Frage von 240529091606035, 135

Sollte eine Versicherungspflicht für Elementarschäden eingeführt werden?

Das zumindest fordert der Grünen Politiker Kretschmann! Ist das sinnvoll?

Hilfreichste Antwort - ausgezeichnet vom Fragesteller
von Loroth, 16

Hallo,

im ersten Moment hört sich das doch gut an: die Gebäudeeigentümer werden verpflichtet, sich gegen Elementarschäden zu versichern. Wenn es dann in Zukunft zu solch verheerenden Unwettern oder Überschwemmungen kommt, sind die Leute versichert, die Schäden werden von den Versicherungen bezahlt und der Steuerzahler wird entlastet.

So weit, so gut. Die einzigen beiden Probleme: a) eine solche Versicherung wäre im höchsten Maße ungerecht und b) es steht zu befürchten, dass es schlichtweg nicht funktioniert.

Zu a): Sobald eine Versicherungspflicht für die Kunden eingeführt würde, müsste damit auch ein Annahmezwang für die Versicherer verbunden sein. Damit wären aber die Versicherungen gezwungen, auch die bislang so ungeliebten hohen Risiken - an Seen, Flüssen, Hanglagen, in Erdbebengebieten, etc. - zu versichern.

Um die Prämien in den Gebieten mit hohem Risiko überhaupt für die Kunden tragbar zu gestalten, müsste eine Mischkalkulation durchgeführt werden, was wiederum dazu führt, dass die Kunden in Gebieten mit niedrigem Risiko eben keine bedarfsgemäßen Prämien mehr zahlen würden, sondern deutlich mehr als eigentlich vom Risiko her notwendig.
Diese Kunden würden also im Verhältnis die wesentlich höhere Last tragen: obwohl sie kein oder kaum Risiko haben, werden sie im Rahmen der Mischkalkulation kräftig zur Kasse gebeten.

Schlimmer noch: Sollten die Versicherer feststellen, dass eine auskömmliche Kalkulation in der Sparte "Gebäudeversicherung" nach Einführen einer Versicherungspflicht schlichtweg nicht möglich ist (weil die Kunden einfach nur bis zur Grenze der wirtschaftlichen Belastbarkeit zur Kasse gebeten werden können), besteht die Gefahr, dass man diese Sparte bewusst defizitär verlaufen lässt und zum Ausgleich dafür einfach andere Versicherungssparten mit höheren Beiträgen versieht.

Und was ist mit den Hausratversicherungen? Wie soll man einem Mieter im 6. Stock eines Hochhauses begreiflich machen können, dass er sich genauso gegen Überschwemmungen versichern soll, wie der "Kollege" aus dem Erdgeschoss? Und schlimmer noch: Dass er (6. Stock) über seine Beiträge auch noch die Schäden aus dem Erdgeschoss mit-bezahlen soll.

zu b): Worin soll zukünftig noch der Anreiz für öffentliche und private Vorsorgemaßnahmen bestehen, wenn über die Pflichtversicherung die Schäden doch eh bezahlt werden?

Da der Anreiz für derartige Maßnahmen zurück geht, besteht aber im Gegenzug die Gefahr, dass die Schadenhöhe mittel- bis langfristig steigen werden. Die Folge: Die Versicherungsbeiträge müssen noch höher angesetzt werden, als unter a) schon beschrieben.

Im schlimmsten Fall tritt ein Naturereignis ein, das den einen oder anderen Versicherer in die finanzielle Knien zwingt. Dann muss doch wieder der Staat (sprich wir alle) aushelfen, mit dem kleinen aber feinen Unterschied, dass die Leute dann doppelt zur Kasse gebeten werden: Vorher als Beitrags- und hinterher als Steuerzahler.

Viele Grüße

Loroth

Antwort
von Lilalustig20, 62

Eine Pflicht wäre übertrieben! 

Eigentlich sollte  jeder, der bauen oder kaufen möchte, sich einen Überblick über die Lage und die Risiken machen! 

Die Antworten "man solle ein Bauverbot an Flüssen oder an einem See verabschieden" finde ich sinnfrei . 

Wenn jemand gerne ein Haus am See möchte, warum nicht ? Er muss aber dann auch damit rechen *gesunder Menschenverstand*, dass es bei Starkregen oder Unwetter zu Überschwemmungen oder Ähnliches kommen kann! 

Jeder soll selber entscheiden können, ob er das Risiko eingehen möchte, im Notfall alles selber zu zahlen. (Wenn man als Mitbewohner Fische bekommt. :D)

Es ist aber auch die Pflicht von uns Versicherungsmakler, die Mandanten auf diese Risiken aufmerksam zu machen! Wenn sie dann sagen "ja machen wir" ist das gut. Wenn sie aber sagen "nein mir passiert so was eh nicht" dann ist das auch okay. 

