Frage von LoveVegan, 93

Sollte die Organspende wie in Österreich verpflichtend werden?

Hey Leute, bald ist es wieder soweit: Jugend debattiert! Und ich mache mit, hoffentlich!

Für unsere Klassendebatte haben wir uns das Thema Organspende ausgesucht. In Österreich werden die Organe nach dem Tod gespendet, wenn man sich nicht "gewehrt" hat, d.h. "Nein" auf seinem Organspendeausweis angekreuzt hat. Ich suche nun Gründe für und gegen diese Einführung und dachte, ich frage hier mal nach, denn hier kriegt man immer (na ja, meistens...) gute und schnelle Antworten! Dankeschön!

Hilfreichste Antwort - ausgezeichnet vom Fragesteller
von Amicelli11, 93

Fakt:
- Organspender werden immer gesucht und es gibt zu wenige
- Das Modell wird auch in andere Ländern wie in der Schweiz oder Österreich praktiziert
Pro:
- möglicherweise mehr Organspender
- Warum mehr? In Deutschland wären viele Menschen prinzipiell bereit, ihre Organe nach dem Ableben zu spenden, sind aber zu faul oder unwissend, um sich als Organspender zu registrieren (was übrigens über die Krankenkasse oder einen ausgedruckten Organspendeausweise funktioniert, also eigentlich recht simpel)
- die Menschen haben immernoch die Möglichkeit, sich zu Verwehren und sich als Organspender austragen zu lassen --> Freiheit des Individuums bleibt bestehen
- jede Institution ist schon einmal prinzipiell darüber informiert, dass ein Patient Organspender ist (normalerweise kann der Organspendeausweis auch verloren worden sein, dann wissen die Ärzte nichts davon)
- wem es egal ist, ob er Organspender ist, steht automatisch trotzdem als solcher bereit (wem es egal ist, der hat zumeist auch nichts dagegen, also ethisch vertretbar)
Contra:
- möglicherweise genauso viele Organspender
- Warum das? Ich hatte selbst einmal eine Online-Petition machen wollen und mir wurde mitgeteilt, dass es solche schon gab und sie gescheitert sind u.a. mit dem Argument, dass angeblich das Verhältnis zu Spender und Nichtspender in NRW in DE genauso hoch wäre wie in Österreich, obwohl verschiedene Konzepte vorliegen; die Zahlen müsstest du selbst prüfen, da ich nicht weiß, ob das stimmt und ob das Zufall ist und mglw. nicht für alle anderen Bundesländer gilt
- können Menschen mit beschränkten Fähigkeiten wie geistig Behinderte korrekt berücksichtigt werden? Wie läuft es da in der Schweiz oder Österreich? Läuft es da ethisch vertretbar?
- Könnte es zu Irrtümern kommen, da ein Krankenhaus davon ausgeht, dass der Patient ein Organspender ist, da sie es nicht ausreichend prüfen; kann es also zu Fehlern kommen, die möglicherweise Personen in ihrer Religion verletzen (Zeugen Jehovas wollen beispielsweise keine Organspende, soweit ich weiß)
- ist es korrekt, anzunehmen, dass jemand, dem es egal ist, ob er Organspender ist, ruhig Organe entnommen werden können?
- momentan wird FÜR Organspende geworben, d.h. wer Organe spenden will, entscheidet sich bewusst dafür, wenn Organspende allerdings die Norm ist, wird der Durchschnittsbürger möglicherweise nicht ausreichend darüber informiert, dass er Organspender ist; er ist es also nicht bewusst

