Frage von freshmoehre, 86

Sollte die wissenschaftliche Forschung von irrationalen Vorurteilen oder religiösen Glauben zurückgehalten werden?

Habe letztens im Freundeskreis eine komische/philosophische Diskussion geführt. Jedenfalls waren die Meinungen sehr unterschiedlich und nun wollte ich mal fragen, wie ihr zu dieser Frage steht?

Antwort
von XbinIch, 58

Ehm ja? Forschung soll frei bleiben von Religiösen Ansichten oder Befangenheit. Glaube ist nichts mehr als eine psychische Erkrankung die das Weltbild verzerrt. 

Kommentar von freshmoehre ,

Soll heißen der Glaube verschiedener Religionen ist dir egal oder sie sollten keine Beachtung finden? 

Kommentar von XbinIch ,

Jeder Glaube ist mir egal. Glaube ist nicht Wissen. Forschung ist dazu da um die Menschheit voranzubringen, der Glaube bleibt immer am gleichen Punkt stehen. Ausserdem hast du gefragt ob man den Glauben einbeziehen sollte in die Wissenschaft, eben nein. Unwissenschaftliches sollte niemals in die Forschung einfliessen. 

Kommentar von Franz1957 ,

Nun sind aber Aussagen wie "X ist dazu da, um Y" oder "X sollte niemals Y" selbst keine wissenschaftlichen Aussagen. Es sind Aussagen einer metawissenschaftlichen Pragmatik und möglicherweise Ethik, die selbst nur begründet werden können, indem man sich auf außerwissenschaftliche Prinzipien beruft. Ein Satz wie "Unwissenschaftliches sollte niemals in die Forschung einfliessen" ist daher schon in sich selbst widersprüchlich.

Kommentar von Franz1957 ,

Habe soeben versehentlich hier auf "Danke" geklickt. Der Dank war archibaldesel zugedacht.

Kommentar von XbinIch ,

Wtf. Wenn man Unwissenschaftliches nicht aus der Forschung rausgehalten hätte, gäbe es die heutige Medizin gar nicht. ;) Laut dem Glauben ist ein Frefel sich an toten Körpern zu vergreifen, da sie ja am Tag des jüngsten Gerichts wieder auferstehen. Denk lieber nach, bevor du was schreibst. ;) 

Kommentar von Franz1957 ,

Mach ich. Wenn man Unwissenschaftliches aus der Forschung rausgehalten hätte, gäbe es überhaupt keine Medizin. Es gibt nämlich keine rein wissenschaftliche Begründung dafür, weshalb man kranken Leuten helfen sollte. Siehe meine obige Bemerkung über Sätze mit "sollte". Davon abgesehen ist es nicht ein Frevel laut "dem" Glauben, sich an toten Körpern zu vergreifen. Es ist ein Frevel speziell laut dem Glauben derer, die glauben, es sei ein Frevel, sich an toten Körpern zu vergreifen. Bezeichnet man das als "den" Glauben, dann übernimmt man damit implizit die Überzeugung dieser Leute, daß ihr Glaube "der" Glaube sei.

Kommentar von XbinIch ,

WTF. Ich ziehe Unwissenschaftliches auf den religiösen Glauben (laut Fragestellung ;) ) und immer noch: Glaube hat nichts mit Ethik zu tun. Und der Glaube hat nicht das Heilen von Kranken gefördert, sondern die Ethik. ;D

Antwort
von archibaldesel, 49

Sie sollte zumindest ethische Grundsätze beachten.

Kommentar von freshmoehre ,

Welche z.B?

Kommentar von archibaldesel ,

Auch Josef Mengele hat in Auschwitz wissenschaftliche Forschungen durchgeführt. Ich glaube, wir sind uns einig, dass es dabei ethische Grenzen überschritten hat.

Kommentar von Franz1957 ,

Wobei schon auch eine Ethik zugrunde lag, allerdings eine andere. Lesenswert hierzu: Richard Weikarts leider noch nicht ins Deutsche übersetztes Buch "Hitler's Ethic".

Kommentar von zalto ,

Um die Ethik zu wahren haben wir in Deutschland Ethik-Kommissionen und einen "Deutschen Ethikrat". Ein heißes Eisen wäre z.B. die Herstellung und Erforschung von Mensch-Tier-Mischwesen.

