moccajoghurt am 19.02.2009 um 12:12 Uhr
...oder sollten wir die Vergangenheit immer im Bewusstsein halten. Leider ist dadurch deutscher Nationalstolz immernoch selten zu sehen. Welchen Umgang damit haltet ihr heute am angebrachtesten?

Die Vergangenheit stets als mahnende Geschichte im Hinterkopf behalten.
Jedoch endlich damit aufzuhören Schuldgefühle zu vermitteln!

Selbstverständlich sollte die NS-Zeit mit Abstand betrachtet werden, daß scheitert jedoch bedauerlicherweise an der Unfähigkeit unserer Politiker, die sich stattdessen lieber auf der us-amerikanischen Schleimspur orientieren! Die Vergangenheit sollte immer ein Bestandteil unseres Bewußtseins sein, doch ein geschichtlich-politisches Bewußtsein wird immer nur ein verschwindend kleiner Teil (max. 10%) unserer Bevölkerung erlangen!

Auf jeden Fall sollten alle Länder ihre Vergangenheit im Hinterkopf behalten zB.: Spanien die Inkas, USA die Indianer und die Sklaverei, England die Kolonien, usw. Die Liste ist glaube ich fast unendlich lang, ich kenne auch kein Land das mit dem Finger auf ein anderes Zeigen könnte, auch wenn das andere gerne tun. Ich bin überhaupt nicht stolz auf das was damals passiert ist, aber warum darf ich denn fast 60 Jahre danach nicht stolz sein ein Deutscher zu sein?


noch können wir die opfer und täter direkt befragen, das sollten wir tun,denn wenn alle gegangen sind, bleiben uns nur noch die archive und die sind oft so staubig, dass keiner mehr nachsehen mag.

Das hat mit Schuldgefühlen meines Erachtens gar nichts zu tun. Ich finde sogar, dass wir Deutschen absolut einen gewissen Stolz darauf empfinden können, dass Deutschland zumindest als erstes Land in der Geschichte und lange Zeit auch als einziges Land sich immer zu seiner schweren Schuld gestellt hat und zumindest versucht hat, die Wahrheit über die Gräueltaten hervorzuholen und auch wenigstens versucht hat, den Opfern zu helfen.
Länder wie Japan, die USA, die Türkei und Australien haben sich erst viel später oder gar nicht zu ihrer Schuld bekannt, während sich bei uns die anständigen Menschen, die nicht leugnen wollten durchgesetzt haben gegen alle, die schon in den fünfziger Jahre damit anfingen zu sagen, 'jetzt reicht's aber, jetzt ist es genug', obwohl erst ein Bruchteil der Geschichte aufgearbeitet war.

Wer die Vergangenheit nicht kennt, kann die Gegenwart nicht bewältigen.

Ich wurde mehr als 20 Jahre danach geboren! Ich lasse mir dafür keine Schuld oder Verantwortlichkeit einreden!
Dass das eine schlimme Sache war, steht ausser Frage, aber auf einem anderen Blatt! Es ist auch schlimm, wenn ein Mann sein Frau schlägt. Deshalb muss man mir das aber nicht ständig vor Augen halten!


Ich glaube, wir haben aus den Geschehnissen noch nicht die richtigen Schlüsse gezogen, noch nicht erkannt, was die tieferen Ursachen waren - das haben wir noch zu leisten!! Wenn wir die tieferen Ursachen nicht erkennen, wird uns das Leben gnadenlos mit einer weiteren schlimmen Erfahrung daran erinnern, daß noch immer eine im Untergrund grassierende schwerwiegende seelische bzw. Bewußtseinsstörung bedroht: ich sage nur: kollektive Neurose... "Der Schoß ist fruchtbar noch, aus dem DAS kroch"
Beastman am 19. Februar 2009 12:19 O_o omg


aber ohne Schuldgefühle



Mit der Geschichte haben wir alle etwas zu tun.

Da hab ich NICHTS mit zu tun. BASTA
heureka47 am 19. Februar 2009 12:32 Mit den tieferen Ursachen haben wir ALLE auch jetzt zu tun. Die waren mit dem Tod Hitlers oder dem 8.5.45 nicht vorbei.
DH
Ich bin auch vehement gegen Schuldgefühle, aber es ist auch zutreffend, daß wir einige Dinge von damals noch nicht oder nicht angemessen aufgearbeitet haben. Noch immer haben Gesetze aus jener Zeit Gültigkeit - sie sind nicht abgeschafft, sie werden nur derzeit nicht angewendet. Die Vorkommnisse im Bereich der Psychiatrie vor 1945 sind bei weitem nicht angemessen aufgearbeitet worden! Zwangssterilisierungen, Patientenmorde - sogar bis 1947 und andere Dinge.