Expertenantwort
von Kajjo, Community-Experte für Medizin, 56

KONTRA

  • Ein Zwang zur Organspende widerspricht grundlegend der Menschenwürde, Religionsfreiheit und Freiheit der Entfaltung, die im Grundgesetz garantiert sind. Ich sehe da keinerlei Spielraum. Die Widerspruchslösung ist eine ganz schlimme Sache, da sie die Würde nicht aus sich heraus garantiert, sondern eine Aktivität seitens des Betroffenen nötig macht, die vielleicht gar nicht jeder in der Lage ist zu überblicken und auszuführen.
  • Organspende ist für die Angehörigen sehr oft eine große Belastung. Der Angehörige wird noch künstlich am Leben gehalten und wirkt keineswegs tot. Da fällt der Abschied und das innere Abschließen oftmals schwer, denn es fehlt die Offensichtlichkeit des Todes, des finalen Endes. Auch die Freigabe zum Ausweiden ist für viele eine enorme emotionale Belastung, die in diesem Moment des Schocks und der Trauer das Fassen und Verarbeiten dieser schrecklichen Wendung erschwert. Interessanter Artikel dazu: http://www.initiative-kao.de/kao-organspende-die-verschwiegene-seite-2011.pdf
  • Organspender sind lebende, schwer verletzte Menschen, deren Gehirn irreversibel so stark geschädigt ist, dass sie nie wieder ein bewusstes Leben haben werden. Die Medizin hat den Begriff "hirntot" eingeführt, damit dieser Zustand irgendwie das Prädikat "tot" erhalten kann, obwohl der Körper und seine Organe noch leben. In Wirklichkeit ist der Mensch mitten im Sterbeprozess, meistens nur noch durch Maschinen und modernste Medizintechnik künstlich am Leben gehalten. Die Definition von Hirntod ist daher umstritten und schlichtweg willkürlich. Wir reden hier also von einer formalen Definition und nicht von naturwissenschaftlichen Fakten. Der Hirntod ist nur ein Schritt des Sterbeprozesses.
  • Auch persönlich haben sehr viele Menschen einfach emotionale Probleme damit, nach dem Tode ausgeweidet zu werden. Sie empfinden es als Teil ihrer Würde, dass der Körper nach dem Tode intakt bleibt und sie den Sterbeprozess vollständig und im ganzen durchlaufen.

PRO

  • Das einzige, was dafür spricht, ist, dass es dann eindeutig wohl mehr Organspender geben würde. Gleichwohl wäre die Steigerung längst nicht so stark wie angenommen, dann so eine Gesetzesänderung würde entsprechend Wirbel verursachen und entsprechend viele Menschen würden durchaus ihr Widerspruchsrecht nutzen.
Antwort
von cyracus, 43

In Deiner Frage beziehst Du Dich ja auf Österreich und die Schweiz, nicht auf Deutschland. - Ist Dir vielleicht bekannt, dass eine solche Pflicht in Deutschland gegen unser Grundgesetz verstoßen würde, und zwar gegen Artikel 1 und Artikel 2?

Deine Frage

Sollte die Organspende wien in der Schweiz verpflichtend werden?

kann nur beantwortet werden mit

  • Niemals darf irgendwo die sogenannte Organspende verpflichtend werden / sein.

In der Schweiz werden die Organe nach dem Tod gespendet, wenn man sich nicht "gewehrt" hat, d.h. "Nein" auf seinem Organspendeausweis angekreuzt hat.

Zur diesbezüglichen Gesetzeslage in der Schweiz hat Dir ja schon plato geantwortet.

Vom "Nein"-Ankreuzen auf dem gängigen O-spende-Ausweis rate ich ab, denn mir wurde aus Insiderkreisen berichtet: Es sollte schnell gehen, man schaute in die Sachen desjenigen, dessen Organe man entnehmen wollte, sah den organgenen O-ausweis und ging ans Werk = ans Ausschlachten. Später wurde gesehen: Auf dem O-ausweis war das "Nein" angekreuzt. - Im Internet werden zum Runterladen NICHT-Organspenderausweise angeboten, zum Beispiel wenn man googelt mit

nicht organspendeausweis bioethik

Es reicht aber auch ein Zettel mit

  • NameGeburtsdatumAnschriftErklärungmöglichst Nennung der Person(en) des VertrauensDatumUnterschrift

Gib Deine Erklärung so auch Deinen Lieben, denen Du vertraust, damit sie im Falle eines Falles den Transplantationsbeauftragten in der Klinik damit nur unter der Nase wedeln müssen. Denn die Angehörigen stehen in solch einer Situation ja unter Schock, und die Transplantationsbeauftragten sind - so wie deren Bezeichnung ja schon sagt - beauftragt, die "Spendebereitschaft" zu erhöhen.

