Frage von Verworren, 176

Sollte ich aus der Kirche austreten; Bin ich Atheistin?

Ich bin geborene Christin. Aber durch einige Erlebnisse, nicht nur negative, hat sich meine Auffassung zu meiner Religion verändert, ich stehe nicht mehr zu 100% hinter meinem Glauben. Ich denke schon, dass es irgendetwas gibt, was uns alle beeinflusst, aber eben nicht dass das ein alter, bärtiger Mann ist. Zudem glaube ich aber auch an so etwas wie Reinkarnation, nur nicht ganz in der buddhistischen/hinduistischen Auffassung. Nun frage ich mich einfach was genau jetzt eigtl das richtige ist? Sollte ich über einen Austritt nachdenken? Denn um ehrlich zu sein ein großer Kirchengänger war ich noch nie, zudem denke ich, mann muss nicht zu einem speziellen Ort um sich Gott, oder anderen höheren Mächten, verbunden zu fühlen.

Antwort
von Tragosso, 73

Niemand ist 'geborener Christ'. Deine Eltern waren/sind Christen und du bist zufällig reingestolpert. Eventuell wurdest du getauft und hast es somit aufgezwungen bekommen. Aber eine Entscheidung war das nicht.

Glauben kannst du was du willst oder eben nicht, denn nun bist du als genug dazu das selbst entscheiden zu können. Bist du mindestens 14, kannst du aus der Kirche austreten.

Um an etwas zu glauben muss man auch nicht in der Kirche sein. Das sind zwei völlig unterschiedliche Dinge.

Antwort
von FlyingCarpet, 64

Solange Du noch darüber nachdenken musst, solltest Du erstmal abwarten.

Antwort
von RobinsonCruesoe, 43

Du bist dabei, den Kinderglauben abzulegen. Du sagst, "ich möchte keine Milch mehr trinken, Milch schmeckte mir mal, aber jetzt bin ich die über; ich habe Lust auf Brot, auf feste Nahrung!" 

Das ist sehr gut. Bleib offen und prüfe alles. Denk dran, nichts ist Dir verboten, aber nicht alles nutzt Dir. Irgendwann, so hoffe ich, wirst Du zum Glauben zurückfinden und von ihm erfüllt sein und aus ihm heraus leben.

Antwort
von Gronkor, 14

Nach dem bisschen, was du erzählst, würde ich nicht sagen, dass Du Atheistin bist. Allerdings bleibt es natürlich Dir überlassen, ob Du dieses "irgendwas, was uns alle beeinflusst" als etwas wie Gott verstehst oder nicht. Die Übergänge zwischen Atheismus und Theismus sind da ja fließend. Ich finde es selbst oft schwierig, mich da einzuordnen, finde aber, dass "Gott" jetzt nicht unbedingt etwas persönliches sein muss - ich lasse da auch beispielsweise pantheistische Vorstellungen gelten.

Und ob Du Mitglied in der Kirche bleiben willst, steht finde ich auf einem anderen Blatt. Mit Deiner Kirchenmitgliedschaft unterstützt Du ja vor allem - zumindest, wenn du nur wenig einzahlst - Deine eigene Kirchengemeinde vor Ort. Zumindest bei den Evangelischen Landeskirchen in Deutschland ist es ja so, dass eine Gemeinde um so mehr Geld bekommt, je mehr Mitglieder sie hat. Und da würde ich an Deiner Stelle danach gehen, ob Du findest, dass die Gemeinde bei Dir vor Ort eine gute Arbeit macht. Ich bin zum Beispiel ganz bewusst noch Kirchenmitglied, weil ich finde, dass unsere Ortsgemeinde sehr gute Angebote, gerade für arme und ausgegrenzte Menschen, hat. Und ein orthodoxer Kirchgänger bin ich längst nicht mehr - aber da ist die Gemeinde auch sehr offen.

Antwort
von Remmelken, 33

Überlege dir welchen Sinn es hat einem Verein anzugehören mit dessen Zielen und Vorstellungen man nichts gemeinsam hat.

Antwort
von Kitharea, 29

Es gibt nur einen Glauben der für jeden von uns wichtig ist - der Glaube an uns selbst.

