweiz, wir sind ja soooo gastfreundlich....

Kommentar von 120grammButter ,

Jener Zynismus. Besonder zu Deutschen, stimmts ? :P

Kommentar von Loris64 ,

ich habe diesen patriotischen "Fetischismus" auch satt, deshalb bin ich ebenso froh, wenn paar Fremde kommen und den moralinsauren schweizererererererischen Konservativismus auflockern.

Kommentar von voayager ,

das rührt vom Protestantismus her, der ist nun mal moralinsauer

Kommentar von Loris64 ,

Katholisch oder protestantisch, das läuft etwa auf dasselbe hinaus. Ich sehe eher die Gegensätze Stadt - Land, auch zum Teil gebildet - bildungsfern

Antwort
von MaxMuller, 74

Hallo 120grammButter!

 Ich empfehle dir zurück in dein Heimatland zugehen. Falls  du vergessen hast welches das sein sollte, erinnere dich einfach daran in welchem Land deine Eltern bzw. gegenfalls deine Urgroßeltern geboren wurden. Dann kennst du auch deine richtige Heimat.

Ich hoffe du machst gute und neue Erfahrungen in deinem angestammten Heimatland, sozusagen auf den Spuren  deiner Vorväter und ihrer Kultur!  Du  darfst sogar, falls deine Eltern/Großeltern es dir nicht sowieso beigebracht haben, die Sprache deiner richtigen Heimat von Grund auf neu lernen! Was für spannende und spaßige Erkenntnisse da auf dich zukommen, eine neue Welt tut sich quasi dann für dich auf!

Ich hoffe du hast eine gute Reise zurück in die Heimat und es warten hoffentlich auch eine Menge Abenteuer dort auf dich! Wer weiß was das Leben bringt und es ist immer gut Kontakt mit den eigenen Vorfahren aufzunehmen, kann dich nur persönlich und menschlich vorran bringen.

In diesem Sinne, viel Glück und vorallem Erfolg auf deiner Reise zurück zu deinen Wurzeln!

MfG Müller

Kommentar von 120grammButter ,

Ja, danke aber das funktioniert allein schon aus rationalen und logischen Gründen nicht:

- Mit dem ethnischen Herkunftsland habe ich gar nichts zu tun, da ich unter anderen Voraussetzungen und anderen Menschen groß geworden bin.

- Ich bin seit Kindessalter (seit den 80ern) in Deutschland aufgewachsen und kenne keine andere Kultur so detailliert wie die Deutsche.

- Mein Vater ist Aussiedler und hat eine deutsche Blutlinie vorzuweisen. Bin also eher ein germanisch-ostslawischer Mischling.

- In meinen ethnischen "Heimatland" gibt es die jeweilige Kultur nicht mehr mit der meine Großeltern/Eltern großgeworden sind. Die Sowjetunion hatte seine eigene Mentalität und Prinzipien.

- Und ich denke auch nicht, dass die individuelle Persönlichkeit gleichbedeutent mit aufgezwungenen Staatsidealen ist.

Kommentar von MaxMuller ,

Oh wenn das so ist tust du mir einfach nur Leid!

Vielleicht findest du irgendwann mal im Leben eine Bedeutung die über bloßes materielles existieren hinaus geht! Etwa indem du auf persönlicher d.h. spirtueller und emotionaler Ebene erfährst was das Wort Heimat wirklich bedeutet.

Denn was dir meiner Meinung nach  fehlt  mein Freund ist eine richtige Identität, etwas womit du dich identifizieren kannst und das dich wirklich aus macht, damit meine ich aber nicht irgendwelche phantasischen Wunschgebilde wie "Kosmopolitismus". Du besitzt nichts.  Dich interessiert nicht wo du herkommst, dich interessiert nicht wo du lebst, alles was zählt ist Sicherheit und Wohlstand.