Die meisten Österreicher wissen übrigens gar nicht, dass sie automatisch im Falle eines Falles ausgeschlachtet werden, wenn sie sich nicht in die offizielle Widerspruchsliste eingetragen haben. Die meisten Österreicher gehen davon aus, dass bei ihnen die Regelung ist so wie in Deutschland. Erfahren diese Österreicher die Wahrheit, sind sie entsetzt.

Auch die meisten Touristen, die Österreich besuchen, wissen nicht, dass im Falle eines Falles nicht die gesetzliche Regelung ihres Heimatlandes gilt, sondern das österreichische Gesetz, dass auch sie sich in die offizielle Widerspruchsliste eintragen müssen. - Auch wissen viele nicht, die auch ihre Kinder in die Widerspruchsliste eingetragen haben, dass die Kinder mit ihrem 14. Geburtstag sich selbst in die Liste eintragen müssen, Eintrag der Eltern für sie gilt dann nicht mehr.

.

Das, wozu sich die Bürger bereiterklären soll, wird ja "Organspende" genannt, wobei betont wird, die Organe würden NACH dem Tod entnommen werden.

Ich kenne niemanden, der etwas dagegen hätte, könnten Organe von Toten entnommen und in einen anderen Körper eingebracht werden.

Das geht aber nicht, denn bei denjenigen, deren Organe man herausschneiden möchte zum Zweck der Transplantation, sind nicht tot. Sie dürfen gar nicht tot sein, denn Organe von Toten sind giftig, und daran würden die Empfänger elendig versterben.

Den "Hirntod", auf den sich immer wieder berufen wird, und der gleichgesetzt wird mit dem wirklichen Tot, gibt es gar nicht.

Lies meine ausführliche Antwort an namenlos20 auf die Frage

Frage zum organspenden?

https://www.gutefrage.net/frage/frage-zum-organspenden-?foundIn=answer-listing#a...
(Lies bitte zuerst die Frage, damit Du meinen ersten Satz richtig einordnest.)

Weil sich ja stets auf den "Hirntod" berufen wird, so als sei ein Patient nach so einer Diagnose vergleichbar mit Gemüse, ist es ganz wichtig, dass wir alles zum sogenannten "Hirntod" erfahren. - Sieh Dir dazu das Interview mit Professor Coimbra auf YouTube an mit dem Titel

Der tödliche Apnoetest

Dies empfehle ich u.a. in meiner Antwort an namenlos20. Klick darin auch meine Antwort an BossMoss an. Darin findest Du u.a. ein von mir erstelltes Transkript des Interviews.

Immer wieder wird behauptet, bei den diagnostizierten "Hirntoden" handele es sich um im Sterben befindliche Menschen, deren Gehirne irreversibel = unwiederkehrbar in der Funktion so eingeschränkt seien, dass diese Menschen im Sterben sind.

Sogar WÄRE diese Menschen im Sterbeprozess, bräuchten sie Schutz, Fürsorge und Liebe. - Dass aber nicht einmal dies in sehr vielen Fällen zutrifft, sondern dass es sich um schwerstkranke Patienten handelt, die unbedingt weiterbehandelt werden müssen, und dass viele von ihnen wieder vollständig gesund werden können, erfahren wir gut erklärt von Professor Coimbra.

Klickst Du in meiner Antwort an BossMoss den Link zu meiner Antwort an Lollool an, findest Du viele Hinweise darauf, dass Patienten auch nach solch einer Diagnose wieder gesund wurden, weil ihre Angehörigen sie nicht zur sogenannten "O-spende" fraigaben, sondern auf Weiterbehandlung bestanden.

Kommentar von cyracus ,

Ganz wichtig:

Es wird ja bei der Werbung für die "Organspende" mit viel moralischem Druck gearbeitet, dass man doch anderen helfen müsse, wo man doch die Organe NACH dem Tod selbst nicht mehr brauche.

  • Jeder braucht seine Organe, solange er lebt.
  • Niemand darf getötet werden, damit ein anderer dessen Organe bekommt.
  • Bei der sogenannten "Organspende" muss es immer zuerst um diejenigen gehen, die ihre Organe "hergeben" sollen, erst an zweiter Stelle kommen die Belange derjenigen, die solche Organe für sich haben wollen.