Antwort
von Sonnenstern811, 50

Wenn er das tatsächlich vorgeschlagen hat, dann lässt es verdammt tief blicken.

Vielleicht sollte er sich mal mit Menschen in Passau und vielerorts anderswo unterhalten und fragen, wie sie das bezahlen könnten.Außerdem lehnen Versicherungen in bestimmten Gebieten solche Abschlüsse wegen des hohen Risikos generell ab.

Und außerdem wäre es sicher gesetzwidrig einen Versicherungszwang zum Schutz des eigenen Besitzes zu bestimmen.

Antwort
von dirksowieso, 6

Ich halte das für Quatsch, denn
Versicherungen winden sich gerne wenn es um die Begleichung von Schäden geht und
berufen sich auch gerne auf höhere Gewalt wenn Schäden durch die Natur
entstanden sind.

Und insbesondere da die Schäden
jedes Jahr zunehmen ist es schwierig eine Summe festzulegen die man einzahlt,
um spätere Schäden decken zu können.

Der Grund warum Politiker das nun
fordern ist m. E. keinesfalls edelmütig, sondern liegt wohl einfach daran das man
die Kosten für den Staat abwenden will denn das geht ja hinterher um hunderte Millionen
Euro und diese Kosten will man sicherlich gerne abwälzen.

Nein, der Staat selbst sollte eine Versicherung
anbieten wo alle die in diesen Gebieten wohnen einzahlen und wo die, wenn was
passiert dann aus diesem Topf schöpfen können (je nach Schwere des Schadens) so
ist jedem geholfen und der Staat muss nicht jedes Jahr unsere Steuergelder dafür
raushauen. Und in diese Rückversicherung müssen dann sowohl der Einzelne als
auch die Kommunen einzahlen die davon betroffen sind.

Antwort
von troublemaker200, 36

Nein, das soll und muss jeder Eigentümer selber entscheiden.

Ich habe meine Gebäudeversicherung vor ca. einem Jahr um die Elemetarschäden erweitert. Das kostet zwar umgerechnet pro Monat 20 EUR mehr, aber wenn man diese Vericherung mal braucht, dass ist man froh darum!!

Antwort
von AntwortMarkus, 63

Vor allem sollte ein Bauverbot  in Überflutungsgebieten eingeführt  werden. Oft wollen Versicherungen aus gutem Grund das Risiko  nicht absichern, weil es zu groß ist, aber der Bauherr baut trotzdem im ehemaligen Flussbett.  Und wenn dann in Braunsbach  (warum heißt das wohl so) die Häuser absaufen,  wird nach der Allgemeinheit geschrien.  Dann wird wieder in der Gefahrenzone gebaut  bis 10 Jahre später Papa Staat  dann  wieder die eigene Dummheit ausbügeln  soll.

Antwort
von harmersbachtal, 33

das mus jeder Hausbesitzer selbst entscheiden ob er eine hat oder machen will einmal erwischen ist keine Kunst aber dann sind mal 50.000 € gleich weg an schaden Heizung im Keller etc..............

Antwort
von Apolon, 47

Weshalb soll so etwas sinnvoll sein.

Man sollte ein generelles Bauverbot erlassen, für Bauvorhaben an Flüssen.

Dies wäre sinnvoller.

Ansonsten müsste doch jeder Bauherr so schlau sein, dass zu einem Wohngebäude auch die entsprechende Versicherung gehört.

Antwort
von kevin1905, 45

Populismus.

Antwort: Nein.

Versicherungspflicht macht in erster Linie Sinn, wo Dritte geschädigt werden können (Haftpflicht).

Wer aber in 2016 nicht in der Lage ist sich kompetent durch einen fachkundigen Vermittler oder Makler betreuen zu lassen und ebenfalls google nicht verwenden kann, um einfach sich mal schlau zu machen, dass eine Versicherung bei solchen Schäden nur leistet wenn Elementargefahren mitabgesichert sind, ist selber Schuld.

Ich möchte nicht, dass die Dummen, die Faulen und die Inkompetenten noch eine Stütze mehr bekommen, auf Kosten der Versichertengemeinschaft.

Wenn ich mir ein Haus 3 Meter vom Rhein entfernt baue ist doch logisch, dass ich keine Versicherung gegen Hochwasser bekomme. Warum sollte es mir auf Kosten des Versichertenkollektivs dennoch ermöglicht werden?