Mit der Einstellung bist du nirgendwo Zuhause, besitzt nichts was dich bindet, wofür du leben und sterben könntest. Warum solltest du das in anderen Ländern finden, wenn du es nicht in dem Land deiner Vorfahren findest?  Materialismus allein macht nicht glücklich, gibt dir keine Liebe und auch kein Gefühl von Zugehörigkeit.

Es ist ganz einfach so wie der Volksmund es sagt. Jedermanns Freund  ist niemandes Freund. Statt in der Welt nach einem sicheren Platz zum essen,schlafen und Sex haben zu suchen solltest du dich lieber damit auseinander setzen wofür du darüber hinaus noch leben willst. Was du erreichen willst in der Zeit auf dieser Welt außer deine körperlichen Grundbedürfnisse/Begierden zu stillen.

Du hast keinen Sinn im Leben außer vor dich hin zu leben möglichst sicher, warm und mit vollen Bauch und irgendwann stirbst du einfach. Das soll es gewesen sein? Na von mir aus, mach so weiter.

Ich sag dir nur. Heimat ist nicht nur einfach ein Wort, ist nicht irgendein beliebiger Ort wo du isst,schläfst und scheißst. Es ist der Ort für den du lebst und an den du glaubst, für den du kämpfst, für den du Opfer bringst und für den du am Ende sogar sterben würdest.
Es ist der Ort an dem man dich zu Grabe tragen wird und dieser Ort sollte eine Bedeutung haben und du solltest mit dem Wissen sterben das du etwas beigetragen hast zu deiner Heimat, dass du ein Teil deiner Identität mit hast einfließen lassen in die Ewigkeit.

Wahrscheinlich verstehst du sowieso nicht was ich sage, aber irgendwann wirst du es schon verstehen und wenn es erst im nächsten Leben ist.

MfG Müller


Kommentar von 120grammButter ,

Denn was dir meiner Meinung nach  fehlt  mein Freund ist eine richtige Identität, etwas womit du dich identifizieren kannst und das dich wirklich aus macht, damit meine ich aber nicht irgendwelche phantasischen Wunschgebilde wie "Kosmopolitismus".

Identität ensteht durch die eigene Persönlichkeit, Handelungen und Erfolge im Leben. Ein Mensch der lediglich sich nur durch nationale Zugehörigkeit identifiziert statt durch eigene Leistung, Ideale und Fähigkeiten ist nicht zur vollkommenen Eigenverantwortung und Unabhängigkeit fähig.

Per Definition bedeutet Kosmopolitismus: Weltbürger verstehend, weltoffen denkend, sich überall zuhause fühlend. Daher ist es wohl näher an der Realität und den Naturgesetzen dran als Nationalismus.

Du besitzt nichts.  Dich interessiert nicht wo du herkommst, dich
interessiert nicht wo du lebst, alles was zählt ist Sicherheit und
Wohlstand

Der ideale Wohnort definiert sich für mich durch Sicherheit, Freiheit, Infrastruktur, Wohlstand und vor allem durch soziales Klima.

Mit der Einstellung bist du nirgendwo Zuhause, besitzt nichts was dich bindet, wofür du leben und sterben könntest.

Kosmopolitisch heisst eben, dass man sich über all Zuhause fühlen kann, wo es einem gut geht. Ich lebe und sterbe für eigene Ideale, Prinzipien und Visionen und nicht für eines vorgeschriebenen Kollektivs.

Materialismus allein macht nicht glücklich, gibt dir keine Liebe und auch kein Gefühl von Zugehörigkeit.

Das ist vom Individuum abhängig. Zudem Glück und Liebe es überall auf der Welt gibt. Man kann sogar die ganze Welt lieben. ;)

Du hast keinen Sinn im Leben außer vor dich hin zu leben möglichst sicher, warm und mit vollen Bauch und irgendwann stirbst du einfach. Das soll es gewesen sein? Na von mir aus, mach so weiter. 