Die Transplantationsorganisation und die Transplantationsärzte wissen genau, dass sie zum Zweck der Organentnahme die Menschen töten.

Lies dazu den Artikel von dem Medizin-Journalisten Richard Fuchs mit dem Titel

Die Wertschöpfung einer "Organspende"

http://www.initiative-kao.de/r-fuchs-10-12-11-organtransplantation-und-geschaeft...

und dort insbesondere den Abschnitt

"justified killing" = gerechtfertigtes Töten


Kommentar von LoveVegan ,

Hey, tut mir leid, dass ich die hilfreichste Antwort schon vergeben habe! Könnte man es ändern, würde ich es tun!

Vielen Dank für deine Hilfe, du hast mir echt geholfen!!!

Kommentar von cyracus ,

Wie Gorbatschow schon sagte: "Wer zu spät kommt, den bestraft das Leben."

‹(•‿•)›

Danke für Deine Anerkennung - ҉ •✿⊱ (¯`'•.¸(¯`'•.¸ Ƹ̵̡Ӝ̵̨̄Ʒ¸.•'´¯)¸.•'´¯) ⊰✿• ҉

Ich freue mich riesig darüber.

Kommentar von cyracus ,

Ich sehe grad: Die Formatierung zu meiner Empfehlung des eigenen NICHT-O-Ausweises ist zusammengekracht, deshalb hier nochmal überschaulich mit zusätzlichen Hinweisen:

Im Internet werden zum Runterladen NICHT-Organspenderausweise angeboten, zum Beispiel wenn man googelt mit

nicht organspendeausweis bioethik

mit dem auch erklärt wird:

     Für den Fall, dass nach meinem festgestellten „Hirntod“ eine
       Entnahme von Organen / Geweben / Knochen zur Transplantation
       medizinisch gewünscht sei, erkläre ich:

       Ich widerspreche grundsätzlich jeglicher Entnahme von Organen,
       Gewebe oder Knochen. Der Hirntod bedeutet für mich nicht den Tod
       des Menschen, sondern einen unumkehrbaren Prozess im Sterben,
       den es zu achten und zu respektieren gilt und der liebevoller 
       Begleitung bedarf.

       Ich lehne daher im Bewusstsein aller Konsequenzen auch den Erhalt
       eines Spenderorgans ab.

Es reicht aber auch ein Zettel mit

     Name
       Geburtsdatum
       Adresse
       Erklärung
       möglichst Nennung der Person(en) des Vertrauens
       Datum
       Unterschrift

Es wird empfohlen, alle zwei Jahre den O-Ausweis mit neuem Datum neu zu unterschreiben, damit gewährleistet sei, es handele sich um den aktuellen Willen des Erklärenden. - Abgesehen mal davon, dass es sowieso eine Unverschämtheit ist, dass wir uns überhaupt gegen Ausgeschlachtetwerden bei lebendigem Leib so wehren müssen, sollte folgende Erklärung ausreichen:

     Solange ich keine anderslautende Erklärung abgebe,
       gilt diese als aktuell!

Genau so gilt es ja auch bei Testamenten.


Kommentar von cyracus ,

Achtung! Diese Erklärung gilt für Deutschland! In anderen Ländern
                gilt das jeweilige Ländergesetz - auch für Touristen.
                Entsprechende Infos und Deine Unterlagen in der
                jeweiligen Ländersprache bekommst Du von orgaNOs Protection
                (= deutsch), google so und geh dort auf die grüne Info-Leiste.

Antwort
von Amicelli11, 73

Es gab bereits Petitionen für diese Herangehensweise an die Organspende. Ebenso gibt es Reaktionen darauf, also Gründe, warum diese Petitionen nicht geschafft haben, durchzukommen.
Vielleicht findet man die noch irgendwo: https://epetitionen.bundestag.de/ (elektronische Peititonen sind übrigens nur auf dieser Seite zulässig, andere Online-Petitions-Dienste werden nicht vom Bundestag wahrgenommen)

Antwort
von plato, 47

Keine Ahnung, wo Du diese Information her haben willst, aber in der Schweiz gibt es keine derartige Regelung.