Antwort
von Philipp59, 39

Hallo Verworren,

solange Du davon überzeugt bist, dass ein höheres Wesen existiert, bist Du keine Atheistin! Offenbar hat Dir Deine Kirche jedoch keine zufriedenstellenden Antworten dazu gegeben, wer Gott wirklich ist. Die Vorstellung, Gott sei ein Mann mit langem weißen Bart, hat natürlich mit der Wirklichkeit nichts zu tun. Gott wird in der Bibel ganz anders dargestellt. Aber wie? Welches Bild zeichnet die Bibel wirklich von Gott? Dazu habe ich einmal einige wesentliche Punkte herausgegriffen:

Ein unvergleichlicher Schöpfer

Die Bibel zeigt, dass Gott alle Dinge ins Dasein gebracht hat.
Zum Beispiel steht in Psalm, Kapitel 90, Vers 2: "Ehe selbst die Berge geboren wurden Oder du darangingst, wie mit Geburtswehen die Erde und das ertragfähige Land hervorzubringen, ja von unabsehbarer Zeit bis auf unabsehbare Zeit bist du Gott." Somit ist die gesamte Natur sein Werk, nicht das Produkt blinden Zufalls. Aus diesem Grund steht auch nur ihm allein religiöse Verehrung und Anbetung zu. (Siehe Offenbarung, Kapitel 4, Vers 11)

Wie kann man sich Gott vorstellen?

Manche sagen, sie glaubten nur das, was sie sehen. Weil sie Gott nicht sehen können, glauben sie, dass er nicht existiert. Da Gott jedoch eine höhere Lebensform als irdische Geschöpfe ist (die Bibel verwendet dafür den Begriff "Geist"), ist er für unsere Augen nicht sichtbar. Das geht auch aus folgender Aussage Jesu hervor: "Gott ist ein GEIST, und die ihn anbeten, müssen [ihn] mit Geist und Wahrheit anbeten.“ (Johannes, Kapitel 4, Vers 24)
Auch wenn Gott nicht buchstäblich sichtbar ist, kann man an der Art und Weise, wie er alles geschaffen hat, vieles über seine Persönlichkeit kennenlernen. Man spricht hier vom Buch der Natur, durch das man viele seiner Eigenschaften erkennen kann. Ist nicht beispielsweise das sichtbare Universum ein Beweis seiner grenzenlosen Macht?
Wenn man jedoch allein durch das Buch der Natur erfahren wollte, wer Gott wirklich ist, bliebe vieles im Dunkeln. Die Bibel ist eine göttliche Offenbarung, durch die er das gesamte Spektrum seiner Persönlichkeit offenbart. Dazu gehört auch folgende grundlegende Wahrheit über ihn:

Gott hat einen Namen

Wenn auch viele auf die Frage nach dem Namen Gottes "Gott" oder "Herr" sagen würden, sind diese jedoch nur Titel. Das Gott kein namenloses Wesen ist, lässt uns Jesus Christus durch die bekannte Aussage des Vaterunsers erkennen: "Ihr sollt daher auf folgende Weise beten: ,Unser Vater in den Himmeln, dein Name werde geheiligt." (Matthäus, Kapitel 6, Vers 9).

Auch wenn es ja viele Bezeichnungen für Gott gibt, hat er jedoch nur einen Namen. Im Deutschen ist er unter "Jehova" oder "Jahwe" bekannt. Biblischer Beleg: Psalm, Kapitel 83, Vers 18:" Damit man erkenne, daß du, dessen Name Jehova ist, Du allein, der Höchste bist über die ganze Erde."
In den meisten Bibeln ist der Name Gottes durch Bezeichnungen wie "Herr" oder "Gott" ersetzt worden. Ursprünglich stand der göttliche Name jedoch 7.000 mal in der Bibel.
Jesus selbst gebrauchte den Namen Gottes, wenn er über ihn zu den Menschen sprach. Ist es außerdem nicht so, dass Gott für uns, wenn er einen Namen hat, viel realer ist und es uns leichter fällt, ein persönliches Verhältnis zu ihm zu entwickeln?