Das läuft stark am Thema vorbei. Ich habe ja schliesslich nicht gefragt, was der Sinn der Lebens ist. Laut Nietzsches Nihilismus bestimmt jeder Mensch selber den Sinn des Lebens und wir werden sowieso alle sterben. Wir kommen aus dem Nichts und wir werden wieder ins Nichts gehen. Was das jetzt aber alles mit einen Lebensstandort zu tun haben soll, verstehe ich nicht.

Ich sag dir nur. Heimat ist nicht nur einfach ein Wort, ist nicht
irgendein beliebiger Ort wo du isst,schläfst und scheißst. Es ist der Ort für den du lebst und an den du glaubst, für den du kämpfst, für den du Opfer bringst und für den du am Ende sogar sterben würdest.

Das hört sich leicht indoktriniert an wie bei dem IS, die für einen imaginären Gott töten und sterben. Kollektive Idiotie. Warum sollte man sowas unlogisches tun? Das widerspricht den natürlichen Selbsterhaltungstrieb. Sowas würde ich doch nicht für eine lokale Position tun. Sondern für mich, meine Ideale und Prinzipien und ggf. für meine Familie.

... und wenn es erst im nächsten Leben ist.

Wiedergeburt ist also wissenschaftlich nachgewiesen? Wäre ja toll, bezweifle dann aber, dass Nationen dann überhaupt noch relevant wären. Viel wichtiger wären Wertegemeinschaften und Interessensgruppen.

MfG 120grammButter

Kommentar von MaxMuller ,

Was sind denn deine Ideale, deine Prinzipien und deine Visionen für die du sterben würdest?

Kommentar von 120grammButter ,

Eine detaillierte Ausführung der Antwort würde zu intensiv in die Zeit reingehen. Daher mach ich es kurz:

Am besten kann man das anhand der Maslowschen Bedürfnishierarchie Pyramide erklären. Erst die menschlichen Defizit-Bedürfnisse abdecken und dann erst die Wachstumsbedürfnisse die sich z.B. durch Weltreisen, sozialer Entwicklung, Wissenschaft, eigene Familie, Leidenschaft (für Sport, Beruf, Kunst etc.), Freude und Spaß definieren.

Hier würde ich nochmal kurz auf die Selbstbemächtigung die über den Nihilismus herauswächst aufmerksam machen. Hier eine kurze vereinfachte Darstellung: https://youtu.be/Twe\_Mco-bNc

Bis wir den ultimativen Transhumanismus nicht erreicht haben, sollte man die globale Freiheit und seine Möglichkeiten meiner Meinung nach voll auskosten.

MfG und einen schönen Tag - 120grammButter

Kommentar von 120grammButter ,

Ergänzung: Lieber durch Selbstverwirklichung etwas finden wofür es sich zu leben lohnt, als etwas wofür man stirbt. ;)

Kommentar von MaxMuller ,

Kurz gesagt  willst du dein ganzes Leben lang nur fressen,schlafen und Sex haben bis dich der Schlag trifft. Sobald es ans eingemachte geht erklärst du das für "irrational" und "dumm" und rennst so schnell deine Beine es zulassen weg , denn dafür würdest du ja nie deine Sicherheit, deine Wärme oder sogar auch nur einen Krümel von deinem Teller opfern. Geschweige denn das du freiwillig dein Leben in die Waagschale werfen würdest! Du bist ja nicht blöd. Du rennst weg und frisst dich im Warmen schön voll während der "Idiot" da draußen für seine "dämlichen, unsinnigen Ideale" stirbt. Hut ab  sag ich mal.

Wünsche viel Spaß.

MfG Müller

Kommentar von 120grammButter ,

Richtig, den Spaß und den Wohlstand haben wir auf jeden Fall. Danke. :D

Antwort
von Bitterkraut, 97

Klar, kann ich gut verstehen. Wie wärs mit Österreich?

Kommentar von kgunther ,

2 Landesteile, die "nichts trennt außer der gemeinsamen Sprache".

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