Frage von charismaticus, 16

Sollte es eine Art Eignungstest bzw. Qualifikationsnachweis geben für (hohe) politische Ämter?

Wie wir anhand jüngster Volksentscheidungen z.B. bezüglich des Brexits oder dem kolumbianischen Friedensvertrag sehen konnten, hat direkte Demokratie ihre Kehrseite. Andersherum wird Politikern, die anstelle des Volkes entscheiden, natürlich eine höhere Verantwortung zugesichert. Um dieser hohen Verantwortung, Entscheidungen für Milliarden von Menschen zu treffen, gerecht werden zu können, sollte man einen gewissen Eignungsgrad besitzen, finde ich. Schaut man sich so manchen Politiker in der Öffentlichkeit an, so fällt auf, dass viele nicht mal einen vernünftigen Bildungsabschluss vorzuweisen haben. Bei anderen lassen sich erhebliche Mängel bezüglich Empathie/Humanismus feststellen.

Meiner Meinung nach sollte man einen allgemeinverbindlichen Eignungsgrad da schon festlegen. Das ist in anderen Berufen ja nicht anders, da kann auch nicht jeder x-beliebige unqualifizierte Typ ausschlaggebende Entscheidungen treffen.

Wie bewertet Ihr das?

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von ArnoldBentheim, Community-Experte für Politik, 7

Meiner Meinung nach sollte man einen allgemeinverbindlichen Eignungsgrad da schon festlegen. Das ist in anderen Berufen ja nicht anders,

Eine sehr hübsche Idee.  :-)

Nur: wie soll denn "ein allgemeinverbindlicher Eignungsgrad" für Politiker aussehen?

Im Bundestag und in den meisten Landtagen sitzen so gut wie keine Politiker, die nicht wenigstens einen Berufsabschluss haben. Der Rest ist Intelligenz und Charakter. In dieser Hinsicht aber kann man nur bedingt hinzulernen. Entweder man ist für diese Tätigkeit geeignet oder nicht. Ich wüsste nicht, welche überprüfbaren Kriterien man festlegen könnte, um eine Eignung als Politiker vorab zu testen und festzustellen.

Im Grunde ist das auch nicht nötig. Denn selbst Politiker in hohen und höchsten Ämtern haben in unserer Demokratie in erster Linie die Aufgabe, Überzeugungsarbeit zu leisten. Ihre Arbeit wird vielfältig kontrolliert und diskutiert: in den Regierungen, den Parlamenten, den Parteien, den Medien usw. Auch hohe und höchste Politiker können ihre politischen Ziele nicht durchsetzen, wenn sie in unserer Demokratie keine Mehrheiten bekommen können. Kein Gesetz wird in Kraft treten, das von Parlament und Bundesrat nicht beschlossen worden ist; kein hoher Politiker kann dauerhaft in seinem Amt verbleiben, wenn er bzw. die Partei, der er angehört, nicht gewählt wird.

Hier erkennt man schon die Unterschiede zu einem "normalen" Beruf: Politiker haben keinen "Arbeitsvertrag" mit dem Volk und Macht allenfalls auf Zeit. Im Berufsleben kann man u. U. sein Leben bis zur Rente an den Arbeitsstellen verbringen, an denen man sein will.

MfG

Arnold

Antwort
von Dxmklvw, 5

Festgestellte charakterliche Eignung würde ich für sinnvoll halten, speziell solche, durch die Neigungen zu Korruption zu Habgier und zu Machtgier, aber auch die Neigung, ein Helfersyndrom zu entwicklen, weitgehend ausgeschlossen werden können.

Außerdem gibt es ein Problem damit, daß viele Politiker aus Kreisen stammen, die nicht dem breiten Durchschnittslevel entsprechen, sondern mehr dem Management der Industrie und der Wirtschaft. Daß diese nicht sehr geneigt sind, ausgerechnet die Interessen derjenigen zu fördern, die von Industrie und Wirtschaft als Beute angesehen werden, ist naheliegend.

Doch nicht ich lege die Regeln fest, sondern das macht alleine die Politik, die auch bestimmt, wer dort eine Nachfolge antreten darf und wer nicht.

Nun darf sich jeder selbst ausrechnen, wie begeistert ein solches Ansinnen wohl von unsreren Politikern aufgenommen werden würde.

Antwort
von voayager, 8

Der Bildungsgrad ist nicht weiter wichtig, dass ist lediglich elitäre Arroganz etlicher bürgerliche Akademiker, die meinen besonders befugt zu sein für hohe Ämter. Dabei bedienen sie eine reaktionäre Haltung, fehlt nur noch dass wieder Zünfte eingeführt werden.

Was wir bräuchten wären Politiker, die ganz gezielt dem Wohl der breiten Masse allgemein, der Arbeiterklasse insbesondere sich verpflichtet fühlen, das Prekariat nicht übersehen, sondern es aus dem Dreck herausholen und die unbeugsam in ihrer Haltung sind. Also Kämpfer wären angesagt.

Antwort
von atzef, 16

Eine unsinnige Idee. Formale Qualifikationen stellen bei der Auswahl von Politikern kein hinreichendes Kriterium dar.

Politiker sollen Interessen vertreten.

Ob sie dazu geeignet sind, haben die Mitglieder der Parteien zu entscheiden, die sie für Wahlämter aufstellen.

Kommentar von charismaticus ,

Und dann kommen am Ende Dummschwätzer vom Schlage eines Donald Trump an die Macht, bloß weil sie das Charisma besitzen, eine grölende Menge hinter sich zu bringen? Sieht man immer und überall, egal ob Chávez, Erdogan oder sonst wer.

Kommentar von atzef ,

Auch irgendwelche albernen "Eignungstests" würden das nicht verhindern.

Und wozu auch? Die Leute bekommen und VERDIENEN, was sie sich erwählen und NICHT VERHINDERN (können).

Antwort
von robi187, 15

nein nicht alles normen?

dann gibt es immer mehr hntertürchen? und die mächtige haben es leichter?

das beste ist immer vielfalt statt einfalt? alle berufsgruppen statt wenige berufsgruppen?

mögichst sollten viele auch kleine berufsgruppen als volksvertretter am werke sein? statt so wie heute fast nur juristen und leute von öffenlichen diest?

Antwort
von Abacus666, 15

Sobald es ein System gibt das Politiker nicht mehr korrumpierbar macht....erst dann sind es die Richtigen.

Antwort
von SchakKlusoh, 6

Wie wäre es mit einem Intelligenztest für Wähler?

Jeder Wahlzettel bekommt zusätzlich eine Frage. Nur die Stimmen werden gezählt, bei der die richtige Antwort angekreuzt ist.

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