Dies ist vielleicht dadurch leichter nachvollziehbar, wenn wir uns vorstellen, jemand würde unseren Namen weglassen, denn mit dem Namen verbindet man doch gerade das Charakteristische einer Person. Nimmt man jemandem seinen Namen, dann nimmt man ihm auch seine Identität. Bei Gott ist es ganz genauso!

Gott ist an uns interessiert

So manch einer denkt, das viele Leid auf der Erde sei ein Beweis dafür, dass Gott nicht an uns interessiert sei. Sie denken womöglich, er bringt das Leid über uns, um uns zu prüfen. Das stimmt aber nicht. Im Bibelbuch Jakobus, Kapitel 1, Vers 13 steht: " Keiner sage, wenn er versucht wird: „Ich werde von Gott versucht.“ Denn Gott kann nicht von üblen Dingen versucht werden, noch versucht er selbst irgend jemand."

Das es so viel Leid gibt, hat mit der Willensfreiheit des Menschen zu tun. Gott hat uns diese Willensfreiheit gegeben, aber es war niemals seine Absicht, das Menschen sie so gebrauchen, dass anderen Schaden zugefügt wird. Deswegen schmerzt es Gott zu sehen, dass viele Menschen anderen bewusst Böses zufügen. Gottes Gefühle kommen in 1. Mose, Kapitel 6, Verse 5 u. 6 zum Ausdruck:" Da sah Jehova, dass die Schlechtigkeit des Menschen ausnehmend groß war auf der Erde und dass jede Neigung der Gedanken seines Herzens allezeit nur schlecht war. 6 Und Jehova bedauerte, dass er Menschen auf der Erde gemacht hatte, und es schmerzte ihn in seinem Herzen."

Doch Gott wird auf Dauer dem Leid nicht tatenlos zusehen. Er wird bald alles Leid für immer beenden und dafür sorgen, dass niemand mehr da ist, der Böses tut. Darüber steht in dem letzten Buch der Bibel, der Offenbarung, folgendes:" Dann hörte ich eine laute Stimme vom Thron her sagen: „Siehe! Das Zelt Gottes ist bei den Menschen, und er wird bei ihnen weilen, und sie werden seine Völker sein. Und Gott selbst wird bei ihnen sein.  Und er wird jede Träne von ihren Augen abwischen, und der Tod wird nicht mehr sein, noch wird Trauer, noch Geschrei, noch Schmerz mehr sein. Die früheren Dinge sind vergangen" (Offenbarung 21:3,4).

Wir können Gott nahe sein

Da Gott keine unpersönliche Kraft ist, sondern eine Persönlichkeit besitzt, die der unsrigen ähnlich ist, sollte es für uns etwas ganz Natürliches sein, seine Nähe zu suchen. Dass dies überhaupt möglich ist, geht aus folgender Aussage hervor: "Naht euch Gott, und er wird sich euch nahen". (Jakobus, Kapitel 4, Vers 8).

Gott näher zu kommen, setzt allerdings bewusste Anstrengungen unsererseits voraus, d. h. wir müssen uns darum bemühen, ihn besser kennen zu lernen. Damit dies gelingt, ist es nötig, sich genauer mit seinem geschriebenen Wort, der Bibel, auseinander zu setzen. Aus ihr erfahren wir alles über ihn: Seine Eigenschaften, seine Maßstäbe und Grundsätze, seinen Vorsatz mit der Erde und vor allem seine Liebe. Hieraus kann sich der Wunsch entwickeln, zu ihm ein enges Freundschaftsverhältnis aufzubauen. Das ist es auch, was das erste und wichtigste Gebot letztlich sagt: "Er sprach zu ihm: „ ,Du sollst Jehova, deinen Gott, lieben mit deinem ganzen Herzen und mit deiner ganzen Seele und mit deinem ganzen Sinn.‘ (Matthäus, Kapitel 22:37).

Wie Du siehst, ist Gott ganz anders als ihn viele darstellen. Wäre es nicht sehr spannend und außerdem sehr lohnenswert, diesen Gott einmal näher kennenzulernen? Zu diesem Zweck wurde die Bibel geschrieben und sie steht daher jedermann zur Verfügung.