Antwort
von kim294, 45

Es sollte nicht jeder Bürger verpflichtet werden, sich gegen Elementarschäden zu versichern.

Aber jeder sollte die Möglichkeit dazu haben, eine derartige Versicherung abzuschließen. Dann kann er selbst entscheiden, ob er das Geld dafür aufwenden will.

Tut er es nicht, hat er halt im Schadensfall Pech gehabt.

Kommentar von Reanne ,

Elementarversicherungen gibt es bereit.

Kommentar von kim294 ,

Das ist mir auch klar.

Aber in vielen Gebieten kann man eine derartige Versicherung nicht abschließen, denn da ist die Hochwassergefahr zu groß.

Kommentar von EgonSued ,

Genau !

Antwort
von Sporadic, 16

der Staat soll aufhören den Leuten Geld in den Arsch zu pumpen, nur weil die nicht vorgesorgt haben. Wenn ich an einem See oder Fluss baue, dann sollte mir klar sein, das mein Haus überschwemmt werden könnte!

Antwort
von iDumm, 19

Ich bin selbst in dieser Branche tätig. 

Grundsätzlich sollte man nichts verpflichtend machen. Jeder Haus- und/oder Wohnungsbesitzer sollte selbst entscheiden in welcher Höhe bzw. in welchem Umfang er sein Hab und Gut absichern möchte.

Die andere Frage ist natürlich immer, ob dies auch finanziell möglich ist! Wenn man sich aber ein Eigentum leisten kann, dann sollte man das -meiner Meinung nach- auch gegen alle Gefahren im Umkreis absichern! :) 

Antwort
von Reanne, 65

Ob freiwillig oder Pflicht, die Beiträge werden enorm hoch sein für alle, die auch nur in Sichtweite eines Baches oder Teiches wohnen. Viele werden sich das gar nich leisten können.

Kommentar von wurzlsepp668 ,

ich kenne einen Schauspieler, der in Passau 2 Gebäude besitzt .....

Angebot für die Elementärversicherung: Jahresbeitrag mit über 20.000 € .......

Antwort
von annokrat, 39

jo, das sähe dann so aus:

- die prämien wären irrsinnig hoch

- darauf erhebt unser staat ne fette versicherungssteuer

- der kleine häusle-bauer blecht dafür

- unser staat melkt uns dadurch noch mehr

- die versicherungsbranche kassiert gute kohle

- der breiten bevölkerung fehlt kohle in der tasche, die sie nicht mehr ausgeben können (ach ja, sie müssen ja auch noch fürs alter geld anlegen).

annokrat

Antwort
von EgonSued, 86

Die Politiker reden immer dann viel, wenn es Ereignisse gibt/gab.

Zunächst müssten das die Versicherungen flächendeckend anbieten.

Kommentar von kevin1905 ,

Tun sie, wenn man nich direkt am Fluss etc. wohnt.

Versicherungen sind Wirtschaftsunternehmen. Einen Schaden der alle 5-10 Jahre eintritt zu versichern ist wirtschaftlicher Schwachsinn.

Kommentar von EgonSued ,

@kevin1905

Tun sie, wenn man nich direkt am Fluss etc. wohnt.

Also doch nicht lückenlos. Das nennt man auch >>Flächendeckend<<

Versicherungen sind Wirtschaftsunternehmen. Einen Schaden der alle 5-10 Jahre eintritt zu versichern ist wirtschaftlicher Schwachsinn.

Für wen wäre das wirtschaftlicher  Schwachsinn, für VU oder VN?

Kommentar von NochWasFrei ,

Wenn eine Versicherungspflicht kommt, würde mit Sicherheit auch ein Annahmezwang per Gesetz beschlossen werden. Wie viel das dann kosten soll ist natürlich eine ganz andere Frage.

Im übrigen bezweifle ich aber, dass alle die aktuell von den Schäden durch die Starkregen betroffen sind in Gebieten wohnen, wo eine Versicherung nicht möglich ist...

Kommentar von EgonSued ,

@NochWasFrei~~Im übrigen bezweifle ich aber, dass alle die aktuell von den Schäden durch die Starkregen betroffen sind in Gebieten wohnen, wo eine Versicherung nicht möglich ist...

Genau, so ist es. 

Antwort
von derhandkuss, 53

Eine Versicherung gegen Elementarschäden muss auch bezahlbar sein! Wohnst Du zum Beispiel in Köln direkt am Rhein, musst Du erst einmal eine Versicherung finden, die Dich überhaupt gegen Elementarschäden versichert, so oft wie die schon bei Hochwasser abgesoffen sind. Und wenn Dich dort eine Versicherung aufnimmt, bezahlst Du horrende Versicherungsprämien.

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