Hier muss man sich klar als Organspender deklarieren oder die Angehörigen müssen die Einwilligung geben. Wenn kein Organspendeausweis oder keine Patientenverfügung vorliegt, dann darf niemand einfach so Organe entnehmen.

Man wollte das mal einführen, aber das wurde schnell mal wieder vom Tisch gewischt. Somit ist es noch immer so, dass man sich eben selbst darum kümmern muss, wenn man Organspender sein möchte.

Mehr Infos unter https://www.swisstransplant.org/de/

Antwort
von Akecheta, 67

Ich hätte kein Problem damit, dass die Organentnahme bei einem Toten zuerst einmal erlaubt ist, wenn dieser dagegen zu Lebzeiten nicht widersprochen hat.

Nur, wie macht man das in der Praxis? Organentnahmen müssen meistens schnell gehen, sonst kann man die Organe nicht mehr verwenden. Woher sollen die Organentnehmer wissen, dass ich widersprochen habe? Soll ich einen Ausweis mitführen, wo das drin steht? Was ist, wenn ich den vergessen habe dabei zu haben oder bei einem Unfall verloren ging? Was ist, wenn Angehörige nicht erreichbar sind oder wenn man gar nicht schnell rausfinden kann wer ich bin, falls ich hirntod irgendwo liege?

Hab mich damit noch nicht so beschäftigt. Daher sind meine Fragen durchaus auch als solche zu betrachten.

Man könnte höchstens in einer elektronischen Datenbank die Widersprecher speichern mitsamt ihrer DNS. Würde aber auch bedeuten, man müsste die Datenschutzgesetze evtl. ändern und wie schnell kann ich die DNS eines Hirntoden herausfinden um dann schauen zu gehen, hat derjenige widersprochen?

Mein Herz z.Bsp. würde ich an meine Famile abgeben, sonst aber an niemanden. Meine Lunge aber oder Leber oder Niere, da wäre mir das egal.

Gleichmal nächstes Problem.

Nur mal kurz Gedanken niedergeschrieben. Interessantes Thema. Viel Erfolg mit.


Kommentar von LoveVegan ,

Ja, definitiv ein interessantes Thema und weitaus interessanter als ich, der NaWi-Muffel, dachte!

Kommentar von cyracus ,

@Akecheta,

wenn offizielle Liste, dann nur eine Zustimmungsliste. Denn sonst wäre es ja wie in Österreich: Alle diejenigen, die sich dort nicht eingetragen haben, sind im Falle eines Falles Schlachtopfer. - In Österreich wissen die meisten Bürger gar nichts von dieser Widerspruchsliste. Die meisten denken, es sei so geregelt wie bei uns in D. - Und deutsche Touristen in Österreich denken, ihr NICHT-O-ausweis würde dort auch gelten ...

Grundvoraussetzung wäre zudem, dass die Bürger endlich ehrlich informiert werden, was die Zustimmung zur "O-spende" für den potentiellen Spender bedeutet. Denn um ihn  muss ja zu allererst gehen. Schließlich geht es zuerst um sein Leben und seine Gesundheit.

Das Übelste bei diesem Thema ist ja, dass stets behauptet wird, die Organe würden NACH dem Tod entnommen werden - wobei das ja gar nicht möglich ist, Organe von Toten sind giftig.

Wenn Du mehr Info dazu haben möchtest, lies meine Antwort, die ich hier geschrieben habe.

Antwort
von vibro3003, 49

Grundsätzlich eher dagegen.

+ Mehr Organspenden die dringend benötigt werden. Da bestimmt viele sich nicht abmelden

- Optional-Out ist nie die beste Lösung. Es entsteht das Gefühl des Zwanges

- was ist wenn jemand den Spendeausweis nicht bei sich hat. Gibt es eine Lösung für ein zentrales Register wo sämtliche Personen aufgrund der Versicherungsnummer kontrolliert werden können? (Datenschutz)

Es ist einfacher bei nicht-Feststellung davon auszugehen dass es kein Spender ist als dass es ein Spender ist. Aufgrund der Ethikaspekte ein wichtiges Thema!