LG Philipp

Kommentar von Kitharea ,

Weiß nicht ob das so treffend ist - sie macht sich doch schon Gedanken ob sie noch in der Kirche bleiben soll oder nicht. Sie wird schon selbst mit ihrem eigenen freien Willen entscheiden ob es ihr etwas bringt noch oder nicht.
WENN jemand sich entscheidet einen Glauben und seine Kirche anzunehmen wird er das sicherlich von selbst tun. Du kannst wie auch im zwischenmenschlichen Bereich niemanden zwingen jemanden zu lieben. Davon abgesehen soll man Reisende ziehen lassen. Ich würde austreten und nachfühlen ob es sich richtig anfühlt. Wenn nicht zurück - wenn doch passt halt auch ohne Kirche.

Antwort
von Viktor1, 52
Ich denke schon, dass es irgendetwas gibt, was uns alle
beeinflusst, aber eben nicht dass das ein alter,
bärtiger Mann ist

Bei welcher Religionsgemeinschaft warst du bisher bzw. woher hast du die Information, daß irgendeine religiöse Gemeinschaft eine solche Vorstellung von Gott hat. Es war nur deine eigene - richtig ? Und jetzt stehst du nicht mehr 100% ig dazu, also vielleicht noch 80 oder 45 %ig ?
Egal - werf auch diese Restprozente weg.
Jetz kommt statt dessen also Reinkarnation dran - zu glauben - 100% oder auch etwas weniger ?

Ich glossiere hier deine Aussagen, um dich zum Nachdenken zu bringen.
Eine Ungereimtheit durch eine andere ablösen ?

Nun frage ich mich einfach was genau jetzt eigtl das 
richtige ist?Sollte ich über einen Austritt nachdenken?

Aber sicher. Aus einer Religionsgemeinschaft, welche einen Gott verehrt der  ein alter Mann mit Bart ist immer.

Antwort
von comhb3mpqy, 39

Ich finde als Christ sollte man schon in einer Gemeinde sein, da dies im Christentum (denke ich zumindest) wichtig ist. Auch lernt man was, was man z. B. besser machen kann, wenn man sich die Predigt anhört.
Und falls dir das weiterhilft: Auf meinem Profil findet man Gründe, warum ich an Gott glaube und Christ bin.

Kommentar von HorstBro ,

Als Christ ist es gewünscht in der Gemeinde während der Feier an Christus zu gedenken und danach gemeinsam zu essen.

Die Feier in der Gemeinde ist in der Bibel beschrieben. Die genauen Verse werde ich noch raussuchen.

Kommentar von Kitharea ,

Lustig - als ich damals aus der Kirche ausgetreten bin waren ALLE empört. Als ich nach der Begründung fragte kamen nur 2 Antworten: 1) Du kannst nicht kirchlich heiraten und 2) deine Kinder können nicht an der Firmung teilnehmen wenn du sie auch nicht taufst - die Armen :(
So viel zum Glauben im Bezug zur Kirche. Ich würde behaupten 98% der "gläubigen" Christen sind nur dort weil es halt so ist.

Antwort
von Grautvornix, 63

Wozu soll die Kirche gut sein?

Glauben kannst du auch so.

Kommentar von Verworren ,

Ich weiß nur nicht wie dass dann in der Schule abläuft, ich bin jetzt in der Oberstufe und im Reliunterricht und will jetzt für die kurze Zeit bis zum Abi auch nicht mehr wechseln. Darf ich dann trotzdem im Unterricht bleiben? Muss ich das meiner Schule mitteilen?

Kommentar von Grautvornix ,

Du bist dann konfessionslos, und musst nicht am Religionsunterricht teilnehmen. Das du dann auch nicht freiwillig teilnehmen kann ist mir nicht bekannt.

Antwort
von Philipp59, 32

Entschuldigung, falscher Text!

Antwort
von bert1980, 88

Tritt aus. Kost nur Geld ... Und Glauben kann man ja auch ohne das man in einem Verein ist.

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