Kommentar von XbinIch ,

Ethik hat nichts mit Glauben zu tun. Auch atheistische Menschen haben Ethik und Moral. 

Kommentar von archibaldesel ,

Wer hat behauptet, dass es nur Ethik im Zusammenhang mit Religion gibt?

Kommentar von Franz1957 ,

Ja, auch atheistische Menschen haben Ethik und Moral. Es wäre dumm, das bestreiten zu wollen.

Was für eine Ethik und Moral sie haben, können wir dabei ruhig im Unbestimmten lassen, denn das ist auch bei Menschen mit religiösen Überzeugungen alles andere als eindeutig. Auch unter ihnen gibt es ja, worüber wir vermutlich einig sind, Verbrecher genug.

Ein Unterschied scheint mir allerdings der zu sein, daß atheistische Menschen mehr Mühe damit haben, ihre Ethik und Moral auf eine über das Individuum und seinen privaten Rahmen hinaus verbindliche Weise zu begründen.

Antwort
von dadita, 9

Nein auf keinen Fall. Religionen haben den Fortschritt unserer Spezies bereits Jahrtausende lang behindert. 

Die Forschung darf nicht durch derartigen Unsinn aufgehalten werden. Dankenswerterweise ist der wissenschaftliche Fortschritt auch schwer aufzuhalten. 

Kommentar von Mucker ,

Falsch ! Religionen haben z.B. den Fortschritt der Schulmedizin nicht wesentlich geschadet. Die Schulmedizin existiert nämlich erst seit etwas über 150 Jahren !

Religionen dürften eindeutig das kleinere Übel sein !

Die (medizinische) Forschung hält sich selbst auf. Freie und unabhängige Forschung findet kaum noch statt. Sie hängt am Tropf von Big Pharma und dient vor allem deren Profitinteressen.

Unsere Schulmedizin – die einzig wahre Wissenschaft ?
Wie Studien entstehen und manipuliert werden und warum unsere Schulmedizin keine Naturwissenschaft ist.

http://renegraeber.de/Schulmedizin-Studien-Report.pdf

Kommentar von dadita ,

Falsch. Der Grund warum es wahre Medizin (Schulmedizin gibt es nicht, es gibt Medizin und Kurpfuscherei) erst seit 150 Jahren gibt, ist (unter anderem) die katholische Kirche, die lange ihr Bestes tat um zu verhindern, dass die Menschen selbst die Möglichkeit erlangten Krankheit und Tod zu besiegen. Es beraubte ihrem imaginären Freund wohl einiges an Dasseinsberechtigungen...

Die Kirche war es die lange die Versuche unterminierte Infektionskrankheiten mit Impfungen zu bekämpfen. Die Kirche kämpfte und kämpft heute noch gegen Verhütung, Stammzellforschung und zahlreiche andere medizinische Errungenschaften.

Als jemand der im Gegensatz zu dem Autor deiner anstrusen Verschwörungstheorien tatsächlich in der Forschung tätig ist: Selten einen solchen Schwachsinn gehört. Pharmakonzerne betreiben Forschung, diese ist in der Regel qualitativ hochwertig und gut. Universitäten tun dies ebenfalls. Und alles ist besser als die kurpfuschende, lebensgefährlichr Alternativ"medizin".

Kommentar von Franz1957 ,

War es irgendeine Kirche, die die von Ignaz Semmelweis eingeführte Klinikhygiene, sprich: das Desinfizieren der Hände des Klinikpersonals, ablehnte und damit den medizinischen Fortschritt aufhielt? Waren es nicht vielmehr seine Fachkollegen?

Kommentar von dadita ,

Oh ja durchaus. Deswegen schrieb ich auch "unter anderem". Die Kirche war keineswegs der einzige Faktor. Der Grund warum sie dennoch die wahrscheinlich schwerste Kette am Bein des Fortschritts war, ist schlicht und ergreifend die Tatsache, dass kaum eine andere Gruppe von Blockierern über derartige Macht verfügte...auch die damaligen Kollegen von Semmelweis nicht. 

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