Ich denke eher dass man mehr auf Aufklärung setzen sollte. Die Bevölkerung davon überzeugen, dass Organspende eine wichtige und gute Sache ist anstatt ein Opt-out Ablauf aufgrund der Not an Organen einzuführen

Antwort
von EmptyCages, 42

Eindeutig NEIN, denn das kann und darf es nicht sein ! Das Sterben eines Menschen ist - zumindest in den meisten Ländern - zum Glück einer der letzten Bereiche, in denen er noch weitgehend selbstbestimmt und mündig entscheiden kann ! Nur weil eine geldgierige und menschen- bzw. lebensverachtende Lobby dies befürwortet, darf es nicht auch zur Selbstverständlichkeit werden - so wie Tiere abschlachtet werden für den Fleischkonsum und sie zu quälen für Medikamente, die angeblich den Menschen helfen sollen usw... Meine Nächstenliebe und mein Mitgefühl kann ich zu Lebzeiten weitergeben - in den letzten Stunden und Minuten meines jeweiligen Erdenlebens möchte ich jedes Recht der Welt haben, in Frieden und in Würde gehen zu dürfen - wenn möglich, im Kreise meiner Lieben und nicht ausgeschlachtet werden wie ein altes Auto... Im Übrigen denke ich, du verwechselst da was bzgl. der Bestimmungen in der Schweiz... Schau mal diesbezüglich nach Österreich und Bulgarien - ich werde da niemals hinfahren ! Bitte sei kritisch und informiere dich, was "Organspende" wirklich bedeutet - sowohl für die sog. "Spender" als auch für die Empfänger... Schau dazu hier in die alten Fragen zum Thema - da findest du eine Fülle an wertvollen Informationen, wenn auch erstmal schockierend und verstörend, aber absolut wahr...!

Kommentar von cyracus ,

DH !!

Antwort
von Herb3472, 44

In Österreich ist man auch automatisch Organspender, wenn man sich nicht ausdrücklich dagegen verwehrt.

Antwort
von ghasib, 57

Wer spenden möchte gut aber das darf keine Pflicht werden

Kommentar von LoveVegan ,

Aber es gibt viel zu wenig Organspender und wenn man nicht möchte, dass seine Organe gespendet werden, kann man einfach "Nein" auf dem Organspendeausweis ankreuzen, oder?

Kommentar von cyracus ,

@LoveVegan, es gibt immer noch zu viele "Organspender", denn

Wenn wir die Gesellschaft über die Organspende aufklären, bekommen wir keine Organe mehr.

Prof. Dr. Rudolf Pichlmayr, Pionier der Transplantationsmedizin, "Mediziner des Jahres" 1990, zit. nach Zeitenschrift Nr. 74, 2013
http://www.theologe.de/theologe17.htm

Leichenteile kann man nicht verpflanzen. - Wenn man Leichenteile verpflanzen könnte, gäbe es keinen Organmangel, denn Leichen haben wir genug.

Prof. Alexandra Manzei, zitiert aus: organosprotection.com/organwelten.html

Auf YouTube findest Du ein (so der Titel dort)

Interview Professor Manzei

@LoveVegan, Deinem Namen entnehme ich, dass Du Dich vegan ernährst. Wie verträgt sich das mit dem Thema "Organspende", in dem Menschen sich Fleisch anderer (mit Hilfe von Ärzten) einverleiben?

Organtransplantation ist Kannibalismus, auch wenn die Organe des anderen nicht mit den Zähnen verkleinert werden ...

Kommentar von cyracus ,

Fehlerteufelchen  ‹(•‿•)›  : verkleinert = zerkleinert  

Kommentar von LoveVegan ,

Unserer Ethik-Lehrer übt mit uns für "Jugend debattiert" und verbindet Unterrichtsthemen mit dem Training! Zugegeben, anfänglich war ich pro, aber jetzt habe ich sooooo viel Informationen, die mich überzeugt haben, dass diese verpflichtende Organspende wohl eher doch nicht so gut ist!

Kommentar von LoveVegan ,

Soll heißen, dass die verpflichtende Organspende vollkommener Blödsinn und menschenverachtend ist!!!

Antwort
von schreiberhans, 51

jup bin dafür

Kommentar von LoveVegan ,

Kannst du mir noch Gründe nennen? Das wäre super, bis jetzt habe ich nämlich noch nicht so viele!

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